Netflix – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Fri, 22 May 2026 17:10:02 +0000 de hourly 1 Streaming-Dienste als Einfallstor: Cyberkrimineller Missbrauch privater Credentials für Credential-Stuffing-Angriffe auf Unternehmen https://www.datensicherheit.de/streaming-einfallstor-credential-stuffing-angriffe-unternehmen Fri, 22 May 2026 22:58:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=54604 Da ein nicht unerheblicher Teil der Opfer nach wie vor Passwort-Recycling betreibt, können Angreifer erbeutete private „Credentials“ leicht für „Credential Stuffing“-Angriffe ausnutzen

[datensicherheit.de, 23.05.2026] Dr. Martin J. Krämer, „CISO Advisor“ bei KnowBe4, widmet sich in seiner aktuellen Stellungnahme einer Phishing-Kampagne, welche es demnach auf die „Credentials“ der Kunden von Streaming-Diensten, wie z.B. „Netflix“, „hulu“, „Disney“ oder auch „HBO“, abgesehen hat. So haben vor Kurzem Sicherheitsanalysten von Bitdefender in einem Blog-Beitrag Phishing-Kampagnen analysiert, welche auf die „Credentials“ der Kunden von bekannten Streaming-Diensten zielen. Da ein nicht unerheblicher Teil der Opfer nach wie vor Passwort-Recycling betreibe, könnten die Angreifer die erbeuteten „Credentials“ dann für „Credential Stuffing“-Angriffe missbrauchen. Auch für Unternehmen wird dieser neue Angriffsvektor, welcher gezielt die privaten Nutzerkonten der Mitarbeiter ins Visier nimmt, laut Krämer „zunehmend zum Problem“.

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Foto: KnowBe4

Dr. Martin J. Krämer warnt: Die Angreifer machen sich zunutze, dass ein erheblicher Teil ihrer Opfer eine allenfalls mangelhafte Passwort-Hygiene betreibt

Opfer sollen dazu gebracht werden, auf einen in einer Nachricht enthaltenden Link zu klicken

„In aller Regel beginnen die Angriffe mit dem Empfang einer Nachricht per E-Mail oder SMS, berichtet Krämer. Die Opfer sollten ihr Konto bestätigen oder an einer Umfrage teilnehmen. „Dringlichkeit und Zeitdruck werden vorgetäuscht!“

  • So sollen die Opfer dazu gebracht werden, auf einen in der Nachricht enthaltenden Link zu klicken. Dieser führe sie dann auf eine nahezu perfekte Imitation der Landingpage ihres Streaming-Dienstes – „wo sie dazu aufgefordert werden, ihre E-Mail-Adresse und ihr Passwort – nicht selten auch ihre Zahlungsdaten – einzugeben“.

Doch damit nicht genug: „Die vom Konto des Streaming-Dienstes erbeuteten ,Credentials’ sind nicht das eigentliche Ziel der Angreifer. Sie dienen lediglich als Ausgangspunkt für die eigentliche Attacke. Die Angreifer machen sich zunutze, dass ein erheblicher Teil ihrer Opfer eine allenfalls mangelhafte Passwort-Hygiene betreibt.“

Cyberkriminelle haben eine Chance von 1:5, mit erbeuteten Daten „Credential Stuffing“-Angriffe zu starten

Rund 20 Prozent aller Betroffenen nutzten über verschiedene Plattformen hinweg dasselbe Passwort. „Das heißt, Cyberkriminelle haben eine Chance von 1 zu 5 mit den erbeuteten ,Credentials’ einen ,Credential Stuffing’-Angriff zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen.“

  • In großem Stil testeten sie die frisch erbeuteten E-Mail-Passwort-Kombinationen mittels automatisierter Skripte an verschiedenen Login-Portalen – so lange, bis sie Erfolg haben.

Ein enormes Risiko – auch und gerade für die Unternehmens-IT – , denn mit Vorliebe testeten die Angreifer die erbeuteten E-Mail-Passwort-Kombinationen an Unternehmens-VPNs, Remote-Desktop-Gateways, „Corporate E-Mail-Accounts“, wie „Microsoft 365“, sowie Kollaborations- und B2B-Zahlungsplattformen. Es bestehe also ein erhebliches Risiko, „dass ein Mitarbeiter durch die Kompromittierung seines privaten Streaming-Passworts Cyberkriminellen Tür und Tor zur Infrastruktur seines Arbeitgebers öffnet“.

