Experten – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Sat, 06 Jun 2026 16:46:09 +0000 de hourly 1 Informatik-Monitor Junior 2026: Informatorische Bildung an Grundschulen auf Basis lückenhafter Lehrpläne https://www.datensicherheit.de/informatik-monitor-junior-2026-informatik-grundschule-luecke-lehrplaene Sun, 07 Jun 2026 22:56:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54851 Wo und wie Informatik in den Lehrplänen deutscher Grundschulen integriert ist, hat die Gesellschaft für Informatik e.V. in einer von der Klaus Tschira Stiftung geförderten neuen Studie analysiert

[datensicherheit.de, 08.06.2026] Ob z.B. Tablet, Smartphone oder der Saugroboter daheim – Kinder kommen heute offensichtlich immer früher in Kontakt mit digitalen Systemen. Aus dieser Erkenntnis erwächst die Notwendigkeit, dass sie eben auch früh ein erstes Verständnis für die Funktionsweise der sie umgebenden Technologien entwickeln. Wo und wie Informatik in den Lehrplänen deutscher Grundschulen integriert ist, hat demnach die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) in einer von der Klaus Tschira Stiftung (KTS) geförderten neuen Studie untersucht – dem „Informatik-Monitor Junior“. Die zentrale Aussage sei, dass es in den Lehrplänen der Bundesländer starke Unterschiede hinsichtlich der „informatischen Bildung“ gebe – in sieben von ihnen spiele das Thema bisher noch gar keine Rolle.

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Abbildung: KTS / GI

Informatische Bildung: Bundesländer im aktuellen Vergleich

Informatik in vielen Lehrplänen noch gar nicht verankert

Informatische Bildung sei ein zentraler Faktor, um Kinder und Jugendliche für ein selbstbestimmtes Leben in der zunehmend von Digitalisierung geprägten Welt vorzubereiten.

  • Dies habe auch die Kultusministerkonferenz (KMK) erkannt, welche bereits 2016 in einem Strategiepapier empfohlen hatte, digitale Bildung schon in der Grundschule anzubieten.

Trotzdem seien informatische Inhalte in vielen Lehrplänen noch gar nicht verankert: Dies zeigt der am 3. Juni 2026 publizierte „Informatik-Monitor Junior“ – herausgegeben von der GI, gefördert von der KTS.

Sieben Bundesländer ohne Informatik an Grundschulen

Das Forschungsteam habe insgesamt 208 offizielle Dokumente wie Fachlehrpläne oder Medienrahmen für Grundschulen aus allen Bundesländern analysiert. Lediglich 38 davon, verteilt auf nur neun Bundesländer, enthielten Kompetenzen oder Inhalte, die sich klar der Informatik zuordnen ließen.

  • Bremen führe den Ländervergleich bei informatischer Bildung der Grundschulen an. Aber auch die Lehrpläne von Schleswig-Holstein, Hamburg und Nordrhein-Westfalen wiesen bereits eine vergleichsweise breite Grundlage auf: „Sie enthalten punktuell Inhalte, die Kinder an informatische Phänomene heranführen und sie auf die aktive Teilhabe an einer zunehmend digital geprägten Welt vorbereiten.“

In Grundschullehrplänen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen stehe bisher überhaupt keine informatische Bildung in Lehrplänen und Rahmenvorgaben.

Lehrpläne zur Informatik oft zu vage und bei Weitem nicht ausreichend

Alev Dreger, Programm-Managerin „Bildung“ bei der KTS, kommentiert: „Obwohl Kinder bereits im Vorschulalter mit informatischen Phänomenen in Berührung kommen, fehlt informatische Bildung in deutschen Grundschullehrplänen noch immer weitgehend – und das trotz klarer Ansagen aus der Bildungspolitik.“

  • Sie kritisiert: „Was bisher in den Lehrplänen zu finden ist, ist zu vage und bei Weitem nicht ausreichend. Hier besteht dringender Handlungsbedarf in allen Bundesländern!“

Eve Tessenow, Senior-Referentin der GI und Autorin der Studie, ergänzt: „Informatische Bildung braucht einen festen Platz in den Lehrplänen – mit klar definierten Kompetenzschwerpunkten! Ohne verbindliche Verankerung besteht die Gefahr, dass sie ins Randständige abdriftet und schlicht nicht stattfindet. Das wäre ein schwerwiegendes Versäumnis gegenüber Kindern einer Gesellschaft, die zunehmend digital geprägt ist.“

3 Handlungsempfehlungen zur Informatik in Lehrplänen:

Die Autorinnen und Autoren dieser Studie haben klare Handlungsempfehlungen formuliert, um Informatik deutschlandweit an Grundschulen zu verankern. Nur durch eine flächendeckende Umsetzung dieser drei Handlungsempfehlungen sei es möglich, die strukturelle Lücke zwischen bildungspolitischem Anspruch und schulpraktischer Realität zu schließen:

  1. Ausdifferenzieren statt nur ausweiten!
    Es reiche nicht aus, Anknüpfungspunkte in anderen Fachlehrplänen wie Mathematik zu identifizieren. Lehrpläne und Rahmenkonzepte müssten Kompetenzen dezidiert informatisch ausdifferenzieren – „etwa indem sie Fachbegriffe wie Algorithmen, Daten oder Informatiksysteme aufnehmen“.
  2. Geeignete Ankerfächer benennen und stärken!
    Sachunterricht sowie „Technik/Werken“ eigneten sich als Ankerfächer für informatische Bildung. Gerade Sachunterricht decke aber bereits viele Inhalte ab. Daher sollte eine Integration bevorzugt in weitere Fächer geprüft werden, insbesondere Mathematik und – soweit vorhanden – eben „Technik/Werken“. Entscheidend sei dabei: „Wo Informatik stattfindet, muss sie auch als Informatik sichtbar sein – durch eigene Kennzeichnung, separate Zeichen oder einen eigenständigen Kompetenzschwerpunkt.“

  3. Lehrkräfte konsequent aus- und fortbilden!
    Informatische Kompetenzen ließen sich Grundschülern nur dann vermitteln, wenn Lehrkräfte selbst über fundierte informatische und informatikdidaktische Kenntnisse verfügen. „Gefordert sind systematische Aus- und Fortbildungsangebote auf institutioneller Ebene sowie Rahmenbedingungen, die es Lehrkräften ermöglichen, diese Angebote tatsächlich wahrzunehmen.“

Weitere Informationen zum Thema:

GESELLSCHAFT FÜR INFORMATIK
Wir sind die Stimmer Informatik. / Mit unserem Netzwerk gestalten wir die digitale Zukunft.

DIE NATIONALE INITIATIVE mint ZUKUNFT SCHAFFEN, Gunnar Solka, 02.06.2026
MINT-Botschafterin Eve Tessenow im Interview

Klaus Tschira Stiftung
Über uns

Klaus Tschira Stiftung
Alev Dreger – Programm-Managerin Bildung

INFORMATIK-MONITOR JUNIOR
INFORMATISCHE BILDUNG IN DER GRUNDSCHULE / EINE LEHRPLANANALYSE

KMK KULTUSMINISTER KONFERENZ, Dezemebr 2016
Bildung in der digitalen Welt / Strategie der Kultusministerkonferenz

datensicherheit.de, 01.06.2026
Weltkindertag 2026: BSI-Tipps für sicheres Aufwachsen im Digitalen Zeitalter / Das BSI warnt vor zunehmenden Risiken durch altersunangemessene Inhalte, „Cybergrooming“, Datenmissbrauch und Kostenfallen

datensicherheit.de, 27.04.2026
Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt: Bitkom-Kommentar zur Bestandsaufnahme der Expertenkommission / Der Bitkom plädiert für eine verbindliche Verankerung von Medienkompetenz in Lehrplänen, entsprechende Fortbildungen sowie eine Bundeszentrale für digitale Bildung zur Unterstützung von Eltern

datensicherheit.de, 10.04.2026
Damals 1410: Kinder per Zeitreise aus dem Mittelalter mit Medienkompetenz in die digitale Welt / Die neue Ausstellung „Damals 1410“ soll Kinder spielerisch durch die digitale Welt führen – als ein begehbares Spiel, an dessen Beginn eine Zeitreise in eine mittelalterlich anmutende Stadt steht

datensicherheit.de, 31.03.2026
KKH gibt Eltern Tipps, um Kinder vor digitalem Stress zu bewahren / Laut forsa-Umfrage im KKH-Auftrag ist das Suchtpotenzial digitaler Medien Eltern-Sorge Nummer 1 – Digitales Wohlbefinden und Medienkompetenz gilt es in Einklang zu bringen

datensicherheit.de, 19.02.2026
eco: Digitalen Kinder- und Jugendschutz weiterentwickeln und digitale Teilhabe erhalten / eco-Verband fordert EU-weit einheitliche Lösungsansätze statt nationaler Insellösungen – Vielschichtigkeit der Web-Dienste bei der Weiterentwicklung der Schutzmechanismen sollte konsequent berücksichtigt und technologieoffen gedacht werden

