Deutschland – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Thu, 20 Aug 2026 08:30:43 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.7 https://www.datensicherheit.de/wp-content/uploads/cropped-datensicherheit-favicon-300x300-1-32x32.jpg Deutschland – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de 32 32 Kompromittierte Nutzerkonten – Deutschland weltweit auf Platz 10 https://www.datensicherheit.de/kompromittierung-nutzerkonten-deutschland-welt-platz-10 Tue, 04 Aug 2026 22:32:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56024 Die USA führen das Ranking mit 90,8 Millionen kompromittierten Nutzerkonten an – damit entfällt fast jedes dritte weltweit betroffene Konto (29%) auf die USA. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2026 hierzulande 3,8 Millionen Nutzerkonten kompromittiert und weltweit 313,4 Millionen.

[datensicherheit.de, 05.08.2026] Deutschland zählt im ersten Halbjahr 2026 zu den zehn Ländern mit den meisten Datenlecks weltweit.“ So die Erkenntnis aus einer aktuellen Analyse des Cybersecurity-Unternehmens Surfshark. Insgesamt wurden demnach hierzulande in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 3,8 Millionen Nutzerkonten kompromittiert – und weltweit 313,4 Millionen. Die USA führten das Ranking mit 90,8 Millionen kompromittierten Nutzerkonten an. Damit entfalle fast jedes dritte weltweit betroffene Konto (29%) auf die USA – es folgten Frankreich, Brasilien, Indien und Großbritannien.

Europa zunehmend im Fokus Cyberkrimineller

Die Analyse zeige außerdem eine bemerkenswerte Entwicklung: „Im zweiten Quartal 2026 hat Europa Nordamerika erstmals bei der Zahl kompromittierter Nutzerkonten überholt. Weltweit entfiel in diesem Zeitraum jedes dritte Datenleck auf Europa.“ Innerhalb der Region stammten 58 Prozent aller kompromittierten Konten allein aus Frankreich.

  • Auch beim sogenannten „Breach Density Score“ – der Zahl kompromittierter Konten pro 1.000 Einwohner – dominierten europäische Länder. Vier der fünf Spitzenplätze belegten Staaten aus Europa: Frankreich habe Rang 1, gefolgt von Polen, Portugal und Litauen. Lediglich die USA durchbrächen diese Reihe mit Platz 3.

„Auch wenn die Zahl der kompromittierten Konten zuletzt leicht zurückgegangen ist, liegt sie weiterhin deutlich über dem Niveau des vergangenen Jahres. Gleichzeitig beobachten wir, dass Angreifer ihren Fokus zunehmend auf leichter angreifbare Ziele verlagern – insbesondere auf Behörden und Einrichtungen des öffentlichen Sektors, deren Cybersicherheitsmaßnahmen häufig nicht ausreichend ausgebaut sind“, berichtet Tomas Stamulis, „Chief Security Officer“ bei Surfshark.

Rückgang der Fallzahlen sollte nicht als Entwarnung gewertet werden

Nach Einschätzung von Stamulis vermittelten sinkende Fallzahlen indes schnell ein trügerisches Gefühl von Sicherheit:

  • „Gestohlene Daten verlieren nicht einfach mit der Zeit an Wert. Informationen aus Datenlecks können noch Jahre später in neuen Betrugsmaschen auftauchen und für Konto-Übernahmen, Identitätsdiebstahl oder finanziellen Betrug missbraucht werden.“

Dies gelte auch für heute gestohlene Daten: „Selbst wenn sie zunächst ungenutzt bleiben, können sie noch Jahre später wieder auftauchen.“

Jede E-Mail-Adresse in Deutschland im Durchschnitt 3,6-mal von einem Datenleck betroffen

Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2004 seien in Deutschland 645,4 Millionen Nutzerkonten kompromittiert worden – der zweithöchste Wert in Westeuropa. Betroffen gewesen seien insgesamt 178 Millionen eindeutige E-Mail-Adressen. Damit sei jede E-Mail-Adresse im Durchschnitt 3,6-mal von einem Datenleck betroffen gewesen.

  • Zusammen mit den Nutzerkonten seien außerdem 550,9 Millionen Passwörter offengelegt worden. Dadurch bestehe für rund 85 Prozent der Betroffenen das Risiko von Konto-Übernahmen, Identitätsdiebstahl, Erpressung oder weiteren Formen von Cyberkriminalität.

Statistisch gesehen sei jede Person in Deutschland seit 2004 durchschnittlich achtmal von einem Datenleck betroffen gewesen – ebenfalls einer der höchsten Werte in Westeuropa.

Tipps zur Minderung des Risikos für Kompromittierung

Um die eigene Angriffsfläche zu reduzieren, empfiehlt Stamulis:

  • Persönliche Daten grundsätzlich sparsam weitergeben und sensible Informationen dann preisgeben, wenn sie wirklich erforderlich sind!
  • Echte personenbezogene Daten nur bei offiziellen oder gesetzlich notwendigen Vorgängen verwenden!
  • Für alltägliche Registrierungen auf Aliasnamen, separate E-Mail-Adressen oder E-Mail-Aliasse setzen!

„Auch sogenannte Dienste zum Verbergen der E-Mail-Adresse können dazu beitragen, die eigene Identität besser zu schützen“, so Stamulis.

Weitere Informationen zum Thema:

Surfshark
Wir entwickeln die populärsten Sicherheitsprodukte für Menschen in der ganzen Welt / Unser Ziel ist es, Menschen die volle Kontrolle über ihr digitales Leben zu ermöglichen, das Bewusstsein für die sich entwickelnden Online-Bedrohungen zu schärfen, Barrierefreiheit zu fördern und die Zukunft des Internets zu sichern. Wir arbeiten an einer Zukunft, in der das Internet eine offene, integrative und unschätzbare globale Ressource für alle bleibt.

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Tomas Stamulis

Surfshark
Country profile Germany – Global rank by breached accounts: 5th

datensicherheit.de, 19.06.2026
Nutzerkonten gefährdet: 24 Milliarden Datensätze einschließlich Benutzernamen und Passwörtern im Internet / Am 12. Juni 2026 hat das Rechercheteam von „Cybernews“ ein Datenleck mit 24 Milliarden Datensätzen entdeckt

datensicherheit.de, 04.02.2026
Benutzerkonten: Pauschaler Passwortwechsel laut BSI keine zeitgemäße Schutzmaßnahme mehr / Wiederkehrende Änderungen des Passworts könnten dazu führen, dass Verbraucher eher vermehrt zu schwachen – etwa leicht vorhersehbaren – Passwörtern neigen

datensicherheit.de, 29.08.2017
Privilegierte Benutzerkonten ins Visier von Hackern / Mehrere Methoden, um an die Zugangsdaten zu gelangen

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Deutschland im EU-Digitalranking auf Platz 17 https://www.datensicherheit.de/deutschland-eu-digitalranking-platz-17 Mon, 03 Aug 2026 22:47:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56016 Laut Bitkom-Erkenntnissen kommt Deutschland zwar vorwärts, aber andere EU-Staaten digitalisieren jedoch schneller

[datensicherheit.de, 04.08.2026] Der aktuelle, vom Digitalverband Bitkom e.V. publizierte „Bitkom-DESI-Index“ zeigt Dänemark an der Spitze – indes komme Deutschland vorwärts, andere digitalisierten jedoch schneller, gleichwohl erreiche Deutschland unter den fünf großen EU-Ländern Platz 2 (hinter Spanien).

Deutschland hinter Spanien – aber noch vor Frankreich, Polen und Italien

Deutschland komme bei der Digitalisierung voran, könne aber mit dem Tempo insbesondere der kleineren EU-Länder nicht Schritt halten: Im aktuellen „Bitkom-DESI-Index 2026“ belegt Deutschland demnach unter den 27 EU-Mitgliedstaaten den 17. Platz – mit 51,1 Punkten.

Im Vorjahr habe Deutschland noch auf Rang 14 (50,1 Punkte), im alten „DESI-Index“ der EU-Kommission 2022 auf Rang 13 gelegen.

Zugleich zeige der Vergleich: Unter den fünf größten EU-Ländern stehe Deutschland auf Platz 2 hinter Spanien und noch vor Frankreich, Polen und Italien, so die Erkenntnis aus dem gegenwärtigen „Bitkom-DESI-Index“, welcher den Digitalisierungsfortschritt der EU-Länder vergleichbar machen solle.

