Fachkräfte – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Thu, 14 May 2026 14:22:12 +0000 de hourly 1 Nachfrage nach KI-Kompetenz: Masterstudiengang „Digital Transformation Management“ als Reaktion auf Zunahme https://www.datensicherheit.de/ki-kompetenz-masterstudiengang-digital-transformation-management Sat, 16 May 2026 22:54:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54467 Kompetenzen rund um die Digitale Transformation, datengetriebene Geschäftsmodelle und den strategischen KI-Einsatz in Unternehmen werden vermittelt

[datensicherheit.de, 17.05.2026] Der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) verändert offensichtlich die Arbeitswelt rasant – und der Bedarf an qualifizierten Fachkräften wächst daher spürbar. Genau zu dieser Entwicklung soll der Masterstudiengang „Digital Transformation Management“ der IST-Hochschule für Management korrespondieren und Kompetenzen rund um die Digitale Transformation, datengetriebene Geschäftsmodelle und den strategischen KI-Einsatz in Unternehmen vermitteln. Wie stark Unternehmen inzwischen nach Mitarbeitern mit KI-Kompetenzen suchen, zeigt demnach der aktuelle „KI-Kompetenzmonitor“ der Berliner Personalmarktforschungsfirma Index Research. Besonders groß sei die Nachfrage im IT-Bereich: Dort seien im ersten Quartal 2026 fast 9.000 Stellen mit geforderten KI-Kenntnissen ausgeschrieben worden.

Mitarbeiter sollen technologische Entwicklungen strategisch einordnen und digitale Veränderungsprozesse aktiv gestalten können

Auch branchenübergreifend wachse die Bedeutung entsprechender Qualifikationen deutlich. Besonders häufig suchten Unternehmen nach Kompetenzen im Bereich Maschinelles Lernen (ML).

  • Darüber hinaus würden Kenntnisse in Generativer KI (GenAI) sowie im Umgang mit KI-gestützten Anwendungen und „Tools“ zunehmend vorausgesetzt.

„Unternehmen suchen heute nicht nur IT-Fachkräfte, sondern Menschen, die technologische Entwicklungen strategisch einordnen und digitale Veränderungsprozesse aktiv gestalten können. Genau diese Kompetenzen vermitteln wir unseren Studierenden“, so Prof. Dr. Ina Kayser, Leiterin des Masterstudiengangs „Digital Transformation Management“ an der IST-Hochschule und Expertin für „Data Analytics“.

Kenntnisvermittlung zu Wirtschaftswissenschaften sowie aktuellen Technologien, digitalen Geschäftsprozessen und KI-Anwendungen

Im Masterprogramm der IST-Hochschule könnten Studenten wirtschaftswissenschaftliches Fachwissen erwerben und sich gleichzeitig intensiv mit aktuellen Technologien, digitalen Geschäftsprozessen und KI-Anwendungen auseinandersetzen.

  • Themen wie digitale Innovationen, datenbasierte Entscheidungsprozesse und Transformationsstrategien spielten dabei eine zentrale Rolle.

Dieses flexible Fernstudium wird berufsbegleitend in Vollzeit oder Teilzeit angeboten sowie dual in Kombination mit einer betrieblichen Ausbildung. Offizieller Studienstart ist jeweils im April und Oktober oder individuell nach Absprache.

Weitere Informationen zum Thema:

iST HOCHSCHULE für Management
Die IST-Hochschule / STUDIEREN BEIM BRANCHENSPEZIALISTEN

iST HOCHSCHULE für Management
Master Digital Transformation Management

iST HOCHSCHULE für Management
Prof. Dr. Ina Kayser

index
KI-Kompetenzmonitor: KI-Experten werden händeringend gesucht

datensicherheit.de, 22.10.2025
Menschlichkeit als Erfolgsfaktor der Digitalen Transformation / Der Master-Studiengang „Digital Transformation Management“ basiert auf der Erkenntnis, dass die Digitale Transformation weit mehr ist als bloß ein technischer Wandel

datensicherheit.de, 19.08.2025
Abkehr von Technik-Zentrierung: Digitale Transformation beginnt mit Menschen / Wer die Digitale Transformation aktiv mitgestalten möchte, braucht mehr als nur technisches Know-how – strategisches Denken, moderne Führungskompetenz und betriebswirtschaftliches Verständnis gelten als zentrale Voraussetzungen für wirksames Handeln

datensicherheit.de, 09.08.2025
Bitkom: Weiterhin fehlen mehr als 100.000 IT-Fachkräfte in Deutschland / Der Bitkom kommentiert die von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands telefonisch durchgeführte repräsentative Umfrage in Unternehmen ab drei Beschäftigten in Deutschland

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Paradoxon des deutschen IT-Arbeitsmarktes: Zunahme arbeitsloser Fachkräfte bei Abnahme der IT-Sicherheit in Unternehmen https://www.datensicherheit.de/paradoxon-deutschland-it-arbeitsmarkt-zunahme-arbeitslose-fachkraefte-abnahme-it-sicherheit-unternehmen Fri, 20 Feb 2026 23:59:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=52702 Chris Dimitriadis bewertet den Stellenabbau bei IT-Fachkräften als kurzsichtige Reaktion, welche die eigentliche Qualifikationslücke verschärft

[datensicherheit.de, 21.02.2026] Chris Dimitriadis, „Chief Global Strategy Officer“ bei ISACA, kommentiert in seiner aktuellen Stellungnahme das paradox anmutende Phänomen, dass auf dem deutschen IT-Arbeitsmarkt demnach mehr arbeitslose Fachkräfte gibt, zugleich aber auch weniger IT-Sicherheit für Unternehmen. Er bewertet diesen Stellenabbau „als kurzsichtige Reaktion, welche die eigentliche Qualifikationslücke verschärft“. Er betont, dass die entscheidende Frage für jedes Unternehmen lauten müsse, ob sie gerade jetzt gezielt in die Fähigkeiten ihres IT-Sicherheits-Teams Investieren oder doch erst später – nämlich in die Bewältigung von Krisen.

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Foto: ISACA

Chris Dimitriadis: Wir können noch nicht das Ende des Fachkräftemangels ausrufen. Was wir wirklich sehen, ist eine Verschiebung der gesuchten Profile!

Trügerischer Schein: Deutlicher Rückgang offener IT-Stellen nebst steigenden Arbeitslosenzahlen im IT-Sektor

Ein deutlicher Rückgang bei offenen IT-Stellen und steigende Arbeitslosenzahlen im IT-Sektor erweckten den Eindruck, der langjährige Fachkräftemangel in Deutschland sei überwunden. „Doch der Schein trügt!“

  • ISACA, der globale „Berufsverband für IT-Revisoren, Information Security Officers und IT-Governance-Experten“, warnt davor, die aktuelle Marktlage falsch zu interpretieren.

Während Unternehmen aufgrund der angespannten Wirtschaftslage allgemeine IT-Projekte auf Eis legten und Stellen abbauten, wachse durch neue EU-Regularien ein akuter, nicht verhandelbarer Bedarf an hochspezialisierten Sicherheits- und „Compliance“-Experten – ein von viele Unternehmen bislang ignoriertes Paradoxon.

Verschiebung der gesuchten Profile: Weniger IT-Stellen, indes kein Ende des Mangels

Aktuelle Daten zeichneten ein auf den ersten Blick eindeutiges Bild: „Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sank die Zahl der offenen IT-Stellen im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 26,2 Prozent.“

  • Gleichzeitig habe die Bundesagentur für Arbeit (BA) im Januar 2026 einen Anstieg der arbeitslosen IT-Fachkräfte um 23,2 Prozent gemeldet.

