Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von dp am Dienstag, März 31, 2026 0:33 - noch keine Kommentare
KKH gibt Eltern Tipps, um Kinder vor digitalem Stress zu bewahren
Laut forsa-Umfrage im KKH-Auftrag ist das Suchtpotenzial digitaler Medien Eltern-Sorge Nummer 1 – Digitales Wohlbefinden und Medienkompetenz gilt es in Einklang zu bringen
[datensicherheit.de, 31.03.2026] In einer aktuellen Stellungnahme der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) wird die Anziehungskraft von Smartphone, Tablet, Computer und Spielekonsole auf Kinder als enorm groß bezeichnet: Laut einer repräsentativen forsa-Umfrage unter 1.001 Eltern von sechs- bis 18-jährigen Kindern im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse nutzt demnach fast jeder Heranwachsende regelmäßig digitale Medien und Online-Angebote (96%). Klar an Position 1 stehe bei Kindern und Jugendlichen Video-Streaming (80%), gefolgt von Musik-Streaming (64%) und Sozialen Netzwerken wie „TikTok“, „Snapchat“ oder „WhatsApp“ (52%). Allen gemeinsam sei ihre Sogwirkung. „Digitale Medien sind immer früher fester Bestandteil des Alltags von Kindern und durchdringen nahezu all ihre Lebensbereiche – von Familie und Freundeskreis über Schule, Ausbildung und Berufsstart bis hin zu Freizeit und Urlaub.“
Mediennutzung der Kinder als „Blackbox“ – KKH adressiert Sorgen der Eltern
Nicht selten sei die Mediennutzung ihrer Kinder für Eltern eine Art „Blackbox“. So fühlten sich 20 Prozent der befragten Mütter und Väter laut der aktuellen Umfrage schlecht darüber informiert, was ihr Kind im Internet anschaut, welche Games es spielt und was es in Sozialen Netzwerken postet.
- Die Mehrheit der befragten Eltern habe aber einen guten Überblick darüber, wie ihr Kind digitale Medien und Online-Angebote nutzt: So fühlten sich 50 Prozent „eher gut informiert“, 24 Prozent sogar „sehr gut“.
Gut die Hälfte der Eltern (53%) sei überzeugt, dass sich der Umgang mit digitalen Medien und Online-Angeboten in irgendeiner Weise auf ihr Kind auswirkt: 37 Prozent von ihnen hätten negative Folgen wahrgenommen. Dies gelte besonders für Mütter (41% zu 34% der Väter).
KKH warnt vor übermäßigen Bildschirmzeiten und Konsum unangemessener Inhalte
An Position 1 der gesundheitlichen Folgen für ihre Kinder stehe für gut die Hälfte aller befragten Eltern (53%) das Risiko, eine Mediensucht zu entwickeln. Fast ebenso viele (50%) befürchteten Konzentrationsprobleme. „Auf der Rangliste der Gesundheitsrisiken stehen für Eltern zudem psychische Probleme wie Ängste sowie Bewegungsmangel (jeweils 34%), Schlafstörungen (27%) und die Sorge vor ungesunder Ernährung ihres Kindes durch Snacks nebenbei (23%).“
- Was Eltern noch Kopfzerbrechen bereitet: 48 Prozent hätten Bedenken, dass ihr Kind im Internet mit nicht altersgerechten, gefährlichen Inhalten oder „Fake News“ konfrontiert werden könnte. Als weitere Risiken würden sich die Sorge vor (Cyber-)Mobbing (39%) anschließen, ferner nachlassendes Interesse am Familienleben (34%), schlechtere schulische Leistungen (32%) und das Vernachlässigen von Freundschaften (31%).
Die Sorgen der Eltern seien nachvollziehbar, denn: „Übermäßige Bildschirmzeiten und der Konsum unangemessener Inhalte können für Heranwachsende schädlich sein, zu Schlafmangel, Konzentrationsstörungen, Ängsten, depressiven Symptomen oder auch sozialer Isolation führen.“
KKH sieht in digitalen Medien indes auch großes Potenzial für Kinder und Jugendliche
Dabei bergen laut KKH Medien auch ein großes Potenzial für Kinder und Jugendliche – ob für die Entwicklung sozialer Kompetenzen, kognitiver Fähigkeiten, für räumliches oder auch strategisches Denken.
- „Für Eltern liegt die Herausforderung darin, die Balance zwischen Chancen und Risiken auszuloten“, unterstreicht Franziska Klemm, KKH-Psychologin.
Sie führt weiter aus: „Denn entscheidend ist es, das Eintauchen in digitale Welten so zu gestalten, dass es keinen negativen Einfluss auf das körperliche, emotionale und geistige Wohlbefinden von Heranwachsenden hat!“
Digitales Wohlbefinden: KKH rät zur Stärkung der digitalen Medienkompetenz
„,Social Media’ und andere digitale Angebote sind Verführungskünstler. Sie arbeiten mit technischen und psychologischen, teils personalisierten Mechanismen mit dem Ziel, Nutzerinnen und Nutzer zum Beispiel durch Belohnungssysteme längerfristig online zu binden, denn damit verdienen sie ihr Geld“, erläutert Klemm.