EU-Kommission stellt seit 2014 umfassende Daten zur Digitalisierung der -Mitgliedstaaten zusammen

„Deutschland macht Fortschritte bei der Digitalisierung, aber andere Länder sind schneller. Wer im digitalen Wettbewerb nach vorne will, muss nicht nur besser, sondern auch schneller werden“, kommentiert der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst.

Er stellt klar: „Platz 17 kann für Deutschland nicht der Anspruch sein. Hier sind die Politik in Bund und Ländern, Wirtschaft und u.a. Bildungseinrichtungen gleichzeitig gefordert!“

Die EU-Kommission stellt laut Bitkom seit 2014 umfassende Daten zur Digitalisierung der Mitgliedstaaten zusammen. Bis 2022 habe sie daraus den sogenannten DESI – den „Digital Economy and Society Index“ – mit einem Gesamtranking der EU-Länder veröffentlicht. Seit 2023 gebe es kein solches Gesamtranking mehr.

Dänemark im Gesamtranking 2026 auf Platz 1

Stattdessen weise die EU-Kommission nunmehr im Rahmen des „2030 Digital Decade Report“ die entsprechenden Einzelindikatoren aus, etwa zu digitalen Kompetenzen, 5G-Abdeckung, Glasfaserverfügbarkeit, Nutzung digitaler Technologien in Unternehmen oder digitalen Verwaltungsleistungen. Der Bitkom bildet nach eigenen Angaben aus diesem Indikatoren-Set mit der etablierten EU-Methodik wieder Einzel-, Bereichs- und Gesamtrankings.

Der neue „Bitkom-DESI“ umfasse 44 Indikatoren. Im Gesamtranking 2026 liege Dänemark mit 76,4 Punkten auf Platz 1, dahinter folgten Finnland (72,9 Punkte), die Niederlande (72,7 Punkte), Malta (70,3 Punkte) und Luxemburg (69,3 Punkte).

Wintergerst führt aus: „Ein großer, föderaler Flächenstaat wie Deutschland lässt sich nur bedingt mit Luxemburg, Estland oder auch Dänemark vergleichen. Unter den bevölkerungsstarken Flächenstaaten positioniert sich Deutschland gut. Das ebenfalls föderal organisierte Spanien ist hier Vorreiter und zeigt, dass auch für Deutschland mehr geht.“ Am Ende des Rankings stehen laut Wintergerst Rumänien (26,5 Punkte), Bulgarien (36,9 Punkte) und die Slowakei (38,3 Punkte).

Deutschlands Positionierung in den einzelnen Bereichen:

  • Im Bereich „Digitale Transformation von Unternehmen“
    erreiche Deutschland Platz 11 im EU-Vergleich nach Rang 8 im Vorjahr. Unter den fünf größten EU-Ländern stehe Deutschland auf Platz 1. Hierzu habe es insbesondere bei der Anzahl der „Unicorns“, also Startups mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Euro, eine leicht bessere Entwicklung als im EU-Durchschnitt gegeben. Platz 1 in der Gesamtkategorie belege Dänemark, gefolgt von Finnland, den Niederlanden und Belgien.
  • Bei der „Qualität der digitalen Infrastruktur“
    liege Deutschland ebenfalls auf Platz 11 (Vorjahr 9) und auf Platz 2 im Vergleich der fünf bevölkerungsreichsten EU-Länder. Die 5G-Abdeckung erreiche inzwischen 99,5 Prozent der Haushalte und liege damit über dem EU-Durchschnitt von 96,8 Prozent. Bei der „Nutzung der digitalen Infrastruktur“ belege Deutschland aber lediglich Platz 21, da die allermeisten Haushalte den an ihrem Standort verfügbaren Superbreitband- und Glasfaseranschluss nicht nutzten. Nur sieben Prozent der Bevölkerung nutzten einen Breitbandanschluss mit mindestens 1.000 Mbit/s.
  • Im Bereich „Digitale Kompetenzen“
    habe sich Deutschland von Platz 15 im Jahr 2025 auf nunmehr Platz 11 um vier Ränge verbessert. Unter den fünf größten EU-Ländern belege Deutschland Rang 2. Positiv sei der Anteil der IT-Fachkräfte: Sie machten in Deutschland 5,5 Prozent der Beschäftigten aus – im EU-Durchschnitt seien es 5,0 Prozent. Auch beim Anteil der Absolventen in IT-Disziplinen liege Deutschland mit 6,2 Prozent über dem EU-Durchschnitt von 5,5 Prozent. Die besten Werte bei den digitalen Kompetenzen erreichten Irland, Finnland und die Niederlande.
  • Bei der „Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung“
    belege Deutschland nur Platz 22 von 27 EU-Ländern, nach Rang 21 im Vorjahr. Zwar gebe es auch hierbei Fortschritte, etwa bei vorausgefüllten Formularen: Ihr Wert steige in Deutschland auf 52,0 Punkte, bleibe aber deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 75,9 Punkten. Digitale Verwaltungsangebote würden in Deutschland von 69,6 Prozent der Internetnutzer verwendet, EU-weit seien es 76,0 Prozent. Platz 1 bei der digitalen Verwaltung belege Malta, dahinter folgten Estland und Finnland. Unter den fünf größten EU-Ländern belege Deutschland in diesem Segment Platz 3.

Die entscheidende Frage lautet, wie Deutschland auf einen schnelleren Digitalisierungs- und damit auf einen Wachstumskurs kommt

Wintergerst unterstreicht abschließend: „Die entscheidende Frage lautet: Wie bringen wir Deutschland auf einen schnelleren Digitalisierungs- und damit auf einen Wachstumskurs? Wichtig ist: Wir müssen unsere Digitalprojekte beschleunigen, von Gründungen in 24 Stunden über schnellere Genehmigungen für Rechenzentren, Mobilfunkmasten und Fabriken bis zum breiten Einsatz von KI in den Unternehmen.“

Zudem sei „Smart Regulation“ erforderlich – weniger Bürokratie, einfachere Berichtspflichten, digitale Identitäten und das „Once Only“-Prinzip, damit Bürger und Unternehmen ihre Daten nur einmal angeben müssten.

„Digitalisierung darf kein Stückwerk bleiben: Deutschland braucht einen ,digitalen Nordstern’ – für mehr Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Souveränität!“, so Wintergerst.

Weitere Informationen zum Thema:

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Dr. Ralf Wintergerst: Präsident Bitkom / Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

WIKIPEDIA
Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft

datensicherheit.de, 25.03.2026
Bitkoms Smart City Index 2026: Städte errichten Digitale Zwillinge / Am 13. März 2026 wurde ein neuer Studienbericht publiziert, welcher bislang unveröffentlichte Detailergebnisse des Digital-Rankings der 83 deutschen Städte ab 100.000 Einwohnern des Digitalverbands Bitkom enthält

datensicherheit.de, 15.05.2026
Motivation der Digitalministerkonferenz in Hamburg: Verwaltung und Staat für Digitalisierung und Vernetzung fit zu machen / Einige der vereinbarten Maßnahmen betreffen direkt die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen, andere sind notwendig, um eine effektive Digitalisierung erst möglich und sinnvoll zu machen

datensicherheit.de, 31.08.2025
Länderdomain-Ranking: Deutschland auf Platz 2 – China global führend / Mit 17,6 Millionen „.de”-Domains ist Deutschland weltweit die zweitgrößte länderspezifische Webpräsenz und Marktführer in Europa

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42 Jahre nach Empfang der ersten E-Mail in Deutschland: Unternehmen bei der -Sicherheit in der Pflicht https://www.datensicherheit.de/42-jahre-erste-e-mail-deutschland-unternehmen-sicherheit-pflicht Sat, 01 Aug 2026 10:28:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55972 Der eco fordert Unternehmen und E-Mail-Dienstleister auf, Absenderidentität und Versandwege konsequent abzusichern

[datensicherheit.de, 01.08.2026] Am 3. August 1984 erfolgte der Empfang der ersten E-Mail in Deutschland – nunmehr, 42 Jahre danach, meldet der eco – Verband der Internetwirtschaft e.V., dass demnach eine im Auftrag durchgeführte repräsentative YouGov-Umfrage Folgendes zeigt: 86 Prozent machten die Vertrauenswürdigkeit einer E-Mail an leicht imitierbaren Merkmalen fest. Damit bleibe die E-Mail auch heute noch das größte Einfallstor für Cyberkriminalität. Der eco fordert deshalb Unternehmen und E-Mail-Dienstleister auf, Absenderidentität und Versandwege konsequent abzusichern. Die Daten dieser Befragung basierten auf Online-Interviews mit Mitgliedern des „YouGov Panels“, welche der Teilnahme vorab zugestimmt hätten – im Zeitraum 22. und 24. Juli 2026 seien insgesamt 2.057 Personen befragt worden. Die Erhebung sei nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politisches Interesse quotiert und die Ergebnisse seien anschließend entsprechend gewichtet worden. Die Ergebnisse seien repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

E-Mail bleibt größtes Einfallstor für Cyberkriminalität

Obwohl weder Name, noch Logo oder eine plausibel wirkende Absenderadresse ausreichten, um zuverlässig belegen zu können, dass eine E-Mail tatsächlich von einem bestimmten Unternehmen stammt, hielten 86 Prozent der Erwachsenen in Deutschland mindestens eines dieser sichtbaren Merkmale für einen ausreichenden Vertrauensnachweis.