„Wir können noch nicht das Ende des Fachkräftemangels ausrufen. Was wir wirklich sehen, ist eine Verschiebung der gesuchten Profile. Der Bedarf an Expertinnen und Experten, welche die digitale Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens sicherstellen, steigt weiterhin“, so Dimitriadis’ Einschätzung.

Regulatorischer Druck auf IT-Sektor erzeugt neuen, dringenden Bedarf

In dieser Phase der Zurückhaltung schafften EU-Vorschriften Anforderungen, welche Unternehmen nicht ignorieren könnten. Richtlinien wie DORA (Digital Operational Resilience Act) für den Finanzsektor, NIS-2 für Kritische Infrastrukturen (KRITIS) und der „EU AI Act“ verlangten von Unternehmen nachgewiesene Standards für Cybersecurity, Risikomanagement und KI-Governance.

  • „Hier liegt die eigentliche Schwachstelle“, betont Dimitriadis. Er erläutert hierzu: „Es geht nicht mehr darum, ob man in Cybersicherheit investieren soll, sondern wie man die richtigen Investitionen tätigt – von der Prävention über die Erkennung bis hin zur Reaktion und Wiederherstellung.“

Dies beginne immer mit ganzheitlich ausgebildeten Fachkräften. Er gibt zu bedenken: „Unternehmen, die jetzt falsche Entscheidungen zur Kostensenkung treffen, riskieren nicht nur schwerwiegende Auswirkungen durch Cyberangriffe, sondern auch hohe Strafen und den Verlust ihrer Betriebserlaubnis.“

Datenschutz-Lücken werden zum existentiellen Risiko

Wie groß die Diskrepanz zwischen Bedarf und Realität bereits ist, belege die aktuelle repräsentative „State of Privacy“-Studie von ISACA. Diese zeige, dass über die Hälfte (51%) der technischen Datenschutz-Positionen in Europa unbesetzt seien, während 44 Prozent der Teams sich als unterfinanziert bezeichneten.

  • „Dieser Mangel an Ressourcen ist das direkte Ergebnis eines ,Henne-Ei’-Problems. Ohne die richtigen Teams wird die Kosten-Nutzen-Analyse ungenau sein, und ohne Investitionen kann man nicht die richtigen Teams für diese Aufgabe zusammenstellen“, gibt Dimitriadis zu bedenken.

Er warnt: „Ein einziger schwerwiegender Datenverstoß kann ein Vielfaches dessen kosten, was durch Personalabbau eingespart wurde – ganz zu schweigen vom Verlust des Kundenvertrauens.“

ISACA rät Unternehmen. in Kompetenzen statt Krisen zu investieren

Durch die steigende Arbeitslosigkeit im IT-Sektor verschärfe sich der Wettbewerb um attraktive Positionen. Arbeitgeber könnten es sich leisten, wählerischer zu sein und suchten vermehrt nach Kandidaten, welche nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch strategisches Verständnis und zertifizierte Expertise nachweisen könnten.

  • ISACA unterstützt Unternehmen und Fachkräfte nach eigenen Angaben dabei, diese Herausforderung zu bewältigen. Der Fokus liege darauf, die notwendigen Kompetenzen aufzubauen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Dimitriadis unterstreicht: „Dabei ist es ebenso entscheidend, das vorhandene Personal weiterzubilden, wie neue Expertinnen und Experten zu gewinnen. Führungskräfte müssen verstehen, dass die Stärkung der eigenen Teams der nachhaltigste Weg ist, um digitale Resilienz zu schaffen.“

IT-Arbeitsmarkt bietet aktuell die strategische Chance, die Weichen richtig zu stellen

Anerkannte Zertifizierungen böten hier einen klaren „Fahrplan“: Diese belegten nicht nur Fachwissen, sondern auch die Fähigkeit, dieses strategisch anzuwenden. Der „Certified Information Security Manager“ (CISM) beispielsweise befähige Fachleute, ein ganzheitliches Sicherheitsprogramm zu managen, um Geschäftsziele und regulatorische Pflichten in Einklang zu bringen.

  • Der „Certified Information Systems Auditor“ (CISA) bestätige wiederum die Kompetenz, die Wirksamkeit von Kontrollen zu prüfen und so das Vertrauen in die digitalen Prozesse zu untermauern.

Dimitriadis’ Fazit: „Die entscheidende Frage für jedes Unternehmen lautet: Investieren wir jetzt gezielt in die Fähigkeiten unserer Teams oder später in die Bewältigung von Krisen? Die aktuelle Lage am IT-Arbeitsmarkt bietet die strategische Chance, genau hier die richtigen Weichen zu stellen. Anstatt einfach Personal abzubauen, können vorausschauende Unternehmen jetzt die Spezialistinnen und Spezialisten an sich binden und eigene Mitarbeitende qualifizieren, die für den Schutz vor Cyberrisiken und die Einhaltung neuer Regularien unerlässlich sind. Wer diese Gelegenheit nutzt, begreift Sicherheit nicht als Kostenfaktor, sondern als Wettbewerbsvorteil und Basis für vertrauensvolle Kundenbeziehungen und Partnerschaften.“

Weitere Informationen zum Thema:

ISACA
The principles behind our purpose / Our mission and vision reflect the core values that drive everything we do

ISACA
Meet ISACA’s Leadership Team/ Chris Dimitriadis – Chief Global Strategy Officer

ISACA, 15.01.2026
State of Privacy 2026

datensicherheit.de, 06.09.2025
Cyberkrimineller Arbeitsmarkt: Warnendes Indiz für Angriffszunahme mittels Social Engineering / Vor allem Cyberkriminelle mit Expertise im Bereich „Social Engineering“ sind aktuell sehr nachgefragt

datensicherheit.de, 09.08.2025
Bitkom: Weiterhin fehlen mehr als 100.000 IT-Fachkräfte in Deutschland / Der Bitkom kommentiert die von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands telefonisch durchgeführte repräsentative Umfrage in Unternehmen ab drei Beschäftigten in Deutschland

datensicherheit.de, 15.02.2022
Fachkräftemangel, Insiderbedrohungen und Home-Office – Cyber-Risiken mit Wurzeln in den Unternehmen / Hendrik Schless kommentiert die von Unternehmen viel zu häufig unterschätzten Risiken

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Bitkom: Weiterhin fehlen mehr als 100.000 IT-Fachkräfte in Deutschland https://www.datensicherheit.de/bitkom-fehlen-100000-it-fachkraefte-deutschland https://www.datensicherheit.de/bitkom-fehlen-100000-it-fachkraefte-deutschland#respond Sat, 09 Aug 2025 08:57:05 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=49557 Der Bitkom kommentiert die von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands telefonisch durchgeführte repräsentative Umfrage in Unternehmen ab drei Beschäftigten in Deutschland

[datensicherheit.de, 09.08.2025] Laut aktuellen Bitkom-Erkenntnissen fehlen der deutschen Wirtschaft aktuell rund 109.000 IT-Fachkräfte. „Das sind zwar deutlich weniger als noch vor zwei Jahren mit 149.000, allerdings sehen die Unternehmen keine wirkliche Abmilderung des Fachkräftemangels.“ So beklagten derzeit 85 Prozent einen Mangel an IT-Fachkräften auf dem deutschen Arbeitsmarkt, nur vier Prozent sprächen von einem Überangebot und zehn Prozent sagten, dass es ausreichend IT-Fachkräfte gebe. 79 Prozent erwarten demnach, dass sich der IT-Fachkräftemangel in Zukunft sogar weiter verschärfen wird – nur vier Prozent erwarten, dass er abnimmt und 16 Prozent rechnen mit keiner Veränderung. Dies sind laut Bitkom e.V. Ergebnisse der neuen Studie zum Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte, „für die 855 Unternehmen aller Branchen repräsentativ befragt wurden“. Die telefonische, von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführte Umfrage in Unternehmen ab drei Beschäftigten in Deutschland habe im Zeitraum der Kalenderwochen 20 bis KW 27 2025 stattgefunden.