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Silicon Saxony begrüßt EU Chips Act 2.0 – fordert indes industrielle Substanz in Berlin, München und Dresden https://www.datensicherheit.de/silicon-saxony-begrussung-eu-chips-act-2-0 Sun, 07 Jun 2026 22:09:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54839 Silicon Saxony – mit über 700 Mitgliedern größter und mit dem „Cluster Management Excellence Label GOLD“ ausgezeichneter Halbleiter-Cluster Europas – kommentiert Vorlage der Europäischen Kommission und präzisiert Forderungen

[datensicherheit.de, 08.06.2026] Silicon Saxony, nach eigenen Angaben Europas größtes Halbleiter-Cluster, begrüßt die Erweiterung des Förderrahmens sowie das „Flagship“-Projekt für fortschrittliche Fertigung und die „Buy European“-Komponente im öffentlichen Beschaffungswesen und fordert eine kohärente deutsche Halbleiterstrategie sowie eine substanzielle Mittelausstattung im „MFR 2028–2034“. Die am 3. Juni 2026 von der Europäischen Kommission vorgelegte Verordnung zum „EU Chips Act 2.0“ enthält aus Sicht von Silicon Saxony, „dem mit über 700 Mitgliedern größten und mit dem ,Cluster Management Excellence Label GOLD’ zertifizierten Halbleiter-Cluster Europas“, mehrere strategisch richtige Weichenstellungen. Zugleich hänge die industriepolitische Substanz dieses Vorschlags am Ergebnis der Verhandlungen zum mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034 und damit am politischen Willen der Mitgliedstaaten, allen voran Deutschlands.

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Foto: © Silicon Saxony e.V.

Frank Bösenberg: Wir sehen den Vorschlag als Beleg dafür, dass man in Europa von den Erfahrungen aus Sachsen gelernt hat, und stehen gern für einen Austausch zu diesem Thema zur Verfügung

Ambition mit bereits vorhandenen Projekten auf europäischer und deutscher Ebene synchronisieren

„Mit der Erweiterung des ,First-of-a-Kind’-Rahmens auf Spezialmaterialien, Fertigungsanlagen, Leiterplatten, fortschrittliche Verpackung und fertigungsorientiertes Chip-Design wird genau jene Wertschöpfungstiefe in den Förderhorizont gerückt, die Sachsen in den vergangenen drei Jahrzehnten aufgebaut hat“, kommentiert Frank Bösenberg, Geschäftsführer von Silicon Saxony.

  • Er betont: „Das ist die richtige industriepolitische Antwort auf das, was die europäische Halbleiterindustrie konsistent eingefordert hat.“

Mit den formulierten Ambitionen für Speicherchips zeichne der „Chips Act 2.0“ somit insgesamt „einen deutlich ganzheitlicheren Ansatz“ als in der Vergangenheit. Es sei nun von entscheidender Bedeutung, die formulierte Ambition mit den bereits vorhandenen Projekten auf europäischer und deutscher Ebene, welche einer Bewilligung entgegensehen, zu synchronisieren.

Insbesondere bei europäischen KI-Gigafactories Versorgungssicherheitserklärung konsequent anwenden

Ebenfalls ausdrücklich begrüßt Silicon Saxony die neuen Bestimmungen zum öffentlichen Beschaffungswesen (Artikel 30 bis 32), welche demnach für kritische Infrastrukturen eine Versorgungssicherheitserklärung mit nachweisbarem Anteil inländischer Unternehmen und eine Strategie zur doppelten Beschaffung vorsehen.

  • „Das ist die überfällige Antwort auf die strategische Frage, wie europäische Halbleiter ,Demand-Pull’ bekommen. Wir erwarten, dass insbesondere bei den geplanten europäischen KI-Gigafactories die Versorgungssicherheitserklärung konsequent angewandt wird.“

Außerdem wird die Idee der „Europäischen Exzellenzregionen für Halbleiter“ begrüßt. „Wir sehen den Vorschlag als Beleg dafür, dass man in Europa von den Erfahrungen aus Sachsen gelernt hat, und stehen gern für einen Austausch zu diesem Thema zur Verfügung. Denn als europäisches Halbleiter-Cluster mit der ,Gold’-Zertifizierung der ,European Secretariat for Cluster Analysis’ sowie mit der größten Mitgliederbasis Europas verfügen wir über die institutionelle Grundlage, die dieses Label für weitere Regionen voraussetzt. Nicht zuletzt war und ist die ,Gold’-Zertifizierung ein zentraler Erfolgsfaktor für die Internationalisierung und Sichtbarkeit von Silicon Saxony als Hightech-Region in Europa!“

Halbleiterindustrie muss mit ihrer geopolitischen Bedeutung korrespondierende haushaltspolitische Priorität erhalten

Kritisch bewertet Silicon Saxony, dass dem „EU Chips Act 2.0“ eine unmittelbare fiskalische Hinterlegung fehlt: „Die Größenordnung zur Finanzierung der Vorhaben wird sich in den Verhandlungen zum nächsten mehrjährigen Finanzrahmen entscheiden. Hier erwarten wir, dass die Bundesregierung der Halbleiterindustrie jene haushaltspolitische Priorität einräumt, die ihrer geopolitischen Bedeutung entspricht, so Bösenberg.

  • Silicon Saxony unterstütze die Forderung der European Semiconductor Industry Association (ESIA) nach einer eigenständigen Halbleiter-Budgetlinie von mindestens 20 Milliarden Euro im Europäischen Wettbewerbsfonds.

Die nächste Aufgabe sieht Silicon Saxony in der Synchronisation des „Chips Act 2.0“ mit der bestehenden deutschen Halbleiterstrategie: „Brüssel hat die Architektur gestellt. Die industrielle Substanz muss jetzt in Berlin, München und Dresden entstehen. Wir werden den strukturierten Dialog mit den Bundeswirtschaftsministerien, der Sächsischen Staatsregierung, unseren Mitgliedern sowie unseren europäischen Silicon Europe-Partnern aktiv vorantreiben“, unterstreicht Bösenberg abschließend.

Weitere Informationen zum Thema:

SILICON SAXONY
THE HIGH-TECH NETWORK

SILICON SAXONY
Silicon Saxony Team / Managing Director Frank Bösenberg

Europäische Kommission
Ein ambitionierter Haushalt für ein stärkeres Europa: MFR 2028-2034 / Die Europäische Kommission hat am 16.7.2025 ihren Vorschlag für einen ehrgeizigen und flexiblen mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) vorgelegt. Er beläuft sich auf knapp 2 Billionen Euro für die sieben Jahre von 2028 bis 2034.

European Commission, 03.06.2026
Proposal for the Chips Act 2.0

esca European Secretariat for Cluster Analysis
ECEI Gold Label

ESIA EUROPEAN SEMICONDUCTOR INDUSTRY ASSOCIATION
Welcome to ESIA

datensicherheit.de, 05.11.2025
Halbleiter made in Europa: Verfügbarkeit geht vor Billigkeit / 96 Prozent der befragten Unternehmen würden mehr für Halbleiter aus Europa zahlen – EU-Initiativen zur Versorgungssicherheit werden mehrheitlich positiv bewertet

datensicherheit.de, 04.08.2025
Silicon Saxony: Hightech Agenda der Bundesregierung Mikroelektronik-Turbo mit Milliardenpotenzial / Silicon Saxony als Mitinitiator neuer industriepolitischer Projekte zur Ausgestaltung der Agenda begrüßt die Verabschiedung durch das Bundeskabinett

datensicherheit.de, 01.05.2025
Chip-Industrie: Silicon Saxony positioniert sich zum Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofes / Chip-Gesetz reicht höchstwahrscheinlich nicht aus, um das allzu ehrgeizige Ziel der Digitalen Dekade zu verwirklichen

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Social Media in geordneten Bahnen: Aktualisierter LfDI-Handlungsrahmen für öffentliche Stellen https://www.datensicherheit.de/social-media-ordnung-aktualisierung-lfdi-handlungsrahmen-behoerden Sat, 06 Jun 2026 22:45:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54820 Der LfDI Rheinland-Pfalz trägt der seit vielen Jahren geübten Praxis Rechnung, dass auch Behörden Dienste wie z.B. „facebook“, „TikTok“ oder „X“ als Kommunikationskanäle nutzen

[datensicherheit.de, 07.06.2026] Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz (LfDI RLP) hat am 5. Juni 2026 seinen Handlungsrahmen für die Nutzung von „Social Media“ durch öffentliche Stellen in aktualisierter Form veröffentlicht: Mit diesem soll der nun seit vielen Jahren geübten Praxis Rechnung getragen werden, dass Dienste wie „facebook“, „TikTok“, „X“ oder viele andere zu einem wesentlichen Werkzeug der Kommunikation auch vieler öffentlicher Stellen geworden sind.