KnowBe4-Tipps zur Verhinderung von „Credential Stuffing“-Angriffen

Unternehmen kann laut Krämer hierzu nur geraten werden:

  • klare Passwort-Richtlinien zu definieren:
    Einzigartige Passwörter für jedes „Account“ sollten absolute Pflicht sein. Der Einsatz von „Enterprise Password“-Managern könne helfen, das Recycling von Passwörtern durch die eigenen Mitarbeiter zu verhindern.
  • eine flächendeckende MFA einzuführen:
    Alle kritischen Systeme sollten obligatorisch über eine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) abgesichert sein, wobei der Absicherung des primären E-Mail-Kontos – als Dreh- und Angelpunkt etwaiger Passwort-Resets – höchste Priorität zufallen sollte.
  • sämtliche Endpunkte zu schützen:
    Um auf Netzwerkebene Phishing-Webseiten rechtzeitig zu blockieren und etwaige „Secondary Payloads“ abzuwehren, sei der Einsatz zuverlässiger EDR-Lösungen (Endpoint Detection and Response) von entscheidender Bedeutung.
  • das Sicherheitsbewusstsein der Belegschaft proaktiv zu schärfen:
    Sämtliche Mitarbeiter sollten darin geschult werden, bei E-Mails, die künstlich Dringlichkeit erzeugen, misstrauisch zu werden und abonnierte Plattformen stets direkt über ihren Browser aufzurufen – nicht über Links in E-Mails oder SMS-Nachrichten.

Im heutigen Digitalen Zeitalter sei die kontinuierliche Aufklärung der gesamten Belegschaft über sämtliche Cyberrisiken – sowohl über solche, die am Arbeitsplatz als auch über solche, die Zuhause bestehen – „ein zentraler Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung einer ganzheitlichen Unternehmenssicherheit“, betont Krämer abschließend.

Weitere Informationen zum Thema:

knowbe4
KnowBe4 News und Wissenswertes

knowbe4
Dr. Martin J. Krämer

knowbe4, April 2026
Phishing Threat Trends Report

Bitdefender, Silviu Stahie, 27.04.2026
Netflix Phishing Scams: They’re More Dangerous Than You Think

datensicherheit.de, 25.10.2021
Warnung der PSW GROUP: Soziale Netzwerke als Brutstätten für Attacken mittels Credential Stuffing / Für sämtliche Web-Dienste dieselben Login-Daten zu verwenden ermöglicht Credential Stuffing

datensicherheit.de, 23.11.2020
Prognose: Smartphone-Credentials sind die Zukunft der Zugangskontrolle / Herangehensweise muss überdacht werden und neue Technologien eingesetzt werden

datensicherheit.de, 20.05.2020
Finanzsektor: Steigende Anzahl an DDoS- und Credential-Stuffing-Angriffen / Überdurchschnittlich viele Vorkommnisse im April 2020

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Beliebtes Streaming mit Kehrseite: Fast 40.000 gestohlene Netflix-Zugänge in Deutschland https://www.datensicherheit.de/diebstahl-40000-netflix-zugaenge https://www.datensicherheit.de/diebstahl-40000-netflix-zugaenge#respond Tue, 27 May 2025 13:12:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=48021 Nach aktuellen Kaspersky-Erkenntnissen scheinen es Streaming-Kunden bei den großen Streamingplattformen ,Netflix’, ,Disney+‘, ,Amazon Prime Video’, ,Apple TV+‘ und ,Max’ mit der Sicherheit der Zugangsdaten für die -Dienste nicht allzu ernst zu nehmen