  • Das sei eine Erkenntnis der im eco-Auftrag durchgeführten bevölkerungsrepräsentativen Erhebung. Die E-Mail bleibe damit auch 42 Jahre nach dem Empfang der ersten E-Mail in Deutschland „das größte Einfallstor für Cyberkriminalität“.

52 Prozent der Befragten stuften eine E-Mail grundsätzlich als vertrauenswürdig ein, wenn sie sich auf eine tatsächliche Kundenbeziehung bezieht. 39 Prozent orientierten sich daran, dass ihnen der angezeigte Unternehmensname bekannt ist, 32 Prozent an der Absenderadresse, die den Namen des Unternehmens enthält, und 21 Prozent hielten eine E-Mail für vertrauenswürdig, wenn sie keine Warnung des Mailbox-Providers erhalten. Sieben Prozent seien der Meinung, dass keines der abgefragten Merkmale die Vertrauenswürdigkeit einer E-Mail zuverlässig bestätigen könne.

Marken-Inhaber in der Pflicht, ihre Domains sicher aufzusetzen und den E-Mail-Verkehr zu überwachen

Die vorliegenden Ergebnisse machten deutlich, dass Unternehmen die Echtheit ihrer E-Mail-Kommunikation nicht der Einschätzung ihrer Kunden überlassen dürften. Namen, Absenderadresse und Designs in E-Mails könnten imitiert werden, wodurch selbst aufmerksame Nutzer Opfer von Kriminellen werden könnten.

  • Julia Janßen-Holldiek, „Director“ der „Certified Senders Alliance“ – ein Service des eco-Verbands in Kooperation mit dem Deutschen Dialogmarketingverband (DDV), führt weiter aus: „Vertrauen beginnt nicht erst im Posteingang, sondern in der Domain- und Versandinfrastruktur. Marken müssen ihre digitale Absenderidentität schützen und ihre Versandquellen kontrollieren. Sie sind in der Pflicht, ihre Domains sicher aufzusetzen und den E-Mail-Verkehr zu überwachen!“

Auch E-Mail-Service-Provider seien gefordert, ihre Plattformen vor Missbrauch zu schützen und bei Vorfällen schnell zu reagieren. Nur so könnten Mailbox-Provider missbräuchliche Nachrichten filtern, bevor sie die Empfänger erreichen.

Damaliger E-Mail-Austausch weitgehend auf Basis gegenseitigen Vertrauens

Anlass der Befragung sei der 42. Jahrestag der ersten E-Mail an einen eigenständigen deutschen E-Mail-Server am 3. August 1984: „Der Empfänger war der heutige eco-Ehrenpräsident Prof. Michael Rotert.“

  • Damals habe der E-Mail-Austausch zwischen wenigen Forschungseinrichtungen weitgehend auf gegenseitigem Vertrauen beruht. In ihrer damaligen technischen Form würde die erste E-Mail heutige Authentifizierungsstandards nicht erfüllen. Moderne Empfangssysteme könnten sie deshalb eher als verdächtig einstufen, in den Spamordner verschieben oder ablehnen.

Heute sollen Verfahren wie SPF, DKIM und DMARC dabei helfen, die Versandberechtigung, Signatur und verwendeten Domains einer E-Mail technisch zu prüfen. Für Unternehmen reiche die einmalige Einrichtung dieser Verfahren jedoch nicht aus. Entscheidend sei eine dauerhaft hohe Qualität entlang der gesamten Versandkette.

Drei Aufgaben für Unternehmen zur Stärkung der E-Mail-Sicherheit:

  1. Aufgabe: Alle Versandquellen erfassen!
    Unternehmen müssten sämtliche internen Systeme und externen Dienstleister kennen, die in ihrem Namen E-Mails verschicken – vom Newsletter über Rechnungen und Buchungsbestätigungen bis zur Passwortzurücksetzung.
  2. Aufgabe: Absenderidentität technisch absichern!
    SPF, DKIM und DMARC müssten korrekt eingerichtet, aufeinander abgestimmt und kontinuierlich überwacht werden.
  3. Aufgabe: Reputation und Versandqualität kontrollieren!
    Missbrauchssignale, Beschwerden, unzustellbare Adressen und weitere Qualitätskennzahlen sollten regelmäßig ausgewertet und Probleme frühzeitig behoben werden.

Unabhängig überprüfte und messbare Qualitätsstandards könnten Unternehmen und Versandplattformen dabei unterstützen, diese Anforderungen dauerhaft umzusetzen. Für Marken bedeute dies mehr Kontrolle über ihre digitale Identität und Reputation. Für Mailbox-Provider entstünden verlässlichere Signale zur Bewertung von Nachrichten. Empfänger profitierten von einem vertrauenswürdigeren Posteingang und einer zuverlässigeren Zustellung erwünschter E-Mails.

Weitere Informationen zum Thema:

eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Über uns: eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. / Wir gestalten das Internet.

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Julia Janßen-Holldiek

united internet media, Kay Städele, 12.07.2024
40 Jahre E-Mail in Deutschland – E-Mail-Pionier Prof. Michael Rotert erinnert sich

datensicherheit.de, 10.05.2026
Warnung an Unternehmen: Gefälschte E-Mails der Verbraucherzentrale Hamburg / Cyberkrimineller Absender fordert Stellungnahmen zu angeblichen Verbraucherbeschwerden auf – Opfer sollen verlinkten Online-Kalender zur angeblichen Terminvereinbarung nutzen

datensicherheit.de, 04.03.2026
Erkennen betrügerischer E-Mails: Dringlichkeit als wichtigstes Warnsignal / Eine aktuelle Umfrage von KnowBe4 zeigt, dass Mitarbeiter nicht mehr Rechtschreibfehler im Text, sondern den Versuch, ein Gefühl der Dringlichkeit zu vermitteln, als zuverlässigstes Erkennungsmerkmal für Betrugsversuche ansehen sollten

datensicherheit.de, 17.12.2025
E-Mail-Sicherheit: BSI publiziert Untersuchung der Programme und gibt Sicherheitstipps / Das BSI hat auch betrachtet, wie die Programme E-Mails und Zugangsdaten speichern und wie Anbieter mit möglichen Sicherheitslücken umgehen

datensicherheit.de, 16.12.2025
E-Mail unter cyberkriminellem Dauerbeschuss – Kommunikationssicherheit muss neu gedacht werden / Allein in der Bundesverwaltung waren täglich rund 684.000 E-Mail-Adressen potenziellen Angriffen ausgesetzt – von Spam über Phishing bis hin zu Malware

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Netzanschlusspaket und EEG-Novelle: Weichenstellung für Energieinfrastruktur und Digitalstandort Deutschland https://www.datensicherheit.de/netzanschlusspaket-eeg-novelle-energieinfrastruktur-digitalstandort Wed, 29 Jul 2026 22:42:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55924 Der Bitkom fordert, dass Rechenzentren und Mobilfunkmasten als wesentliche Elemente der Kritischen Infrastruktur (KRITIS) unseres Landes prioritär mit Energie versorgt werden

[datensicherheit.de, 30.07.2026] Laut einer aktuellen Meldung vom Digitalverband Bitkom e.V. hat das Bundeskabinett am 29. Juli 2026 mit dem „Netzanschlusspaket“ und der Novelle des EEG weitreichende Gesetze für die Energieinfrastruktur verabschiedet. Der Bitkom-Hauptgeschäftsführer, Dr. Bernhard Rohleder, betont in seinem Kommentar, dass damit gleichermaßen Weichen für die Energieinfrastruktur und den Digitalstandort Deutschland gestellt werden, denn neue Rechenzentren und Mobilfunkmasten brauchen ständig eine zuverlässige Versorgung mit elektrischer Energie und müssten als wesentliche Elemente der Kritischen Infrastruktur (KRITIS) unseres Landes prioritär versorgt werden.

