Cybersicherheit – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Thu, 23 Jul 2026 21:29:28 +0000 de hourly 1 NIS-2: Unternehmen sollten DORA-Erfahrungen für sich nutzen https://www.datensicherheit.de/nis-2-unternehmen-dora-erfahrungen-nutzen Fri, 24 Jul 2026 22:26:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55804 Erkenntnisse aus der DORA-Einführung zeigen auf, dass die größeren Hürden oft bei der Transparenz, der Nachweisfähigkeit und der organisatorischen Umsetzung liegen – und Cyberresilienz eben nicht allein durch technische Sicherheitsmaßnahmen entstehen kann

[datensicherheit.de, 25.07.2026] Mit der Richtlinie NIS-2 verschärft die Europäische Union (EU) bewusst die Anforderungen an Cybersicherheit, Risikomanagement und Lieferkettensicherheit. Für Tausende Unternehmen jedoch rücken damit neue Fragen in den Mittelpunkt, die weit über die klassische IT-Sicherheit hinausgehen: „Welche Dienstleister sind für den Betrieb unverzichtbar? Wo bestehen kritische Abhängigkeiten? Und lassen sich Risiken, Maßnahmen und Verantwortlichkeiten im Prüfungsfall lückenlos nachweisen?“ „Viele Unternehmen betrachten Cyberresilienz zunächst vor allem als technische Aufgabe“, berichtet Robin Schmeisser, Geschäftsführer der Fabasoft Contracts GmbH. Die DORA-Erfahrungen zeigten indes, dass die größeren Hürden oft bei der Transparenz, der Nachweisfähigkeit und der organisatorischen Umsetzung lägen. Cyberresilienz entstehe nun nicht allein durch technische Sicherheitsmaßnahmen – entscheidend seien eben geradeTransparenz über IKT-Dienstleister, klare Verantwortlichkeiten und lückenlos nachweisbare Prozesse. Die von NIS-2 betroffenen Unternehmen sollten deshalb ihre digitalen Abhängigkeiten frühzeitig erfassen.

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Foto: Fabasoft Contracts GmbH

Robin Schmeisser rät NIS-2-betroffene, Organisationen, die Umsetzung als unternehmensweites „Governance“-Projekt zu verstehen

Aus den Erfahrungen mit DORA lassen sich 5 Lehren für NIS-2-betroffene Unternehmen ableiten

Banken und Versicherungen kennen solche Aufgaben bereits aus dem „Digital Operational Resilience Act“ (DORA) – diese EU-Verordnung verpflichtet Finanzunternehmen seit Anfang 2025 zu umfangreichen Maßnahmen zur Stärkung ihrer digitalen Widerstandsfähigkeit.

  • Während DORA aber ausschließlich für den Finanzsektor gilt, nimmt NIS-2 jetzt deutlich mehr Branchen in die Pflicht. Viele Unternehmen betrachteten Cyberresilienz zunächst vor allem als technische Aufgabe.

Schmeisser verweist in seinem Kommentar auf die Erfahrungen mit DORA: Diese zeigten jedoch, dass die größeren Hürden oft bei Transparenz, Nachweisfähigkeit und organisatorischer Umsetzung lägen. Konkret ließen sich fünf Lehren für NIS-2-betroffene Unternehmen ableiten:

Lehre Nr. 1: Sicherheit endet nicht an der Unternehmensgrenze!

Lange habe sich Cybersicherheit vor allem auf die Absicherung der eigenen Systeme und Prozesse konzentriert. Die Erfahrungen aus der Finanzbranche zeigten jedoch, dass Risiken zunehmend außerhalb der eigenen Unternehmensgrenzen entstünden: Laut der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) hätten mehr als 50 Prozent der seit Inkrafttreten von DORA gemeldeten Sicherheitsvorfälle ihren Ursprung bei einem IKT-Drittdienstleister.

  • Deshalb würden DORA und NIS-2 dem Management von Drittparteien und Lieferkettenrisiken deutlich mehr Bedeutung bei messen als frühere Regelwerke. Für NIS-2-Unternehmen ergibt sich daraus eine klare Lehre: Die eigene Sicherheitsstrategie dürfe nicht an der Unternehmensgrenze enden.

Resilienz erfordere einen ganzheitlichen Blick auf die digitale Wertschöpfungskette – einschließlich „Cloud“-, Software- und IT-Dienstleister. „Die Sicherheit eines Unternehmens hängt heute immer stärker von der Sicherheit seiner Dienstleister ab!“, betont Schmeisser und warnt: „Wer nur die eigenen Systeme betrachtet, übersieht einen wesentlichen Teil des tatsächlichen Risikos.“

Lehre Nr. 2: Kritische Abhängigkeiten erkennen!

Im Zuge der DORA-Umsetzung hätten sich Finanzunternehmen systematisch mit ihrer tatsächlichen Abhängigkeit von einzelnen IT-Dienstleistern auseinandersetzen müssen. Dabei sei deutlich geworden, dass zahlreiche Geschäftsprozesse von wenigen Anbietern abhingen, für die es häufig keine belastbaren Ausstiegsstrategien oder -pläne gegeben habe.

  • Auch wenn NIS-2 keine expliziten Exit-Pläne wie DORA fordere, lasse sich daraus eine wichtige Erkenntnis ableiten: Organisationen sollten kritische Abhängigkeiten frühzeitig identifizieren und sich mit möglichen Alternativen auseinandersetzen. Wer seine digitale Lieferkette kennt, könne Risiken besser bewerten und im Krisenfall schneller reagieren.

„Entscheidend ist nicht allein, ob ein Dienstleister heute zuverlässig arbeitet“, unterstreicht Schmeisser und führt weiter aus: „Unternehmen müssen auch wissen, welche Folgen ein Ausfall hätte, wie schnell sich eine Alternative aktivieren ließe und welche vertraglichen oder technischen Hürden einem Wechsel entgegenstehen.“

Lehre Nr. 3: Drittdienstleister aktiv steuern!

Nach Auswertung der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) stellte das IKT-Drittparteien-Risikomanagement für viele Finanzunternehmen die größte Herausforderung bei der DORA-Umsetzung dar. Gefordert seien u.a. Dokumentations- und Berichtspflichten, Risikobewertungen, „Due Diligence“, die laufende Aktualisierung von Lieferanteninformationen sowie die Anpassung bestehender Verträge.

  • Vor-Ort-Prüfungen der Behörden zeigten lückenhafte Inventare, unvollständige Funktionen und Prozesse, unklare Verantwortlichkeiten sowie mangelnde Datenqualität. Zudem seien IKT-Drittdienstleister häufig nicht ausreichend in die Prozesse eingebunden und notwendige vertragliche Anpassungen fehlten.

„Das Management von Drittdienstleistern geht weit über klassische Lieferantenverwaltung hinaus“, erläutert Schmeisser. Er ergänzt: „Es ist eine kontinuierliche ,Governance’-Aufgabe, die belastbare Prozesse und aktuelle Daten voraussetzt.“ NIS-2-pflichtige Unternehmen sollten diesen Aufwand nicht unterschätzen. Die frühzeitige zentrale Erfassung aller relevanten Dienstleister-Informationen sowie der Aufbau strukturierter Prozesse für das Drittparteien-Management könnten späteren Hürden erheblich vorbeugen. KI-gestütztes Vertragsmanagement unterstütze dabei, Verträge effizient auf regulatorische Risiken zu prüfen und erforderliche Anpassungen schneller umzusetzen.

Lehre Nr. 4: „Compliance“ muss nachweisbar sein!

Festgelegte Prozesse allein reichten nicht aus, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen. „Viele Finanzinstitute verfügten grundsätzlich über Abläufe für das Auslagerungsmanagement“, so Schmeisser. Er merkt an: „Die Herausforderung bestand jedoch darin, die tatsächliche Durchführung jedes einzelnen Prozessschritts in einer Prüfungssituation belegen zu können.“

  • Betroffen gewesen seien etwa Risikoanalysen, Kritikalitätsbewertungen, Freigaben, regelmäßige Kontrollen sowie die Neubewertung bestehender Dienstleister. Die erforderlichen Informationen seien häufig über E-Mails, Tabellen und verschiedene Fachanwendungen verteilt gewesen. Entsprechend schwierig sei es gewesen, Entscheidungen und Prozessschritte lückenlos nachzuvollziehen.

Für die Vorbereitung auf NIS-2 sei es daher essenziell, „Governance“-, Risiko- und Kontrollprozesse von Beginn an transparent und nachvollziehbar zu gestalten. Digitale „Workflows“ könnten Prozessschritte automatisiert steuern, Verantwortlichkeiten eindeutig zuordnen und Tätigkeiten revisionssicher dokumentieren. Audit-Trails und elektronische „Workflow“-Unterschriften ermöglichten es, jederzeit nachzuweisen, „wer wann Bewertungen durchgeführt, Entscheidungen getroffen oder Freigaben erteilt hat“.

Lehre Nr. 5.: NIS-2 ist kein IT-Projekt!

Sowohl NIS-2 als auch DORA adressierten die Verantwortung der Unternehmensleitung und verlangten einen organisationsweiten Umgang mit Cyberrisiken. Die DORA-Erfahrungen zeigten, dass Digitale Resilienz eine Querschnittsdisziplin sei: Lieferantenmanagement, Risikomanagement, „Compliance“, Einkauf, Fachbereiche und Unternehmensleitung müssten eng zusammenarbeiten.

  • Im ersten Jahr der DORA-Anwendung habe sich jedoch gezeigt, dass die Führungsebene in vielen Finanzunternehmen nicht ausreichend in die erforderlichen Prozesse eingebunden gewesen sei. Dadurch seien notwendige Maßnahmen häufig nicht genehmigt und überwacht worden.