[datensicherheit.de, 27.05.2025] Laut einer aktuellen Stellungnahme von Kaspersky haben drei von vier Haushalten in Deutschland mindestens einen Streaming-Dienst abonniert. „Allerdings scheinen es die Nutzer mit der Sicherheit der Zugangsdaten für diese nicht allzu ernst zu nehmen. Denn Kaspersky-Experten entdeckten im Jahr 2024 weltweit insgesamt 7.035.236 gestohlene Zugangsdaten für die großen Streamingplattformen ,Netflix’, ,Disney+‘, ,Amazon Prime Video’, ,Apple TV+‘ und ,Max’.“ Für diese Analyse untersuchte das Team von „Kaspersky Digital Footprint Intelligence“ nach eigenen Angaben kompromittierte Zugangsdaten für Streaming-Dienste. Dabei fanden sie demnach auch Zugänge deutscher Nutzerkonten: 39.665 für „Netflix“, 9.222 für „Disney+“ sowie 208 auf „Apple TV+“.

Warnung vor umfassenden Malware-Kampagnen zum Diebstahl von Zugangsdaten für Streaming-Dienste

Diese Daten stammten nicht aus Angriffen auf die Plattformen selbst, sondern aus umfassenden Malware-Kampagnen zum Diebstahl von Zugangsdaten. Schadsoftware werde häufig über kompromittierte Apps, manipulierte Browser-Erweiterungen, Raubkopien oder inoffizielle Downloads verbreitet.

  • „Sobald ein Gerät kompromittiert ist, können Angreifer darüber unbemerkt an ,Cookies’, Bankkartendetails und andere persönliche Informationen gelangen. Solche Informationen werden in Untergrundforen gehandelt oder sogar kostenlos geteilt, um beispielsweise die Reputation der Angreifer zu steigern.“

Ein Angriff der scheinbar „nur“ mit einem kompromittierten Netflix-Passwort beginnt, könne sich so schnell zu einem Identitätsdiebstahl oder Finanzbetrug mit empfindlichem Geldverlust ausweiten – „wenn Nutzer dieselben Anmeldedaten für mehrere Dienste verwenden“.

Effektiver Schutz für Streaming-Accounts mehr als nur Passwörter

Polina Tretyak, Analystin bei „Kaspersky Digital Footprint Intelligence“, kommentiert: „Streaming ist heutzutage mehr als nur Unterhaltung – es ist eine tägliche Gewohnheit, eine Quelle der Identitätsbildung und Gemeinschaft. Diese emotionale Verbundenheit kann jedoch auch zu einer gewissen Blindheit für Risiken führen.“

  • Malware – in inoffiziellen Downloads oder „Tools“ von Drittanbietern versteckt – könnte unbemerkt Anmeldeinformationen und persönliche Daten stehlen, welche dann anschließend in Foren von Cyberkriminellen gehandelt oder verkauft würden. Tretyak betont: „Ein effektiver Schutz von Streaming-Accounts bedeutet heute nicht mehr nur, an Passwörter zu denken, sondern auch die dazugehörigen Geräte zu schützen, verdächtige Downloads zu vermeiden und darauf zu achten, wohin jeder Klick führen kann.“

Um junge Nutzer von Streaming-Diensten und Verbraucher generell für Cyberrisiken zu sensibilisieren und deren digitale Widerstandsfähigkeit zu stärken, hat Kaspersky ein interaktives Cyber-Detektivspiel kreiert: „Das kostenfreie Online-Spiel ,Case 404‘ vermittelt auf spielerische Weise grundlegende Cybersicherheitskenntnisse und fördert ein sichereres Verhalten in der digitalen Welt.“

Kaspersky gibt Verbrauchern Tipps für sicheres Streaming

  • Passwörter potenziell gefährdeter Konten sollten geändert und auf verdächtige Aktivitäten überprüft werden!
  • Beim Zugriff auf Streaming-Dienste ist stets ein gültiges, offizielles Abonnement zu verwenden!
  • Apps von Streaming-Diensten nur über offizielle Marktplätze oder Websites herunterladen!
  • Die Echtheit von Websites vor der Eingabe persönlicher Daten überprüfen!
  • Inhalte nur auf vertrauenswürdigen, offiziellen Seiten ansehen und von dort herunterladen (dabei auf die korrekte Schreibweise von URLs und Firmennamen achten, um Phishing zu vermeiden)!
  • Beim Download von Dateien auf die Dateiendung achten: Videodateien sollten keine „.exe“- oder „.msi“-Endung aufweisen, da diese häufig mit schädlicher Software verknüpft sind!