Bitkom moniert gravierende Konstruktionsfehler beim „Netzanschlusspaket“

Das Bundeskabinett stelle mit dem „Netzanschlusspaket“ und der Novelle des „Erneuerbare-Energien-Gesetzes“ (EEG) gleichzeitig Weichen für die Energieinfrastruktur und den Digitalstandort Deutschland. „Neue Rechenzentren und Mobilfunkmasten brauchen zuverlässig und rund um die Uhr Strom und müssen als wesentliche Elemente unserer Kritischen Infrastruktur prioritär versorgt werden“, so Rohleder.

  • Das „Netzanschlusspaket“ habe in dieser Hinsicht gravierende Konstruktionsfehler, auch wenn es grundsätzlich in die richtige Richtung gehe.

Er betont: „Es ist überfällig, dass die Verfahren digitalisiert werden und vom Prinzip ‚Wer zuerst kommt, mahlt zuerst‘ abgerückt wird! Entscheidend muss künftig sein, ob ein Projekt tatsächlich umsetzungsreif ist, und nicht allein, wann der Antrag eingegangen ist.“

Warnung vor ausgebremstem Ausbau digitaler und klimafreundlicher Infrastruktur

Besonders kritisch sei aber das geplante Recht der Stromnetzbetreiber, vermeintlich ungenutzte Anschlussleistung wieder zu entziehen. Rechenzentren, Ladeparks und andere große Infrastrukturprojekte erreichten ihre volle Auslastung erst nach und nach.

  • Zugleich brauchten sie Reserven für einen sicheren Betrieb, technische Redundanzen und künftiges Wachstum.

„Wer diese Kapazitäten pauschal als ungenutzt wertet, gefährdet Investitionen und bremst den Ausbau digitaler und klimafreundlicher Infrastruktur“, warnt Rohleder. Eine Rücknahme dürfe deshalb nur nach einer Einzelfallprüfung, im Austausch mit dem Unternehmen und bei nachweislich dauerhaft ungenutzter Leistung möglich sein.

Der Gesetzgeber sollte zusätzliche Energie-Speicherpotenziale erschließen und insbesondere Hürden für bidirektionales Laden abbauen

Auch bei der Vergabe knapper Netzkapazitäten müsse die Bundesregierung nachbessern. So müssten insbesondere Mobilfunkmasten beim Stromanschluss ausdrücklich Vorrang erhalten, „damit der Ausbau in ländlichen und bislang schlecht versorgten Regionen nicht an langen Anschlussverfahren scheitert“. Dabei gehe es nicht um große Netzkapazitäten, sondern um einen verlässlichen und zügigen Stromanschluss für Standorte mit vergleichsweise geringem Energiebedarf.

  • Bei der EEG-Novelle sei die stärkere Marktintegration kleiner Photovoltaikanlagen grundsätzlich richtig. Verpflichtend dürfe sie aber erst werden, „wenn praxistaugliche digitale Prozesse, die notwendige Steuerbarkeit und wirtschaftliche Vermarktungsangebote verfügbar sind“.

Abschließend stellt er die Bitkom-Position unmissverständlich klar: „Die dauerhafte Begrenzung der Einspeisung auf 50 Prozent lehnen wir ab. Statt Flexibilität zu beschneiden, sollte der Gesetzgeber zusätzliche Speicherpotenziale erschließen und insbesondere die Hürden für bidirektionales Laden abbauen!“

Weitere Informationen zum Thema:

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Über uns

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Dr. Bernhard Rohleder: Hauptgeschäftsführer Bitkom e.V.

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 29.07.2026
Die Bundesregierung schlägt das nächste Kapitel der Energiewende auf – EEG-Novelle und Netzanschlusspaket im Bundeskabinett beschlossen

GENOVERBAND, 29.07.2026
Genossenschaftsverbände kritisieren EEG-Novelle und Netzanschlusspaket

bne Bundesverband Neue Energiewirtschaft, 22.07.2026
Stellungnahme: EEG 2027 & Netzanschlusspaket (Länder- und Verbändeanhörung)

bdew, 17.07.2026
EEG-Novelle und Netzanschlusspaket / Zügige Umsetzung ist zentral für den Wirtschaftsstandort Deutschland

datensicherheit.de, 25.03.2026
Rechenzentrumsstrategie: Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen mahnt Konkretisierung bei Strompreisen und Energieeffizienz an / Trotz der ambitionierten Ausbauziele der „Nationalen Rechenzentrumsstrategie“ fehlen konkrete Maßnahmen bei Strompreisen, Energieeffizienz und Investitionsbedingungen – mithin entscheidende Faktoren im internationalen Wettbewerb

datensicherheit.de, 16.11.2025
Zuspitzung der Energiekrise für Rechenzentren gefährdet Digitalstandort Deutschland / „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ fordert wettbewerbsfähige Strompreise und zuverlässige Netzanschlüsse für Rechenzentrenbranche

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Startup- und Scaleup-Strategie: KI, Quantencomputing und Cybersicherheit sollen für Deutschland erschlossen werden https://www.datensicherheit.de/startup-scaleup-strategie-ki-quantencomputing-cybersicherheit Sat, 25 Jul 2026 22:38:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55821 Am 22. Juli 2026 wurde die im Koalitionsvertrag versprochene neue „Startup- und Scaleup-Strategie“ vom Bundeskabinett beschlossen

[datensicherheit.de, 26.07.2026] Das Bundeskabinett hat am 22. Juli 2026 die im Koalitionsvertrag versprochene neue „Startup- und Scaleup-Strategie“ beschlossen. Der Präsident des Digitalverbands Bitkom e.V., Dr. Ralf Wintergerst, begrüßt diesen Schritt, merkt in seinem Kommentar aber auch kritisch an, dass bereits ein Viertel der aktuellen Legislaturperiode vorbei sei und es noch viele offene Punkte zu klären gebe. Er fordert, dass dem Versprechen nun auch dementsprechende Taten folgen müssten.

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Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst: Wir begrüßen sehr, dass die Strategie erstmals auch konsequent auf Scaleups ausgerichtet wird!

Bedeutung von Tech-Gründungen für Wertschöpfung, Arbeitsplätze und technologische Souveränität betont

Wintergerst unterstreicht: „Deutschland muss seine jungen Unternehmen engagierter unterstützen, wenn wir in Zukunftsfeldern wie KI, Quantencomputing oder Cybersicherheit vorne mitspielen wollen!“

  • Mit der neuen „Startup- und Scaleup-Strategie“ unterstreiche die Bundesregierung die Bedeutung von Tech-Gründungen für Wertschöpfung, Arbeitsplätze und technologische Souveränität.

„Wir begrüßen sehr, dass die Strategie erstmals auch konsequent auf Scaleups ausgerichtet wird und Schlüsselthemen wie Wachstumsfinanzierung, Bürokratieabbau, Transfer aus der Wissenschaft und Internationalisierung betont sowie insbesondere auch Sicherheits- und Verteidigungs-Startups ausdrücklich anspricht.“

Konsequentes Monitoring der Umsetzung angemahnt

Allerdings sei bereits ein Viertel der Legislaturperiode vorbei und es gebe noch viele offene Punkte zu klären.

  • „Im Koalitionsvertrag hat die Regierung Startups und Scaleups in den Mittelpunkt ihrer Wirtschaftspolitik gerückt, jetzt müssen den Versprechen auch Taten folgen!“, betont Wintergerst.

Notwendig seien nun überall „Meilensteine“, eine enge Abstimmung mit den Ländern und schließlich auch ein konsequentes Monitoring der Umsetzung.

Weitere Informationen zum Thema:

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Dr. Ralf Wintergerst: Präsident Bitkom / Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

Die Bundesregierung, 22.07.2026
Im Kabinett beschlossen Junge Unternehmen mit Startup- und Scaleup-Strategie fördern / Startups und junge Unternehmen der KI- und Hightech-Branche sind Treiber für Innovation und Wachstum. Daher will die Bundesregierung sie mit ihrer breit angelegten Strategie umfangreich unterstützen. Das sieht die Strategie vor.

