Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Samstag, September 6, 2025 0:23 - noch keine Kommentare
Cyberkrimineller Arbeitsmarkt: Warnendes Indiz für Angriffszunahme mittels Social Engineering
Vor allem Cyberkriminelle mit Expertise im Bereich „Social Engineering“ sind aktuell sehr nachgefragt
[datensicherheit.de, 06.09.2025] „Vor Kurzem hat ReliaQuest einen beachtenswerten Bericht zur aktuellen Entwicklung am ,cyberkriminellen Arbeitsmarkt’ vorgelegt“, berichtet Dr. Martin J. Krämer, „Security Awareness Advocate“ bei KnowBe4, in seiner aktuellen Stellungnahme. So habe sich zwischen 2024 und 2025 die Zahl der dortigen „Stellenangebote“ mehr als verdoppelt. Vor allem Cyberkriminelle mit Expertise im Bereich „Social Engineering“ seien gefragt – und solche, welche Künstliche Intelligenz (KI) für „Social Engineering“-Angriffe, zum Beispiel für sogenannte Deepfake-Attacken, nutzbar machten. Für die Zukunft lasse dies „nichts Gutes“ erahnen.

Foto: KnowBe4
Dr. Martin J. Krämer: Die gesamte Belegschaft muss in die Lage versetzt werden, noch die subtilsten Anzeichen von „Social Engineering“ zu erkennen – bevor es zu spät ist!
„Untergrund-Arbeitsmarkt“ boomt und professionalisiert sich
Um sich einen Überblick über die derzeitige Lage und aktuelle Entwicklungen am „cyberkriminellen Arbeitsmarkt“ zu verschaffen, hat demnach ein Team von RealiaQuest zwischen dem 1. Januar 2023 und dem 31. Juli 2025 das DarkWeb nach kriminellen Stellenanzeigen durchforstet und diese analysiert.
- Ihrem Fazit nach haben sich von 2024 bis 2025 die Gesuche in bekannten Cyberkriminellen-Foren wie „Exploit“ und „RAMP“ mehr als verdoppelt. Auch in diesem Jahr – 2025 – habe die Zahl der Anzeigen zugenommen – „sogar so rasant, dass der Vorjahreswert bereits im Juli überschritten wurde“.
Der „Underground-Arbeitsmarkt“ boome nicht nur – er professionalisiere sich auch. „Ganze 87 Prozent der Stellenanzeigen stammen mittlerweile von kriminellen ‚Personalvermittlern‘, die im DarkWeb für ihre kriminellen Klienten nach kriminellen Technikern mit hochspezialisierten Angriffsfähigkeiten – vor allem im Bereich ,Social Engineering’ – suchen.“ Der Trend sei klar: „Cyberkriminalität wird immer organisierter, spezialisierter und effizienter!“
„Social Engineering“-Wissen nebst KI-Fertigkeiten zunehmend gefragt
Neben „Social Engineering“ seien vor allem KI-Fertigkeiten zunehmend gefragt. Seit dem dritten Quartal 2024 habe sich hierbei ein deutlicher Anstieg der Gesuche bemerkbar gemacht. „Dabei geht es längst nicht mehr allein um die ‚simple‘ Erstellung von Malware. Mittlerweile werden KI-Experten rekrutiert, um Angriffsoperationen als Ganzes zu automatisieren“, betont Krämer. KI ermögliche schnellere, skalierbarere Operationen – bei einem deutlich niedrigeren Ressourceneinsatz.
- Auch und gerade im Bereich der „Deepfake“-Technologien, in denen KI und „Social Engineering“ immer häufiger zusammenkämen, sei mit einem Anstieg der Angriffe fest zu rechnen. „Bereits heute ist die Nachfrage nach erfahrenen ,Social Engineers’ relativ hoch – und damit kostspielig.“
Krämer warnt: „In den kommenden Monaten und Jahren werden KI-gestützte ,Deepfake’-Technologien sich für viele Cyberkriminellen zu einer echten kostengünstigen Alternative entwickeln.“ Es sei deshalb in jedem Fall davon auszugehen, dass „Social Engineering“-Angriffe, ob nun mit menschlicher oder maschineller Expertenunterstützung, weiter zunehmen würden.
Tipps zur Begegnung der Bedrohungslage im Bereich „Social Engineering“
Um für die wachsende Bedrohungslage im Bereich „Social Engineering“ gerüstet zu sein, rät ReliaQuest Unternehmen zu
- einem risikobasierten Sicherheitskonzept, bei dem regelmäßig die meistgefährdeten und hochwertigsten Vermögenswerte sowie potenziellen Angriffsvektoren identifiziert und hinsichtlich ihrer jeweiligen Risikolagen priorisiert werden
- einem professionellen Schwachstellen-Management (inklusive regelmäßiger Scans und Reportings)
- professionellen Schulungen und Tests der gesamten Belegschaft zum Thema „Social Engineering“ – alle Mitarbeiter müssten in die Lage versetzt werden, „Social Engineering“-Taktiken, auch Phishing- und „Spear Phishing“-Versuche, rechtzeitig zu erkennen, nicht darauf hereinzufallen und den zuständigen Sicherheitsteams zu melden
Nur so würden Unternehmen sich eine wachsame Belegschaft aufbauen können, „die unerwünschten Manipulationsversuchen wirksam widerstehen kann“.
Krämer kommentiert abschließend: „Dem kann nur zugestimmt werden. Die gesamte Belegschaft muss in die Lage versetzt werden, noch die subtilsten Anzeichen von ,Social Engineering’, von Phishing und ,Spear Phishing’ zu erkennen – bevor es zu spät ist!“ Der zunehmende KI-Einsatz auf Seiten Cyberkrimineller lasse diese Notwendigkeit nur noch weiter an Bedeutung gewinnen.
Weitere Informationen zum Thema:
knowbe4
KnowBe4 News und Wissenswertes / Dr. Martin J. Krämer
RELIAQUEST, ReliaQuest Threat Research Team, 21.08.2025
Threat Spotlight | Cybercrime Is Hiring: Recruiting AI, IoT, and Cloud Experts to Fuel Future Campaigns
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