Das interaktive Online-Spiel „Case 404“ von Kaspersky wurde speziell für die „Generation Z“ entwickelt, um auf spielerische Weise cybersicheres Verhalten in der digitalen Welt zu vermitteln. Eine zuverlässige Sicherheitslösung (wie z.B. „Kaspersky Premium“) könne dabei helfen, gefährliche Anhänge zu erkennen und persönliche Daten zu schützen, und etwa „Kaspersky VPN Secure Connection“ ermögliche sicheres Surfen und Messaging, schütze die IP-Adresse und verhindere Datenlecks.

Weitere Informationen zum Thema:

EY Shape the future with confidence, 19.02.2025
Drei von vier Haushalten in Deutschland haben mindestens einen Streamingdienst abonniert

kaspersky
„Case 404“

datensicherheit.de, 26.08.2022
Plex: Cyber-Angriff auf Streaming-Anbieter gefährdet Kundendaten / Plex hat offenbar solide auf den Vorfall reagiert und bewährte Sicherheitspraktiken angewandt

datensicherheit.de, 10.05.2022
Netflix: 84 Prozent sind Streaming-Schnorrer / Netflix beliebteste Steaming-Plattform für Weitergabe von Passwörtern – aber auch Disney+ und Amazon Prime Video betroffen

datensicherheit.de, 06.10.2021
twitch: Streaming-Plattform gehackt / twitch-Nutzer sollten sofort ihre Passwörter ändern und eine Zweifaktor-Authentifizierung aktivieren

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Netflix: 84 Prozent sind Streaming-Schnorrer https://www.datensicherheit.de/netflix-84-prozent-streaming-schnorrer https://www.datensicherheit.de/netflix-84-prozent-streaming-schnorrer#respond Tue, 10 May 2022 09:14:50 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=41753 Netflix beliebteste Steaming-Plattform für Weitergabe von Passwörtern – aber auch Disney+ und Amazon Prime Video betroffen

[datensicherheit.de, 10.05.2022] Laut einer aktuellen Studie geben zahlreiche Gratis-Account-Nutzer die Zugangsdaten einfach weiter, ohne zu ahnen, dass deren Besitzer sie auch für ihre Bankkonten verwenden. Beyond Identity hat nach eigenen Angaben untersucht, wie viele Menschen ihre Streaming-Logins tauschen oder an Dritte weitergeben – „und wie schwierig es ist, dieses Teilen von Zugängen wieder zu unterbinden“.

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Abbildung: Beyond Identity

Im Auftrag von Beyond Identity wurden 1.015 US-Bürger im Alter von 18 bis 84 Jahren befragt

Für Streaming-Anbieter bedeutet Passwortweitergabe finanzielle Verluste

Die Befragung von 1.015 Personen habe ergeben, dass es bei den Streaming-Diensten im Durchschnitt pro Account mindestens zwei Profiteure gebe – also Personen, welche ein Konto nutzten, ohne dafür zu bezahlen. „Netflix“ sei dabei die beliebteste Plattform für die Weitergabe von Passwörtern gewesen, aber auch „Disney+“ und „Amazon Prime Video“ seien davon betroffen.
Für die Streaming-Anbieter bedeute diese (teils illegale) Passwortweitergabe finanzielle Verluste: „So weist die Untersuchung für alle Streaming-Plattformen zusammen einen potenziellen Verlust von rund 640 Euro pro ,Schnorrer‘ jährlich aus.“

Streaming-Schnorrer zeigen sich hartnäckig

Um sich zur gegebenen Zeit von diesen Nutznießern wieder zu trennen, habe laut Umfrage jeder vierte Kontobesitzer einfach das Passwort in der Hoffnung geändert, das Account wieder für sich allein zu haben. „Doch 30 Prozent der Trittbrettfahrer ließen sich davon nicht abschrecken und baten die Kontobesitzer, ihnen auch die neuen Anmeldedaten zu überlassen.“
Zudem hätten viele Account-Besitzer feststellen müssen, „dass ihre Anmeldedaten einfach ohne ihr Wissen weitergegeben worden waren, obwohl 48 Prozent der Nutznießer mit dem legitimen Kontobesitzer zusammenlebten“. Dieser Umstand störe nicht nur die Sehgewohnheiten, sondern berge auch die Gefahr, „dass persönliche Daten gestohlen werden – vor allem, wenn das Passwort noch für weitere Anmeldungen verwendet wird“.