„NIS-2-betroffene Organisationen sollten die Umsetzung als unternehmensweites ,Governance’-Projekt verstehen!“, empfiehlt Schmeisser. Er gibt abschließend zu bedenken: „Werden alle relevanten Stakeholder frühzeitig eingebunden, Verantwortlichkeiten klar verteilt und die Geschäftsführung aktiv beteiligt, lassen sich Entscheidungen schneller treffen, Maßnahmen konsequenter umsetzen und regulatorische Anforderungen dauerhaft im Unternehmen verankern.“

Fazit zur Übertragung der Lehren aus DORA auf NIS-2:

Cyberresilienz entstehe nicht allein durch technische Sicherheitsmaßnahmen. Entscheidend seien Transparenz über IKT-Dienstleister, klare Verantwortlichkeiten und lückenlos nachweisbare Prozesse.

  • NIS-2-betroffene Unternehmen sollten deshalb ihre digitalen Abhängigkeiten frühzeitig erfassen, Dienstleister systematisch steuern und „Governance“-Prozesse revisionssicher dokumentieren.

Wer diese Grundlagen schafft, erfüllt laut Schmeisser nicht nur regulatorische Anforderungen effizienter, sondern stärkt zugleich die eigene Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyberrisiken.

Weitere Informationen zum Thema:

Fabasoft
Visionäre Technologie made in Europe / Als österreichischer Innovationsführer und DACH-Marktführer im Bereich elektronischer Akten setzen wir Maßstäbe für digitale Exzellenz.

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Robin Schmeisser

Bafin Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, 04.12.2025
IT-Aufsicht im Finanzsektor: Das erste Jahr DORA

FMA
DORA – FMA-Aktivitäten

KPMG, 20.05.2026
Cybersecurity in Österreich 2026 – Die Illusion der Ruhe

datensicherheit.de, 12.07.2026
Eskalation digitaler Angriffe auf die Produktion: NIS-2-Haftungsfalle für den Mittelstand / Die NIS-2-Richtlinie trifft aktuell auf einen leeren Fachkräftemarkt: ISACA beschreibt, warum der Schutz der Fertigung gerade jetzt KMU dazu zwingt, völlig neue Wege zu gehen

datensicherheit.de, 02.07.2026
Die eigentliche Herausforderung beginnt erst jetzt: NIS-2-Registrierung genügt nicht / Nach Beobachtung von Axians sind viele Unternehmen trotz Registrierung nicht in der Lage, die regulatorischen Anforderungen im Ernstfall zu erfüllen

datensicherheit.de, 22.01.2026
DORA: 1. Jahrestag im Kontext Digitaler Operationaler Resilienz / Die DORA-Intention ist ein einheitliches Rahmenwerk für das Management von Drittanbieter-Risiken im Finanzsektor

datensicherheit.de, 31.07.2025
DORA – Europäische Union präzisiert Umgang mit Lieferketten-Risiken / Die Europäische Kommission hat Anfang Juli eine Ergänzung zur Verordnung über die digitale operationale Resilienz im Finanzsektor (DORA) in Form finaler technischer Regulierungsstandards (RTS) veröffentlicht. Damit konkretisiert sie Anforderungen an das Risikomanagement oftmals komplexer IKT-Lieferketten im durch DORA regulierten Bereich. Im Fokus stehen dabei Untervergaben. Der TÜV SÜD fasst die wichtigsten Punkte praxisorientiert zusammen.

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KI-Einsatz: Blinder Fleck der Cybersicherheit liegt in den Daten https://www.datensicherheit.de/ki-einsatz-blinder-fleck-cybersicherheit-daten Fri, 17 Jul 2026 22:45:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55647 Isolierte Sicherheitsdaten führen beim KI-Einsatz schneller zu Fehlern statt zu besseren Erkenntnissen

[datensicherheit.de, 18.07.2026] KI-Modelle – zumal im „Security Operations Center“ (SOC) – können nur so gut wie ihre Datenbasis sein. Frank Lange, „Technical Director“ bei Anomali Deutschland, erörtert in seiner aktuellen Stellungnahme u.a. die Fragmentierung als ein Kernproblemisolierte Sicherheitsdaten führen demnach beim KI-Einsatz schneller zu Fehlern statt zu besseren Erkenntnissen. Zudem komme es zur Ungenauigkeit bei mangelhaftem Kontext und die Automatisierung auf Basis mangelhafter Daten beschleunige eben lediglich die Produktion von Fehlalarmen. Ferner unterstreicht Lange die Bedeutung der sogenannten Daten-Hygiene als eine Grundbedingung, d.h. „Threat Intelligence“ müsse bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden. Nur so liefere Künstliche Intelligenz (KI) schließlich belastbare Ergebnisse innerhalb ständig weiter zunehmender Datenmengen.

Datenbasis für KI zentrale Frage

„Die Cybersicherheitsbranche diskutiert, wie KI-Modelle und Autonomiestufen moderne SOCs verändern werden.“ Die entscheidende Frage werde dabei aber häufig übersehen: „Auf welcher Datenbasis soll diese KI eigentlich entscheiden?“

  • Lange führt aus: „In den meisten ,Enterprise’-Sicherheitsumgebungen lautet die Antwort darauf: auf Rohdaten aus Dutzenden verschiedenen ,Tools’ mit unterschiedlichen Schemata, fehlendem Identitätskontext und vielen Duplikaten.“

Er unterstreicht: „Daten, die für den menschlichen Analysten bereits kaum zu überblicken sind, werden durch KI nicht besser – sie werden zwar schneller verarbeitet, jedoch ist das Ergebnis kein intelligenteres SOC. Es ist dasselbe überforderte SOC, nur schneller.“

Selbst gute KI-Modelle leiden hinsichtlich der Performance bei fragmentierter Datenbasis

Fragmentierte, unstrukturierte oder kontextarme Daten verstärkten Lärm, Risiko und Kosten. Dies gelte unabhängig davon, wie leistungsfähig das KI-Modell darüber ist. „Wir sehen in Praxiseinsätzen immer wieder das gleiche Muster. Das KI-Modell ist gut und tut genau, was es soll. Aber die Datenbasis, auf der entschieden wird, ist fragmentiert, nicht normalisiert und enthält keinen einheitlichen Identitätskontext.“

  • Das Ergebnis sei dann nicht schnellere Bedrohungserkennung, sondern eine schnellere Produktion von Fehlalarmen. Der einzige Unterschied sei, dass diese Fehlalarme jetzt in Sekunden statt in Stunden kämen. „Der Engpass ist nicht das Modell, es ist die Datenbasis“, betont Lange.

Das Datenproblem in modernen IT-Security-Umgebungen sei strukturell. Sicherheitsdaten aus Endgeräten, Netzwerken, „Cloud“-Diensten, Nutzerkonten und industriellen Steuerungssystemen entstünden in verschiedenen Formaten und mit unterschiedlichem Kontext. „Jedes Mal, wenn Analysten oder KI-Agenten diese Quellen zusammenführen müssen, entsteht ein Bruch im Datenformat.“ Dabei gehe Kontext verloren. KI beschleunige diesen Prozess lediglich, löse das Grundproblem jedoch nicht.

Daten-Hygiene von Anfang an ermöglicht KI-Agenten Entscheidung auf Basis eines angereicherten Kontextes

Anomali löse dieses Problem mit einem anderen Architekturansatz: „Im ,Anomali Unified Security Data Lake’ werden sämtliche Sicherheitsdaten nach dem OCSF-Standard normalisiert, dedupliziert und angereichert.“ Daten-Hygiene beginne dort nicht nachträglich, sondern direkt bei der Aufnahme:

  • „,Threat Intelligence’ aus ,ThreatStream Next-Gen’ wird bei der Datenaufnahme eingebettet. Jedes eingehende Signal wird unmittelbar mit Angreiferkontext, Kampagneninformationen, Identitätsdaten und Risikoeinschätzungen angereichert, bevor es einen Analysten oder KI-Agenten erreicht.“

KI-Agenten entschieden auf dieser Grundlage nicht allein auf Basis von Rohdaten. Lange führt abschließend aus: „Sie entscheiden auf Basis von angereichertem Kontext. In mehr als 50 Einführungsprojekten hat dieser Ansatz die Analyseprozesse um das bis zu 300-Fache beschleunigt und die für Fehlalarme aufgewendete Analysezeit um 60 bis 70 Prozent reduziert.“

Weitere Informationen zum Thema:

ANOMALI
AUTONOMOUS SOC WITH GOVERNED AI: Beyond Detecting. Decide. Act. / See everything, know what matters, and act with confidence across your enterprise. Anomali unifies telemetry, threat intelligence, and AI-powered judgment so security teams can act at machine speed.

ANOMALI
Investigate 3× Faster. Hunt Years of Data. Power Agentic Security Without Compromise. / Anomali Unified Security Data Lake: Always-hot security telemetry enriched with threat intelligence and built to drive agentic workflows across detection, investigation, and response.

heise business service
Die wachsende Rolle von KI für mehr Automatisierung und Effizienz im SOC

datensicherheit.de, 29.04.2026
Digitale Hygiene: ERGO empfiehlt Routinen zur Stärkung der Datensicherheit / Alina Gelde gibt Tipps nicht nur zum Digitalen Frühjahrsputz rund um Passwörter, Sicherungen, Datenmüll und Updates

datensicherheit.de, 27.05.2019
Cyber-Hygiene: Grundstein der IT-Security / Christoph M. Kumpa stellt Checkliste für Unternehmen vor

datensicherheit.de, 26.11.2018
Datenschutzverletzungen vermeiden: IT-Hygiene in vier Schritten / Grundlagen für IT-Sicherheit

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Engage Paris 2026: Wie Frontier AI die IT-Sicherheit verändert https://www.datensicherheit.de/frontier-ai-it-sicherheit-veraenderung https://www.datensicherheit.de/frontier-ai-it-sicherheit-veraenderung#respond Thu, 09 Jul 2026 13:29:18 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55479 Die rasante Entwicklung von Frontier-AI-Modellen verändert die Cybersicherheit grundlegend. In seiner Keynote auf der Check Point Engage Paris 2026 erläuterte CEO Nadav Zafrir vor rund 1.000 Cybersicherheitsexperten, dass KI den Zugang zu hochentwickelten Angriffstechniken demokratisiert: Fähigkeiten, die bislang umfangreiche Infrastruktur, langjährige Erfahrung und tiefes Fachwissen erforderten, stehen heute prinzipiell jedem mit Internetzugang und Zugriff auf einen MCP-Server zur Verfügung. Welche Folgen das Ende dieser „Verknappung“ für Angreifer – und damit auch für die Verteidigung von IT-Systemen – hat, war eines der zentralen Themen der Veranstaltung, an der auch datensicherheit.de am 1. und 2. Juli in Paris teilnahm.

