Aktuelles, Experten, Studien, Veranstaltungen - geschrieben von dp am Freitag, April 3, 2026 1:05 - noch keine Kommentare
Quantencomputing: Hohe Erwartungen bei deutschen Unternehmen – mit bisher wenig Einsatz
Quantencomputing hat das Potenzial, ganze Branchen zu verändern – von der Materialforschung und der Gesundheitsversorgung über die Logistik bis hin zum Einzelhandel
[datensicherheit.de, 03.04.2026] Nach aktuellen Erkenntnissen des Digitalverbands Bitkom e.V. sieht die deutsche Wirtschaft Quantencomputing überwiegend als wichtige Zukunftstechnologie und Chance für das eigene Unternehmen an – doch die große Mehrheit treibt demnach dieses Thema noch nicht aktiv voran und wartet erst einmal ab: Zwei Drittel der deutschen Unternehmen ab 100 Beschäftigten (67%) sagten, Quantencomputing sei für sie eine Chance, 19 Prozent sähen eher ein Risiko und neun Prozent erwarten keinen Einfluss auf ihr Unternehmen. Aus Sicht von 80 Prozent der Unternehmen sei Quantencomputing eine wichtige Zukunftstechnologie für die deutsche Wirtschaft. 56 Prozent gingen davon aus, dass Wettbewerber Quantencomputing einsetzen würden. Grundlage dieser Angaben ist eine von Bitkom Research im Bitkom-Auftrag durchgeführte repräsentative Telefon-Umfrage unter 607 Unternehmen ab 100 Beschäftigten aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor. Die Interviews seien im Zeitraum der Kalenderwochen 42 bis KW 48 des Jahres 2025 geführt worden.

Foto: Bitkom
Dr. Ralf Wintergerst rät deustchen Unternehmen: Es lohnt sich, frühzeitig Kompetenzen aufzubauen und mit Quantencomputing zu experimentieren!
Quantencomputing derzeit noch nicht in der Breite der Wirtschaft einfach zu nutzen – Abwarten dennoch nachteilig
Gleichzeitig gebe fast zwei Drittel der Unternehmen (64%) an, zunächst die Erfahrungen anderer abwarten zu wollen, bevor sie selbst aktiv werden. Nur acht Prozent beschäftigten sich bereits sehr intensiv mit dem Thema. Weitere 27 Prozent beschäftigten sich weniger intensiv damit, 42 Prozent planten, sich mit Quantencomputing zu beschäftigen oder könnten es sich für die Zukunft vorstellen.
- Dies sind Bitkom-Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 607 Unternehmen ab 100 Beschäftigten: Sie wurden am 31. März 2026 im Studienbericht „Quantencomputing in der deutschen Wirtschaft 2026“ veröffentlicht.
„Quantencomputing ist derzeit noch keine Technologie, die sich in der Breite der Wirtschaft einfach nutzen lässt. Quantencomputing hat aber das Potenzial, ganze Branchen zu verändern, von der Materialforschung und der Gesundheitsversorgung über die Logistik bis zum Einzelhandel“, erläutert der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst. Er legt somit nahe: „Es lohnt sich, frühzeitig Kompetenzen aufzubauen und mit Quantencomputing zu experimentieren.“
Beim Quantencomputing gelten die USA momentan als führend
Unter Quantencomputing wird eine Technologie verstanden, welche Effekte der Quantenphysik nutzt, um besonders komplexe Berechnungen effizienter und schneller durchzuführen als mit herkömmlichen Computern.
- Quantencomputer könnten etwa in der Logistik, der Medikamentenentwicklung oder der Materialforschung Aufgaben lösen, welche für klassische Rechner praktisch als unlösbar gelten. Zugleich könnten sie aber auch heute gängige Verschlüsselungsverfahren potenziell aushebeln.
Im internationalen Vergleich schätzten nur drei Prozent der Unternehmen Deutschland als weltweit führend ein. 35 Prozent verorteten Deutschland im Mittelfeld, 29 Prozent als Nachzügler. Die USA gälten mit Abstand als führende Nation (32%), gefolgt von China (14%) und Japan (13%). Zwölf Prozent sähen derzeit noch keine Nation als führend.
