Aktuelles, Experten, Veranstaltungen - geschrieben von dp am Donnerstag, Juni 25, 2026 0:14 - noch keine Kommentare
Digitaltag 2026: Bitkom-Studie zeigt Nachholbedarf bei Digitalkompetenzen auf
Im Vorfeld des diesjährigen bundesweiten „Digitaltags“ am 26. Juni 2026 bewerten die Menschen in Deutschland ihre eigenen Digitalkompetenzen im Schnitt mit der Schulnote „befriedigend“
[datensicherheit.de, 25.06.2026] Laut einer Meldung des Digitalverbands Bitkom e.V. im Kontext des diesjährigen bundesweiten „Digitaltags“ am 26. Juni 2026 bewerten die Menschen in Deutschland ihre eigenen Digitalkompetenzen im Schnitt mit der Schulnote „befriedigend“ (2,6). Damit liege die Selbsteinschätzung, wie sicher digitale Geräte bedient und technische Anwendungen wie Software oder Apps sinnvoll genutzt werden können, im mittleren Bereich – mit „Luft nach oben“. Besonders deutlich seien die Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Während sich die 16- bis 29-Jährigen im Schnitt eine 2,1 gäben, bewerteten die über 75-Jährigen ihre Digitalkompetenz nur mit 3,6. Insgesamt mehr als die Hälfte der Deutschen (54%) sage außerdem, dass sich digitale Technologien schneller weiterentwickelten, als sie sich die entsprechenden Fähigkeiten aneignen könnten. Dies sind demnach Erkenntnisse einer repräsentativen Umfrage anlässlich des „Digitaltags“, wofür 1.005 Personen in Deutschland ab 16 Jahren befragt worden seien.

Abbildung: Bitkom
Partnerorganisationen der Initiative „Digital für alle“: AWO Bundesverband | Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) | Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) | Bitkom | Bundeselternrat (BER) | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) | Deutscher Bibliotheksverband (dbv) | Deutscher Bundesjugendring (DBJR) | Deutscher Caritasverband | Deutscher Kulturrat | Deutscher LandFrauenverband (dlv) | Deutscher Landkreistag (DLT) | Deutscher Naturschutzring (DNR) | Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) | Deutscher Städtetag | Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB) | Deutscher Volkshochschul-Verband (DVV) | Deutsches Rotes Kreuz (DRK) | Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung | Hartmannbund – Verband der Ärzte Deutschlands | Hochschulrektorenkonferenz (HRK) | TÜV-Verband | Verband kommunaler Unternehmen (VKU) | Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) | Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) | Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) | Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST)
Aneignung digitaler Kenntnisse zumeist in Eigeninitiative
Um sich neue digitale Kenntnisse anzueignen, setzten viele Menschen zunächst auf Eigeninitiative: Drei Viertel (75%) probierten Neues eigenständig aus. Fast ebenso viele (71%) ließen sich digitale Fähigkeiten von Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern erklären.
- Rund die Hälfte (49%) nutze Videos, etwa auf „YouTube“, um sich neue digitale Kenntnisse anzueignen und 45 Prozent hätten bereits KI-Anwendungen wie „ChatGPT“ dafür angewendet.
Klassische Lernangebote würden seltener genutzt: 37 Prozent hätten bereits Online-Seminare oder -Schulungen besucht, gut ein Viertel (27%) Seminare oder Schulungen vor Ort.
Digitalisierung für die Mehrheit eine Chance – dennoch verbleiben Unsicherheiten
Grundsätzlich stünden die Menschen in Deutschland der Digitalisierung positiv gegenüber. 83 Prozent sähen sie als Chance für die Gesellschaft. Für viele seien digitale Geräte und Anwendungen längst fester Bestandteil des Alltags: 80 Prozent sagten, dass digitale Geräte und Anwendungen ihr Leben leichter machten,
- 78 Prozent könnten sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Zudem fänden 63 Prozent, dass sich digitale Geräte und Anwendungen heute einfacher einrichten und in Betrieb nehmen ließen als früher. Gleichzeitig bestünden aber auch Unsicherheiten – mehr als ein Drittel (36%) habe Hemmungen, digitale Angebote etwa von Banken, Online-Shops oder Behörden zu nutzen.
18 Prozent würden gar lieber in einer Welt ohne digitale Technologien leben. Auch mit Blick auf die Gesellschaft insgesamt bleibe Digitale Teilhabe also eine Herausforderung. 60 Prozent der Menschen in Deutschland sähen die Gesellschaft als „digital gespalten“. Damit sei dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr (67%) zwar zurückgegangen, liege aber weiterhin auf hohem Niveau.