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Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst: Der Fachkräftemangel darf nicht zur Digitalisierungsbremse werden!

Konjunkturelle Eintrübung und geopolitische Unsicherheiten führten zur Zurückhaltung bei Neueinstellungen

„Die konjunkturelle Eintrübung und geopolitische Unsicherheiten haben dazu geführt, dass Unternehmen bei Neueinstellungen zurückhaltend sind oder sogar IT-Stellen abgebaut haben. Zugleich schreitet die Digitalisierung der Unternehmen, aber auch in Verwaltungen und Behörden, voran, so dass dort eher mehr als weniger IT-Expertinnen und -Experten benötigt werden“, kommentiert der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst.

  • Er führt hierzu erläuternd aus: „Mit Blick auf die demographische Entwicklung in Deutschland, durch die sehr viel weniger junge Menschen auf den Arbeitsmarkt kommen als ältere aus dem Berufsleben ausscheiden, müssen wir mehr Anstrengungen unternehmen, die IT-Fachkräftelücke zu schließen. Der Fachkräftemangel darf nicht zur Digitalisierungsbremse werden!“

Allerdings hätten sechs Prozent der Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten wegen der wirtschaftlichen Lage IT-Fachkräfte entlassen müssen und 14 Prozent rechneten damit, dass dies in den kommenden zwölf Monaten in ihrem Unternehmen der Fall sein werde. Sogar 35 Prozent erwarteten, dass es in der deutschen Wirtschaft aufgrund der schwächelnden Konjunktur zu einem Stellenabbau in der IT kommen werde. Allerdings sagten auch sechs Prozent, dass sie bereits IT-Fachkräfte eingestellt hätten, welche aufgrund der wirtschaftlichen Situation anderswo ihren Job verloren haben – und 52 Prozent rechneten damit, künftig bessere Chancen bei der Suche nach IT-Fachkräften zu haben, weil anderswo Stellen gestrichen werden.

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Abbildung: bitkom

Mangel an IT-Fachkräften wird sich laut aktueller Bitkom-Umfrage noch verschärfen

Jedes zwölfte Unternehmen setzt vermehrt auf KI, um IT-Fachkräftemangel entgegenzuwirken

Jedes zwölfte Unternehmen (8%) setze vermehrt Künstliche Intelligenz (KI) ein, um dem IT-Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dabei lasse sich noch nicht sagen, welche Auswirkungen KI unter dem Strich auf den IT-Arbeitsmarkt haben wird. So rechne rund jedes vierte Unternehmen (27%) damit, dass es durch KI Stellen abbauen werde, und 16 Prozent erwarteten, dass aufgrund von KI Stellen verzichtbar würden, welche ohnehin nicht besetzt werden könnten.

  • Aber 42 Prozent gingen davon aus, dass KI für einen zusätzlichen Bedarf an IT-Fachkräften im Unternehmen sorgen werde. „KI kann heute in der IT bereits eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen, von Support-Anfragen bis hin zur Code-Erstellung. Allerdings wird auch der Bedarf an KI-Spezialistinnen und -Spezialisten steigen, wenn mehr Unternehmen Künstliche Intelligenz einsetzen und in ihre Systeme integrieren wollen“, so Wintergerst.

42 Prozent der Unternehmen erwarteten, dass durch KI neue Berufsbilder in der IT entstünden, 34 Prozent gingen davon aus, dass KI einzelne IT-Berufe und -Berufsbilder ersetzen werde. 35 Prozent gingen davon aus, dass durch KI die Produktivität steige, 20 Prozent, dass sich die Qualität der Arbeitsergebnisse verbessere – und ein Viertel der Unternehmen (24%) erwarte, dass IT-Fachkräfte ohne KI-Wissen künftig nicht mehr nachgefragt würden.

29% der Unternehmen ergreifen keine Maßnahmen gegen IT-Fachkräftemangel

Neben KI setzten die Unternehmen beim Kampf gegen den IT-Fachkräftemangel vor allem auf Weiterbildungsprogramme, um Mitarbeiter für neue Aufgaben zu qualifizieren (31%). 22 Prozent hätten spezielle Programme für den Quereinstieg, 19 Prozent verfügten über Programme, um ältere Beschäftigte länger im Job zu halten.

  • 14 Prozent hätten Fördermaßnahmen für Frauen eingeführt und sieben Prozent verfügten über sogenannte Diversitäts- und Inklusionsprogramme. Zwölf Prozent setzten vermehrt auf externe IT-Fachkräfte – und drei von zehn Unternehmen (29%) täten derzeit gar nichts gegen den IT-Fachkräftemangel.

„Die Unternehmen müssen ihre eigenen Anstrengungen bei der Rekrutierung von IT-Fachkräften weiter verstärken. Gerade bei Weiterbildung, Quereinstieg und der Gewinnung von Frauen für IT-Berufe gibt es noch großes Potenzial, betont Wintergerst.

Geld und fehlende Flexibilität als Hindernisse für Stellenbesetzung

Im Schnitt dauere es 7,7 Monate, eine freie IT-Stelle zu besetzen. Dies sei genauso lang wie noch vor zwei Jahren. Meistens gehe es dabei ums Geld: 63 Prozent sagten, dass sich die Gehaltsvorstellungen der Bewerber nicht mit deren Qualifikation deckten, bei 56 Prozent passten die Gehaltswünsche nicht in das Gehaltsgefüge des Unternehmens.

  • Häufig beklagt werde zudem die fehlende Umzugsbereitschaft (44%). Umgekehrt scheitere es aber auch an der fehlenden Flexibilität der Unternehmen: 43 Prozent räumten ein, den Wünschen der Jobsuchenden nach mobilem Arbeiten nicht nachzukommen und 29 Prozent könnten die Anforderungen an flexible Arbeitszeitgestaltung nicht erfüllen.

„Unternehmen können auch auf einem umkämpften Arbeitsmarkt nicht beliebig hohe Gehälter zahlen. Umso mehr sollten sie ihre Arbeitsorganisation überprüfen, um attraktiv für Bewerberinnen und Bewerber zu sein, die sich ihre Stelle aussuchen können“, rät Wintergerst.

25% der Unternehmen erhalten praktisch keine Bewerbungen für IT-StELLEN

Weitere Schwierigkeiten bei der Besetzung von IT-Jobs seien fehlende „Soft-Skills“ der Kandidaten (38%), mangelnde Deutschkenntnisse (35%) oder Fremdsprachenkenntnisse (28%). Während 34 Prozent fachlich unterqualifizierte Bewerber beklagten, sagten umgekehrt drei Prozent, dass sie teils überqualifiziert seien.

  • Bei 22 Prozent würden sehr spezifische Anforderungen an die Kenntnis neuester Technologien nicht erfüllt. Zugleich räumten 14 Prozent ein, dass sie nicht jene Weiterbildungen anbieten könnten, die sich die Kandidaten wünschen.

Sieben Prozent träfen Personalentscheidungen zu langsam und fünf Prozent seien einige Bewerber zu alt. Im Übrigen habe jedes vierte Unternehmen (25%) eine ganz grundsätzliche Schwierigkeit bei der Besetzung von IT-Stellen: Es erhalte praktisch keine Bewerbungen.