Deutschland und Europa müssen beim Quantencomputing eine Führungsrolle einnehmen
„Europa ist in der Quanten-Forschung stark, bei der Mobilisierung von privatem Kapital und der Überführung der Forschungsergebnisse in konkrete Anwendungen tun wir uns aber noch schwer“, so Wintergerst. Sein Votum: „Deutschland und Europa müssen beim Quantencomputing eine Führungsrolle einnehmen! Hochentwickelte Fähigkeiten im Quantencomputing sind künftig eine Grundvoraussetzung für Digitale Souveränität.“
- Quantencomputing sei in der Wahrnehmung der Unternehmen eng mit dem Thema IT-Sicherheit verknüpft: 94 Prozent sähen darin grundsätzlich ein Risiko für ihre IT-Sicherheit. Dabei schätzten 44 Prozent das Risiko als „sehr groß“ oder „eher groß“ ein, 50 Prozent als zwar vorhanden, aber „eher gering“ oder „sehr gering“ ein. Zugleich habe selbst von jenen Unternehmen, die Quantencomputing nutzen oder sich für das Thema interessieren, rund ein Drittel (34%) noch keine Maßnahmen ergriffen, um sich auf damit verbundene Risiken vorzubereiten.
Immerhin 46 Prozent hätten Risikoabschätzungen oder Schwachstellenanalysen vorgenommen oder planten dies. 39 Prozent führten interne Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen durch oder hätten entsprechende Pläne, bei 29 Prozent gelte dies für die Umstellung auf quantensichere Verschlüsselungsverfahren und bei 22 Prozent für die Analyse kryptographischer Systeme.
Vor allem Mangel an personellen Ressourcen zur Befassung mit Einsatz und Auswirkungen von Quantencomputing
Die meisten Unternehmen hinderten aktuell fehlende personelle Ressourcen (65%), sich mit dem Einsatz und den Auswirkungen von Quantencomputing zu befassen. Dahinter folgten Unklarheiten über regulatorische Vorgaben sowie die Sorge, dass die Technologie noch nicht ausgereift sei (je 61%). 56 Prozent hätten keinen Überblick über Angebote zum Quantencomputing und geeignete Anwendungsbeispiele, 54 Prozent fehle es an Wissen über die Technologie und mögliche Risiken und 47 Prozent beklagten einen unklaren wirtschaftlichen Nutzen.
- 41 Prozent hielten den eingeschränkten Zugang zu Hardware oder Testinfrastrukturen für eine Hürde, 36 Prozent konzentrierten sich auf andere Zukunftstechnologien – und rund einem Viertel (27%) fehle ein ausreichendes Budget.
Den Unternehmen, die sich bereits für Quantencomputing interessieren oder es nutzen, würde finanzielle Förderung von Pilotprojekten helfen (69%). Ebenso wünschten sie sich einen niedrigschwelligen und vergünstigten Zugang zu Quantenplattformen, etwa über „Cloud“-Dienste (67%). Groß sei auch der Wunsch nach mehr Orientierung im Markt, beispielsweise zu Anbietern, „Tools“ und Plattformen (66%). Schulungen und Weiterbildungen (61%) sowie praxisnahe Anwendungsbeispiele (50%) stünden bei vielen ebenfalls auf der Wunschliste. „Die Unternehmen wollen keine hochtrabenden Visionen, sondern handfeste Einstiegshilfen ins Quantencomputing!“, kommentiert Wintergerst.
Bitkom veranstaltet AIDAQ-Summit in Berlin
Quantencomputing und seine Chancen für die Wirtschaft sollen auch Thema des „AiDAQ-Summit“ des Bitkom am 22. und 23. September 2026 im bcc Berlin sein. AIDAQ stehe als Akronym für „AI, Data und Quantum“.
- Dieser „AiDAQ Summit“ ist laut Bitkom die führende europäische Veranstaltung für Künstliche Intelligenz (KI), Datenökonomie und Quantentechnologie und soll mehr als 2.500 Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Forschung zusammenbringen.
Die Teilnehmer erwarten mehr als 200 hochkarätige Redner und 140 Programmsessions auf vier Bühnen. Erstmalig übernimmt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) die Schirmherrschaft.
Weitere Informationen zum Thema:
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Studie: Quantencomputing in der deutschen Wirtschaft 2026
bitkom dataverse
Technologien & Software: Quantentechnologien / Unternehmen zum Einsatz, Potenzial und Herausforderungen
AiDAQ
22 & 23 September 2026 | bcc Berlin / AI, Data and Quantum Summit
datensicherheit.de, 01.11.2025
Bedrohung der Datensicherheit durch Fortschritte bei Quantencomputern / Unternehmen stehen weitreichende Veränderungen hinsichtlich des Schutzes sensibler Informationen und Daten bevor – Quantencomputer rechnen immer schneller und bedrohen Public-Key-Verschlüsselungen
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