Analoge Begegnungsräume zu Stärkung der Kompetenzen für das Digitale Zeitalter
Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva-Maria Welskop-Deffaa, kommentiert: „Mit digitalen Kompetenzen, das machen die Zahlen deutlich, ist längst mehr und anderes gemeint, als die Fähigkeit, eine App zu installieren. Der kompetente Umgang mit ,Social Media’, Plattformen und KI braucht – neben gesetzlichen Regeln – Selbstregulierungskompetenzen, die im Heranwachsen systematisch erlernt werden müssen.“
- Sie betont: „Um unsere Kinder wirksam gegen drohende digitale Abhängigkeit, ,Verzweckung’ und Betäubung der Kritikfähigkeit zu schützen, braucht es ein breites Bildungsbündnis von Schule, Elternhaus und Betrieb!“
Laut Welskop-Deffaa sind „Safeguarding“-Konzepte erforderlich, welche gerade diejenigen befähigen, welche durch die Logiken der Künstlichen Intelligenz (KI) von Ausgrenzung besonders bedroht sind. „Um sich in den digitalen Welten nicht zu verlieren, braucht es analoge Begegnungsräume, in denen jene Kompetenzen gestärkt werden, die es im Digitalen Zeitalter besonders braucht: Empathie, Neugier und Urteilsfähigkeit.“
„Digitaltag 2026“ – digitale Sicherheit im Fokus
Am 26. Juni 2026 findet wieder der bundesweite „Digitaltag“ statt. Ziel dieses Aktionstags sei es, Digitalisierung für alle Menschen alltagsnah verständlich und erlebbar zu machen. Deutschlandweit gebe es mehr als 2.000 Aktionen vor Ort und online.
- Das Angebot reicht laut Bitkom von Workshops, Seminaren und Schulungen über Beratungsangebote bis hin zu „Tagen der offenen Tür“ und weiteren Mitmachformaten in zehn Themenfeldern – dieser Aktionszeitraum laufe vom 20. bis 28. Juni 2026.
Der diesjährige Digitaltag steht unter dem Motto „Digitale Sicherheit: Verstehen. Vermitteln. Vertrauen.“ – im Mittelpunkt soll die Frage stehen, wie sich Menschen sicher, selbstbewusst und selbstbestimmt im Digitalen Raum bewegen können.
Echte Teilhabe an der Digitalisierung setzt Vertrauen in die Technik voraus
Die Studienergebnisse zeigten: Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland (55%) sage, dass digitale Technologien ihnen im Alltag ein größeres Sicherheitsgefühl gäben. Zugleich gebe es bei konkreten Sicherheitsfragen zum Teil noch erheblichen Nachholbedarf:
- 75 Prozent gäben an, einschätzen zu können, welche persönlichen Daten sie im Internet preisgeben sollten und welche nicht, 70 Prozent wüssten, wie sie ein sicheres Passwort erstellen. 55 Prozent könnten Zugriffsrechte von Apps einschränken, 53 Prozent wüssten, wie sie ihre Identität im Internet schützen – und 51 Prozent, was sie tun können, wenn ihre Daten online missbraucht wurden.
„Digitalisierung schafft nur dann echte Teilhabe, wenn die Menschen der Technik auch vertrauen. Sicherheit ist für uns deshalb keine nachgelagerte Frage, zumal auch die Landkreise Ziel von Cyberangriffen sind. Deshalb stellen wir uns dem, indem wir für einen sicheren Betrieb sorgen und die nötigen Kompetenzen aufbauen. Das muss immer mitgedacht werden. Anderenfalls verfehlt die Digitalisierung im Zusammenwirken verschiedener Behörden ihr Ziel“, so Dr. Achim Brötel, Präsident des Deutschen Landkreistages.
„Digitaltag 2026“ von offiziellem Livestream begleitet
Der „Digitaltag 2026“ soll von einem offiziellen Livestream begleitet werden – eröffnet vom Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS), Dr. Karsten Wildberger, um 9.30 Uhr. Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sei für die „Abschlusskeynote“ vorgesehen.
- Weitere Grußworte kämen von der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Dr. Stefanie Hubig, und der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär. Ergänzt werde das Programm durch Beiträge aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Bildung sowie Live-Schaltungen in das gesamte Bundesgebiet.
Hinter dem „Digitaltag“ steht die Initiative „Digital für alle“ (DFA) – ein breites Bündnis aus 27 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und Öffentlicher Hand. Das gemeinsame Ziel der Initiative sei es, Digitale Teilhabe in Deutschland zu fördern.
Weitere Informationen zum Thema:
bitkom
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