Quereinstieg fast so wichtig wie das Studium für IT-Jobs

IT-Jobs seien nicht nur Akademikern vorbehalten: Lediglich etwas mehr als ein Viertel (27%) derjenigen, die in den vergangenen zwölf Monaten in einem IT-Beruf eingestellt wurden, habe einen einschlägigen Hochschulabschluss, weitere 37 Prozent hätten eine duale IT-Berufsausbildung wie zum Beispiel der Fachinformatik abgeschlossen.

  • Zehn Prozent hätten ein IT- oder IT-nahes Studium abgebrochen und dann den Berufseinstieg ohne Studienabschluss geschafft. Den größten Umweg in die IT nähmen die vielen Quereinsteiger: 27 Prozent der IT-Jobs gingen an diese Gruppe.

36 Prozent der Unternehmen, die Quereinsteiger einstellen, gäben an, dass diese typischerweise eine Berufsausbildung außerhalb der IT mitbrächten, 21 Prozent würden einen Nicht-IT-Hochschulabschluss nennen. 43 Prozent der Unternehmen gäben an, dass Quereinsteiger über berufspraktische IT-Erfahrungen verfügten, 26 Prozent führten IT-Weiterbildungen wie etwa ein „Bootcamp“ und 25 Prozent autodidaktisch erworbenes IT-Know-How an.

US-Politik könnte Chance für Suche nach IT-Fachkräften im Ausland sein

IT-Fachkräfte im Ausland rekrutiert hätten bislang lediglich 14 Prozent der Unternehmen: Fünf Prozent praktizierten dies weiterhin, neun Prozent hätten dies in der Vergangenheit getan, diese Praxis aktuell aber eingestellt. Ein Viertel (24%) wolle sich künftig im Ausland um IT-Fachkräfte bemühen. „Für 60 Prozent war und ist dies allerdings kein Thema.“

  • Dabei könne die politische Entwicklung in den USA nach Ansicht der deutschen Unternehmen eine Chance sein, mehr IT-Spezialisten nach Deutschland zu holen. 45 Prozent meinten, durch die Politik von US-Präsident Donald Trump hätten die USA an Anziehungskraft für ausländische IT-Fachkräfte verloren.

21 Prozent sähen die Chance, IT-Fachkräfte aus den USA nach Deutschland zu holen, 27 Prozent meinten, dass es nun leichter sei, IT-Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern nach Deutschland statt in die USA zu „routen“.

Hausaufgaben für die Politik: Arbeitszeit, Einwanderung und „Aktiv-Rente“

Mit Blick auf den Arbeitsmarkt allgemein hielten die Unternehmen drei Ankündigungen aus dem aktuellen Koalitionsvertrag für besonders erfolgversprechend: „Drei Vierteln (74%) würde eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit konkret weiterhelfen, 69 Prozent die Förderung der Fachkräfteeinwanderung und 67 Prozent die ,Aktiv-Rente’, mit der ältere Beschäftigte länger im Arbeitsleben gehalten werden sollen.“

  • Erst mit deutlichem Abstand folgten weitere Maßnahmen: Jeweils einem Drittel (33%) würde die Standardisierung von Zertifikaten für Weiterbildungen helfen sowie eine verpflichtende Altersabsicherung für neue Selbstständige.

Ein Viertel (24%) verspreche sich Vorteile von einem Bundestariftreuegesetz. 17 Prozent wünschten sich eine Reform des Statusfeststellungsverfahrens für Selbstständige und neun Prozent würden die Pflicht zur elektronischen Arbeitszeiterfassung nennen.

Bitkom fordert Priorität für Maßnahmen, welche Unternehmen konkreten Nutzen bringen

„Die Politik sollte mit Priorität jene Maßnahmen umsetzen, die den Unternehmen konkreten Nutzen bringen“, folgert Wintergerst. Die Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit würde Beschäftigten die flexiblere Gestaltung ihrer Arbeitszeit ermöglichen. Sie fördere auch einen Perspektivwechsel – weg vom Leitbild des Industriearbeitsplatzes aus dem vorigen Jahrhundert und hin zur agilen Arbeitswelt der Zukunft.

  • Bei der Fachkräfte-Einwanderung plädiert der Bitkom insbesondere für die Schaffung einer „Work-and-stay-Agentur“ mit einer zentralen IT-Plattform als einheitlicher Anlaufstelle für ausländische Fachkräfte und für eine konsequente Digitalisierung und Zentralisierung aller Prozesse.

Wichtig sei ebenso die „Aktiv-Rente“: „Die ,Aktiv-Rente’ ist ein echter Paradigmenwechsel in der deutschen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Erstmals diskutieren wir ernsthaft darüber, wie wir gut ausgebildete Fachkräfte länger im Berufsleben halten können – und nicht, wie wir sie möglichst früher aus dem Arbeitsmarkt verabschieden.“ Für die Unternehmen verbinde sich damit die Verpflichtung, auch ältere Beschäftigte kontinuierlich weiterzubilden und ihnen auch jenseits des Alters von 66 oder 67 Jahren eine berufliche Perspektive zu bieten.

Weitere Informationen zum Thema:

bitkom
Dr. Ralf Wintergerst / Präsident Bitkom / Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

datensicherheit.de, 13.04.2024
Mangel an IT-Fachkräften: Bitkom warnt vor dramatischer Verschärfung / 2040 werden in Deutschland nach aktuellen Bitkom-Erkenntnissen rund 663.000 IT-Fachleute fehlen, wenn die Politik nicht massiv gegensteuert

datensicherheit.de, 15.02.2022
Fachkräftemangel, Insiderbedrohungen und Home-Office – Cyber-Risiken mit Wurzeln in den Unternehmen / Hendrik Schless kommentiert die von Unternehmen viel zu häufig unterschätzten Risiken

datensicherheit.de, 02.10.2018
Fachkräftezuwanderungsgesetz: Stellungnahme des Bitkom-Präsidenten Achim Berg / Der Digitalverband begrüßt die Gesetzesinitiative

datensicherheit.de, 20.02.2017
Weltweiter Fachkräftemangel gefährdet Cyber-Sicherheit / Neue Studie zeigt Lücke von 1,8 Millionen in fünf Jahren auf

datensicherheit.de, 23.01.2017
Cyber-Sicherheit: Suche nach Fachkräften erfordert Blick über den Tellerrand / Palo Alto Networks nennt Randbedingungen und Voraussetzungen zur Behebung des Fachkräftemangels

datensicherheit.de, 22.10.2016
Cyber-Sicherheit durch kritischen Fachkräftemangel auch zukünftig in Gefahr / Branche sollte Nachwuchskräften attraktive Angebote machen, damit diese die Lücken schließen

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https://www.datensicherheit.de/bitkom-fehlen-100000-it-fachkraefte-deutschland/feed 0
Mangel an IT-Fachkräften: Bitkom warnt vor dramatischer Verschärfung https://www.datensicherheit.de/mangel-it-fachkraefte-bitkom-warnung-dramatik-verschaerfung https://www.datensicherheit.de/mangel-it-fachkraefte-bitkom-warnung-dramatik-verschaerfung#respond Fri, 12 Apr 2024 22:05:35 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=44485 2040 werden in Deutschland nach aktuellen Bitkom-Erkenntnissen rund 663.000 IT-Fachleute fehlen, wenn die Politik nicht massiv gegensteuert

[datensicherheit.de, 13.04.2024] Der Bitkom e.V. hat laut einer eigenen Meldung erstmals eine Langfriststudie zum Thema Fachkräftemangel vorgestellt – demnach drohen bis 2040 in Deutschland 663.000 IT-Fachleute zu fehlen. Der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst, warnt eindringlich: „Ohne IT-Spezialisten verspielt Deutschland seine digitale Zukunft!“ Grundlage der Berechnungen seien u.a. Daten des Bundesinstituts für Berufliche Bildung zur Entwicklung des Fachkräftebedarfs und -angebots in diesen Berufen seit 2010 sowie Daten von Unternehmensbefragungen der „Bitkom Research“ zur Entwicklung des IT-Fachkräftemangels seit 2009.