Streaming-Passwort selten auch für Online-Banking eingesetzt

Tatsächlich hätten mehr als zehn Prozent der Kontobesitzer eingeräumt, dass sie ein und dasselbe Passwort sowohl für ihre Streaming-Abonnements als auch für ihre Bankkonten verwendeten. 36 Prozent benutzten dieselben Passwörter zudem für ihre persönlichen E-Mail-Konten.
„Die kontenübergreifende Verwendung eines Passworts mag für die Nutzer bequem sein, doch birgt es hohe Sicherheitsrisiken – insbesondere, wenn die Kontobesitzer nicht wissen, wer ihre sensiblen Passwörter mit anderen teilt.“

Weitere Informationen zum Thema:

BEYOND IDENTITY, 28.03.2022
Are Account Moochers Putting Your Money at Risk? [Survey]

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https://www.datensicherheit.de/netflix-84-prozent-streaming-schnorrer/feed 0
Video-Streaming-Portale: Spoofing auf dem Vormarsch https://www.datensicherheit.de/video-stream-portale-spoofing-auf-dem-vormarsch https://www.datensicherheit.de/video-stream-portale-spoofing-auf-dem-vormarsch#respond Thu, 16 Apr 2020 16:57:16 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=35960 Diverse Spam-Webseiten online, die vorgeben von bekannten Streaming-Anbietern zu stammen

[datensicherheit.de, 16.04.2020] Video-Portale wie Netflix, Amazon Prime und Disney+ verzeichnen in Zeiten, in denen viele Menschen zuhause bleiben, einen Ansturm auf ihr Angebot. Dies ging teilweise soweit, dass Anbieter die Auflösung und damit die Bandbreite ihrer Streams verringern mussten, um Kapazitäten für andere Dienste freizuhalten.

Beliebtheit zieht auch Betrüger an

Wie so oft, wenn ein Service sich größerer Beliebtheit erfreut, bringt dies auch Betrüger auf den Plan, die sich dadurch bereichern wollen. Wie Forscher des E-Mail-Security- und Cyber-Resilience-Anbieters Mimecast herausgefunden haben, sind derzeit diverse Spam-Webseiten online, die vorgeben, von bekannten Streaming-Anbietern zu stammen. In ihnen wird ein scheinbar kostenloses Angebot beworben, lediglich die Registrierung auf der jeweiligen Seite des Anbieters sei notwendig, um mit dem Serienmarathon zu beginnen. Klickt der Empfänger auf den Registrierungs-Link, wird er auf eine im gleichen Maße echt aussehende Website weitergeleitet, auf der er sich unter Angabe persönlicher Daten registrieren soll. Hierzu gehören etwa E-Mail- und postalische Adresse sowie Kreditkartendaten.

Kreditkartenmissbrauch droht

Hat das Opfer erst einmal seine Daten eingegeben, kann er sich nicht über einen kostenfreien Zugang zu Video-Streams freuen, sondern muss damit rechnen, dass seine Kreditkartendaten missbraucht werden oder seine E-Mail-Adresse in Zukunft Ziel von Spam-Mails wird.

Die vorgeblichen Gratisangebote von Netflix, Amazon et cetera sehen dabei täuschend echt aus, sodass es selbst Profis schwerfallen dürfte, sie auf den ersten Blick von authentischen Seiten zu unterscheiden. Weder die genutzte Sprache noch das Design geben einen Grund zum Zweifel.