[datensicherheit.de, 09.07.2026] Die Diskussion um die Möglichkeiten von Frontier AI-Modellen, Schwachstellen in Software zu finden und zu beheben, ist allgegenwärtig.

Nadav Zafrir, CEO Check Point

Nadav Zafrir, CEO Check Point, Bild: Check Point

„Was bedeutet das Ende der Verknappung für den Angreifer? Nun, zunächst einmal bedeutet es eine Demokratisierung. Was früher nur wenigen vorbehalten war, weil man über Jahre hinweg eine Infrastruktur aufbauen und über tiefgreifendes Fachwissen und Erfahrung verfügen musste. Dieser Mix steht nun jedem zur Verfügung, der über einen Internetzugang und Zugriff auf einen MCP-Server verfügt“, erklärte Nadav Zafrir in seiner Keynote vor etwa 1.000 geladenen Cybersicherheitsexperten, an der auch Datensicherheit vom 1. bis 2. Juli in Paris teilnahm.

Exposure Gap Report 2026

Diese Explosion an nun bekannt gewordenen Schwachstellen wird auch im „Exposure Gap Report 2026“ deutlich, den die Exposure Management Business Unit des Anbieters zeitgleich veröffentlichte. 42,6 Prozent aller als kritisch bewerteten Risiken waren Schwachstellen und ihre Anzahl verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr. Angreifer testen mittlerweile mehr Sicherheitslücken in mehr Unternehmen und mit einer Geschwindigkeit, mit der Sicherheitsexperten manuell nicht mehr Schritt halten können.

Die Herausforderung besteht nicht nur in der wachsenden Anzahl. Frontier AI-Modelle demokratisieren letztlich nicht nur das Auffinden von Schwachstellen, sondern sie sorgen auch für eine Form der Industrialisierung. Bislang galt es gefundene Schwachstellen, vor allem Zero Days, möglichst lange geheim zu halten und diese erst im richtigen Moment auszunutzen. Sie konnten mit der Zeit also ihren Wert für den Angreifer steigern. Das ist jetzt vorbei, Schwachstellen können im Bruchteil von Sekunden wertlos werden, wenn anderen Angreifer sie flächendeckend ausnutzen.

Lotem Finkelstein, VP bei Check Point Research

Lotem Finkelstein, VP bei Check Point Research, Bild: Check Point

Lotem Finkelstein, VP bei Check Point Research sieht angesichts dieser Entwicklung lediglich eine Chance für Unternehmen: „Angreifer sind nun noch schneller und besser darin geworden Schwachstellen auszunutzen. Besonders bedroht sind KRITIS und deshalb werden Staaten versuchen den Zugang zu neusten Frontier AI-Modellen zu beschränken. Wenn flächendeckend die Versorgung der Bevölkerung wegen eines IT-Ausfalls zur Gewohnheit wird, droht Chaos.“

Themen: Externe Bedrohungslage und KI-Modelle

Auf der Konferenz wurde jedoch nicht nur über die externe Bedrohungslage diskutiert, auch die Gefahr, die von KI-Modellen aus dem Inneren ausgeht, treibt Sicherheitsexperten um. „Die Bedrohungslandschaft hat sich verändert. Vor allem die Autonomie, mit der KI-Agenten agieren stellt eine neue Qualität dar“, gibt Adam Ely, General Manager AI Security bei Check Point zu Bedenken.

Adam Ely, General Manager AI Security bei Check Point und Carsten J. Pinnow, Herausgeber datensicherheit.de

Adam Ely, General Manager AI Security bei Check Point und Carsten J. Pinnow, Herausgeber datensicherheit.de, Bild: Check Point

Durch Sicherheitsforschung werden immer wieder Schwachstellen in KI-Modellen offen gelegt. Ein Beispiel dafür lieferten die Sicherheitsforscher aus Tel Aviv gleich mit: Ihre Untersuchung zeigte, wie sich das KI-Modell DeepSeek eigenständig ein theoretisches Browser-Risiko mit einer funktionierenden Ransomware-Technik verknüpfte. Der Angriff wurde vollständig im Browser ausgeführt. Beim direkten Test mit DeepSeek V4 unter Verwendung des Wortes „Ransomware“ lehnte das Modell dies zunächst zwar ab. Bei einer neutralen Formulierung generierte es jedoch durchweg funktionierenden, browserbasierten Ransomware-Code. In einer Antwort beschrieb das Modell die Ausgabe selbst als „eine ausgeklügelte Falle, die eine überzeugende KI-Upscaler-Oberfläche mit versteckten, Ransomware-ähnlichen Verhaltensweisen kombiniert“. Es handelt sich um einen Workflow, der keine APK-Installation, keine native Payload, keinen Browser-Exploit und keinen Root-Zugriff erfordert, sondern lediglich eine einzige Berechtigungsabfrage.

Roi Karo, Chief Strategy Officer bei Check Point

Roi Karo, Chief Strategy Officer bei Check Point, Bild: Check Point

Daraus folgt, dass Sicherheitsverantwortliche vor allem auch die eigenen KI-Modelle kontrollieren und absichern müssen. KI-Governance wird damit zum kritischen Geschäftsfaktor. Roi Karo, Chief Strategy Officer bei Check Point sieht dann auch die Auseinandersetzung mit KI als die eigentliche Aufgabe, er erklärte im Interview: „Wer sich als Cybersicherheitsverantwortlicher nicht mit KI beschäftigt, wird früher oder später seinen Job verlieren. Aus meiner Sicht gibt es drei Arten von KI, nämlich wie Unternehmen, wie Angreifer und wie Verteidiger KI einsetzen. Die Geschäftsführung fragt deshalb vor allem danach, wie ihre eigene Sicherheitsexperten die Möglichkeiten der KI für den Schutz des Unternehmens einsetzen und was sie dafür benötigen.“

Prävention auch in Zeiten von KI entscheidend

Entsprechend fallen auch die Empfehlungen aus, die neben der Absicherung und einem Berechtigungsmanagement jedoch auch das klassische Erstellen von regelmäßigen Offline- und Cloud-Backups umfasst. Alle Anwendungen sollten auf dem neuesten Stand gehalten werden und darüber hinaus sollten Organisationen Sicherheitslösungen einsetzen, die bösartige Websites bereits vor dem Erscheinen verdächtiger Berechtigungsabfragen identifizieren und blockieren. Denn auch das bliebt von der Veranstaltung hängen: „Prevention war vor der KI wichtig und sie bleibt immer noch wichtig“, schließt Lotem Finkelstein.

Weitere Informationen zum Thema:

Check Point Blog
Under Pressure: Insights from the 2026 Exposure Gap Report

datensicherheit.de, 10.06.2026
„AI Security Institute“: Gründung eines deutschen KI-Sicherheitsinstituts beschlossen

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Embargo für Anthropic-KI-Modelle: eco moniert mögliche Folgen für Europas Cybersicherheit https://www.datensicherheit.de/embargo-anthropic-ki-modelle-eco-folgen-europa-cybersicherheit Tue, 16 Jun 2026 22:39:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55019 Die US-Regierung hat direkte Exportkontrollen gegen KI-Software verhängt – hierunter fallen auch Anthropics Modelle „Fable 5“ und „Mythos 5“

[datensicherheit.de, 17.06.2026] Da die USA mit direkten Exportkontrollen in den Zugang zu Software Künstlicher Intelligenz (KI) eingreifen, hat Anthropic laut Medienberichten als Reaktion darauf seine Modelle „Fable 5“ und „Mythos 5“ weltweit blockiert. Der eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. warnt nun in einer aktuellen Stellungnahme, dass Europas Cybersicherheit nicht von kurzfristigen Entscheidungen ausländischer Regierungen abhängen dürfe. Prof. Dr. Norbert Pohlmann, als eco-Vorstand für IT-Sicherheit, betont: „Europa muss eigene Kompetenzen beim Entwickeln, Betreiben und Auditieren leistungsfähiger KI-Modelle aufbauen!“

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Foto: eco e.V.

Prof. Dr. Norbert Pohlmann stellt in seiner Stellungnahme klar, dass pauschale und intransparente Abschaltungen kein tragfähiges Instrument für eine internationale Kooperation sein können

Unternehmen und Regierungen in Europa sollten sich gemeinsam für eine Stärkung der europäischen Cyberresilienz engagieren

Die US-Regierung hat demnach direkte Exportkontrollen gegen KI-Software verhängt, woraufhin der KI-Anbieter Anthropic nun als Folge seine Modelle „Fable 5“ und „Mythos 5“ weltweit blockiert.

  • Der eco gibt in diesem Kontext die möglichen Folgen für die Cybersicherheit zu bedenken und appelliert an Unternehmen und Regierungen in Europa, sich gemeinsam für eine Stärkung der europäischen Cyberresilienz einzusetzen.

Pohlmann kommentiert: „Leistungsfähige KI-Modelle sind sicherheitsrelevante Werkzeuge, die dabei helfen, Schwachstellen zu analysieren und Software sicherer zu machen, Angriffe werden schneller erkannt und IT-Systeme gestärkt.“

Europa benötigt dringend eigene Kompetenzen für KI-Entwicklung, -Betrieb und -Auditierung

„Wenn europäische Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder Sicherheitsverantwortliche kurzfristig den Zugang zu solchen Werkzeugen verlieren, kann das die Cyberresilienz Europas schwächen“, warnt. Pohlmann.