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Abbildung: Bitkom e.V.

Bitkom-Prognose: IT-Fachkräftelücke vervierfacht sich!

Digitalverband Bitkom hat Studie am 11. April 2024 vorgestellt

„In Deutschland werden im Jahr 2040 rund 663.000 IT-Fachleute fehlen, wenn die Politik nicht massiv gegensteuert.“ Dies zeige eine am 11. April 2024 vorgestellte Studie des Digitalverbands Bitkom. Im vergangenen Jahr – 2023 – habe es 149.000 unbesetzte IT-Stellen in deutschen Unternehmen gegeben, fünf Jahre zuvor seien es erst 82.000 gewesen. Hinzu kämen Tausende offene Stellen mit IT-Schwerpunkt in Verwaltungen, Schulen oder Wissenschaftseinrichtungen.

„Der sich seit Jahren verschärfende Mangel an IT-Fachkräften betrifft das ganze Land und bremst die dringend notwendige Digitalisierung. Eine immer größer werdende Fachkräftelücke in der IT bedeutet einen Verlust von Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung, Wachstum und Wohlstand. Ohne IT-Spezialistinnen und -Spezialisten verspielt Deutschland seine digitale Zukunft“, erläutert Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.

Bitkom-Forderung, jetzt konsequent zu handeln, damit Projektion nicht Realität wird

Die gute Nachricht sei: „Wenn wir jetzt konsequent handeln, muss diese Projektion nicht Realität werden. Notwendig ist, dass in allen Bereichen gleichzeitig die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden.“ Die drohende Fachkräftelücke lässt sich nach den Berechnungen des Bitkom nur schließen, „wenn umgehend massiv gegengesteuert wird“. So könnten bis 2040 durch die Förderung des Quereinstiegs rund 129.500 zusätzliche IT-Fachkräfte gewonnen werden, durch Maßnahmen im Bereich Studium und Ausbildung kämen weitere rund 108.000 hinzu und 68.500 ließen sich aktivieren, indem ältere Beschäftigte länger im Job bleiben.

Unverzichtbar ist aus Bitkom-Sicht, weitere 321.000 IT-Experten über bessere Zuwanderungsmöglichkeiten nach Deutschland zu holen. Dr. Wintergerst führt aus: „Wenn wir uns extrem anstrengen, können wir die absehbare Fachkräftelücke etwa zur Hälfte aus dem Inland schließen. Die andere Hälfte aber braucht zwingend qualifizierte Zuwanderung aus allen Teilen der Welt.“

Bitkom sieht Bedarf an IT-Fachkräften in der Wirtschaft bis 2040 rasant steigen

Den Berechnungen zufolge werde das Angebot an IT-Fachkräften von derzeit 1,136 Millionen bis 2040 auf 1,256 leicht um rund 120.000 zulegen – „sofern die entsprechenden Maßnahmen auf dem aktuellen Niveau fortgeführt werden“. Dabei spiele auch der vergleichsweise geringe Altersdurchschnitt in den IT-Berufen eine Rolle. Während bis 2040 in der Gesamtwirtschaft 50,5 Prozent der derzeitigen Beschäftigten aus dem Berufsleben ausscheiden würden, seien es in den IT-Berufen nur 32,5 Prozent.

„Diese zunächst positive Ausgangslage bedeutet aber auch, dass die demographische Entwicklung die IT nach 2040 umso härter trifft. Umso wichtiger ist, dass wir jetzt die Weichen stellen und erfolgreich gegensteuern“, so Dr. Wintergerst. Denn gleichzeitig werde bis 2040 der Bedarf an IT-Fachkräften in der Wirtschaft rasant steigen. Liegt er laut Bitkom derzeit bei 1,29 Millionen, so werden es dann 1,92 Millionen sein – eine Zunahme um rund 630.000.

Bitkom rät, junge Menschen für IT zu begeistern, und Studium sowie Ausbildung zu verbessern

Durch bildungspolitische Maßnahmen wie ein Pflichtfach Informatik, mehr Kooperationen zwischen Schule und Wirtschaft sowie zusätzliche Informatik-Lehrstühle ließe sich das zuletzt bereits gestiegene Interesse an IT-Berufen verstetigen und weiter erhöhen. Dadurch könnten laut Bitkom bis 2040 rund 27.000 IT-Fachkräfte zusätzlich gewonnen werden.

Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf Mädchen und Frauen liegen. So seien aktuell nur rund 21 Prozent der Studenten und zehn Prozent der Auszubildenden im Bereich Informatik weiblich. Dr. Wintergerst: „Es gibt keinen wirklichen Grund, warum nicht genauso viele Frauen einen IT-Beruf anstreben und ergreifen sollten wie Männer.“ Wenn der Frauenanteil unter denjenigen, die Studium und Ausbildung abschließen, auf 50 Prozent erhöht würde, könnten bis 2040 weitere 25.500 IT-Fachkräfte zur Verfügung stehen. Ein weiterer Ansatzpunkt im Bereich Studium sei die Reduzierung der Abbrecherquote in den Informatik-Studiengängen, die mit 42 Prozent deutlich über dem Durchschnitt aller Studiengänge von derzeit 27 Prozent liege. Wenn die Abbrecherquote auf 20 Prozent gesenkt würde, könnten bis 2040 weitere rund 55.000 hochqualifizierte IT-Fachkräfte in Deutschland gewonnen werden.

Bitkom-Empfehlung, altere Beschäftigte im Arbeitsmarkt zu halten

Zugleich könnten bis 2040 weitere rund 68.500 IT-Fachkräfte zusätzlich zur Verfügung stehen, wenn ältere Beschäftigte über das Renteneintrittsalter hinaus freiwillig im Arbeitsmarkt blieben. Aktuell seien gerade einmal 0,9 Prozent der IT-Beschäftigten 65 Jahre alt oder älter. Um diesen Anteil zu erhöhen, brauche es finanzielle Anreize für Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen – zugleich sollten die Sozialabgaben für Erwerbstätige im Rentenalter ganz abgeschafft oder zumindest deutlich verringert werden.

„Die IT bietet häufig Arbeitsbedingungen, die eine Tätigkeit auch im Alter ermöglicht und viele Beschäftigte würden auch gerne länger arbeiten. Arbeiten jenseits der 65 ist allerdings häufig weder für die Unternehmen noch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter attraktiv“, berichtet Dr. Wintergerst. Die Unternehmen selbst seien gefordert, ältere Beschäftigte kontinuierlich weiterzubilden„und wir müssen gerade in den besonders jugendorientierten Tech-Unternehmen eine Kultur entwickeln, die Ältere als wichtigen Teil von Diversität begreift und das auch lebt“.