- Dies bewusst wahrzunehmen und sich dagegen zu schützen, sei vor allem für Kinder schwer. „Und so können ständiges Swipen, Chatten, Posten und Liken überhand nehmen und sich negativ auf die mentale Gesundheit auswirken!“
Der Schlüssel liege somit in digitaler Medienkompetenz: Kinder sollten schrittweise einen reflektierten, gesunden Umgang mit Smartphone, Tablet etc. und deren vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten entwickeln und anwenden – idealerweise mit Unterstützung von Eltern, älteren Geschwistern und Lehrkräften.
KKH-Empfehlung: Abkehr vom bloßen Konsumieren – Hinwendung zur aktiven Nutzung
Klemm legt nahe: „Medienkompetenz hilft Heranwachsenden, das online Erlebte einzuordnen und zu hinterfragen und befähigt sie, Medien nicht nur zu konsumieren, sondern aktiv zu nutzen.“
- Als positiver Nebeneffekt stärke ein kompetenter und selbstbestimmter Umgang mit digitalen Medien das Selbstwertgefühl, was sich wiederum positiv auf die mentale Gesundheit auswirke.
Basis für eine bewusste Mediennutzung sollten gemeinsam aufgestellte Regeln und die Anwendung von Sicherheitseinstellungen sein. Dazu zählten zum Beispiel altersgemäß begrenzte Bildschirmzeiten, Zeitlimits für bestimmte Apps, Privatsphäre-Einstellungen und bewusste Offline-Zeiten für Treffen mit Gleichaltrigen, Sport oder Musik.
KKH hält verschieden Angebote zur Förderung der gesunden Nutzung digitaler Medien vor
Allerdings sind für Eltern laut forsa-Umfrage die drei größten Herausforderungen im Umgang mit der Mediennutzung ihres Kindes: Klare Regeln aufzustellen, diese konsequent durchzusetzen und den Überblick über die Inhalte zubehalten (jeweils rund 50%). Zudem betrachteten es 30 Prozent als herausfordernd, mit ihrem Kind über dessen Medienumgang zu sprechen.
- „Dabei können offene Gespräche der Eltern mit ihrem Nachwuchs entscheidend zum digitalen Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen beitragen, gleich ob über Medieninhalte, sicheres Navigieren im Internet, Nutzungserfahrungen oder Risiken wie Cyber-Mobbing samt Schutz davor“, so Klemm.
Abschließend unterstreicht sie: „Es ist wichtig, dass Kinder mit Erwachsenen über online Erlebtes sprechen können – auch wenn es sie belastet – und sie sich in der digitalisierten Welt nicht allein gelassen fühlen!“ Die KKH hält unterschiedliche Angebote zur Förderung der gesunden Nutzung digitaler Medien von Heranwachsenden bereit: Dazu zählt das digitale Informationsportal „Clemens hilft!“, das Eltern in kompakten Video-Einheiten konkrete Tipps und Tricks für die Medienerziehung bieten soll.
Weitere Informationen zum Thema:
KKH
Unternehmensporträt KKH Kaufmännische Krankenkasse
KKH
Drei Fragen an KKH-Psychologin Franziska Klemm
KKH
Kinder und digitale Medien / Clemens hilft! unterstützt Eltern bei der Medienerziehung
KKH Leben, 20.03.2026
Medienkompetenz bei Kindern
KKH
Mediennutzung von Kindern: Ab wann sollten Kinder Smartphones, Tablets oder Notebooks nutzen dürfen?
datensicherheit.de, 27.05.2025
Medienkompetenz und digitales Know-how für Kinder werden immer wichtiger / 2024 nutzten bereits über 50 Prozent der sechs- bis siebenjährigen Kinder ein Smartphone – bei den zehn- bis elfjährigen sogar 90 Prozent
datensicherheit.de, 11.07.2017
Digitale Bildung: Stärkung der Medienkompetenz in Schulen / Auftakt in Berlin und Brandenburg / Initiative für 5. bis 8. Klassen
Aktuelles, Experten, Studien - März 31, 2026 0:33 - noch keine Kommentare
KKH gibt Eltern Tipps, um Kinder vor digitalem Stress zu bewahren
weitere Beiträge in Experten
- NIS2 im Aufsichtsrat: Woran sich Gremien künftig messen lassen müssen
- Theoretische Führerscheinprüfung: Betrug gefährdet Verkehrssicherheit
- Euro-Office: Wirtschaftsinitiative startet souveräne Office-Alternative
- World Backup Day 2026 voraus: BSI ruft zur Datensicherung auf
- Startups und Scaleups der Digitalwirtschaft betroffen: Bitkom kritisiert Berliner Ausbildungsplatzumlage
Aktuelles, Branche, Gastbeiträge - März 30, 2026 16:04 - noch keine Kommentare
NIS2 im Aufsichtsrat: Woran sich Gremien künftig messen lassen müssen
weitere Beiträge in Branche
- Cybercrime Report zeigt einen deutlichen Anstieg bei synthetischem Identitätsbetrug
- Konfigurationen: Der „World Backup Day“ sollte Backups jenseits purer Datensicherung propagieren
- NIS2 wird nicht an der Technologie scheitern – sondern am Faktor Mensch
- Netzwerke der Fluggesellschaften insbesondere durch Osterreiseverkehr und globale Unsicherheiten auf die Probe gestellt
- Neue ISACA-Studie enthüllt Blinden Fleck: Unternehmensrisiko unkontrollierter KI-Einsatz
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen