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Foto: © LfDI, Andrea Schombara

Prof. Dr. Dieter Kugelmann: Öffentlichkeitsarbeit muss mit der Zeit gehen, gerade wenn sich das Nutzungsverhalten der Bevölkerung ändert

Regeln beachten, welche dem Schutz der Bürger dienen

Prof. Dr. Dieter Kugelmann, der LfDI RLP, führt hierzu aus: „Behördliche Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern ist eine wichtige Aufgabe und soll auch mit modernen Mitteln geführt werden.“ Er anerkennt: „Öffentlichkeitsarbeit muss mit der Zeit gehen, gerade wenn sich das Nutzungsverhalten der Bevölkerung ändert.“

  • Allerdings gebe es Regeln zu beachten, welche dem Schutz der Bürger dienten und die insbesondere der Weiterverarbeitung ihrer Daten durch die Plattformbetreiber Grenzen setzen sollten.

Im Handlungsrahmen stellt der LfDI demnach klar, welche Vorgaben öffentliche Stellen zu beachten haben, wenn sie „Social Media“-Angebote nutzen möchten.

Alternative Informations- und Kommunikationswege erforderlich

Insbesondere müssten die Behörden ein Nutzungskonzept erstellen, um darzulegen, weshalb der Verzicht auf die Nutzung der „Social Media“-Angebote zu einer Beeinträchtigung ihrer Aufgabenerfüllung führen würde.

  • Ein weiteres wichtiges Element des Handlungsrahmens sei das „Cross-Media-Gebot“, wonach die Behörde alternative Informations- und Kommunikationswege betreiben und auf diese hinweisen müsse.

So solle sichergestellt werden, dass die „Social Media“-Angebote nur eine von verschiedenen Optionen sind, mit der jeweiligen Behörde in Kontakt zu treten, „so dass sich keine Bürgerin und kein Bürger zu deren Nutzung gezwungen sieht“.

Weitere Informationen zum Thema:

Der Landesbeauftragte für den DATENSCHUTZ und die INFORMATIONSFREIHEIT Rheinland-Pfalz
Über uns

Der Landesbeauftragte für den DATENSCHUTZ und die INFORMATIONSFREIHEIT Rheinland-Pfalz
Der Landesbeauftragte

Der Landesbeauftragte für den DATENSCHUTZ und die INFORMATIONSFREIHEIT Rheinland-Pfalz, 03.06.2026
Handlungsrahmen für die Nutzung von „Social Media“ durch öffentliche Stellen

datensicherheit.de, 23.12.2021
Social Media eines der Hauptziele von Hackern / Social Media-Plattformen wachsen ununterbrochen

datensicherheit.de, 26.08.2025
80 Prozent deutscher Unternehmen verfügen über Social-Media-Profil / Nach aktuellen Erkenntnissen des Branchenverbands Bitkom e.V. gilt „facebook“ momentan als meistgenutzte Social-Media-Plattform von Unternehmen in Deutschland

datensicherheit.de, 19.10.2021
Check Point: Warnung vor Social Media als Phishing-Falle / Q3 Brand Phishing Report von Check Point veröffentlicht

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BfDI bekräftigt Forderung nach Bundestransparenzgesetz https://www.datensicherheit.de/bfdi-bekraeftigung-forderung-bundestransparenzgesetz Sat, 06 Jun 2026 22:31:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54822 Die BfDI, Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider, hat ihre Forderung nach einer grundlegenden Weiterentwicklung des Informationsfreiheitsrechts erneuert

[datensicherheit.de, 07.06.2026] Im Kontext ihres „8. Symposiums zur Informationsfreiheit“ hat die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider, ihre Forderung nach einer grundlegenden Weiterentwicklung des Informationsfreiheitsrechts erneuert. Dieses Symposium fand am 2. und 3. Juni 2026 in Berlin statt. Im Mittelpunkt standen 20 Jahre „Informationsfreiheitsgesetz des Bundes“ (IFG), aktuelle Herausforderungen für Transparenz und Verwaltung sowie Reformideen für ein modernes Informationszugangsrecht.

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Foto: Johanna Wittig

Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider: Wer Informationsfreiheit pauschal beschränkt, schafft nicht mehr Sicherheit, sondern weniger Demokratie!

Informationsfreiheit gerät zunehmend unter Druck

Zwanzig Jahre nach IFG-Verabschiedung betont Specht-Riemenschneider: „Unsere Verwaltung wird digitaler, unsere Datenmengen größer. Damit werden die Anforderungen an transparentes staatliches Handeln komplexer.”

  • Gleichzeitig stehe die Informationsfreiheit zunehmend unter Druck. Sicherheitsinteressen, Verwaltungsaufwand und politische Krisen werden immer wieder als Gründe angeführt, Informationszugänge einzuschränken.

Specht-Riemenschneider moniert: „Wer Informationsfreiheit pauschal beschränkt, schafft nicht mehr Sicherheit, sondern weniger Demokratie!“

Informationsfreiheit gehört verfassungsrechtlich abgesichert

Aus Sicht der BfDI sind daher drei Schritte zentral: Erstens müsse Informationsfreiheit verfassungsrechtlich abgesichert werden – das Recht auf Zugang zu staatlichen Informationen sollte im Grundgesetz verankert werden.

  • Denn Informationsfreiheit sei ein aktives Teilhaberecht: Bürger könnten staatliches Handeln nur dann verstehen, kontrollieren und mitgestalten, wenn sie eben Zugang zu den dafür notwendigen Informationen hätten.

„Ein einfaches Gesetz ist nur so stark, wie es die nächste Mehrheit im Parlament will. Deshalb gehört die Informationsfreiheit dauerhaft abgesichert!“, unterstreicht Specht-Riemenschneider.

Behörden sollten amtliche Informationen von sich aus barrierefrei und leicht auffindbar veröffentlichen

Zweitens brauche der Bund ein echtes Transparenzgesetz. Moderne Verwaltung dürfe Informationen nicht nur auf Antrag herausgeben. Vielmehr sollte sie wichtige amtliche Informationen von sich aus veröffentlichen – barrierefrei und leicht auffindbar. Dazu könnten etwa Verträge ab einem bestimmten Auftragsvolumen, Gutachten, Studien oder Informationen zu Lobbykontakten gehören.

  • Proaktive Transparenz erleichtere nicht nur den Zugang für Bürger, sondern könne auch Behörden entlasten, weil weniger Einzelanfragen beantwortet werden müssten. Ähnlich sieht es auch der Deutsche Anwaltverein (DAV), der bei diesem Symposium seine Vorschläge für eine Reform des IFG vorstellte.