Bitkom plädiert, Quereinstieg in die IT weiter zu erleichtern

Die IT biete schon heute ideale Voraussetzungen für den Quereinstieg, rund ein Viertel aller Fachkräfte in der IT-Branche seien sogenannte Quereinsteiger. Durch konkrete Maßnahmen wie die Förderung von Quereinstiegsprogrammen und „Bootcamps“ sowie den Ausbau von Beratungsangeboten könne nach Berechnungen des Bitkom die Zahl der Quereinsteiger um 50 Prozent erhöht werden, was rund 129.500 zusätzlichen Fachkräften entspreche.

„Wichtig sind Flexibilität und Kreativität. So sollten etwa gemäß dem Modell Bildungsteilzeit Menschen, die sich in die IT, aber auch in andere Mangelberufe orientieren wollen, gezielt finanziell unterstützt werden. Aber auch die Unternehmen selbst müssen in ihre Zukunft investieren und Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowohl von aktiven als auch von potenziellen Beschäftigten massiv ausbauen“, betont Dr. Wintergerst.

Fachkräftelücke lässt sich laut Bitkom nur mit Zuwanderung schließen

Allerdings selbst wenn alle diese Maßnahmen griffen, bleibe im Jahr 2040 noch eine Lücke von etwa 338.000 fehlenden IT-Spezialisten. Zuletzt seien bereits jährlich etwa 13.000 ausländische Fachkräfte aus der EU und anderen Ländern in IT-Berufe zugewandert. Durch das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz sollten nach dem Willen der Bundesregierung pro Jahr 75.000 zusätzliche Fachkräfte aus Drittstaaten außerhalb der EU nach Deutschland kommen – auf IT-Berufe bezogen wären das 4.000 pro Jahr. Ein ähnlicher Anstieg müsse auch für EU-Staaten erreicht werden.

„Wir werden mit dem inländischen Potenzial und der bisherigen Zuwanderung die IT-Fachkräftelücke nicht schließen können. Deutschland muss als Arbeits- und Lebensmittelpunkt für IT-Fachleute viel attraktiver werden“, unterstreicht Dr. Wintergerst. Diese Menschen seien weltweit umworben. Um für diese attraktiv zu sein, müsse Deutschland eine offene, tolerante und freie Gesellschaft bleiben. Der Bitkom plädiere dafür, die Ausländerbehörden zu „Willkommensagenturen“ umzubauen, das internationale Marketing für den IT-Standort Deutschland zu verstärken und die Einwanderung deutlich zu entbürokratisieren sowie zu beschleunigen – etwa durch eine umfassende Digitalisierung der Verfahren. Nach den Bitkom-Berechnungen könnten so bis 2040 insgesamt etwa 321.000 zusätzliche Fachkräfte aus Drittstaaten und der EU nach Deutschland kommen.

Bitkom-Fazit: Fachkräftemangel kein Naturereignis

Werden alle Maßnahmen kurzfristig angegangen, so ließe sich die Fachkräftelücke in der IT bis 2040 laut Bitkom auf 35.800 reduzieren und damit praktisch schließen. „Digitalisierung braucht Technologie, sie braucht aber vor allem Menschen, die sie voranbringen“, kommentiert Dr. Wintergerst.

Abschließend gibt er zu bedenken: „Der Fachkräftemangel ist kein Naturereignis. Wir müssen auf niemanden warten oder auf etwas hoffen, wir müssen selbst aktiv werden. Seit Jahren diskutieren wir über den Fachkräftemangel in der IT und starten einzelne Projekte. Woran es fehlt, ist eine ambitionierte Gesamtstrategie. Sie muss jetzt kommen!“

Weitere Informationen zum Thema:

bitkom, 11.04.2024
IT-Fachkräfte 2040: Wo steht die deutsche Wirtschaft? / Dr. Ralf Wintergerst, Bitkom-Präsident

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https://www.datensicherheit.de/mangel-it-fachkraefte-bitkom-warnung-dramatik-verschaerfung/feed 0
Bitkom-Warnung: Mangel an Fachkräften für Datenschutz https://www.datensicherheit.de/bitkom-warnung-mangel-an-fachkraeften-fuer-datenschutz https://www.datensicherheit.de/bitkom-warnung-mangel-an-fachkraeften-fuer-datenschutz#respond Fri, 26 Jan 2018 19:35:40 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=27215 Enormer Arbeitsaufwand bei der Umsetzung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung

[datensicherheit.de, 26.01.2018] In einer Stellungnahme weist der Branchenverband Bitkom darauf hin, dass 2018 neue Datenschutzregelungen Unternehmen vor große Herausforderungen stellen werden. Für die Umsetzung fehle vielen von ihnen jedoch häufig ausreichend qualifiziertes Personal. Mehr als jedes zweite Unternehmen (56 Prozent) in Deutschland habe weniger als eine Vollzeitstelle für Mitarbeiter eingeplant, die sich hauptsächlich mit Datenschutzthemen befassen, so das Ergebnis einer repräsentativen Unternehmensbefragung im Bitkom-Auftrag.

Unternehmen suchen händeringend nach passenden Fachkräften

Mit der ab 25. Mai 2018 endgültig in Kraft tretenden Datenschutzgrundverordnung (DSGVo) ergäben sich viele neue Pflichten für Unternehmen. „Der Arbeitsaufwand bei der Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung ist enorm, gleichzeitig suchen Unternehmen händeringend nach passenden Fachkräften“, so Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsführung für Recht und Sicherheit.
In genau eine Vollzeitstelle für Datenschutzangelegenheiten investiere gut jedes vierte Unternehmen (27 Prozent). Nur 14 Prozent der Unternehmen hätten mehr als eine Vollzeitstelle für Mitarbeiter vorgesehen, die sich hauptsächlich mit Datenschutz beschäftigen.

Ambitionierter „Privacy by Design“-Grundsatz

Ab 25. Mai 2018 gilt in der EU endgültig die DSGVO – nach der zweijährigen Umsetzungsfrist müssen dann alle Unternehmen die neuen Regeln beachten. Im Mittelpunkt steht dabei laut Bitkom für viele Unternehmen, ein Verarbeitungsverzeichnis für Personendaten zu erstellen.
Außerdem müssten sie Prozesse in der Produktentwicklung anpassen, um dem neuen „Privacy by Design“-Grundsatz gerecht zu werden. Darüber hinaus seien zusätzliche Informationspflichten gegenüber Kunden zu berücksichtigen.

E-Privacy-Verordnung für zweite Jahreshälfte 2018 avisiert

Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2018 entscheide die EU über die sogenannte E-Privacy-Verordnung. Deren Ziel sei es zum einen, die Vertraulichkeit der Kommunikation zu schützen; zum anderen formuliere sie zusätzliche Datenschutzvorschriften, die besonders im Bereich der Verarbeitungs- und Speicherfunktion in Endgeräten wie PCs, Tablets oder Smartphones über die Datenschutzgrundverordnung hinausgingen.
Der Bitkom kritisiert den aktuellen Gesetzentwurf der EU-Kommission zur E-Privacy-Verordnung: „Künftige Innovationen werden durch die E-Privacy-Verordnung bedroht“, warnt Dehmel. So werde die bereits gefundene Balance zwischen dem Schutz der Privatsphäre einerseits und neuen Technologien andererseits wieder zerschlagen. Dehmel: „Was die Datenschutzgrundverordnung erlaubt, darf die E-Privacy-Verordnung nicht wieder zurückdrehen.“
Bisher stelle die E-Privacy-Verordnung in mehreren Bereichen eine nach DSGVO erlaubte Datenverarbeitung entweder unter den Vorbehalt einer strengeren Form der Einwilligung oder untersage sie vollständig. Zudem würden durch den Kommissionsentwurf auch Vorgänge erfasst werden, die keine Verarbeitung von personenbezogenen Daten vorsehen.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 12.01.2018
EU-DSGVO: Neue Anforderungen an Organisation und Technik

bitkom
Datenschutzkonforme Datenverarbeitung nach der EU-Datenschutz-Grundverordnung