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 22.07.2026
Publikation – Existenzgründung: Startup- und Scaleup Strategie der Bundesregierung (Dokument ist barrierefrei)

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung / Mehr Gründungen, mehr Innovation, mehr Wachstum: Deutschland erlebt eine neue Dynamik im Startup-Ökosystem. Die neue Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung schafft die Voraussetzungen, damit junge Unternehmen schneller wachsen, neue Technologien vorantreiben und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands langfristig stärken.

datensicherheit.de, 02.04.2026
Starthilfe Datenschutz: BlnBDI bietet Berliner Startups, Kleinunternehmen und Vereinen kostenlose Schulungen an / Ab April 2026 startet das diesjährige praxisorientierte Datenschutz-Schulungsangebot für Berliner Startups, Kleinunternehmen und Vereine

datensicherheit.de, 28.03.2026
Startups und Scaleups der Digitalwirtschaft betroffen: Bitkom kritisiert Berliner Ausbildungsplatzumlage / Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedet Gesetz zur Ausbildungsförderung – auch Kleinstbetriebe ab einem Beschäftigten in der Pflicht

datensicherheit.de, 02.08.2025
KI hoch im Kurs bei deutschen Tech-Startups / Inzwischen nutzen 82 Prozent von ihnen KI, vor einem Jahr waren es 76 Prozent, 2023 sogar erst 49 Prozent

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Phishing-as-a-Service: Erfolgreicher Schlag der Strafermittler gegen „Kratos“-Gruppe https://www.datensicherheit.de/phishing-as-a-service-erfolg-schlag-strafermittler-kratos-gruppe Tue, 21 Jul 2026 22:03:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55725 ZIT und BKA haben gemeinsam mit Strafverfolgungsbehörden aus den USA die zentrale Infrastruktur eines des weltweit meistverbreiteten kriminellen Phishing-Services namens „Kratos“ zerschlagen

[datensicherheit.de, 22.07.2026] Das Bundeskriminalamt (BKA) vermeldet einen erfolgreichen Schlag gegen eine der weltweit gefährlichsten Phishing-Gruppierungen – demnach gingen Strafverfolgungsbehörden aus Deutschland und den USA gemeinsam gegen die Gruppierung „Kratos“ und das Phänomen „Phishing-as-a-Service“ vor.

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Abbildung: BKA

Sicherstellungsbanner der Aktion gegen das cyberkriminelle „Kratos“-Netwerk

Der „Kratos“-Entwickler und zugleich technische Administrator konnte verhaftet werden

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das BKA haben demnach gemeinsam mit Strafverfolgungsbehörden aus den USA die zentrale Infrastruktur eines des weltweit meistverbreiteten kriminellen Phishing-Services namens „Kratos“ zerschlagen.

  • Der Entwickler und technische Administrator von „Kratos“ sei in Indonesien von den dortigen Behörden festgenommen worden.

Bei „Kratos“ handele es sich um einen von der gleichnamigen Gruppierung entwickelten digitalen Baukasten, mit dem sich insbesondere täuschend echte Microsoft-Authentifizierungs-Webseiten erstellen und verwalten ließen. Solche Webseiten seien eingesetzt worden, um Zugangsdaten wie Passwörter und E-Mail-Adressen von Opfern durch gefälschte Abfragemasken zu stehlen (Phishing), um dann damit weitere Straftaten zu begehen.

„Kratos“-Gruppierung adressierte auch technisch weniger versierte Cyberkriminelle

Das Geschäftsmodell der „Kratos“-Gruppierung hat laut BKA darauf beruht, den digitalen Baukasten an andere Cyberkriminelle weiterzuvermieten, welche dann wiederum die eigentlichen Phishing-Kampagnen durchführten (sogenanntes Phishing-as-a-Service).

  • Dieses Vorgehen habe es dieser Gruppierung ermöglicht, auch technisch weniger versierte Kriminelle zu erreichen und seit 2024 über 300.000 Euro zu „erwirtschaften“.

„Über 1.800 kriminelle Franchisenehmer sollen ,Kratos’ erworben und damit monatlich ca. 15.000 Phishing-Kampagnen durchgeführt haben.“ Dabei habe jede einzelne Kampagne das Potenzial gehabt, mehrere tausend Empfänger weltweit zu schädigen.

Fortsetzung durch „Kratos“ unterstützter Phishing-Kampagnen nunmehr unterbunden

Bei den polizeilichen Maßnahmen seien über 200 Server der „Kratos“-Infrastruktur unschädlich gemacht worden. Die Anzahl der Opfer gehe seit Ende 2024 in die Hunderttausende. Diese stammten aus über 30 Staaten (insbesondere in Europa und den USA).

  • „Mit der Festnahme des Administrators sowie der Abschaltung zentraler technischer Komponenten wurde die ,Kratos’-Infrastruktur vollständig außer Betrieb gesetzt.“ Durch „Kratos“ unterstützte Phishing-Kampagnen könnten dadurch nicht mehr fortgeführt werden.

Mit dem erfolgreichen Vorgehen sei den Strafverfolgungsbehörden erstmalig ein bedeutender Ermittlungserfolg gegen eine der weltweit gefährlichsten „Phishing-as-a-Service“-Gruppierungen gelungen.

Erfolg gegen Phishing-Kit „Kratos“ ein Schlag gegen hochprofessionelle Phishing-Infrastruktur

Die in Deutschland wegen des „gewerbsmäßigen Betreibens einer kriminellen Handelsplattform im Internet“ (gem. § 127 StGB), „Fälschung beweiserheblicher Daten im besonders schweren Fall“ (gem. § 269 StGB), sowie der „Vorbereitung des Computerbetrugs“ (gem. § 263a StGB) und anderer Straftaten geführten Ermittlungen hätten dazu beigetragen, zahlreiche potenzielle Opfer weltweit vor dem Diebstahl ihrer Zugangsdaten zu schützen.

  • Carsten Meywirth, Leiter der Abteilung „Cybercrime“ im BKA, kommentiert: „Wer im Internet mit gefälschten Webseiten Zugangsdaten stiehlt, darf sich nicht in Sicherheit wiegen! Der Erfolg gegen das Phishing-Kit ,Kratos’ zeigt, dass sich auch hochprofessionelle Phishing-Infrastrukturen wirksam bekämpfen lassen.“ Dies sei Pionierarbeit und ein deutliches Signal an andere Cyberakteure – Phishing bleibe nicht folgenlos und werde durch das BKA konsequent bekämpft. „Mit diesem Schlag haben wir zudem die Gefahr, dass fortlaufend Hunderttausende Internetnutzer Opfer werden, abgewehrt“, so Meywirth.
  • Dr. Benjamin Krause, Leiter der ZIT der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, führt aus: „Unser Ansatz der disruptiven Strafverfolgung funktioniert: Denn neben der primären Aufgabe der Identifizierung und Strafverfolgung der Beschuldigten ist es uns wieder gelungen, einen kriminellen Online-Dienst zu zerschlagen und so für etwas mehr Cybersicherheit zu sorgen.“

Hintergründe zum Modus Operandi der Gruppierung „Kratos“

Die „Kratos“-Gruppierung hatte laut BKA insbesondere gefälschte, aber täuschend echt aussehende Microsoft-Authentifizierungs-Webseiten entwickelt, um die Geschädigten zur Eingabe ihrer Kundendaten zu verleiten und diese so abzugreifen. Diese Methode ist so konzipiert, dass neben den Login-Daten ebenfalls ein „Cookie“ gestohlen werde, mit dem sich sogar die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) umgehen lasse.

  • Die so erlangten Zugangsdaten hätten durch die jeweiligen Täter für verschiedene Zwecke genutzt werden können, z.B. für weitere Phishing-Angriffe, Verkauf von Kundendaten an Dritte oder die Infiltration von Unternehmen durch die Ausbreitung über unternehmensweit genutzte Microsoft-Lösungen.

Die „Kratos“-Gruppierung habe das Phishing-Kit über ein Lizenzmodell vertrieben, welches Kunden mittels „Krypto-Währungen“ hätten erwerben können. Für den Vertrieb und den Support der „Kunden“ sei eigens eine Website und ein „Telegram“-Shop erstellt worden, um sich darüber zu registrieren, das eigene Konto zu verwalten und die eigene Phishing-Kampagne organisieren zu können.