Drittens brauche Informationsfreiheit eine starke handlungsfähige Aufsichtsinstanz. Auf Bundesebene sei dies die BfDI. Bürger sollten ihre Rechte nicht allein über langwierige Gerichtsverfahren durchsetzen müssen. „Informationsfreiheit braucht Zähne. Eine Aufsicht, die nur mahnen kann, reicht nicht aus. Wir müssen in der Lage sein, den Zugang zu Informationen direkt und effizient durchzusetzen – auch als Entlastung für die Justiz.“

Weitere Informationen zum Thema:

BfDI, Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
Unsere Mission: Datenschutz, Datenschutzaufsicht und Informationsfreiheit als Wegbereiter einer grundrechtssensiblen digitalen Transformation

BfDI, Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider / Der Lebenslauf der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

BfDI, Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
8. BfDI Symposium zur Informationsfreiheit

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Bundesamt für Justiz
Gesetz zur Regelung des Zugangs zu Informationen des Bundes

DeutscherAnwaltVerein
Gemeinsam für einen starken Anwaltsberuf

datensicherheit.de, 02.06.2026
BfDI zur Informationsfreiheit: Kein Sicherheitsrisiko – sondern Vertrauensgarant / Die BfDI hat zur Veröffentlichung der ersten bundesweiten Repräsentativbefragung zur Informationsfreiheit einen mahnenden Kommentar veröffentlicht

datensicherheit.de, 10.03.2026
Informationsfreiheit und Datenschutzgesetz in Berlin: Meike Kamp kritisiert geplante Gesetzesänderungen / Die BlnBDI kommentiert in ihrer Stellungnahme vom 9. März 2026 die geplanten Änderungen am Berliner Datenschutzgesetz und dem Berliner Informationsfreiheitsgesetz und warnt

datensicherheit.de, 29.09.2025
Informationsfreiheit: IFK-Forderung nach mehr Transparenz in Deutschland / Aus Anlass des „Internationalen Tages der Informationsfreiheit“ am 28. September 2025 hat die „Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland“ (IFK) gefordert, die Regeln für Transparenz und Informationsfreiheit fortzuentwickeln und auszubauen

datensicherheit.de, 07.06.2024
BfDI-Forderung nach Transparenzgesetz auf Bundesebene als Update des bestehenden Informationsfreiheitsgesetzes / Deutschland als Gastgeber der „ICIC 2025“ in Berlin sollte dann sein neues Transparenzgesetz präsentieren können

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EU Tech Sovereignty Package: Bitkom fordert Tempo bei der Umsetzung https://www.datensicherheit.de/eu-tech-sovereignty-package-bitkom-forderung-tempo-umsetzung Fri, 05 Jun 2026 22:19:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54813 Der Bitkom begrüßt sehr wohl den Fokus auf die gesamte digitale Wertschöpfungskette und fordert aber, es nicht länger bei bloßen Ankündigungen zu belassen

[datensicherheit.de, 06.06.2026] Am 3. Juni 2026 hat die EU-Kommission das „Tech Sovereignty Package“ veröffentlicht. In seinem Kommentar erklärt der Präsident des Digitalverbands Bitkom e.V., Dr. Ralf Wintergerst: „Digitale Souveränität entscheidet darüber, ob Europa die digitale Welt selbst gestalten kann – wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich. Das ,Tech Sovereignty Package’ der EU-Kommission setzt dafür wichtige Akzente.“ Der Bitkom begrüßt demnach den Fokus auf die gesamte digitale Wertschöpfungskette, stellt aber auch klar, dass es nicht länger bei bloßen Ankündigungen bleiben dürfe.

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Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst: Gut ist, dass Europa industrielle Skalierung, Anwenderindustrien und die gesamte Wertschöpfungskette stärker in den Blick nimmt!

Bitkom-Forderung nach praxistauglichem Rahmen für souveräne „Cloud“- und KI-Angebote

„Wir begrüßen, dass die EU-Kommission nicht nur einzelne Technologien in den Blick nimmt, sondern die gesamte digitale Wertschöpfungskette von Halbleitern und Rechenzentren über Cloud- und KI-Infrastrukturen bis hin zu Open Source und besseren Investitionsbedingungen“, so Wintergerst.

  • Er unterstreicht indes: „Entscheidend ist nun, dass es nicht bei Ankündigungen bleibt. Europa braucht Tempo!

Im Zentrum stehe der „Cloud & AI Development Act“. Europa brauche einen gemeinsamen, praxistauglichen Rahmen für souveräne „Cloud“- und KI-Angebote. Dieser Rahmen müsse Klarheit schaffen, Fragmentierung verhindern und Innovation ermöglichen – und eben nicht neue Hürden errichten.

Bitkom rät zu gezielten Investitionen, um Europas eigene Stärken auszubauen und international wettbewerbsfähig zu machen

Wintergerst führt weiter aus: „Souverän ist, wer eigene digitale Kompetenzen und Fähigkeiten besitzt und darüber hinaus frei wählen kann und nicht erpressbar ist. Unternehmen und öffentliche Verwaltungen brauchen deshalb echte Wahlmöglichkeiten: offene Standards, Interoperabilität, ,Multi-Cloud’-Fähigkeit und wirksame technische Schutzmaßnahmen.“

  • Auch der angekündigte „Chips Act 2.0“ gehe in die richtige Richtung: „Gut ist, dass Europa industrielle Skalierung, Anwenderindustrien und die gesamte Wertschöpfungskette stärker in den Blick nimmt!“ Entscheidend werde sein, dort gezielt zu investieren, wo Europa eigene Stärken ausbauen und international wettbewerbsfähig werden kann.

Mehr Förderung allein mache Europa aber noch längst nicht souverän. Genauso wichtig seien schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und verlässliche Regeln. Die Unternehmen riefen nicht nach mehr Geld, sondern nach weniger Komplexität. Wintergersts Fazit: „Digitale Souveränität entsteht, wenn Europa eigene technologische Stärke aufbaut, internationale Partnerschaften klug nutzt und Innovation durch Regulierung flankiert und beschleunigt.“

Weitere Informationen zum Thema:

bikom
Über uns

bitkom
Dr. Ralf Wintergerst: Präsident Bitkom / Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

European Commission, Directorate-General for Communication, 03.06.2026
Strengthening Europe’s tech sovereignty

bitkom
Position Paper: Cloud & AI Development Act

heise online, Daniel AJ Sokolov, 28.05.2026
Chips Act 2.0: Behörden sollen mehr europäische Chips kaufen / „Kauft vor Ort”, will die EU-Kommission Behörden nahelegen, konkret für Prozessoren europäischer Start-ups. Das soll Teil des zweiten Chips-Gesetzes werden.

datensicherheit.de, 02.06.2026
KI- und Rechenzentrumsausbau in Europa droht zu scheitern / Europa strebt danach, seine Rechenzentrumskapazitäten bis 2032 zu verdreifachen, aber dieses ambitionierte Ziel könnte durch neue eigene regulatorische Hürden gefährdet sein

datensicherheit.de, 25.03.2026
Rechenzentrumsstrategie: Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen mahnt Konkretisierung bei Strompreisen und Energieeffizienz an / Trotz der ambitionierten Ausbauziele der „Nationalen Rechenzentrumsstrategie“ fehlen konkrete Maßnahmen bei Strompreisen, Energieeffizienz und Investitionsbedingungen – mithin entscheidende Faktoren im internationalen Wettbewerb

datensicherheit.de, 23.03.2026
Nationale Rechenzentrumsstrategie: Bitkom fordert noch deutlich verbesserte Rahmenbedingungen / Der Bitkom anerkennt vorliegende Rechenzentrumsstrategie als „wichtiges Signal“, vermisst bisher aber den „großen Wurf“

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Digital Science in Education 2026: KI, Bildung und die Zukunft des Lernens im Fokus https://www.datensicherheit.de/digital-science-education-2026-ki-bildung-zukunft-lernen-fokus Wed, 03 Jun 2026 22:43:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54780 Konferenz an der German UDS mit der zentralen Fragestellung, wie sich Bildung in einer Welt weiterentwickeln sollte, in der KI innerhalb von Sekunden Texte erstellen, Fragen beantworten und Entscheidungsprozesse unterstützen kann

[datensicherheit.de, 04.06.2026] Die German University of Digital Science (German UDS) berichtet in einer aktuellen Meldung über Erkenntnisse der jüngsten Konferenz „Digital Science in Education“ an der German UDS. Demnach wurde folgende zentrale Fragestellung behandelt: „Wie sollte sich Bildung in einer Welt weiterentwickeln, in der Künstliche Intelligenz innerhalb von Sekunden Texte erstellen, Fragen beantworten und Entscheidungsprozesse unterstützen kann?“ Am 28. und 29. Mai 2026 kamen Forscher, Lehrer, Branchenexperten sowie Innovationsverantwortliche zusammen, um über die Zukunft des Lernens, Lehrens und der Arbeitswelt im Zeitalter Künstlicher Intelligenz (KI) zu diskutieren.

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Foto: Jürgen Sendel

„German UDS Konferenz 2026“: Prof. Dr. Thomas Staubitz (l.) und Prof. Dr. Christoph Meinel (r.)

Grundlegender Wandel der Rolle von Bildung

Über zwei Tage – mit Keynote-Präsentationen, Podiumsdiskussionen und praxisnahen Fallstudien – untersuchten die Teilnehmer, wie KI das Bildungswesen verändert und welche Maßnahmen Bildungseinrichtungen ergreifen müssten, um derzeit Lernende auf die Zukunft vorzubereiten.

  • Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Konferenz war nach eigenen Angaben, dass sich die Rolle von Bildung grundlegend wandelt. Da KI zunehmend in der Lage sei, Informationen zu verarbeiten und Inhalte zu generieren, müssten Bildungseinrichtungen verstärkt jene weiterhin eindeutig menschlich bleibenden Kompetenzen fördern – kritisches Denken, Kreativität, Zusammenarbeit, ethisches Urteilsvermögen und Problemlösungskompetenz.

Die Referenten hätten die Notwendigkeit betont, traditionelle, vor allem auf Wissensvermittlung ausgerichtete Bildungsmodelle weiterzuentwickeln und Lernformate zu schaffen, welche Studenten dabei unterstützten, Wissen anzuwenden, mit Komplexität umzugehen und sich an Veränderungen anzupassen.

KI – Werkzeug und Partner im Lehr- und Lernprozess

Die Konferenz präsentierte laut German UDS eine Vielzahl KI-gestützter Bildungsinnovationen, darunter intelligente Tutorensysteme, personalisierte Lernumgebungen, Bildungs-Chatbots, automatisierte Feedbacksysteme und KI-unterstützte Prüfungs- und Bewertungsverfahren.

  • Diese Technologien seien nicht als Ersatz für Lehrer zu verstehen, sondern als Werkzeuge zur Verbesserung der Lehre, gezielter Unterstützung für derzeit Lernende und Ermöglichung individuellerer Bildungserfahrungen.

Gleichzeitig hätten die Teilnehmer die Bedeutung menschlicher Interaktion, des Dialogs und der persönlichen Begleitung hervorgehoben – zentrale Elemente erfolgreichen Lernens, welche auch im Digitalen Zeitalter unverzichtbar blieben.

Innovation im Kontext von Ethik und Vertrauen

Neben der großen Offenheit gegenüber KI sei während der gesamten Konferenz auch die Bedeutung einer verantwortungsvollen Implementierung betont worden.

  • Die Diskussionen hätten sich auf Themen wie wissenschaftliche Integrität, Transparenz, Datenschutz, Voreingenommenheit in KI-Systemen (Bias), „Governance“-Strukturen sowie den ethischen Einsatz von KI im Bildungsbereich konzentriert und die Teilnehmer praxisnahe Ansätze diskutiert, um sicherzustellen, dass Innovation stets mit Verantwortung und Vertrauen einhergeht.

Mit der zunehmenden Verbreitung von KI benötigten Bildungseinrichtungen klare Strategien, um technologische Chancen mit pädagogischen Werten in Einklang zu bringen.

Neue Modelle für Lebenslanges Lernen

Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz sei die wachsende Bedeutung des Lebenslangen Lernens in einem sich schnell wandelnden Arbeitsmarkt gewesen.

  • Johanna Heise als Branchenvertreterin von der heise group habe erläutert, warum kontinuierliche Weiterqualifizierung und Umschulung sowohl für Einzelpersonen als auch für Organisationen zunehmend unverzichtbar würden. Flexible Lernpfade, „Micro-Credentials“ und modulare Bildungsangebote seien als zentrale Bausteine zukünftiger Bildungssysteme identifiziert worden.

Diese Entwicklung spiegele ein neues Verständnis wider: Lernen sei nicht mehr auf eine bestimmte Lebensphase beschränkt, sondern begleite Menschen über ihre gesamte berufliche Laufbahn hinweg.

Inklusion und Barrierefreiheit KI-gestützter Bildung

Ein weiteres wichtiges Thema sei die Frage gewesen, wie KI-gestützte Bildung inklusiv und zugänglich gestaltet werden könnte.

  • Die Referenten hätten die Notwendigkeit betont, Technologien und Lernangebote so zu entwickeln, dass sie unterschiedlichen Lernenden, kulturellen Kontexten und Bildungshintergründen gerecht werden.

Zugänglichkeit, Chancengerechtigkeit und Inklusion seien als entscheidende Faktoren für die Gestaltung zukünftiger „Bildungsökosysteme“ hervorgehoben worden.

Gestaltung, Vermittlung und Erleben von Lernprozessen: KI impliziert grundlegendes Umdenken

Zum Abschluss der Konferenz habe Einigkeit darüber geherrscht, dass KI nicht lediglich neue Werkzeuge in die Bildung bringe, sondern ein grundlegendes Umdenken darüber anstoße, wie Lernen gestaltet, vermittelt und erlebt wird.

  • Die Herausforderung für Lehrer und Bildungseinrichtungen bestehe nicht nur darin, neue Technologien einzusetzen, sondern sicherzustellen, dass Innovation menschliches Potenzial stärkt, Lebenslanges Lernen fördert und zu einer inklusiveren sowie verantwortungsvolleren Bildungszukunft beiträgt.

Wie die Diskussionen an der German UDS eindrucksvoll gezeigt hätten, werde die Zukunft der Bildung nicht allein durch Technologie bestimmt, sondern vor allem durch die Frage, „wie erfolgreich wir technologischen Fortschritt mit menschlichen Werten verbinden.

Weitere Informationen zum Thema:

German University of Digital Science, 01.04.2026
https://www.mynewsdesk.com/de/german-uds/pressreleases/digitale-hochschule-echte-wirkung-german-uds-feiert-jahrestag-3441271

German University of Digital Science
4th International Conference on Digital Science in Education / May 28, 2026 – May 29, 2026

datensicherheit.de, 21.12.2025
Einigung auf Digitalpakt 2.0: Bitkom begrüßt Durchbruch für digitale Bildung in Deutschland / Das bisherige Förderprogramm zur Digitalisierung der Schulen war bereits im Mai 2024 ohne Anschlussfinanzierung ausgelaufen

datensicherheit.de, 23.09.2025
Bildungswesen im KI-Visier Cyberkrimineller: Klassenzimmern droht Rückfall in Offline-Modus / Digitale Schulhöfe auf Basis von Web-Plattformen fördern Zusammenarbeit und Innovation – werden aber auch bevorzugte Ziele KI-getriebener Cyberangriffe

datensicherheit.de, 26.11.2024
Bildungsprojekt MedienTrixx hat Datenschutz und Künstliche Intelligenz im Fokus / Kick-off für die neue „MedienTrixx“-Runde im Schuljahr 2024/25 in Rheinland-Pfalz

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Energiesysteme: Nachvollziehbare Entscheidungen mittels Erklärbarer KI https://www.datensicherheit.de/energiesysteme-nachvollziehbarkeit-entscheidungen-erklaerbare-ki Wed, 03 Jun 2026 22:37:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54756 Insbesondere bei Kritischen Infrastrukturen (KRITIS) – wie z.B. bei der Stromversorgung – sollte KI keine Blackbox sein – Entscheidungen müssten jederzeit nachvollziehbar bleiben

[datensicherheit.de, 04.06.2026] Laut einer aktuellen Meldung vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hilft Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend dabei, Stromnetze stabiler zu betreiben, Strompreise besser vorherzusagen und Energie effizienter zu nutzen. Doch in Kritischen Infrastrukturen (KRITIS) – wie eben dem Energiesystem – sollte KI keine Blackbox sein – Entscheidungen müssten jederzeit nachvollziehbar bleiben. KIT-Forscher haben demnach eine neue Methode entwickelt, mit der sich KI-gestützte Vorhersagen für Energiesysteme deutlich transparenter analysieren lassen.

KI hilft, zahlreiche Faktoren gleichzeitig zu berücksichtigen

Das Management unserer Energieversorgung gestalte sich zunehmend komplexer: Wind- und Solarstrom schwankten wetterabhängig, zugleich veränderten Elektroautos, Batteriespeicher und Wärmepumpen die Verbrauchsmuster.

  • „Netzbetreiber und Energieversorger setzen zunehmend Künstliche Intelligenz ein, um ihre Systeme effizient und stabil zu betreiben“, so „Tenure-Track“-Professor Dr. Benjamin Schäfer vom „Institut für Automation und Angewandte Informatik“ (IAI) des KIT.

Um Stromerzeugung und Energieverbrauch möglichst präzise aufeinander abzustimmen, gelte es, zahlreiche Faktoren gleichzeitig zu berücksichtigen – etwa Wetterprognosen, Lastvorhersagen, Netz- und Verteilerkapazitäten sowie das Verhalten der Verbraucher.

Menschen müssen nachvollziehen können, wie KI-Vorhersagen und -Entscheidungen zustande kommen

„KI hilft dabei, darf aber keine Blackbox bleiben. Menschen müssen nachvollziehen können, wie Vorhersagen und Entscheidungen zustande kommen. Gerade im sensiblen Energiebereich, in dem Fehler schwerwiegende Folgen haben können, sind Transparenz und menschliche Aufsicht entscheidend – und mit dem ,AI Act’ der Europäischen Union auch eine regulatorische Vorgabe“, betont Schäfer.

  • Er leitet die „Helmholtz Young Investigator Group“ DRACOS (ein Akronym für „Data-Driven Analysis of Complex Systems“) am KIT und wurde für seine Arbeiten mit dem „Ökologiepreis der Viktor & Sigrid Dulger Stiftung 2026“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet.

In ihrer aktuellen Studie, von der Helmholtz-Gemeinschaft innerhalb von „Helmholtz AI“ gefördert, stellt Schäfers Arbeitsgruppe nun die neue Methode „SHAPformer“ vor. Die Wissenschaftler haben sie für Zeitreihenvorhersagen entwickelt – also für Prognosen auf Basis zeitlich aufeinanderfolgender Daten, beispielsweise von Energieverbrauch oder Strompreisen. Ziel sei es, KI-gestützte Vorhersagen möglichst präzise und nachvollziehbar zu machen.

„SHAPformer“ kombiniert Methode der Transformer-Modelle mit Verfahren Erklärbarer KI

Die Methode kombiniere Transformer-Modelle – bekannt aus modernen Sprachmodellen – mit Verfahren der Erklärbaren KI („Explainable AI“). Der Name „SHAPformer“ soll dabei auf die Verbindung von Transformer-Modellen mit SHAP-Methoden verweisen. Diese basierten auf Konzepten der Spieltheorie und machten sichtbar, welchen Einfluss einzelne Faktoren auf eine Vorhersage haben. Dazu zählten etwa Temperaturen, Feiertage, Windprognosen oder frühere Verbrauchsdaten.

  • „Beim Training unseres Modells haben wir gezielt einzelne Informationen ausgeblendet“, erläutert Matthias Hertel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am IAI des KIT und Erstautor der Studie. Er führt weiter aus: „So konnten wir nachvollziehen, welchen Einfluss bestimmte Eingaben auf die Vorhersagen des Modells haben.“

Das Team habe den Ansatz unter anderem mit realen Daten des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW trainiert. Ziel sei es, den Verbrauch elektrischer Energie und die Strompreise über Zeiträume von bis zu einer Woche vorherzusagen – und gleichzeitig sichtbar zu machen, welche Faktoren die Prognosen beeinflussen. So lasse sich der Beitrag einzelner Einflussgrößen zu einer Vorhersage analysieren.

Erklärbarkeit direkt in das Training integriert

Viele bisherige Verfahren böten erst nachträglich Erklärungen und benötigten dafür große zusätzliche Rechenleistung. „Eine Besonderheit unseres Ansatzes ist es, dass wir die Erklärbarkeit direkt in den Trainingsprozess integrieren“, so Hertel. Die Genauigkeit der Vorhersagen bleibe so erhalten, während die Effizienz der Analyse steige.

  • „Mit unserer Arbeit schaffen wir methodische Grundlagen dafür, solche Ansätze künftig in die Praxis zu übertragen“, ergänzt Schäfer. Dabei spielten nicht nur technische Präzision und Vertrauenswürdigkeit eine Rolle, sondern auch die Akzeptanz bei Anwendern. Schäfer nennt als Beispiel Intelligente Systeme für das Laden und Entladen von Elektroautos oder Heimspeicher, die automatisch auf Strompreise reagieren:

„Nutzerinnen und Nutzer haben wahrscheinlich eine größere Akzeptanz gegenüber einem Intelligenten Ladesystem, wenn klar nachvollziehbar ist, warum sich ein Elektroauto nachts später geladen hat als gewöhnlich – zum Beispiel, weil die Strompreise zwischenzeitlich besonders hoch waren und so Kosten eingespart werden konnten.”

Weitere Informationen zum Thema:

KIT Karlsruher Institut für Technologie
Science for Impact

nature communications, 27.05.2026
Explainable time-series forecasting with sampling-free SHAP for Transformers / Matthias Hertel, Sebastian Pütz, Ralf Mikut, Veit Hagenmeyer & Benjamin Schäfer / DOI 10.1038/s41467-026-73243-5

KIT, Institut für Automation und angewandte Informatik (IAI)
Daten-getriebene Analyse komplexer Systeme (DRACOS)

KIT, Institut für Automation und angewandte Informatik (IAI)
TT-Prof. Dr. Benjamin Schäfer

KIT, Institut für Automation und angewandte Informatik (IAI)
Matthias Hertel

KIT, Institut für Automation und angewandte Informatik (IAI)
T.T.-Prof. Dr. Benjamin Schäfer // Daten-getriebene Analyse komplexer Systeme (DRACOS)

GitHub, KIT-IAI
SHAPformer: Explainable time-series forecasting with sampling-free SHAP for Transformers

datensicherheit.de, 04.05.2026
KIT-Frühwarnsystem für Biodiversität: Akustische Erfassung von Naturräumen mit Smartphone-App / Im Projekt „Bio-O-Ton-2“ entwickeln KIT-Forscher eine Methode, um den Zustand von Lebensräumen mit Unterstützung von Bürgern als „Citizen Scientists“ großflächig zu erfassen

datensicherheit.de, 26.03.2026
KIT-Forschung zu Quantentechnologien: Optische Kontrolle von Kernspins in Molekülen bietet neue Perspektiven / KIT-Forscher demonstrierten erstmals die optische Initialisierung und Detektion von Kernspins in einem Europium-basierten Molekülkristall – als potenziell besonders stabile Träger von Quanteninformation

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Spurlos Verschwunden: BKA-Kampagne zu vermissten Kindern führte zu erstem Fahndungserfolg https://www.datensicherheit.de/spurlos-verschwunden-bka-kampagne-vermisste-kinder-fahndungserfolg Tue, 02 Jun 2026 22:18:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54754 Zwei vermisste Kinder aus Cottbus nach Öffentlichkeitsfahndung wohlbehalten wieder aufgetaucht

[datensicherheit.de, 03.06.2026] Die BKA-Kampagne „Spurlos Verschwunden“ hat zu einem ersten Fahndungserfolg geführt – so wurde laut einer aktuellen Meldung des Bundeskriminalamts (BKA) die Suche nach zwei vermissten Kindern aus Cottbus erfolgreich beendet.

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Abbildung: BKA-Kampagne

Öffentlichkeitsfahndung für zwei Kinder konnte zurückgenommen werden – aber es bleiben offene Fälle

Aktueller Fahndungserfolg unterstreicht Bedeutung öffentlicher Aufmerksamkeit bei Suche nach vermissten Kindern und Jugendlichen

Nach dem bundesweiten öffentlichen Hinweisaufruf habe sich die Mutter eigenständig bei der Polizei gemeldet und die Identität der Vermissten habe zweifelsfrei festgestellt werden können.

  • Die Öffentlichkeitsfahndung sei für diese Kinder daraufhin von den zuständigen Ermittlungsbehörden zurückgenommen worden.

Das BKA bedankt sich bei der Bevölkerung, den Medien sowie allen beteiligten Behörden für die Unterstützung: Dieser Fahndungserfolg unterstreiche die Bedeutung öffentlicher Aufmerksamkeit bei der Suche nach vermissten Kindern und Jugendlichen.

Zehntausende Kinder und Jugendliche jedes Jahr als vermisst gemeldet

Jedes Jahr werden in Deutschland demnach Zehntausende Kinder und Jugendliche als vermisst gemeldet. Die überwiegende Mehrheit kehre indes innerhalb kurzer Zeit in ihr gewohntes Umfeld zurück.

  • Einige Fälle blieben jedoch über Jahre hinweg ungeklärt und stellten die Angehörigen vor eine belastende Ungewissheit.

Das BKA bittet die Bevölkerung, die veröffentlichten derzeit noch offenen Vermisstenfälle weiterhin im Blick zu behalten, mögliche Hinweise mitzuteilen und durch das Teilen der Kampagne in Sozialen Netzwerken dazu beizutragen, die Aufmerksamkeit für die noch ungeklärten Fälle zu erhöhen.