Carl Wearn

Foto: Mimecast

Carl Wearn, Head of E-Crime bei Mimecast

Carl Wearn, Head of E-Crime bei Mimecast hierzu: „Die COVID-19-Pandemie und die daraus resultierende Abriegelung haben dazu geführt, dass die Menschen zu Hause viel mehr Zeit zur Verfügung haben. Eine Möglichkeit, wie man diese Zeit füllen kann, sind Streaming-Dienste. Dieses ‚Binge-Watching‘ ist mit Sicherheitsrisiken verbunden, da Cyberkriminelle versuchen, sich den Aufwärtstrend beim Fernsehkonsum zunutze zu machen. Wir haben einen dramatischen Anstieg verdächtiger Bereiche erlebt, in denen sich eine Vielzahl von ruchlosen Akteuren für Streaming-Giganten ausgeben.“

Sein Ratschlag, wie man nicht Opfer einer solchen Attacke wird: „Bleiben Sie achtsam und seien Sie skeptisch, was sowohl Absender von Mails als auch solche Angebote an sich betrifft. Wie so häufig gilt: Wenn etwas zu schön klingt, um wahr zu sein, ist es höchstwahrscheinlich auch so.“

Neben einer erhöhten Skepsis was attraktive Angebote angeht, kann zudem eine Lösung zur E-Mail-Security helfen, auch in Zeiten, in denen vermehrt von Zuhause gearbeitet wird, sicher zu bleiben. Eine solche Lösung prüft sowohl den Absender der Mail auf seine Authentizität als auch in der Mail enthaltene Links auf etwaige Phishing-Versuche. Verweist ein Link in einer Mail beispielsweise auf eine Spoofing-Website, blockiert die Lösung die Mail sofort – und der potenzielle Empfänger bekommt davon noch nicht einmal etwas mit.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 27.02.2020
Mimecast Threat Intelligence Report – Emotet ist zurück

datensicherheit.de, 12.01.2020
Mimecast warnt vor neuer Sicherheitslücke in Microsoft-Office-Produkten

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Hacker missbrauchen Netflix: Sicherheitsforscher finden gefälschte Domains https://www.datensicherheit.de/hacker-missbrauch-netflix-sicherheitsforscher-finden-gefaelschte-domains https://www.datensicherheit.de/hacker-missbrauch-netflix-sicherheitsforscher-finden-gefaelschte-domains#comments Thu, 02 Apr 2020 15:54:50 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=35807 Check Point Research hat die nächste Bedrohung für Anwender im Internet entdeckt, denn Cyber-Kriminelle machen sich die steigende Beliebtheit des Video-Streamingdienstes zunutze / Die Zahl der Fake-Domains mit Bezug zum Streaming-Dienst ist stark gestiegen

[datensicherheit.de, 02.04.2020] Check Point Research, die Threat Intelligence-Abteilung von Check Point® Software Technologies Ltd., verfolgt weiter die Zunahme der Bedrohungen, die das Coronavirus als Basis für kriminelle Aktivitäten im Internet begreifen. Jüngst haben die Sicherheitsforscher entdeckt, dass neben der Konferenzsoftware Zoom auch der sehr beliebte Streaming-Anbieter Netflix missbraucht wird. Fake-Domains, also gefälschte Webseiten, sollen die Nutzer verlocken, ihre Kontakt- und Bankdaten preiszugeben.

Fast alle dieser Betrugsseiten haben es auf die Zahlungsinformationen der Opfer abgesehen

Genau genommen hat sich die Zahl der Phishing-Attacken, die Netflix als Aufhänger nutzen, verdoppelt. Die meisten der neuen Domänen wurden in den letzten Wochen registriert und nehmen beinahe alle irgendeinen Bezug auf die Pandemie – entweder unter dem Namen Corona oder COVID-19. Ein Beispiel ist netflixcovid19s.com. Fast alle dieser Betrugsseiten haben es auf die Zahlungsinformationen der Opfer abgesehen.

Insgesamt geschehen jeden Tag im Durchschnitt 2.600 Cyber-Angriffe, die mit der Pandemie zu tun haben, so die Sicherheitsforscher von Check Point. Am 28. März gab es einen Höhepunkt mit 5.000 Attacken. Außerdem wurden in den letzten zwei Wochen 30.103 neue Domänen mit Corona-Bezug angemeldet, wovon 131 betrügerisch sind und 2.777 dringend verdächtig. Über 51.000 Corona-Domänen gingen seit dem Ausbruch der Pandemie bereits ans Netz.