Weitere Informationen zum Thema:

Bundeskriminalamt
Aufgabenbereiche des BKA / Nationale und internationale Zusammenarbeit, Ermittlungen, Forschung und Entwicklung, Verwaltung und Personenschutz – erfahren Sie hier mehr zu den vielfältigen Aufgabenbereichen der Kriminalpolizei des Bundes

Staatsanwaltschaften Hessen
GStA: Zentralstelle zur Bekämpfung der Internet- und Computerkriminalität (ZIT)

Handelsblatt Live, Technologie / IT, 23.05.2025
Cybercrime – Ohne Partner ist alles nichts / Gastbeitrag von Carsten Meywirth, Direktor und Leiter der Abteilung Cybercrime, Bundeskriminalamt

DPT Deutscher Präventionstag
Dr. Benjamin Krause

Microsoft
Schützen Sie sich vor Phishing / Phishing („fisching“ ausgesprochen) ist ein Angriff, der versucht, Ihr Geld oder Ihre Identität zu stehlen, indem Sie dazu bewegt werden, Ihre persönlichen Informationen wie Kreditkartennummern, Bankdaten oder Kennwörter auf Websites einzugeben, die sich als seriös ausgeben. Cyberkriminelle geben sich in einer gefälschten Nachricht mit einem Link zu einer Phishing-Website als seriöse Unternehmen, Freunde oder Bekannte aus.

datensicherheit.de, 14.07.2026
Phishing-as-a-Service: Cybercrime im Abo / Mit der Zerschlagung der Phishing-as-a-Service-Plattform „Outsider“ durch das FBI, Google und Black Lotus Labs wurde Mitte Juni eines der größten Phishing-Netzwerke weltweit aufgedeckt. Der Fall zeigt, wie stark sich Cyberkriminalität professionalisiert hat: Phishing-Kampagnen lassen sich heute als schlüsselfertiger Service buchen – inklusive Infrastruktur und täuschend echter Vorlagen. Unterstützt durch KI sinken die Einstiegshürden weiter, während Umfang, Geschwindigkeit und Schadenspotenzial der Angriffe kontinuierlich zunehmen.

datensicherheit.de, 05.03.2026
Kratos: Neues Phishing-as-a-Service-Kit ermöglicht selbst Anfängern Ausführung hochkomplexer Angriffe / Vor Kurzem haben Sicherheitsanalysten der „KnowBe4 Threat Labs“ einen ersten Bericht zum Anfang 2026 aufgespürten Phishing-as-a-Service-Kit „Kratos“ vorgestellt

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Datenschatz heben für Industrie 4.0: Deutschlands wichtigsten Rohstoff endlich erschließen https://www.datensicherheit.de/datenschatz-industrie-4-0-deutschland-wichtigster-rohstoff Thu, 16 Jul 2026 22:22:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55628 Laut Prof. Dr.-Ing. Rainer Stark liegt Deutschlands wichtigster Rohstoff tatsächlich quasi noch im Keller – und zwar in Form riesiger Datenbestände der Industrie

[datensicherheit.de, 17.07.2026] Prof. Dr.-Ing. Rainer Stark, Leiter des Fachgebiets „Industrielle Informationstechnik“ am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF), Fakultät V – „Verkehrs- und Maschinensysteme“ der Technischen Universität Berlin erläutert, warum ungenutzte Industriedaten, neue Allianzen und mehr Mut über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland entscheiden werden. Wie sich die Innovationskraft der deutschen Industrie sichern und ausbauen lässt, gehört demnach derzeit zu den zentralen Fragen in Politik, Wirtschaft und Forschung.

Wertvolle Informationen häufig noch in getrennten Datenbanken und Servern verborgen

Künstliche Intelligenz (KI) gelte dabei als Schlüsseltechnologie für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts. Doch welche Voraussetzungen Deutschland schaffen muss, um seine industrielle Stärke auch im KI-Zeitalter zu behaupten, erörtert Stark, der auch stellvertretender Sprecher „Wissenschaft“ im „Forschungsbeirat Industrie 4.0“ der Akademie der Technikwissenschaften acatech ist.

  • Laut Stark liegt Deutschlands wichtigster Rohstoff tatsächlich quasi noch im Keller – und zwar in den riesigen Datenbeständen der Industrie. Noch seien diese wertvollen Informationen jedoch häufig in getrennten Datenbanken und Servern verborgen und deshalb für größere KI-Modelle kaum nutzbar.

Er plädiert daher dafür, „Datenkeller“ aufzubrechen und Daten innerhalb von Unternehmen sowie auch über Unternehmensgrenzen hinweg besser zugänglich zu machen. Erst wenn dieser Datenschatz gehoben werde, könnten leistungsfähige KI-Modelle entstehen und neue Innovationen den Weg in die industrielle Praxis finden.

Datengetriebene Entwicklung, Simulationen und intelligente technische Systeme immer enger miteinander verzahnt

Einen weiteren Schlüssel sieht Stark im stärkeren Zusammenwachsen von Ingenieuren und Informatikern. Die bisherige Trennung der Disziplinen passe nicht mehr in eine Zeit, in der datengetriebene Entwicklung, Simulationen und intelligente technische Systeme immer enger miteinander verzahnt seien.

  • Die Verbindung von Ingenieurwissenschaften, Informatik und KI könne nicht nur bestehende Produkte verbessern, sondern auch völlig neue Geschäftsmodelle ermöglichen.

In einem aktuellen Interview hat Stark zudem ausgeführt, warum im Gegensatz zu den klassischen Technologien die für Innovationen im Industrie-4.0-Zeitalter notwendige Infrastruktur bei den Unternehmen meist noch gar nicht vorhanden ist, weshalb der Wandel auch eine Generationenfrage ist und welche Chancen er in hybriden Entscheidungsprozessen zwischen Mensch sowie KI sieht. Auch benannte er Beispiele dafür, welche völlig neuen Angebote mit KI-Hilfe und mittels Digitalisierung am Markt platziert werden könnten.

Weitere Informationen zum Thema:

TECHNISCHE UNIVERSITÄT BERLIN
Industrielle Informationstechnik / Prof. Dr.-Ing. Rainer Stark

TECHNISCHE UNIVERSITÄT BERLIN
Das Fachgebiet Industrielle Informationstechnik

TECHNISCHE UNIVERSITÄT BERLIN
Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb

TECHNISCHE UNIVERSITÄT BERLIN
Fakultät V – Verkehrs- und Maschinensysteme

acatech DEUTSCHE AKADEMIE DER TECHNIKWISSENSCHAFTEN
Forschungsbeirat Industrie 4.0

TECHNISCHE UNIVERSITÄT BERLIN
„Deutschlands wichtigster Rohstoff liegt noch im Keller“

datensicherheit.de, 16.11.2025
Industrial AI: KI als Wegbereiter der industriellen Zukunft / „Industrial AI“ verspricht, Prozesse zu optimieren, Ressourceneinsatz zu reduzieren, neue datenbasierte Geschäftsmodelle zu ermöglichen und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschung und Technologieanbietern zu stärken 

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5.811 Festnahmen – Fahndungserfolg wird dennoch Anlagebetrug nicht stoppen https://www.datensicherheit.de/5811-festnahmen-fahndungserfolg-kein-stopp-anlagebetrug Thu, 16 Jul 2026 22:17:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55638 Großangelegte, von INTERPOL koordinierte Operation „First Light 2026“ zeigt zwar, dass internationale Strafverfolgung gegen Social-Engineering-Betrug wirken kann, doch es gibt keinen verfrühten Grund zur Entwarnung – vor allem nicht für Deutschland

[datensicherheit.de, 17.07.2026] „First Light 2026“ – eine großangelegte und von INTERPOL koordinierte Operation – zeige, „dass internationale Strafverfolgung gegen Social-Engineering-Betrug wirken kann“. Frank Heisel, CEO von Risk Ident führt in seiner aktuellen Stellungnahme aus, was es bei dieser Angelegenheit trotzdem zu beachten gibt und wie Deutschland seine Rolle in diesem Kontext finden kann:

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Foto: RISK IDENT

Frank Heisel: Dass Deutschland bei der nächsten „First Light“-Operation dabei sein sollte, versteht sich von selbst!