Weitere Informationen zum Thema:

Bundeskriminalamt
Aufgabenbereiche des BKA / Nationale und internationale Zusammenarbeit, Ermittlungen, Forschung und Entwicklung, Verwaltung und Personenschutz – erfahren Sie hier mehr zu den vielfältigen Aufgabenbereichen der Kriminalpolizei des Bundes

SPURLOS VERSCHWUNDEN
Wo bin ich? BKA-Kampagne anlässlich des Tages der vermissten Kinder 2026

WIKIPEDIA
Tag der vermissten Kinder

datensicherheit.de, 26.05.2026
SPURLOS VERSCHWUNDEN – neue BKA-Kampagne zum „Tag der vermissten Kinder 2026“ gestartet / Das BKA appelliert, der Polizei bei der Aufklärung von sechs offenen Vermisstenfällen zu helfen

datensicherheit.de, 03.05.2026
Identify Me: BKA meldet Identifizierung eines weiteren Opfers / Die internationale Fahndungskampagne „Identify Me“ hat jetzt eine Festnahme im Fall „Die Frau mit der Richmond-Zahnkrone“ ermöglicht

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BfDI zur Informationsfreiheit: Kein Sicherheitsrisiko – sondern Vertrauensgarant https://www.datensicherheit.de/bfdi-informationsfreiheit-sicherheitsrisiko-vertrauensgarant Mon, 01 Jun 2026 22:23:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54741 Die BfDI hat zur Veröffentlichung der ersten bundesweiten Repräsentativbefragung zur Informationsfreiheit einen mahnenden Kommentar veröffentlicht

[datensicherheit.de, 02.06.2026] Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider, hat im Kontext der Veröffentlichung der ersten bundesweiten Repräsentativbefragung zur Informationsfreiheit mahnend Stellung bezogen: „In Zeiten gezielter Desinformation ist Transparenz das wirksamste Gegenmittel. Wer nachvollziehen kann, wie Entscheidungen entstehen, ist weniger empfänglich für Verschwörungserzählungen. Deutschland muss sich als liberale Demokratie entschlossen dem weltweiten Trend zur Intransparenz entgegenstellen – mit klaren Strukturen und erfahrbaren Rechten!“

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Foto: Johanna Wittig

Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider: Deutschland muss sich als liberale Demokratie entschlossen dem weltweiten Trend zur Intransparenz entgegenstellen – mit klaren Strukturen und erfahrbaren Rechten!

Bürgererwartung transparenter Staat – noch erheblicher Handlungsbedarf

Zwanzig Jahre nach Inkrafttreten des Informationsfreiheitsgesetzes des Bundes (IFG) zeigt sich demnach, dass die Bürger einen transparenten Staat erwarten – und sehen genau hier erheblichen Handlungsbedarf:

  • 96 Prozent der insgesamt 2.500 Befragten erwarteten transparentes Behördenhandeln, 60 Prozent erlebten Behörden aber häufig als intransparent. „Deshalb müssen wir die wahrgenommene Intransparenz ernst nehmen, die unsere Befragung sichtbar gemacht hat. Auch wenn Wahrnehmung und Realität nicht deckungsgleich sind“, betont Specht-Riemenschneider.

Die zugrundeliegende Befragung wurde im Auftrag des „BfDI-Datenbarometers“ vom Meinungsforschungsinstitut INFO GmbH durchgeführt. Erstmals vorgestellt werden soll sie beim „8. Symposium der BfDI zur Informationsfreiheit“ am 2. und 3. Juni 2026 in Berlin.

Warnung vor der Diskreditierung der Informationsfreiheit als Sicherheitsrisiko

In der Praxis habe sich die Informationsfreiheit weitgehend bewährt. Rund jede zehnte befragte Person habe bereits eine IFG-Anfrage gestellt. Von diesen Antragstellern hätten 54 Prozent vollständigen Zugang zu den angefragten Informationen erhalten, weitere 28 Prozent zumindest teilweise. Nur fünf Prozent berichteten von einer Ablehnung.

  • Im Lichte aktueller Sicherheitsdebatten warnt Specht-Riemenschneider jedoch davor, Informationsfreiheit pauschal mit einem Sicherheitsrisiko gleichzusetzen:

„Sicherheitsinteressen können Ausnahmen rechtfertigen. Das IFG sieht das auch schon heute so vor. Aber sie dürfen nicht dazu führen, dass ganze Informationsbereiche ohne Prüfung des Einzelfalls der öffentlichen Kontrolle entzogen werden!“

Informationsfreiheit sollte als demokratisches Werkzeug sichtbarer und einfacher nutzbar sein

Die BfDI leitet aus diesen Befragungsergebnissen drei zentrale Handlungsempfehlungen ab: Erstens brauche die Informationsfreiheit wirksame Durchsetzungsbefugnisse für Aufsichtsbehörden. Zweitens sollte Informationsfreiheit als demokratisches Werkzeug sichtbarer und einfacher nutzbar werden, unter anderem durch verständliche und niedrigschwellige Kommunikationswege.

  • 64 Prozent wünschten sich die Möglichkeit, Anfragen per Brief oder E-Mail zu stellen, 63 Prozent über Behörden-Webseiten und 51 Prozent über ein zentrales Anfrageportal. Drittens sollten Behörden Informationen, die für die Öffentlichkeit von Interesse sind, verstärkt proaktiv veröffentlichen. Dafür sprechen sich laut BfDI 83 Prozent der Befragten aus.

Mit der Befragung zum Informationsfreiheitsgesetz startet das „BfDI-Datenbarometer“ die neue Veröffentlichungsreihe „Befragungsergebnisse und Empfehlungen“, welche sich an die breite Öffentlichkeit, aber auch an Bundestag, Behörden, Verbände und Nichtregierungsorganisationen richtet. In der Reihe „Dokumentation“ werden außerdem zu jedem Befragungsthema Zahlen, Fragen, Methoden und Detailergebnisse veröffentlicht.

Weitere Informationen zum Thema:

BfDI, Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
Unsere Mission: Datenschutz, Datenschutzaufsicht und Informationsfreiheit als Wegbereiter einer grundrechtssensiblen digitalen Transformation

BfDI, Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider / Der Lebenslauf der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

BfDI, Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
Informationsfreiheit: Die erste bundesweite Repräsentativbefragung zur Informationsfreiheit verdeutlicht: Bürgerinnen und Bürger verlangen mehr Transparenz von Behörden. Die Ergebnisse zeigen, wie Transparenz aktuell wahrgenommen wird und für welche Themen aus der Behördenarbeit sich die Menschen besonders interessieren.

BfDI, Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
8. BfDI Symposium zur Informationsfreiheit / Die Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (BfDI) lädt ein zum 8. Symposium zur Informationsfreiheit „20 Jahre IFG – Bilanz, Herausforderungen und die Zukunft der Transparenz“

datensicherheit.de, 10.03.2026
Informationsfreiheit und Datenschutzgesetz in Berlin: Meike Kamp kritisiert geplante Gesetzesänderungen / Die BlnBDI kommentiert in ihrer Stellungnahme vom 9. März 2026 die geplanten Änderungen am Berliner Datenschutzgesetz und dem Berliner Informationsfreiheitsgesetz und warnt

datensicherheit.de, 29.09.2025
Informationsfreiheit: IFK-Forderung nach mehr Transparenz in Deutschland / Aus Anlass des „Internationalen Tages der Informationsfreiheit“ am 28. September 2025 hat die „Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland“ (IFK) gefordert, die Regeln für Transparenz und Informationsfreiheit fortzuentwickeln und auszubauen

datensicherheit.de, 07.06.2024
BfDI-Forderung nach Transparenzgesetz auf Bundesebene als Update des bestehenden Informationsfreiheitsgesetzes / Deutschland als Gastgeber der „ICIC 2025“ in Berlin sollte dann sein neues Transparenzgesetz präsentieren können

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KI- und Rechenzentrumsausbau in Europa droht zu scheitern https://www.datensicherheit.de/ki-rechenzentrumsausbau-europa-drohung-scheitern Mon, 01 Jun 2026 22:05:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54742 Europa strebt danach, seine Rechenzentrumskapazitäten bis 2032 zu verdreifachen, aber dieses ambitionierte Ziel könnte durch neue eigene regulatorische Hürden gefährdet sein

[datensicherheit.de, 02.06.2026] Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ ist ein Zusammenschluss führender Unternehmen der Branche – diese 2018 unter dem Dach vom eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. gegründete Initiative möchte demnach durch den Dialog mit Politik und Öffentlichkeit auf die Bedeutung digitaler Infrastrukturen für den Wirtschaftsstandort Deutschland aufmerksam machen. In einer aktuellen Stellungnahme wird auf das Bestreben Europas eingegangen, seine Rechenzentrumskapazitäten bis 2032 zu verdreifachen, und dabei dieses Ziel aber durch neue regulatorische Hürden selbst zu gefährden. Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ warnt daher im Vorfeld des erwarteten „Tech Sovereignty Package“ vor praxisfernen Effizienzvorgaben, faktischen Standortvorgaben und zusätzlichen Investitionsrisiken für Rechenzentren. Aus Sicht der Allianz braucht Europa jetzt keine Regulierung, die Transparenz nur auf dem Papier schafft, „sondern schnellere Genehmigungen, planbare Netzanschlüsse und ein praxistaugliches, einheitliches Labeling“. Andernfalls würden dringend benötigte KI- und „Cloud“-Kapazitäten nicht in Europa, sondern eben anderswo entstehen.