Christine Schönig

Foto: Check Point Software Technologies

Christine Schönig, Regional Director Security Engineering CER, Office of the CTO bei Check Point Software Technologies

„Die deutliche Zunahme von Cyber-Angriffen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie spiegelt die verheerenden Nachrichten über die Situation in den USA und der EU wider. Wie die Zahl der physischen Opfer steigt auch die Zahl der Cyber-Angriffe, die perfide ihren Vorteil aus der Lage ziehen möchten. Wir erwarten, dass sich dieser Trend in naher Zukunft fortsetzen wird“, erklärt Christine Schönig, Regional Director Security Engineering CER, Office of the CTO bei Check Point Software Technologies: „Eindeutig verlagern Hacker ihre Aktivitäten weg von Unternehmen hin zu den Angestellten, da die meisten jetzt von zu Hause arbeiten. Einerseits öffnet das viele Fernzugänge, die geschützt werden müssen, um das Unternehmen nicht zu gefährden. Andererseits geraten nun die alltäglichen Handlungen der Mitarbeiter – und damit sie selbst – stärker ins Visier, wie die Nutzung von Zoom oder Netflix. Es wird für uns alle wichtig sein, eine gute digitale Hygiene zu betreiben und besonders vorsichtig zu sein, wenn wir Dokumente oder Links erhalten – besonders wenn wir den Absender nicht kennen.“

So sichern Sie sich ab

Speziell in der aktuellen Situation ist es unmöglich, auf virtuelle Konferenzsoftware zu verzichten. Umso wichtiger ist es, Mitarbeiter auf Gefahren und notwendige Sicherheitsmaßnahmen hinzuweisen. Nachfolgend finden Sie die Empfehlungen von Check Point, um sich und Ihr Unternehmen zu schützen:

  1. Seien Sie vorsichtig mit E-Mails und Dateien, die Sie von unbekannten Absendern erhalten, insbesondere wenn diese spezielle Angebote oder Rabatte anbieten.
  2. Öffnen Sie keine unbekannten Anhänge oder klicken auf Links innerhalb verdächtiger E-Mails.
  3. Hüten Sie sich vor gefälschten Domains, Rechtschreibfehlern in E-Mails und Websites als Merkmal und vor fremden Absendern.
  4. Trauen Sie keinen Sonderangeboten zu COVID-19. „Eine exklusive Kur für das Coronavirus für 150 Dollar“ ist normalerweise keine zuverlässige oder vertrauenswürdige Kaufgelegenheit. Zu diesem Zeitpunkt gibt es kein Heilmittel für das Coronavirus und selbst wenn es eines gäbe, würde es Ihnen definitiv nicht über E-Mail und exklusiv angeboten.
  5. Verwenden Sie Passwärter nicht mehrfach für verschiedene Konten und Seiten.
  6. Stellen Sie sicher, dass Sie Waren von einer authentischen Quelle bestellen. Eine Möglichkeit, dies zu tun, besteht darin, nicht auf Werbe-Links in E-Mails zu drücken, sondern Ihren Händler über eine Suchmaschine zu finden und auf den Link in der Ergebnisseite zu klicken.
  7. Verhindern Sie Zero-Day-Angriffe mit einer ganzheitlichen, durchgängigen Cyber-Architektur und speziellen Sicherheitslösungen.

Bekannt ist: 90 Prozent aller Cyber-Angriffe beginnen mit einer Phishing-Kampagne. Die Frage für Unternehmen muss daher lauten: Tun wir genug, um die Angriffs-Vektoren unserer Organisation zu schützen? Lesen Sie dazu das Whitepaper Der Mensch ist Ihr schwächstes Glied über das tägliche Risiko von Phishing-E-Mails.

Weitere Informationen zum Thema:

Check Point Software
Coronavirus update: In the cyber world, the graph has yet to flatten

datensicherheit.de, 01.04.2020
Hacker nutzen COVID-19-Krise: Smartphone-Nutzer oftmals das Ziel

datensicherheit.de, 31.03.2020
Vermeidung von Enpässen im Netz – Appell zu digitaler Besonnenheit

datensicherheit.de, 11.02.2020
Check Point: Facebook ist die Top-Adresse für Phishing-Versuche

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