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(ISC)² meldet Rekord: 125.000 Mitglieder-Marke geknackt https://www.datensicherheit.de/isc%c2%b2-meldet-rekord-125-000-mitglieder-marke-geknackt https://www.datensicherheit.de/isc%c2%b2-meldet-rekord-125-000-mitglieder-marke-geknackt#respond Tue, 15 Aug 2017 16:47:07 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=26821 Weltweit größte gemeinnützige Vereinigung zertifizierter Sicherheitsexperten zur Stärkung der Cyber-Abwehr von Unternehmen und Regierungseinrichtungen

[datensicherheit.de, 15.08.2017] Die nach eigenen Angaben weltweit größte gemeinnützige Vereinigung von zertifizierten Cyber-Sicherheitsexperten, (ISC)², hat gemeldet, dass seine Mitgliederanzahl auf weltweit über 125.000 zertifizierte Cyber-Sicherheitsprofis gestiegen ist. Vor dem Hintergrund des exponentiellen Wachstums der Nachfrage nach qualifizierten Sicherheitsexperten ermöglichten die (ISC)²-Zertifizierungs- und Weiterbildungsprogramme Cyber- und IT-Sicherheitsanwendern, ihre Kompetenz zu beweisen, ihre Karriere voranzutreiben und zu einer sichereren Gesellschaft beizutragen.

Innerhalb der IT-Sicherheitsbranche fehlen 1,8 Millionen Fachkräfte

„Wir sind extrem stolz darauf, den Meilenstein von 125.000 Mitgliedern erreicht zu haben. Allerdings wissen wir auch, dass uns noch viel Arbeit bevorsteht“, erklärt (ISC)²-Geschäftsführer und CISSP David Shearer.
„Technologie allein wird unsere Sicherheitsherausforderungen nicht bewältigen können. Zusätzlich werden wir bis 2022 einen weltweiten Arbeitskräftemangel erleben“, so seine Prognose. Innerhalb der IT-Sicherheitsbranche würden 1,8 Millionen Fachkräfte fehlen.
Shearer: „In Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern, Regierungsbehörden, akademischen Einrichtungen und anderen Organisationen auf der ganzen Welt liegt die Aufgabe der (ISC)² darin, die Informationssicherheitsfachkräfte- und IT-Anwender anzulocken, auszubilden und zu trainieren, die wir benötigen, um den größten Sicherheitsherausforderungen Herr zu werden.“

(ISC)²-Zertifizierungen weltweit Nachweis für IT-Sicherheitskompetenz

„125.000 Mitglieder ist eine sehr große Zahl für eine Community aus engagierten Menschen, die die Messlatte stetig durch Lernen, Forschen, Unterrichten und Austauschen ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten erhöhen, um unsere Cyber-Welt sicherer zu machen“, unterstreicht Emmanuel Nicaise, CISSP und Präsident des (ISC)²-Benelux-Chapters.
Ein (ISC)²-Mitglied zu werden, bedeutet demnach mehr als eine Prüfung abzulegen – es sei ein Bekenntnis zu einer bestimmten Ethik und einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Fähigkeiten und des Wissens im eigenen Bereich.
(ISC)²-Zertifizierungen seien weltweit als Nachweis für die Kompetenz von IT-Sicherheitsexperten anerkannt, die außerdem zu einem Karriere-Sprung und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung verhelfen würden. Jeden Tag setzten Verbandsmitglieder auf der ganzen Welt Kenntnisse ein, die sie aus ihren (ISC)²-Zertifizierungen gewonnen hätten, um zu allen Aspekten der Cyber-, Informations-, Software-, IT- und Infrastruktursicherheit beizutragen.

Regionale und globale Kooperation

„Ich schloss mich (ISC)² im Jahr 2010 während meiner CISSP-Zertifizierung an und kann nun rückblickend sagen, dass dies einen der wichtigsten Meilensteine meiner Karriere darstellt“, berichtet Dr. Martin Simka, CISSP, CEE bei Showmax und Sekretär des polnischen (ISC)²-Chapters.
„Die Einrichtung hilft mir, zu verfolgen, was innerhalb der weltweiten Sicherheitsgemeinschaft vor sich geht. Andererseits besitze ich dank der lokalen monatlichen Chapter-Treffen Möglichkeiten, anderen Kollegen aus der Industrie zu begegnen und Präsentationen wie Live-Diskussionen zu sicherheitsverwandten Themen beizuwohnen“, so Simka. Als lokale und globale Gemeinschaft habe (ISC)² einen erheblichen Einfluss auf die kontinuierliche persönliche Entwicklung von zertifizierten IT-Security-Profis.
Mehr denn je müsse die Cyber-Sicherheitsgemeinschaft zusammenkommen und neue Lösungen und Strategien entwickeln, um Organisationen auf der ganzen Welt zu helfen, Daten in einer zunehmend gefährlichen Online-Welt zu schützen, fügt Shearer hinzu: „Genau das wird nächsten Monat im Rahmen unseres jährlichen ,North America Security Congress‘ geschehen. Wir werden die besten und hellsten Köpfe der Cyber-Sicherheit zusammenbringen, um die Fragen, Bedrohungen und andere Herausforderungen, denen die Cyber-Sicherheitsbranche gegenübersteht, zu erforschen. Zusätzlich werden sie gemeinsam nach kreativen, handlungsfähigen Lösungen suchen, die unsere Mitglieder anschließend im Arbeitsalltag zur besseren Absicherung ihrer Daten einsetzen können.“

Weitere Informationen zum Thema:

(ISC)²
Join Us in Inspiring a Safe and Secure Cyber World

(ISC)²
SECURITY CONGRESS 2017

datensicherheit.de, 17.01.2017
(ISC)² startet Bewerbungsfrist für Women’s Information Security-Stipendien 2017

datensicherheit.de, 24.10.2016
(ISC)² Certified Cyber Forensics Professional (CCFP) – Ein Erfahrungsbericht

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KASPERSKY lab warnt: IT-Sicherheitsbranche übersieht potenzielle Nachwuchskräfte https://www.datensicherheit.de/kaspersky-lab-warnt-it-sicherheitsbranche-uebersieht-potenzielle-nachwuchskraefte https://www.datensicherheit.de/kaspersky-lab-warnt-it-sicherheitsbranche-uebersieht-potenzielle-nachwuchskraefte#respond Mon, 20 Mar 2017 14:53:13 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=26451 Laut aktueller Studie brächten junge Talente genau die richtigen Voraussetzungen für eine Karriere als IT-Sicherheitsexperte mit

[datensicherheit.de, 20.03.2017] Laut einer aktuellen Studie von KASPERSKY lab läuft die IT-Sicherheitsbranche auf der Suche nach Nachwuchskräften Gefahr, eine ganze Generation cyber-begeisterter Talente zu übersehen, weil sie sich bei der Rekrutierung zu sehr auf Erfahrung und vorhandenes Fachwissen konzentriert. Dabei brächten junge Talente genau die richtigen Voraussetzungen für eine Karriere als IT-Sicherheitsexperte mit: Begeisterungsfähigkeit, Flexibilität und passende Kernkompetenzen.

Mangelnde Erfahrung durch passende Persönlichkeitsmerkmale wettmachen!