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Foto: eco

Volker Ludwig: Wenn das „Tech Sovereignty Package“ Rechenzentren vor allem als Regulierungsproblem behandelt, wird Europa seine Digitale Souveränität nicht stärken

Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten in der EU nur mit entsprechend positiven Rahmenbedingungen

Es drohe eine regulatorische Fehlsteuerung beim Ausbau von Rechenzentren. Das Ziel der Europäischen Kommission, die Rechenzentrumskapazitäten in der EU bis 2032 zu verdreifachen, ist aus Sicht der Allianz nur erreichbar, „wenn neue Initiativen konsequent aufeinander abgestimmt sind und Investitionen ermöglichen und nicht zusätzliche Hürden für den Ausbau digitaler Infrastrukturen aufbauen“.

  • „Europa muss seine infrastrukturelle Basis für Digitale Souveränität stärken und hierfür entsprechend positive Rahmenbedingungen schaffen“, sagt Volker Ludwig, Sprecher der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen.

Er betont: „Wenn vorschnell praxisferne Effizienzvorgaben, faktische Standortvorgaben und damit zusätzliche Investitionsrisiken eingeführt werden, noch bevor ein einheitliches Labeling eingeführt und getestet wurde, wird das Ziel, KI- und Rechenzentrumskapazitäten zu verdreifachen, nicht erreicht. Dann schafft Europa Transparenz und Effizienz auf dem Papier, aber keine zusätzlichen Kapazitäten im Markt.“

Ignoranz gegenüber Standortrealitäten führt zu negativen Marktverzerrungen

Die Allianz unterstützt grundsätzlich „mehr Transparenz über Energieeffizienz, Wasserverbrauch und den Einsatz erneuerbarer Energien“. Kennzahlen wie „Power Usage Effectiveness“, „Water Usage Effectiveness“ und „Renewable Energy Factor“ könnten einen Beitrag zu Vergleichbarkeit und Nachhaltigkeit leisten. Voraussetzung dafür seien jedoch klar harmonisierte Definitionen, einheitliche Berechnungsmethoden und eine realistische Abbildung regionaler Unterschiede.

  • Klimatische Bedingungen, verfügbare Netzkapazitäten, Wasserverfügbarkeit und lokale Infrastruktur entschieden maßgeblich darüber, „welche Effizienzwerte an einem Standort technisch und wirtschaftlich erreichbar sind“. Man werde in der Praxis daher schnell feststellen, „dass eine ,One-Size-fits-all’-Lösung kontraproduktiv ist“.

„Ein Label, das Standortrealitäten ignoriert, wird nicht zu mehr Nachhaltigkeit führen, sondern zu negativen Marktverzerrungen führen“, erläutert Ludwig. Er führt hierzu aus:„Rechenzentren in wärmeren Regionen oder an infrastrukturell schwierigen Standorten dürfen nicht durch schematische Kennzahlen abgewertet werden. Europa braucht ein Label, das Transparenz schafft, kein nicht aussagekräftiges Ampelsystem, das Investitionen in dringend benötigte digitale Infrastruktur abschreckt.“

Ein Rechenzentrum ist auf kontinuierlichen, unterbrechungsfreien Betrieb ausgelegt und kann Lasten nicht beliebig verschieben

Besonders kritisch sieht die Allianz mögliche Anforderungen an Strombezugsmetriken. Eine faktische Verpflichtung zu zeit- und ortsgenauen Herkunftsnachweisen mit sehr hoher Granularität wäre angesichts der derzeit begrenzten Marktverfügbarkeit entsprechender Zertifikate kaum praktikabel. Sie könnte Beschaffungskosten deutlich erhöhen, die Liquidität der Märkte für erneuerbare Energien belasten und zusätzliche regulatorische Komplexität schaffen. Aus Sicht der Allianz müssen Anforderungen an Herkunftsnachweise kohärent mit RED III bleiben.

  • Auch Abwärmenutzung und Netzdienlichkeit dürften nicht pauschal verpflichtend werden. Beide Aspekte seien wichtig, aber hochgradig standortabhängig und im Falle von Netzdienlichkeit auch abhängig vom Geschäftsmodell. Ob Abwärme tatsächlich genutzt werden kann, hänge von Wärmenetzen, Abnehmern, technischer Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit vor Ort ab. Ebenso seien Rechenzentren auf einen kontinuierlichen, unterbrechungsfreien Betrieb ausgelegt und könnten Lasten nicht beliebig verschieben, ohne Servicequalität oder vertragliche Verpflichtungen zu gefährden, dies gelte insbesondere für sogenannte Colocation-Rechenzentren.

„Wer aus freiwilligen Kennzahlen schrittweise faktische Pflichten macht, verschiebt die Debatte vom Ausbau zur Verhinderung“, so Ludwig. Nachhaltigkeit brauche praktikable Regeln – indes keine Vorgaben, welche Betreiber für außerhalb ihres Einflussbereichs liegende Infrastruktur verantwortlich machen.

Schnelle und planbarer Zugang zu Energie und Netzanschlüssen als zentraler Engpass für neue Rechenzentrumskapazitäten

Der zentrale Engpass für neue Rechenzentrumskapazitäten bleibe der schnelle und planbare Zugang zu Energie und Netzanschlüssen. Langwierige Genehmigungsverfahren, fehlende Flächen, unklare Anforderungen an Abwärme und zusätzliche Berichtspflichten gefährdeten die Investitionssicherheit zusätzlich. In Deutschland könnten Planungs- und Genehmigungsprozesse für Rechenzentren einschließlich Bauleitplanung und Umweltgenehmigungen mehrere Jahre dauern. Für internationale Investoren sei das ein sehr negatives Standortsignal.

  • Die Allianz fordert deshalb, Gesetzgebung konsequent auf praxistaugliche Umsetzung auszurichten – schnellere Genehmigungen, priorisierte Netzanschlüsse für strategisch relevante digitale Infrastrukturen, ausgewiesene geeignete Flächen und ein technologieoffenes, evidenzbasiertes und in Europa einheitliches Labeling. Mindeststandards und neue Grenzwerte dürften erst diskutiert werden, wenn ausreichend belastbare Betriebsdaten aus dem europäischen Reporting-System vorliegen.

„Die entscheidende Frage ist nicht, ob Europa mehr digitale Infrastruktur braucht. Die Frage ist, ob Europa bereit ist, sie auch zu ermöglichen“, gibt Ludwig abschließend zu bedenken und warnt: „Wenn das ,Tech Sovereignty Package’ Rechenzentren vor allem als Regulierungsproblem behandelt, wird Europa seine Digitale Souveränität nicht stärken. Dann entstehen die KI- und ,Cloud’-Kapazitäten, die wir brauchen, woanders.“

Weitere Informationen zum Thema:

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Über uns: eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. / Wir gestalten das Internet.

DIGITALE INFRASTRUKTUREN
Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT, 13.04.2026
Wechsel bei der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen: Volker Ludwig übernimmt Sprecherrolle

Europen Commission
Strengthening Europe’s Tech Sovereignty / Tech sovereignty is Europe’s ability to act independently in the digital world by developing and controlling key technologies, data, and infrastructure, while reducing reliance on non-EU providers.

datensicherheit.de, 25.03.2026
Rechenzentrumsstrategie: Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen mahnt Konkretisierung bei Strompreisen und Energieeffizienz an / Trotz der ambitionierten Ausbauziele der „Nationalen Rechenzentrumsstrategie“ fehlen konkrete Maßnahmen bei Strompreisen, Energieeffizienz und Investitionsbedingungen – mithin entscheidende Faktoren im internationalen Wettbewerb

datensicherheit.de, 23.03.2026
Nationale Rechenzentrumsstrategie: Bitkom fordert noch deutlich verbesserte Rahmenbedingungen / Der Bitkom anerkennt vorliegende Rechenzentrumsstrategie als „wichtiges Signal“, vermisst bisher aber den „großen Wurf“

datensicherheit.de, 23.08.2025
5-Punkte-Plan des eco für zukunftsorientierte Rechenzentrumsstrategie des Bundes / Der eco fordert unter anderem wettbewerbsfähige Strompreise, schnellere Genehmigungen und ein Ende des „One-Size-Fits-All“-Ansatzes

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