Weltweit mehr als 142.000 Geschädigte vermutlich nur Teil eines Dunkelfelds

Heisel berichtet: „5.811 Festnahmen in 97 Ländern, dazu sichergestellte Vermögenswerte im Wert von 293 Millionen US-Dollar. Die Bilanz der von INTERPOL koordinierten Operation ,First Light 2026‘ belegt, dass internationale Strafverfolgung gegen Social-Engineering-Betrug wirken kann.“

  • Zwei Details dieser Meldung verdienten allerdings mehr Aufmerksamkeit, als sie bisher bekämen. Deutschland gehörte nicht zu den beteiligten Ländern. Und die weltweit mehr als 142.000 ermittelten Geschädigten sind vermutlich nur der sichtbare Teil eines erheblich größeren Dunkelfelds.“

Dabei wäre der Handlungsdruck gerade hierzulande hoch. Das Bundeskriminalamt (BKA) habe für 2024 einen Anstieg der erfassten Fälle von Anlagebetrug um 413 Prozent registriert. „Wie leicht Täter an potenzielle Opfer kommen, zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Initiative ,Sicher Handeln’. 39 Prozent der Befragten haben im Netz bereits Werbung für angeblich schnelle oder besonders einfache Gewinne gesehen, am häufigsten in Sozialen Netzwerken.“

„Gen Z“ – Souveränität im Umgang mit Apps ist noch keine Betrugskompetenz

Hinter solchen Angeboten stecke organisierter „Cybertrading Fraud“. „Wer einzahlt, sieht sein Geld in aller Regel nicht wieder!“, warnt Heisel und führt hierzu aus: „Besonders beunruhigt mich der Blick auf die Generationen. Extrem hohe Renditeversprechen deuten 69 Prozent der ,Babyboomer’ als Warnsignal, in der ,Gen Z’ sind es gerade einmal 45 Prozent.“ Nur ein Drittel dieser Altersgruppe schließe aus, sich überhaupt mit solchen Angeboten zu befassen.

  • „Ausgerechnet wer digital aufgewachsen ist, durchschaut die Maschen offenbar am schlechtesten. Souveränität im Umgang mit Apps ist eben keine Betrugskompetenz.“

Heisel erörtert die Folgerungen: „Ermittlungserfolge wie ,First Light’ bleiben unverzichtbar, aber sie setzen an, wenn der Schaden bereits entstanden ist.“ Selbst „I-GRIP“, der INTERPOL-Mechanismus zum schnellen Stoppen verdächtiger Zahlungen, reagiere erst auf einen bereits gelungenen Betrug.

Es gilt eben, Betrugsfälle zu verhindern – bevor sie für INTERPOL relevant werden

Wirksamer sei es indes, Betrugsversuche zu erkennen – „bevor Geld fließt“. Plattformen und Finanzdienstleister könnten die Spuren in ihren eigenen Systemen früher als jede Behörde sehen. Auffällige Gerätemuster oder untypische Transaktionswege ließen sich maschinell in Echtzeit erkennen. Diese Verantwortung dürften Anbieter nicht allein auf ihre Kundschaft abwälzen.

  • „Aufklärung wirkt trotzdem: Kampagnen wie die der Initiative ,Sicher Handeln’, die wir als RISK IDENT unterstützen, machen Menschen misstrauischer gegenüber unrealistischen Versprechen.“

Doch gegen professionelle, arbeitsteilig organisierte Täterstrukturen reiche die Wachsamkeit Einzelner nicht aus. Abschließend gibt Heisel zu bedenken: „Der wirksamste Betrugsfall ist der, der technisch verhindert wird, bevor er überhaupt erst ein Fall für INTERPOL werden kann. Dass Deutschland bei der nächsten ,First Light’-Operation dabei sein sollte, versteht sich von selbst. Warten sollten wir darauf jedoch nicht!“

Weitere Informationen zum Thema:

RISK IDENT
Das sind wir / Unsere Vision: Eine Welt in der es keinen Online-Betrug mehr gibt!

RISK IDENT
Frank Heisel

INTERPOL
What is INTERPOL?

INTERPOL, 09.07.2026
Over 5,800 arrests, USD 293 million intercepted in global fraud bust / Operation involving 97 countries targets social engineering scams

POLIZEILICHE KRIMINALPRÄVENTION DER LÄNDER UND DES BUNDES
Initiative Sicher Handeln: Sicher Handeln ist eine gemeinsame Initiative der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK), der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK), Deutschland sicher im Netz e. V. (DsiN), RISK IDENT und Kleinanzeigen, die 2023 ins Leben gerufen wurde.

heise online, Andreas Knobloch, 09.07.2026
Operation „First Light 2026“: 5.800 Verdächtige weltweit festgenommen / In einer weltweiten Aktion gegen Social-Engineering-Betrug wurden Tausende Verdächtige inhaftiert und Beträge in Millionenhöhe sichergestellt.

t-online., mho, 03.07.2026
Cybertrading Fraud / Falsche Versprechen, echte Verluste – Anlagebetrug im Netz

SWR, Hannes Köhle, 17.06.2025
Starke Zunahme von Online-Betrug: Leere Versprechen vom großen Geld: BW-Behörden sperren 800 illegale Internetseiten / Hohe Gewinne durch Investitionen in Kryptowährungen werden Opfern auf Betrugswebseiten versprochen. Ermittler melden nun einen Erfolg im Kampf gegen die Betrüger.

datensicherheit.de, 14.04.2026
KI-Betrug im Netz: Quellen-Überprüfung nur von einem Fünftel der Nutzer / Fast die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland sieht sich zwar in der Lage, mit KI generierte Inhalte zu erkennen – tatsächlich aber schaut bisher kaum jemand genauer hin

datensicherheit.de, 24.09.2024
Pig Butchering Scams verleiten Opfer zu unseriösen Finanzgeschäften / Schadensvolumen dieser Unterart der „Romance Scams“ hat mittlerweile bemerkenswerte Größenordnung erreicht

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Verbraucherschutz bedroht: foodwatch-Kritik an Plänen zur Schwächung der Lebensmittelüberwachung https://www.datensicherheit.de/verbraucherschutz-foodwatch-kritik-schwaechung-lebensmittelueberwachung Tue, 14 Jul 2026 22:37:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55582 Unternehmen und Behörden müssten die Öffentlichkeit stets informieren, sobald sie von Verstößen gegen das Lebensmittelrecht erfahren

[datensicherheit.de, 15.07.2026] Der foodwatch e.V. moniert in einer aktuellen Stellungnahme, dass am 15. Juli 2026 das Bundeskabinett über ein Gesetz zum „Bürokratierückbau“ entscheiden soll, welches weitreichende Folgen für die Lebensmittelsicherheit in Deutschland haben könnte: „Bundesernährungsminister Alois Rainer will die Meldepflichten von Behörden und Laboren beschneiden.“ foodwatch kritisiert diese geplanten Gesetzesänderungen scharf – und fordert als Verbraucherorganisation genau das Gegenteil: Unternehmen und Behörden müssten vielmehr die Öffentlichkeit informieren, sobald sie von Verstößen gegen das Lebensmittelrecht erfahren.

Foodwatch, Chris Methmann
Foto: foodwatch / Sabrina Weniger

Dr. Chris Methmann: Für mehr Lebensmittelsicherheit brauchen wir mehr und nicht weniger Transparenz!

Veröffentlichungspflicht für Rechtsverstöße von Lebensmittelunternehmen könnte abgeschafft werden

„Minister Rainer arbeitet die Wünsche der Fleisch- und Lebensmittellobby ab“, kommentiert der foodwatch-Geschäftsführer, Dr. Chris Methmann und warnt, dass die Sicherheit der Verbraucher und die Warnungen der Lebensmittelkontrolleure dabei „hinten runter“ zu fallen drohen. Er fordert: „Für mehr Lebensmittelsicherheit brauchen wir mehr und nicht weniger Transparenz!”

  • Bundesernährungsminister Rainer will demnach die behördliche Veröffentlichungspflicht für Rechtsverstöße von Lebensmittelunternehmen abschaffen (§40 Abs. 1a Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch / LFBG) – parallel dazu will er auch die Meldepflichten für Lebensmittellabore (§ 44 Abs. 4a und 5a LFGB) streichen. Beide Vorhaben bringe Rainer in das laufende Gesetzgebungsverfahren zum sogenannten Bürokratierückbaugesetz ein, welches am 15. Juli 20206 dem Bundeskabinett vorgelegt werden soll.

Die damalige Bundesregierung hatte die Veröffentlichungspflicht nach dem Pferdefleischskandal 2013 eingeführt. Damals waren als Rindfleisch deklarierte Pferdefleischprodukte auf den Markt gelangt. Auch als dieser Skandal bekannt wurde, erfuhren Verbraucher nicht zeitnah, welche Produkte betroffen waren. Als Folge sollten Behörden die Rechtsverstöße von Lebensmittelunternehmen deshalb öffentlich machen müssen. In der Praxis habe sich dieses Gesetz jedoch als unpraktikabel erwiesen – heute veröffentlichten Behörden kaum noch etwas gemäß dieser Vorschrift.