  • Pauschale und intransparente Abschaltungen seien kein tragfähiges Instrument für eine internationale Kooperation. Europa müsse daher eigene Kompetenzen beim Entwickeln, Betreiben und Auditieren leistungsfähiger KI-Modelle aufbauen.

Pohlmanns Fazit: „Europas Cybersecurity darf nicht davon abhängen, ob eine ausländische Regierung kurzfristig Zugang zu sicherheitskritischer Basistechnologie einschränkt!“

Weitere Informationen zum Thema:

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Über uns: eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. / Wir gestalten das Internet.

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Vorstand@eco: Prof. Dr. Norbert Pohlmann – Vorstand Ressort IT-Sicherheit

ANTHROPIC
AI research and products that put safety at the frontier / AI will have a vast impact on the world. Anthropic is a public benefit corporation dedicated to securing its benefits and mitigating its risks.

Deutschlandfunk, 16.06.2026
Künstliche Intelligenz / Warum die Sperrung der KI-Modelle von Anthropic so brisant ist / Eine Anweisung der US-Regierung hat dafür gesorgt, dass der KI-Entwickler Anthropic seine fortschrittlichen Modelle „Mythos 5“ und „Fable 5“ deaktiviert. Die Entscheidung hat eine Diskussion über den Zugang zu und die Kontrolle von Künstlicher Intelligenz ausgelöst. Ein Überblick.

tagesschau, 13.06.2026
Anweisung der US-Regierung Anthropic sperrt KI-Modelle „Fable 5“ und „Mythos 5“ / US-Behörden haben den KI-Entwickler Anthropic angewiesen, seine neueste Software für Ausländer zu blockieren. Die Firma reagierte und sperrte die Software komplett. Digital-Experte Beckedahl wertet das als gefährlichen Präzedenzfall.

datensicherheit.de, 15.05.2026
Datensouveränität im KI-Zeitalter als strategisches Muss für IT-Entscheider / Datensouveränität basiert auf der Fähigkeit, eine substanzielle und nachweisbare ortsunabhängige Kontrolle über Daten, Technologien, Betriebsprozesse und rechtliche Risiken zu behalten

datensicherheit.de, 30.04.2026
Chaos Engineering für die Cyberresilienz: Wie KI kontrollierte Belastungsproben digitaler Systeme ermöglicht / Systeme können untersucht werden, wie sie unter gezielt herbeigeführten Störungen reagieren. Im Mittelpunkt steht nicht das Erzeugen von Fehlern um ihrer selbst willen, sondern die kontrollierte Prüfung, wie belastbar eine digitale Architektur in kritischen Situationen tatsächlich ist.

datensicherheit.de, 23.04.2026
Claude Mythos: Anthropic könnte Büchse der Pandora geöffnet haben​ / Über einen Mangel an Publicity kann sich Anthropic-Chef Dario Amodei dieser Tage sicher nicht beschweren, kommentiert Jochen Koehler

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CEO-Fraud 2.0: KI als Booster für Social Engineering und Deepfake-Angriffe https://www.datensicherheit.de/ceo-fraud-2-0-ki-booster-social-engineering-deepfake-angriffe Tue, 16 Jun 2026 22:13:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55037 Mittels KI wird perfide Täuschung skalierbar – der Mensch wird somit zur entscheidenden letzten Verteidigungslinie

[datensicherheit.de, 17.06.2026] Nils Dohmen, „Cyber Defense Consultant“ bei Secuinfra, hat Erfahrungen als Berater von Unternehmen zu Strategien und Maßnahmen im Bereich der IT-Sicherheit – mit Schwerpunkt auf Angriffserkennung, „Incident Response“ und dem Schutz vor modernen Cyberbedrohungen – gesammelt. In seiner aktuellen Stellungnahme betont er daher, dass Künstliche Intelligenz (KI) offensichtlich derzeit nicht nur Geschäftsmodelle und Prozesse in Unternehmen verändert, sondern eben auch die Methoden der Cyberkriminalität„und das mit einer Geschwindigkeit, die klassische Sicherheitskonzepte zunehmend unter Druck setzt“. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung demnach im Bereich „Social Engineering“: „Was früher aufwändig vorbereitete Einzelangriffe waren, entwickelt sich durch den Einsatz von KI zu hochgradig skalierbaren, personalisierten Angriffskampagnen.“ Damit verschiebe sich auch eine zentrale Frage der Cybersicherheit: „Welche Rolle spielt der Mensch noch, wenn sich Inhalte, Stimmen und Identitäten kaum noch zuverlässig verifizieren lassen?“ Offizielle Warnungen beschrieben genau diese Entwicklung: Generative KI (GenAI) erhöhe Tempo, Reichweite und Glaubwürdigkeit bestehender Betrugsmaschen deutlich.

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Foto: Secuinfra

Nils Dohmen betont, dass jene Unternehmen, welche die KI-getriebene Entwicklung cyberkrimineller Bedrohungen frühzeitig verstehen und entsprechend darauf reagieren, ihre Resilienz stärken und sich behaupten können

Social Engineering im KI-Zeitalter als Basis cyberkrimineller Massenkampagnen

Dohmen führt aus: „Traditionelles ,Social Engineering’ basierte auf gezielter Manipulation, etwa durch Phishing-Mails oder fingierte Anrufe. Diese Angriffe erforderten Zeit, Recherche und ein gewisses Maß an krimineller ,Handarbeit’. Mit Generativer KI entfällt ein Großteil dieses Aufwands.“

  • Sprachmodelle könnten heute nämlich täuschend echte E-Mails im perfekten Stil verfassen – abgestimmt auf Hierarchien, Branchen oder sogar individuelle Kommunikationsmuster. Gleichzeitig könnten Angreifer öffentlich verfügbare Informationen aus Sozialen Netzwerken, Unternehmens-Webseiten, Pressemitteilungen oder Videoauftritten automatisiert auswerten und in ihre Angriffe einbauen.

Das Resultat: „Angriffe lassen sich schneller erstellen und massiv skalieren. Statt einer einzelnen, gut vorbereiteten Phishing-Mail können Angreifer Tausende individuell angepasste Nachrichten gleichzeitig versenden, inklusive personalisierter Ansprache, kontextbezogener Inhalte und sprachlicher Feinheiten, die selbst geschulte Mitarbeitende täuschen können.“

Mittels KI manipulierte Identitäten ermöglichen Deepfakes und „CEO-Fraud 2.0“

Eine besonders kritische Entwicklung sei der Einsatz von Deepfake-Technologien: „Stimmen, Videos und sogar Live-Kommunikation lassen sich heute so realistisch manipulieren, dass selbst erfahrene Fachkräfte im Alltag unter Druck Schwierigkeiten haben können, zwischen echt und gefälscht zu unterscheiden.“

  • Dies habe direkte Auswirkungen auf bekannte Betrugsmaschen wie den „CEO-Fraud“. Dohmen erläutert: „Während früher gefälschte E-Mails im Namen von Führungskräften verschickt wurden, sprechen Angreifer heute mit synthetisch erzeugten Stimmen am Telefon oder in Videokonferenzen. In mehreren dokumentierten Fällen wurden Mitarbeitende dazu gebracht, hohe Geldbeträge zu überweisen, überzeugt davon, direkt mit ihrer Geschäftsführung zu sprechen.“

Diese Form des „CEO-Fraud 2.0“ hebe „Social Engineering“ auf eine neue Stufe: „Denn während klassische Angriffe oft durch technische Filter oder geschulte Aufmerksamkeit erkannt werden konnten, zielen Deepfakes gezielt auf Vertrauen und menschliche Wahrnehmung ab.“ Die Grenze zwischen digitaler und realer Identität verschwimme zunehmend.

Der Mensch im KI-Zeitalter – Schwachstelle und zugleich Schlüssel zur Verteidigung

Mit dieser Entwicklung werde der Mensch noch stärker zur zentralen Angriffsfläche. Technische Schutzmaßnahmen wie Spamfilter, Firewalls oder „Endpoint Security“ stießen an ihre Grenzen, wenn Angriffe nicht mehr primär auf technische Schwachstellen abzielten, sondern auf menschliche Entscheidungen.

  • Gleichzeitig bleibe der Mensch aber auch ein entscheidender Faktor in der Verteidigung: „Denn so leistungsfähig KI-basierte Angriffe auch sind, nutzen sie weiterhin psychologische Prinzipien wie Autorität, Dringlichkeit oder Vertrauen. Wer diese Mechanismen versteht, kann Angriffe besser erkennen.“

Allerdings reiche klassische „Awareness“-Schulung nicht mehr aus: „Standardisierte Trainings, die vor allem auf bekannte Phishing-Muster abzielen, greifen zu kurz, wenn Angriffe individuell generiert und dynamisch angepasst werden.“ Unternehmen müssten ihre Sicherheitskultur weiterentwickeln – und zwar hin zu einem kontinuierlichen Lernprozess, welcher „kritisches Denken, und situatives Bewusstsein und die Bereitschaft stärkt, auch scheinbar vertraute Kommunikation ohne Gesichtsverlust zu hinterfragen“.

KI hebelt klassische Schutzmechanismen aus

Viele Sicherheitsstrategien basierten noch auf einem klaren Prinzip: „Inhalte lassen sich überprüfen, Absender identifizieren, Systeme absichern. Doch genau diese Grundannahmen geraten durch KI ins Wanken“, warnt Dohmen.

  • Er gibt zu bedenken: „Wenn E-Mails sprachlich perfekt sind, Stimmen authentisch klingen und Videos realistisch wirken, verlieren klassische Verifikationsmethoden an Wirksamkeit. Selbst Zwei-Faktor-Authentifizierung oder bekannte Sicherheitsprozesse können umgangen werden, wenn Mitarbeitende durch ,Social Engineering’ dazu gebracht werden, diese Mechanismen selbst zu unterlaufen.“

Hinzu komme die Geschwindigkeit der Angriffe – KI ermögliche es, in kürzester Zeit neue Varianten zu generieren und Sicherheitsmaßnahmen gezielt zu testen. Unternehmen stehen damit laut Dohmen einer dynamischen Bedrohung gegenüber, welche sich kontinuierlich weiterentwickelt.