IT-Fachkräfte sehen laut dieser Studie nachweisbare Erfahrung (30 Prozent) und vorhandene Kenntnisse von IT-Systemen (24 Prozent) als die wichtigsten Eigenschaften für eine Karriere in der Sicherheitsbranche an. Doch Absolventen und Schulabgänger könnten ihre mangelnde Erfahrung auf diesem Gebiet durch passende Persönlichkeitsmerkmale wettmachen. Nach Meinung von IT-Fachkräften gehörten zu den wichtigsten dieser Merkmale

  • die Fähigkeit, quer denken zu können (44 Prozent),
  • sich in einem ungewohnten Umfeld (39 Prozent) und außerhalb festgelegter formaler Strukturen (38 Prozent) zurechtzufinden,
  • sowie die Neugierde erforschen zu wollen, wie Dinge funktionieren (35 Prozent).

Tatsächlich würden der jungen Generation von einer übergroßen Mehrheit der von KASPERSKY lab befragten IT-Fachkräfte genau diese Fähigkeiten zugesprochen. Die Werte reichten hier von 81 Prozent beim Thema Neugierde bis zu 72 Prozent bei der Kompetenz, auch in ungewohnten Umgebungen arbeiten zu können.

Mehr Realitätsbewusstsein in der Branche gefordert

„Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels an Sicherheitsexperten muss sich die IT-Branche stärker der Realität stellen“, fordert Holger Suhl, „General Manager DACH“ bei KASPERSKY lab.
Ihr Unternehmen sei jetzt seit 20 Jahren auf diesem Gebiet aktiv. In den letzten beiden Dekaden habe sich in der Cyber-Sicherheitsbranche vieles verbessert. Bei der Rekrutierung allerdings sei der Fortschritt leider nur sehr gering gewesen. „Es kann nicht sein, dass wir eine ganze Generation wertvoller Fachkräfte nicht berücksichtigen, noch dazu, wo diese genau die richtigen Persönlichkeitsmerkmale mitbringen würden“, so Suhl. Die Branche müsse daher dringend ihre Einstellungskriterien anpassen, bevor man das Momentum verpasse.

Branche für Nachwuchs noch ein „blinder Fleck“

Auch wenn die junge Generation die passenden Eigenschaften für den Kampf gegen Cyber-Kriminalität besitzen mag, so habe es die Branche in der Vergangenheit versäumt, sich als attraktiver Arbeitgeber in den Köpfen zu verankern.
Laut der Studie sehen 71 Prozent aller Absolventen für sich keine Karrierechancen in der IT-Sicherheit und 73 Prozent haben die Branche niemals als möglichen Arbeitgeber in Erwägung gezogen. Zudem hätten fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) wenig oder gar keine Vorstellungen über die Aufgaben von IT-Sicherheitsexperten.
„Eine ganze Generation nicht für eine Karriere auf diesem Gebiet zu begeistern, könnte uns teuer zu stehen kommen“, warnt Suhl. Es gebe nicht unendlich viele Talente für die Sicherheitsbranche und die Unternehmen versuchten eher, sich die vorhandenen Fachkräfte gegenseitig auszuspannen als neue Talente zu gewinnen. „Was wir benötigen ist ein Mix aus neuen und erfahrenen Kräften, um hier die Lücken zu schließen. In Hinblick auf Bedeutung und Umfang täglich neuer Cyber-Gefahren kann dieser Kampf nur durch einen gemeinschaftlichen Ansatz in einem Team aus Branchenexperten gewonnen werden. Unser hauseigenes Global ,Research and Analysis Team‘ (GReAT) glaubt fest daran, dass Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Herkunft eine gewaltige Stärke im Kampf gegen die Cyber-Kriminalität aufbringen können“, schließt Suhl.

„Kaspersky Academy Talent Lab“ ausgelobt

Im Jahr 2016 wurde laut KASPERSKY lab mit dem „Kaspersky Academy Talent Lab“ ein internationaler Wettbewerb für Studenten und Nachwuchskräfte ins Leben gerufen.
Am 13. März 2017 seien die diesjährigen Gewinner bekannt gegeben worden – zwei Studenten aus den USA, die mit ihrer Sicherheitstraining-App unter anderem ein Preisgeld in Höhe von 10.000 US-Dollar gewonnen hätten.
Das Programm zur Nachwuchsförderung ziele darauf ab, aktuelle Cyber-Sicherheitsherausforderungen über einen Wettbewerb für technische und kreative Talente zu lösen.

Weitere Informationen zum Thema:

KASPERSKY lab
QUALIFIKATIONSDEFIZIT IN DER CYBERSICHERHEIT – EINE TICKENDE ZEITBOMBE

Kaspersky Academy
Talent Lab

datensicherheit.de, 12.08.2016
Risiken der Internetnutzung: Eltern klären Nachwuchs nicht ausreichend auf

datensicherheit.de, 20.04.2016
Cyber Security Challenge Germany 2016: IT-Wettbewerb für junge Nachwuchskräfte

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Mehr als 40.000 IT-Azubis im Jahr 2013 https://www.datensicherheit.de/mehr-40-000-it-azubis-jahr-2013 https://www.datensicherheit.de/mehr-40-000-it-azubis-jahr-2013#respond Thu, 15 May 2014 14:20:50 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=23714 Zahl der Ausbildungsverträge steigt gegen den Trend um 2,75 Prozent / Zwei Drittel der Jugendlichen wählen Ausbildung zum Fachinformatiker

[datensicherheit.de, 15.05.2014] Erstmals seit 2008 hat die Zahl der Ausbildungsverhältnisse in den IT-Berufen die Marke von 40.000 übersprungen. Rund 41.000 registrierte Ausbildungsverträge im Jahr 2013 entsprechen einem Plus von 2,75 Prozent gegenüber 2012. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Ausbildungsverhältnisse in allen Berufen im Bereich der Industrie- und Handelskammern um 1,8 Prozent zurückgegangen. „Die IT ist eine Wachstumsbranche mit hervorragenden Chancen für gut ausgebildete Fachkräfte. Wir freuen uns, dass immer mehr junge Menschen die Potentiale der IT- und Netzwirtschaft erkennen und sich für eine IT-Ausbildung entscheiden “, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. „ITK-Unternehmen und entsprechende Abteilungen in anderen Branchen bilden intensiv aus und kümmern sich um den dringend benötigten Nachwuchs.“ 21.673 Azubis haben ihre IT-Ausbildung im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen.

Beliebtester Ausbildungsberuf in der Informatik bleibt der Fachinformatiker. 27.430 Auszubildende lassen sich aktuell zum Fachinformatiker in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung oder Systemintegration ausbilden. Der Anteil an allen Auszubildenden beträgt damit 68 Prozent, ein Plus von 3 Prozentpunkten verglichen mit dem Vorjahr. Unter den 2013 neu abgeschlossenen rund 15.000 Ausbildungsverträgen in den IT-Berufen beträgt der Anteil der Fachinformatiker sogar rund 69 Prozent. Die Gruppe der kaufmännischen IT-Berufe rangiert auf Platz zwei der beliebtesten Ausbildungsberufe im IT-Bereich mit 7.495 Ausbildungsverträgen. 5.381Jugendliche haben sich für eine Ausbildung zum Systeminformatiker oder IT-Systemelektroniker entschieden.

Frauen sind bei den IT-Auszubildenden weiter unterrepräsentiert. Ihr Anteil liegt bei rund 8,5 Prozent. Das ist ein minimaler Anstieg gegenüber 2012. „Es ist erfreulich, dass der Rückgang des Frauenanteil im vergangenen Jahr gestoppt werden konnte. Wir müssen künftig aber deutlich mehr junge Frauen für die IT-Berufe gewinnen.“, so Kempf.

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