Bürokratieabbau darf nicht auf Kosten der unabdingbaren Lebensmittelsicherheit gehen

Methmann befürchtet, dass – wenn es nach Rainer geht – Behörden Verbraucher künftig nicht mehr aktiv über Täuschung, Trug und Tricksereien von Lebensmittelunternehmen informieren. „Das ist ein handfester Skandal! Statt ein schlecht gemachtes Gesetz zu reparieren, wird es kurzerhand abgeschafft.“

  • Die Meldepflicht für Labore wiederum hatte die damalige Bundesregierung nach dem Dioxinskandal 2011 eingeführt. Die Idee dahinter laut foodwatch: Wenn Labore Lebensmittel- oder Futtermittelproben im Auftrag der Hersteller analysieren, sollen sie Grenzwertüberschreitungen umgehend den Überwachungsbehörden melden – auch ohne Einverständnis der Hersteller. So sollte sichergestellt werden, dass Unternehmen die belasteten Produkte nicht einfach still und heimlich weiterverarbeiten oder verkaufen.

In der aktuellen Diskussion sprächen sich etwa Kommunen und Kontrolleure für die Beibehaltung der Meldepflichten aus. Also genau jene Gruppen, welche Tag für Tag mit Lebensmittelsicherheit zu tun hätten. Der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure habe in einer Stellungnahme zum Gesetzesentwurf gefordert, Bürokratieabbau dürfe „nicht auf Kosten der unabdingbaren Lebensmittelsicherheit” gehen.

Missstände immer sofort öffentlich machen – zur Verhinderung weiterer Lebensmittelskandale

Die Meldepflichten erfüllten „eine wichtige präventive Funktion, da sie der frühzeitigen Erkennung möglicher Risiken dienen“. Der Deutsche Landkreistag habe in seiner Stellungnahme gewarnt, dass der Wegfall der Meldepflichten die Behörden nicht entlaste, „sondern vielmehr ein Zuwachs an behördlichen Kontrollaufgaben bei gleichzeitiger Absenkung des Verbraucherschutzes zu erwarten ist“.

  • Für die Streichung der Meldepflicht sprächen sich unter anderem der Lebensmittelverband Deutschland, der Handelsverband Lebensmittel sowie der Verband der Fleischwirtschaft aus.

Statt die Lebensmittelüberwachung zu schwächen, sollten die Behörden zu mehr Transparenz verpflichtet werden, unterstreicht foodwatch. Um Lebensmittelskandale zu verhindern, müssten Missstände immer sofort öffentlich gemacht werden.

Weitere Informationen zum Thema:

foodwatch
Unsere Mission

foodwatch
Dr. Chris Methmann, Geschäftsführer / Dr. Chris Methmann leitet seit November 2021 als Geschäftsführer das Team von foodwatch Deutschland

Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
Gesetz für Bürokratierückbau im Bereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat sowie weiterer Bereiche / Verbändestellungnahmen zum Referentenentwurf

foodwatch, 24.06.2026
foodwatch-Datenrecherche: Jede vierte Lebensmittelkontrolle fällt aus / foodwatch-Report mit Ergebnissen aller 400 Kontrollbehörden

datensicherheit.de, 03.07.2026
Informationsfreiheit: Vermeintliche IFG-Reform könnte De-Facto-Abschaffung bedeuten / Am 2. Juli 2026 hat der Koalitionsausschuss von SPD und Union beschlossen, das Informationsfreiheitsgesetz zu „reformieren“ – foodwatch warnt vor einer faktischen Abschaffung des IFG

datensicherheit.de, 25.10.2019
Lebensmittelüberwachung: foodwatch fordert unabhängige Landesanstalten / Unabhängigkeit von politischer Einflussnahme der Landesregierungen und mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet

datensicherheit.de, 14.01.2019
Topf Secret: Kontrollergebnisse aus Lebensmittelbetrieben online / foodwatch und FragDenStaat starten „Plattform gegen Geheimniskrämerei bei Lebensmittelbehörden“

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Reformagenda: TÜV-Verband fordert Stärkung der Innovation ohne Schwächung der Sicherheit https://www.datensicherheit.de/reformagenda-tuev-verband-forderung-staerkung-innovation-sicherheit Fri, 03 Jul 2026 22:29:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55365 Laut TÜV-Verband setzt die „Reformagenda“ des Koalitionsausschusses wichtige Impulse für mehr Innovation und Wettbewerbsfähigkeit

[datensicherheit.de, 04.07.2026] Der TÜV-Verband hat in seiner Stellungnahme vom 3. Juli 2026 die „Reformagenda“ der Bundesregierung begrüßt und betont, dass weniger Bürokratie richtig sei, aber erforderliche Sicherheitsprüfungen und Kontrollen dabei nicht verloren gehen dürften.

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Abbildung: TÜV-Verband

Dr. Joachim Bühler betont die Notwendigkeit, dass Menschen der Technik vertrauen können

Förderung Künstlicher Intelligenz und Autonomen Fahrens begrüßt

Laut TÜV-Verband setzt die „Reformagenda“ des Koalitionsausschusses wichtige Impulse für mehr Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Vor allem die geplante Förderung Künstlicher Intelligenz (KI) und des Autonomem Fahrens sowie schnellere Genehmigungs- und Planungsverfahren könnten den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken.

  • Der angekündigte Hochlauf des Autonomen Fahrens und die Einrichtung von Modellregionen sind aus Sicht des TÜV-Verbands „wichtige Schritte“.

Jetzt gelte es, den bestehenden Rechtsrahmen durch praktische Erprobung weiterzuentwickeln. Praxisprojekte und Simulationen könnten dabei helfen, Genehmigungsverfahren effizienter zu gestalten, ohne das hohe Sicherheitsniveau aufzugeben.

„Reformagenda“ sollte Umsetzung der Zukunftstechnologien beschleunigen

„Deutschland muss bei Zukunftstechnologien schneller werden!“, betont indes Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Er gibt zu bedenken: „Entscheidend ist jedoch, dass Innovation und Sicherheit nicht gegeneinander ausgespielt werden! Nur Technologien, denen die Menschen vertrauen, werden sich am Markt dauerhaft durchsetzen.“

  • Den angekündigten Bürokratieabbau unterstützt der TÜV-Verband grundsätzlich. Kritisch bewertet der Verband jedoch Pläne, betriebliche Sicherheitsstrukturen abzubauen und staatliche Kontrollen pauschal zu reduzieren.

Auch müsse beim Wegfall behördlicher Genehmigungen darauf geachtet werden, die sicherheitsrelevante Vorprüfung von Planungsunterlagen gleichwertig zu ersetzen.

Weniger Bürokratie ohne Minderung der Sicherheit

Bühler unterstreicht: „Weniger Bürokratie ist richtig. Weniger Sicherheit wäre jedoch ein Fehler. Sicherheitsprüfungen und risikobasierte Kontrollen verhindern Schäden, bevor sie entstehen.“

  • Diese schützten Menschen, Umwelt sowie Kritische Infrastruktur (KRITIS) und schafften das für eine innovative Wirtschaft erforderliche Vertrauen.

Der TÜV-Verband appelliert nun an die Bundesregierung, die „Reformagenda“ so umzusetzen, „dass Innovationen beschleunigt und gleichzeitig Deutschlands hohe Sicherheitsstandards erhalten bleiben“.

Weitere Informationen zum Thema:

TÜV VERBAND
Über uns

mfm – future at work,
mfm – Interview: Drei Fragen an Joachim Bühler

Die Bundesregierung
Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung

datensicherheit.de, 04.07.2026
Reformpaket der Koalition: Bitkom begrüßt „Aufbruchsignal“ zum Durchbrechen des Stillstands / Der Bitkom lobt, dass die Digitalisierung bei den Reformvorhaben von Anfang an mitgedacht wird

datensicherheit.de, 03.07.2026
Informationsfreiheit: Vermeintliche IFG-Reform könnte De-Facto-Abschaffung bedeuten / Am 2. Juli 2026 hat der Koalitionsausschuss von SPD und Union beschlossen, das Informationsfreiheitsgesetz zu „reformieren“ – foodwatch warnt vor einer faktischen Abschaffung des IFG

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