Abwehr von „Social Engineering 2.0“: Secuinfra gibt Unternehmen Tipps

Um dieser neuen Realität zu begegnen, brauche es ein Umdenken, sowohl organisatorisch wie technologisch:

  1. Auf organisatorischer Ebene sollten Unternehmen klare Verifikationsprozesse etablieren
    Insbesondere für kritische Aktionen wie Zahlungsfreigaben oder sensible Datenzugriffe. Das „Vier-Augen-Prinzip“ gewinne an Bedeutung, ebenso wie definierte, unabhängig von einzelnen Personen funktionierende Kommunikationswege. Praktisch heißt das: „Rückruf über bekannte Nummern, Verifikation über bereits bestätigte Plattformen und kein kritischer Prozess, der allein durch einen einzelnen Anruf, Chat oder Videoimpuls ausgelöst werden darf.“
  2. Moderne „Security Awareness“ entscheidend
    Schulungen müssten praxisnah, regelmäßig und an aktuelle Bedrohungsszenarien angepasst sein. Simulierte Angriffe, interaktive Trainings und eine offene „Fehlerkultur“ könnten dabei helfen, Mitarbeiter aktiv einzubinden und ihre Handlungskompetenz zu stärken.
  3. Technologisch sollten Unternehmen verstärkt auf KI-gestützte Sicherheitslösungen setzen
    Diese könnten ungewöhnliche Kommunikationsmuster erkennen und Anomalien identifizieren. Auch die Absicherung von Identitäten – etwa durch biometrische Verfahren oder verhaltensbasierte Authentifizierung – gewinne an Bedeutung.
  4. Nicht zuletzt spielt „Incident Response“ eine zentrale Rolle
    Unternehmen müssten in der Lage sein, Angriffe schnell zu erkennen, zu analysieren und darauf zu reagieren. Dies erfordere klare Prozesse, geschulte Teams und eine enge Verzahnung von „IT“, „Security“ und „Management“.

KI verändert Spielregeln der Cybersicherheit und Vertrauensbildung

Die zunehmende Nutzung von KI im „Social Engineering“ stelle Unternehmen somit vor eine grundlegende Herausforderung: „Vertrauen lässt sich nicht mehr allein auf Basis von Identität oder Kommunikation herstellen. Es braucht neue Mechanismen, um Echtheit zu prüfen und Risiken zu minimieren.“

  • Der Mensch bleibe dabei ein zentraler Faktor – sowohl als potenzielle Schwachstelle als auch als wichtigste Verteidigungslinie. Entscheidend sei, ihn nicht nur zu sensibilisieren, sondern aktiv in Sicherheitsstrategien einzubinden.

Dohmen fasst zusammen: „KI verändert die Spielregeln der Cybersicherheit. Unternehmen, die diese Entwicklung frühzeitig verstehen und darauf reagieren, können ihre Resilienz stärken und sich in einer zunehmend komplexen Bedrohungslandschaft behaupten.“ Die zentrale Herausforderung der kommenden Jahre werde deshalb nicht allein technischer Natur sein, sondern die Frage, wie Vertrauen unter Bedingungen manipulierbarer Identitäten neu organisiert werden kann,

Weitere Informationen zum Thema:

SECUINFRA Cyber Defense. Made in Germany.
Über SECUINFRA: Langfristiges Denken dominiert jegliches Handeln

Business Punk
Nils Dohmen / Nils Dohmen ist Cyber Defense Consultant bei Secuinfra. Er berät Unternehmen zu Strategien und Maßnahmen im Bereich der IT-Sicherheit mit Schwerpunkt auf Angriffserkennung, Incident Response und dem Schutz vor modernen Cyberbedrohungen.

datensicherheit.de, 19.04.2026
USA auf Platz 1: Globaler Deepfake-Betrug hat 2,19 Milliarden US-Dollar erreicht / 2019 noch als „Deepfake-Phänomen“ wahrgenommen, hat es sich inzwischen offensichtlich zu einer ernsthaften Cyberbedrohung entwickelt

datensicherheit.de, 19.12.2025
Bekämpfung von KI-gestütztem Social Engineering: KnowBe4 stellt Deepfake-Training bereit / KnowBe4 hat als Anbieter einer weltweit renommierten Plattform, welche sich umfassend mit „Human Risk Management“ und agentenbasierter KI befasst, nun eine Deepfake-Schulung vorgestellt

datensicherheit.de, 08.12.2025
Deepfake-Angriffe: 2025 von quantitativer Zunahme wie qualitativer Raffinesse geprägt / Sowohl quanti- als auch qualitativ haben KI-basierte Betrugsfälle 2025 merklich zugelegt – bei jedem fünften von ihnen wird mittlerweile auf Deepfakes gesetzt

datensicherheit.de, 14.10.2025
KI-basierte Betrugsmethoden: Wenn Deepfakes zur Waffe werden / Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend zur Waffe in den Händen von Kriminellen. Während wir noch über die Chancen der Digitalisierung diskutieren, nutzen Betrüger bereits hoch entwickelte KI-Tools, um perfekte Fälschungen zu erstellen, die selbst Experten täuschen können und eine Herausforderung für Ermittler und Unternehmen darstellen

datensicherheit.de, 22.09.2025
Deepfakes in Echtzeit ab 30 US-Dollar im Darknet angeboten / Kaspersky-Experten vom „Global Research and Analysis Team“ (GReAT) haben in Untergrundforen Anzeigen entdeckt, die Echtzeit-Deepfakes für Video und Audio günstig anbieten

datensicherheit.de, 17.08.2025
Deepfakes 2025: Zuvor KI-Spielerei und heute bedrohliches Hacker-Tool / Marco Eggerling warnt anhand jüngster Fälle von Cyberangriffen mittels Deepfakes, dass diese auf KI basierene Technologie zum neuen Standardwerkzeug für Hacker geworden ist

datensicherheit.de, 14.07.2025
KI-Waffe Deepfake: Betrug, Identitätsdiebstahl und Angriffe auf Unternehmen / Ein neuer Bericht von Trend Micro zeigt Methoden hinter deepfake-gestützter Cyberkriminalität auf

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Cybersicherheit quasi Torhüter der Netzwerke: WM 2026 als Herausforderung und Inspiration https://www.datensicherheit.de/cybersicherheit-torhueter-netzwerke-wm-2026-herausforderung-inspiration Thu, 04 Jun 2026 22:08:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54753 Im Umfeld des Anstoßes zur Fußball-WM am 11. Juni 2026 startet vermutlich nicht nur das größte diesjährige Sportereignis – sondern auch eine kalkulierbare Welle gezielter Cyberangriffe

[datensicherheit.de, 05.06.2026] Mit dem Anstoß zur Fußball-WM am 11. Juni 2026 startet wohl nicht nur das größte Sportereignis des Jahres – sondern auch eine cyberkriminelle Hochsaison mit einer kalkulierbaren Welle gezielter Cyberangriffe. Die Zahlen aus dem Jahr 2022 sprechen demnach eine deutliche Sprache: Die Recorded Future’s Insikt Group dokumentierte über 1.200 betrügerische WM-Domains. Für 2026 – nun mit drei Gastgeberländern, 16 Standorten und einer deutlich größeren digitalen Angriffsfläche – rechnen Experten mit einer neuen Dimension. Paolo Passeri, „Cyber Intelligence Principal“ bei Netskope, betont in seiner aktuellen Stellungnahme die Kernbedrohung: „Die Omnipräsenz von KI ermöglicht es Kriminellen, Schwachstellen schneller zu identifizieren und immer ausgefeiltere Kampagnen zu entwickeln.“ Er warnt eindringlich vor auf „Clouds“ basierender Malware-Auslieferung über von „Hacktivisten“ getriebene Infrastrukturangriffe bis hin zu Phishing-Kampagnen mittels Künstlicher Intelligenz (KI), welche selbst IT-erfahrene Nutzer täuschen könnten.

Großereignisse wie WM oder Olympische Spiele im Fadenkreuz organisierter Cyberangreifer

Passeri führt aus: „Am 11. Juni richtet sich aller Augen auf die Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko – die Gastgeber der ,FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026‘. Doch nicht nur Fans und Medien werden das Ereignis verfolgen: Auch Cyberkriminelle werden versuchen, die festliche Stimmung für ihre Zwecke zu nutzen.“

  • Allein rund um die WM 2022 in Katar hätten Sicherheitsforscher von Recorded Future bereits über 1.200 betrügerische Domains mit WM-Bezug identifizieren können – „Typosquat“-Seiten, gefälschte Ticketportale und Phishing-Kampagnen, um gezielt die Aufmerksamkeit rund um das Turnier auszunutzten.

Dass solche Großereignisse längst im Fadenkreuz organisierter Angreifer stehen, hätten zuletzt auch die „Olympischen Spiele 2024“ in Paris gezeigt, bei denen die französische Cyberbehörde ANSSI eine signifikante Zunahme von Angriffen auf Kritische Infrastruktur (KRITIS) dokumentiert habe.

Großereignisse wie eine Fußball-WM erzeugen per se hohes Aktivitätsniveau – auch bei Cyberkriminellen

Für die anstehende WM 2026, welche erstmals drei Länder und über 16 Austragungsorte umfasst, ist laut Passeri mit einer noch größeren Angriffsfläche zu rechnen. Er unterstreicht in diesem Zusammenhang die Bedeutung einer robusten Cybersicherheitsinfrastruktur – gerade in solchen Ausnahmesituationen, welche gewohnte operative Abläufe auf den Kopf stellten:

  • „Großereignisse wie eine Fußball-Weltmeisterschaft erzeugen per se ein Aktivitätsniveau, das ihrer Größe entspricht. Der Informationsfluss steigt exponentiell an – ebenso wie das Volumen der Finanztransaktionen. Beides sind starke Anreize für Cyberkriminelle, diese Ströme für eigene Zwecke zu missbrauchen.“

Da solche Ereignisse enorme Medienaufmerksamkeit auf sich zögen, sähen Angreifer darin zudem eine Bühne: Sie wollten den Sportlern die Schlagzeilen stehlen. Dieses Risiko werde durch die aktuelle geopolitische Lage noch verstärkt – „Hacktivisten“ könnten ein Medienereignis dieser Dimension nutzen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

Enge Zusammenarbeit zwischen Cyber- und physischen Sicherheitsexperten zumal bei einer WM erforderlich

Hinzu komme, dass Cybersicherheit und physische Sicherheit untrennbar miteinander verbunden seien. „Ein kompromittiertes Zutrittskontrollsystem in einem Stadion gefährdet die Sicherheit aller Beteiligten – innen wie außen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Cyber- und physischen Sicherheitsexperten ist deshalb das Fundament jeder soliden Verteidigungsstrategie.“

  • Auch Zuschauer und externe Teilnehmer müssten Verantwortung tragen: „Durch umsichtiges Verhalten – etwa beim Umgang mit öffentlichem WLAN oder unbekannten Links – können sie verhindern, Teil einer Angriffskette zu werden, die letztlich das Turniernetzwerk gefährdet.“

Schließlich verstärke der allgegenwärtige Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) all diese Risiken erheblich: Diese ermögliche es Kriminellen, Schwachstellen schneller zu identifizieren und immer ausgefeiltere Kampagnen zu entwickeln. Passeri betont abschließend: „Unternehmen müssen deshalb KI ihrerseits nutzen – integriert in maßgeschneiderte Sicherheitslösungen – und gleichzeitig auf einen Zero-Trust-Ansatz setzen, der für den Schutz Kritischer Infrastrukturen unverzichtbar ist.“

Weitere Informationen zum Thema:

netskope
A SASE and Zero Trust Market Leader / Hybrid work and digital transformation have changed how networks and security need to work. As a market leader, Netskope understands these changes and works with you to provide optimized access and real-time security for people and data anywhere they go.

netskope
Paolo Passeri – Principal Sales Engineer

datensicherheit.de, 05.06.2026
Niederlage oder Sieg: Backups im Kontext der Cyberrisiken rund um die Fußball-WM 2026 / Die enorme globale Aufmerksamkeit macht Großveranstaltungen zu einem attraktiven Ziel auch für Cyberkriminelle – Teil der Verteidigungsmaßnahmen potenzieller Opfer muss auch eine resiliente Backup-Strategie sein

datensicherheit.de, 29.05.2026
Fußball-WM 2026 als Weltbühne: Cyberkriminelle und Bedrohungsakteure laufen sich warm / Die bevorstehende Fußball-WM wird die größte Angriffsfläche für ein Sportereignis dieser Größenordnung darstellen

datensicherheit.de, 13.05.2026
Fußball-Weltmeisterschaft 2026: Cyberkriminelle Hochsaison voraus / KnowBe4 rät zum „VAR-Check“, um echte Angebote für Tickets, Dienstleistungen und Gewinnspiele von cyberkriminellen Betrugsmanövern zu unterscheiden

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Händewaschen als Best Practice: Lernkultur zwischen Krankenhaushygiene und Identity Security https://www.datensicherheit.de/haendewaschen-lernkultur-krankenhaushygiene-identity-security Tue, 02 Jun 2026 22:23:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54755 Thomas Müller-Martin schlägt einen Bogen der Erkenntnis von der Krankenhaushygiene im 19. Jahrhundert zur „Identity Security“ unserer Tage

[datensicherheit.de, 03.06.2026] In seinem aktuellen Kommentar zieht Thomas Müller-Martin, „Field Strategist DACH“ bei Omada Identity, eine bemerkenswerte – bildhafte – Parallele zwischen Krankenhaushygiene und „Identity Security“: Beides sei unverzichtbar, werde aber chronisch unterschätzt, weil es unsichtbar arbeite. Er erläutert, warum Identity-Teams lernen müssten, ihre Erfolge in Kennzahlen zu übersetzen, die auch Vorstände verstehen könnten – und wie aus einem unterschätzten IT-Projekt eine strategische Geschäftsfunktion erwächst, die angesichts von NIS-2, DORA und KI-Agenten dringender denn je gebraucht wird.

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Foto: Omada Identity

Thomas Müller-Martin rät: Erst als Geschäftsfunktion bekommt „Identity Security“ die Ressourcen, die sie braucht, um gegenwärtige Probleme zu lösen und künftigen vorzubeugen!

„Identity Security“ heute am Entscheidungspunkt wie im 19. Jahrhundert die Hygiene in Krankenhäusern

Müller-Martin erinnert an die geschichtliche Entwicklung der Hygiene in Krankenhäusern: „Als der Wiener Arzt Ignaz Semmelweis 1847 in Wien vorschlug, sich vor jedem Eingriff die Hände zu waschen, sank die Sterblichkeitsrate auf seiner Station von über zehn auf unter zwei Prozent. Die Fachwelt reagierte mit Ablehnung, denn es erschien schlicht zu simpel, dass eine so einfache Lösung solch drastische Auswirkungen haben könnte.“ Heute sei Hygiene nicht verhandelbar: „Sie ist die Infrastruktur, auf der jede medizinische Innovation erst funktioniert!“

  • „Identity Security“ steht heute demnach an einem ähnlichen Punkt: „Sie steuert, wer auf welche Systeme zugreift, schließt verwaiste Konten und sorgt dafür, dass Audits bestanden werden. Wenn ein Ransomware-Angriff scheitert, weil kompromittierte Anmeldedaten ins Leere laufen, war oft ein gut konfiguriertes Identitätsmanagement der Grund.“

Nur wisse aber niemand im Unternehmen davon und oftmals schon gar nicht die Führungsebene. „Und was niemand sieht, muss sich jedes Quartal neu rechtfertigen oder wird gleich als Kostenstelle abgetan, schlimmstenfalls als Bremsklotz, der Veränderungsprozesse behindert.“

Identity-Teams messen bisher ihren Erfolg in Kategorien, welche außerhalb der IT-Abteilung auf Unverständnis stoßen

Das Problem sei nicht mangelnde Leistung, sondern mangelnde Kommunikation. „Identity-Teams messen ihren Erfolg in Kategorien, die außerhalb der IT-Abteilung niemand versteht – angebundene Systeme, abgeschlossene Rezertifizierungen, bereinigte Berechtigungsstrukturen. Für Vorstände ist das schlimmstenfalls Fachsimpelei.“

  • Was diese indes brauchten, seien Kennzahlen: Statt „20 Systeme sind ongeboardet“ müsste die Aussage lauten: „20 potenzielle Einstiegspunkte für Angreifer geschlossen“ und „unser IAM erlaubt es dem Unternehmen, sich kontrolliert weiterzuentwickeln“. Die IT sei nicht mehr der „Bottleneck“ der Digitalen Transformation.

Statt „Rezertifizierungskampagne abgeschlossen“ müsse es zudem heißen: „Wir haben 400 Berechtigungen entzogen, die nicht mehr legitim waren, und weil wir dran bleiben haben Angreifer bei einem erfolgreichen Angriff eine (zum Beispiel) 30 Prozent geringere Chance an kritische Informationen zu gelangen.“ Dies seien Angaben, welche jeder Vorstand verstehen könne – „aber eben nur, wenn sie jemand auf den Tisch legt“.

Reaktion nach Schadenseintritt: „Identity Management“ folgt bislang noch zu oft dem Feuerwehrprinzip

Ohne diese Sichtbarkeit entstehe ein Teufelskreis: „Kein Budget, keine Kapazität. Keine Kapazität, keine strategische Arbeit.“ Dieser Zustand lasse sich mit einem weiteren Bild beschreiben: „Viele Identity-Teams arbeiten wie Feuerwehrleute. Sie rücken aus, wenn es brennt, löschen das aktuelle Problem und warten auf den nächsten Alarm: das nächste Support-Ticket, die nächste Systemanbindung, die nächste Bereinigung unsauberer HR-Daten.“

  • Was fehlt, sei der „Brandschutzbeauftragte“: Also jemand, „der systemisch denkt, präventiv plant und dafür sorgt, dass ,Brände’ gar nicht erst entstehen“. Bei jeder Industrieanlage, jeder Brücke, jedem Flughafen sei diese Funktion selbstverständlich. Im „Identity Management“ hingegen dominiere eben noch immer das Feuerwehrprinzip: Löschen im „Brandfall“, anstatt den „Brand“ zu vermeiden.

Dieser Zustand werde unhaltbar, weil sich die Anforderungen gerade verdichteten. Nicht-menschliche Identitäten überstiegen die Zahl menschlicher Nutzer bereits um ein Vielfaches. „KI-Agenten bringen ,Governance’-Anforderungen mit, die klassische Modelle nicht abbilden. NIS-2 und DORA erhöhen den Nachweisdruck. Und wie Hygiene im Krankenhaus lässt sich keiner dieser Anforderungen begegnen, wenn die Grundfunktion als Projekt behandelt wird, das irgendwann ,erledigt’ ist.“

„Identity Security“ sollte als betriebliche Querschnittsfunktion verstanden werden

„Identity Security“ sei eine demselben Prinzip der Hygiene im Krankenhaus folgende Querschnittsfunktion. „Sie funktioniert nur, wenn alle kontinuierlich mitmachen – ,Business’, ,IT’, ,Security’, ,HR’ und ,Operations’ – und wenn alle sie als gemeinsame Verantwortung begreifen und nicht als das Problem der jeweils anderen Abteilung.“ Wie im Falle Semmelweis könne eine simple Lösung durchaus auch eine effektive Lösung sein.

  • IT-Verantwortliche müssen dieses fundamentale Sicherheitsprinzip allerdings mit unmissverständlichen Indikatoren, sprich handfesten Zahlen, an das Management kommunizieren können.

Denn dieser Perspektivwechsel mache aus einem IT-Projekt eine Geschäftsfunktion. Müller-Martin gibt abschließend zu bedenken: „Und erst als Geschäftsfunktion bekommt ,Identity Security’ die Ressourcen, die sie braucht, um gegenwärtige Probleme zu lösen und künftigen vorzubeugen! Nur, wer dieses Fundament sichtbar macht, kann es pflegen und ,Identity Security’ als Wegbereiter unternehmerischer Transformation zementieren.“

Weitere Informationen zum Thema:

Omada by tp-link
Streben nach Exzellenz. Auf der Suche nach Möglichkeiten

Omada
Webinar: Jenseits des klassichen IGA: Identity Governance, der Hidden Champion der Identity Fabric / Referent: Thomas Müller-Martin, Lead Architect, Omada / Co-Speaker: David Johnson, Lead Consultant, iC Consult (On-demand-Webinar)

WIKIPEDIA
Ignaz Semmelweis

datensicherheit.de, 04.04.2024
Bedeutung des Identitätsmanagements: Identity Management Day 2024 soll Authentizität und Sicherheit betonen / Beteiligten auf allen Ebenen sollen Leitlinien zum sicheren Identitätsmanagement an die Hand gegeben werden

datensicherheit.de, 10.03.2023
Identity Lifecycle Management – das A und O der IT-Sicherheit / Von Audit bis zum Onboarding

datensicherheit.de, 28.09.2021
Home-Office: Identity Security essenziell für sicheres Arbeiten / Im hektischen Umstieg auf Fernarbeit im Home-Office oftmals Sicherheits- und Compliance-Lücken aufgetan

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KI-basierte Cyberbedrohungen: KMU bisher meist nicht vorbereitet https://www.datensicherheit.de/ki-basis-cyberbedrohungen-kmu-unvorbereitet Wed, 20 May 2026 22:58:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54563 Kleine und Mittlere Unternehmen unterschätzen oft die Risiken mittels Künstlicher Intelligenz (KI) durchgeführter Cyberangriffe

[datensicherheit.de, 21.05.2026] Cyberangriffe stellen für die Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) eine zunehmend ernsthafte Bedrohung dar – dies zeigt jetzt auch eine aktuelle IDC-Studie im Auftrag von Sage: Obwohl 52 Prozent der befragten Entscheider Cybersicherheit inzwischen als Top-Priorität einstuften, sei jedes zweite Unternehmen innerhalb der vergangenen zwölf Monate von einem Sicherheitsvorfall betroffen gewesen. Besonders alarmierend demnach: Vielen KMU fehle weiterhin eine proaktive Sicherheitsstrategie. Laut der Studie verfolgen lediglich 13 Prozent der Kleinstunternehmen und 21 Prozent der kleinen Unternehmen einen präventiven Sicherheitsansatz. Gleichzeitig würden Unternehmen die Risiken mittelsKünstlicher Intelligenz (KI) durchgeführter Cyberangriffe häufig unterschätzen, obwohl diese noch deutlich schwerer zu erkennen und abzuwehren seien als klassische Attacken.

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Foto: Sage

Alexander Trautmann rät insbesondere den KMU, Sicherheitslösungen von Anfang an mitzudenken

Sage-Hinweise für Softwareanbieter

Alexander Trautmann, „Director Product Engineering“ bei Sage, sieht angesichts der nun vorliegenden Ergebnisse insbesondere die Softwareanbieter in der Verantwortung:

  • Sicherheitslösungen müssen von Anfang an mitgedacht werden!
    Ein konsequenter Secure-by-Design-Ansatz hilft Unternehmen dabei, neue Cyberrisiken frühzeitig zu minimieren und Angriffsflächen nachhaltig zu reduzieren.
  • KI und Business-Software müssen sicher zusammenspielen!
    KI-Lösungen sollten domänenspezifisch entwickelt und auf Basis klarer Berechtigungskonzepte implementiert werden, damit sie effizient, sicher und datenschutzkonform im Unternehmensalltag eingesetzt werden können.
  • Erfolgreiche Digitalisierung entsteht durch partnerschaftliche Zusammenarbeit!
    Softwareanbieter sollten Unternehmen dabei unterstützen, digitale Prozesse strategisch in bestehende Arbeitsabläufe zu integrieren und Mitarbeitende durch gezielte Schulungen bei der praktischen Umsetzung begleiten.
  • Transparenz ist ein zentraler Vertrauensfaktor!
    Anbieter sollten klar nachvollziehbar machen, wie Daten verarbeitet, gespeichert und geschützt werden, und ihren Kunden transparente Sicherheits- und „Compliance“-Konzepte bereitstellen.
  • Regulatorische Anforderungen müssen proaktiv adressiert werden!
    Gerade im europäischen Umfeld – etwa mit Blick auf die DSGVO, NIS-2 oder E-Invoicing-Vorgaben – sind Anbieter gefordert, Lösungen bereitzustellen, die „Compliance“-Anforderungen standardmäßig erfüllen und kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Weitere Informationen zum Thema:

Sage
Be Sage. Ab auf Erfolgskurs. / Wir bei Sage verändern die Art und Weise, wie die Menschen denken und arbeiten, und verhelfen ihren Unternehmen dadurch zu Wachstum. Jeden Tag unterstützen mehr als 11.000 Kollegen und lokale Netzwerke aus Buchhaltern und Partnern auf der ganzen Welt Unternehmensgründer und verhelfen ihnen zum Erfolg.

IT-MARKT, Coen Kaat, 24.03.2026
Alexander Trautmann im Podium Business-Software / So verändert KI laut Sage den Geschäftsalltag

Sage
Bericht / KMU im KI-Zeitalter: Wege durch die Komplexitäten der Cybersicherheit zu mehr Resilienz

datensicherheit.de, 16.05.2026
HarfangLab: Europas KMU laut Bundeslagebild Cyberkriminalität 2025 stärker gefährdet als je zuvor / Dieser Bericht weist vor allem auf ein strukturelles Sicherheitsproblem für Europas Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) hin

datensicherheit.de, 30.04.2026
FTAPI gibt CRA-Tipps für KMU: Cyber Resilience Act oft ein Buch mit 7 Siegeln / Erste Meldepflichten greifen ab September 2026 – FTAPI benennt fünf Schritte, damit Anbieter digitaler Produkte noch rechtzeitig „CRA-ready“ werden

datensicherheit.de, 17.01.2026
KI macht Social Engineering gefährlicher – Zunahme der Cyberattacken auf KMU / Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) sind zunehmend von Cybervorfällen betroffen und auf Künstliche Intelligenz (KI) gestütztes „Social Engineering“ macht externe Angriffe deutlich effektiver

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Menschliches Verhalten weiterhin kritische Schwachstelle der Cybersicherheit https://www.datensicherheit.de/mensch-verhalten-kritisch-schwachstelle-cybersicherheit Tue, 19 May 2026 22:43:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54549 MetaCompliance beleuchtet mit einer Studie die weit verbreitete Sorge von CISOs, dass bestehende Maßnahmen das Cyberrisiko durch menschliche Fehler nicht wirksam angehen

[datensicherheit.de, 20.05.2026] CISOs im EMEA-Wirtschaftsraum verlieren offenbar das Vertrauen in klassische Sicherheitsschulungen: Jedenfalls gaben in einer kürzlich von MetaCompliance in Auftrag gegebenen Umfrage 78 Prozent der befragten CISOs an, dass ihr bisheriger Schulungsansatz dringend überarbeitet werden muss. MetaCompliance unterstützt Organisationen nach eigenen Angaben dabei, resiliente Sicherheitskulturen aufzubauen, und beleuchtet nun mit seiner Studie die weit verbreitete Sorge von CISOs, dass bestehende Maßnahmen das Cyberrisiko durch menschliche Fehler nicht wirksam angehen.

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Foto: MetaCompliance

James Mackay warnt: Viele Unternehmen verwechseln absolvierte Sicherheitsschulungen mit tatsächlicher Sicherheit

Menschliches Fehlverhalten aus Sicht vieler Unternehmen hartnäckige Schwachstelle der Unternehmenssicherheit

Für die Studie seien 200 CISOs aus Großbritannien, Schweden, Deutschland und Frankreich befragt worden – und das Ergebnis sei eindeutig: 81 Prozent seien überzeugt, dass „Security Awareness“-Programme scheiterten, weil sie das Cyberrisiko durch menschliche Fehler als reine Schulungsfrage statt als unternehmensweite Aufgabe des Risikomanagements behandelten.

  • Die Relevanz dieser Erkenntnis werde dadurch unterstrichen, dass 68 Prozent der befragten Unternehmen ihre eigenen Mitarbeiter als größtes Sicherheitsrisiko betrachteten. Dies zeichne das Bild von menschlichem Fehlverhalten als hartnäckige Schwachstelle im Kern der Unternehmenssicherheit.

Trotz kontinuierlicher Investitionen in Schulungen – Unternehmen wendeten im Schnitt 15 Prozent ihres jährlichen Sicherheitsbudgets für „Awareness“-Training auf, 79 Prozent böten mindestens alle zwei Wochen Schulungen an – sei der Erfolg nicht garantiert.

Ursache des Problems gleichermaßen in Organisationen selbst wie im menschlichen Verhalten der Mitarbeiter

Ein Viertel der Organisationen schaffe es nicht, die Aufmerksamkeit ihrer Mitarbeiter zu gewinnen. Weiteren 24 Prozent gelinge es nicht, sicherheitsbewusstes Verhalten im Arbeitsalltag zu verankern, und noch einmal 24 Prozent hätten Schwierigkeiten damit, abteilungsübergreifend auf einen gemeinsamen Nenner für Sicherheit zu kommen.

  • Damit sei klar: Die Ursache des Problems liege gleichermaßen in den Organisationen selbst wie im Verhalten der Mitarbeiter.

Der Grund seien überholte Schulungsansätze. Zwar seien viele CISOs der Meinung, ihre Unternehmen hätten Weiterbildungen mit „Häkchensetzen“ hinter sich gelassen – einige bezeichneten ihr Programm als „verhaltensorientiert“ (33%) oder gäben an, „Human Risk Management“ (24%) zu integrieren. Dennoch führe dieser gefühlte Fortschritt nicht zu grundlegenden Veränderungen.

Weiterbildungen ändern oft nichts an zugrundeliegenden menschlichen Schwachstellen

James Mackay, CEO bei MetaCompliance, kommentiert: „Das Selbstvertrauen nimmt zu, aber das bedeutet nicht, dass das Risiko sinkt. Viele Unternehmen verwechseln absolvierte Sicherheitsschulungen mit tatsächlicher Sicherheit.“ Oft änderten Weiterbildungen nämlich nichts an den zugrundeliegenden menschlichen Schwachstellen. Dies führe zu einer gefährlichen Diskrepanz zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Sicherheit.

  • Mackay warnt: „Unternehmen fühlen sich sicherer, obwohl ihre Mitarbeitenden auch nach Schulungen weiterhin ihre größte Risikoquelle darstellen. Gleichzeitig werden die Bedrohungen zunehmend raffinierter: KI steigert die Zahl und Präzision von Social-Engineering-Angriffen. Wer diese Sicherheitslücke nicht schließt, ist wachsenden Risiken ausgesetzt!“

CISOs fordern demnach eine „strategischere Vorgehensweise“. Knapp vier von fünf (79%) wollten „Human Risk Management“ einführen. Diese Methode identifiziere Personen mit besonders riskanten Verhaltensweisen, erstelle maßgeschneiderte Interventionen auf Basis von Verhaltensmustern und fördere eine organisationsweite Sicherheitskultur.

Cyberrisiko durch menschliches Fehlverhalten wie jedes andere Unternehmensrisiko zu managen

Weitere 83 Prozent seien überzeugt, dass gezieltes Eingreifen das Risiko schneller senken würde, und laut 80 Prozent entfalteten sicherheitsrelevante Informationen ihre größte Wirkung, wenn sie in die tägliche Arbeit integriert sind.

  • Dieser Wandel vollziehe sich vor dem Hintergrund einer sich schnell entwickelnden Bedrohungslandschaft. Für die nächsten zwölf Monate hätten die befragten Unternehmen voraussichtlich drei Prioritäten: Intensivierung der Schulungsfrequenz (27%), messbarer ROI (25%) und zielgerichtete Interventionen für Hochrisiko-Personen (24%), insbesondere im Hinblick auf KI-gestützte Social-Engineering-Angriffe (24%).

Mackay rät abschließend: „Das Cyberrisiko durch menschliches Fehlverhalten muss wie jedes andere Unternehmensrisiko gemanagt werden – messbar, zielgerichtet und kontinuierlich! Das bedeutet, dass Unternehmen reines ,Awareness’-Training hinter sich lassen und sich um echte Verhaltensänderungen bemühen.“ Unternehmen müssten Cybersicherheit mit Echtzeit-Targeting und datenbasierten Erkenntnissen von Grund auf neu denken, um die richtigen Personen zur richtigen Zeit mit den richtigen Informationen zu erreichen. „Nur so lässt sich das menschliche Cyberrisiko im großen Umfang reduzieren!“, unterstreicht Mackay.

Weitere Informationen zum Thema:

MetaCompliance
The Leading Human Risk Management Platform / Reduce risk and create lasting behaviour change with personalised security awareness that engages every employee.

MetaCompliance, 13.05.2026
Rethinking Security Awareness / How CISO’s Can Transform Security Awareness Training to Drive Measurable Risk Reduction

MetaCompliance
Treffen Sie unser Führungsteam / Vorstandsvorsitzender James Mackay

datensicherheit.de, 19.12.2025
Reduzierung menschlicher Fehler als Erfolgsfaktor zur Senkung der IT-Risiken / MetaCompliance rät mit Blick auf den „Faktor Mensch“ zu mehr personalisiertem Sicherheitstraining im neuen Jahr 2026

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Cybersicherheitsmonitor 2026: Jeder zehnte Verbraucher im Vorjahr von Cyberkriminalität im Alltag betroffen https://www.datensicherheit.de/cybersicherheitsmonitor-2026-jeder-zehnte-verbraucher-im-vorjahr-von-cyberkriminalitaet-im-alltag-betroffen Mon, 11 May 2026 22:53:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54410 Der nun vorliegende „Cybersicherheitsmonitor 2026“, eine repräsentative Befragung vom BSI und ProPK, beleuchtet das Schutzverhalten der Bevölkerung und ihre Betroffenheit von Cyberkriminalität

[datensicherheit.de, 12.05.2026] Nach Erkenntnissen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informieren sich viele Menschen über ihre persönliche IT-Sicherheit erst im Ernstfall: Der nun vorliegende „Cybersicherheitsmonitor 2026“, eine repräsentative Befragung des BSI und des Programms „Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes“ (ProPK) beleuchtet demnach das Schutzverhalten der Bevölkerung und ihre Betroffenheit von Cyberkriminalität. Dabei zeige sich auch: Allein in den vergangenen zwölf Monaten sei gut jeder Zehnte (11%) von einer Straftat im Internet betroffen gewesen – der häufigste Tatbestand bleibe Betrug beim Onlineshopping. Für den „Cybersicherheitsmonitor“ erheben BSI und ProPK gemeinsam das Informations- und Schutzverhalten der Bevölkerung sowie ihre Betroffenheit von Cyberkriminalität. Die diesjährige Befragung sei vom 6. bis zum 12. Januar 2026 durchgeführt worden. „Dabei wurden 3.060 Personen ab 16 Jahren bundesweit befragt und die Ergebnisse anhand der Bevölkerungsstrukturmerkmale Alter, Geschlecht, Bundesland und Bildung in Deutschland gewichtet.“

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Foto: BMI, Hennig Schacht

Claudia Plattner: Viele Menschen wollen sich sicher online bewegen, brauchen dafür aber niedrigschwellige Informationen

Im Digitalen Raum Schutz gegen Cyberkriminalität

Die BSI-Präsidentin, Claudia Plattner, führt aus: „Cybersicherheit muss im Alltag von Verbraucherinnen und Verbrauchern einfacher, präsenter und verständlicher werden! Viele Menschen wollen sich sicher online bewegen, brauchen dafür aber niedrigschwellige Informationen. Diese liefern wir – etwa indem wir Anleitungen für Sicherheitsmaßnahmen im digitalen Alltag bereitstellen und Lehrkräfte befähigen, das Thema in ihren Unterricht zu holen.“

  • Zugleich dürfe die Verantwortung nicht allein bei den Nutzern abgeladen werden: Hersteller und Anbieter digitaler Geräte und Anwendungen müssten sichere Produkte und Dienste zum Standard machen.

Dr. Stefanie Hinz, Landespolizeipräsidentin und Vorsitzende des ProPK-Programms, kommentiert: „Cyberkriminalität ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen – sei es durch gefälschte E-Mails oder Betrug beim Einkauf im Internet. Um den Methoden der Täterinnen und Täter den Boden zu entziehen, macht die Polizei deren Vorgehensweisen transparent. Das Zusammenspiel aus Prävention, Aufklärung und entschlossenem Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden trägt entscheidend dazu bei, den Digitalen Raum sicherer zu machen.“

In Ergänzung zum „Cybersicherheitsmonitor“ zwei neue „Checklisten für den Ernstfall“

Besonders häufig hätten Betroffene im Vorjahr (2025) Betrug beim Onlineshopping sowie -banking, Fremdzugriffe auf Online-Accounts und Phishing erlitten. Zugleich hätten sich deutliche Lücken beim Schutzverhalten gezeigt: Nur 14 Prozent informierten sich regelmäßig über Cybersicherheit, während sich 40 Prozent nur hin und wieder damit beschäftigten.

  • Unter den gängigen Schutzmaßnahmen seien zudem nur starke Passwörter sowie Antiviren-Programme mehr als der Hälfte der Befragten (55 bzw. 54%) überhaupt bekannt. Die Folgen von Cyberkriminalität seien für Betroffene jedoch oft spürbar: 88 Prozent berichteten von einem Schaden, ein Drittel von finanziellen Verlusten (33%).

Im Rahmen ihrer Kooperation bauten BSI und ProPK auch ihr Unterstützungsangebot weiter aus. Neben allen Ergebnissen des Cybersicherheitsmonitors fänden sich auf den Websites der Partner auch zwei neue „Checklisten für den Ernstfall“: Diese sollen Verbrauchern niedrigschwellige Orientierung in den Fällen von Betrug beim Onlineshopping und Identitätsdiebstahl geben.

Weitere Informationen zum Thema:

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Auftrag: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist die Cybersicherheitsbehörde des Bundes und Gestalter einer sicheren Digitalisierung in Deutschland.

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Die Leitung des BSI: Die Präsidentin – Claudia Plattner

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Cybersicherheitsmonitor 2026: Jede zehnte Person allein im Vorjahr betroffen / Befragung zur Cybersicherheit

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Wegweiser im digitalen Alltag

Stark im Amt
Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Baden-Württemberg, Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen
Landespolizeipräsidentin Dr. Stefanie Hinz

POLIZEILICHE KRIMINALPRÄVENTION DES BUNDES UND DER LÄNDER, 11.05.2026
Cybersicherheitsmonitor 2026

POLIZEILICHE KRIMINALPRÄVENTION DES BUNDES UND DER LÄNDER
Mit dem Sicherheitskompass vor Internetgefahren schützen

CYMON Der Cybersicherheitsmonitor
Befragung zur Cybersicherheit 2026

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