Aktuelles, Experten - geschrieben von am Freitag, Juli 3, 2026 0:53 - noch keine Kommentare

Informationsfreiheit: Vermeintliche IFG-Reform könnte De-Facto-Abschaffung bedeuten

Am 2. Juli 2026 hat der Koalitionsausschuss von SPD und Union beschlossen, das Informationsfreiheitsgesetz zu „reformieren“ – foodwatch warnt vor einer faktischen Abschaffung des IFG

[datensicherheit.de, 03.07.2026] Der foodwatch e.V. hat in seiner Stellungnahme vom 2. Juli 2026 heftige Kritik am Koalitionsausschuss von SPD und Union geübt: Dieser habe an diesem Tag beschlossen, das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) zu „reformieren“. Faktisch bedeute dies die Abschaffung des IFG, warnt der foodwatch-Geschäftsführer, Dr. Chris Methmann: Versteckt zwischen allerlei „Reformen“ schaffe sich die Bundesregierung die lästige Kontrolle durch Bürger vom Hals. „Offiziell soll das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) verständlicher und transparenter werden – in Wahrheit wird das IFG de facto abgeschafft“, so Methmann – und bezieht sich in seiner Kritik auf Punkt 32 zum IFG in dem Papier „Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung“.

Foodwatch, Chris Methmann

Foto: foodwatch / Sabrina Weniger

Dr. Chris Methmann warnt vor der faktischen Abschaffung des IFG

Für IFG-Anfragen könnten Zehntausende Euro Gebühren in Rechnung gestellt werden

Die Bundesregierung plant demnach, dass Bürger nur noch mit „berechtigtem Interesse“ Auskunft von staatlichen Stellen erhalten sollen – damit könnten fast alle Anfragen einfach abgelehnt werden.

  • Zudem könnten für IFG-Anfragen Zehntausende Euro Gebühren in Rechnung gestellt werden – dies schrecke ab. Bisher habe die Grenze bei 500 Euro gelegen.

Außerdem sollten nur noch Privatpersonen einen Antrag gemäß IFG stellen dürfen.

Organisationen und Medien könnten nach IFG-Reform außen vor bleiben

Organisationen wie z.B. foodwatch oder Medien würden dann keinen Informationsanspruch mehr haben – dies sei ein massiver Angriff auf die Arbeit der unabhängigen Presse und von kritischen Organisationen, die Politik und Staat auf die Finger schauen“.

  • Zahlreiche Skandale hätten Presse und Zivilgesellschaft nur dank der Informationsfreiheit aufgedeckt.

Erst kürzlich habe zum Beispiel eine umfassende foodwatch-Datenabfrage per Informationsfreiheit unter 400 Kontrollbehörden in Deutschland ans Licht gebracht: „Fast 30 Prozent aller vorgeschriebenen Lebensmittelkontrollen fallen aus. Solche Missstände könnten in Zukunft weiter unter den Teppich gekehrt werden.“

Weitere Informationen zum Thema:

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Dr. Chris Methmann, Geschäftsführer / Dr. Chris Methmann leitet seit November 2021 als Geschäftsführer das Team von foodwatch Deutschland

Die Bundesregierung
Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung

datensicherheit.de, 02.06.2026
BfDI zur Informationsfreiheit: Kein Sicherheitsrisiko – sondern Vertrauensgarant / Die BfDI hat zur Veröffentlichung der ersten bundesweiten Repräsentativbefragung zur Informationsfreiheit einen mahnenden Kommentar veröffentlicht

datensicherheit.de, 10.03.2026
Informationsfreiheit und Datenschutzgesetz in Berlin: Meike Kamp kritisiert geplante Gesetzesänderungen / Die BlnBDI kommentiert in ihrer Stellungnahme vom 9. März 2026 die geplanten Änderungen am Berliner Datenschutzgesetz und dem Berliner Informationsfreiheitsgesetz und warnt

datensicherheit.de, 29.09.2025
Informationsfreiheit: IFK-Forderung nach mehr Transparenz in Deutschland / Aus Anlass des „Internationalen Tages der Informationsfreiheit“ am 28. September 2025 hat die „Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland“ (IFK) gefordert, die Regeln für Transparenz und Informationsfreiheit fortzuentwickeln und auszubauen

datensicherheit.de, 07.06.2024
BfDI-Forderung nach Transparenzgesetz auf Bundesebene als Update des bestehenden Informationsfreiheitsgesetzes / Deutschland als Gastgeber der „ICIC 2025“ in Berlin sollte dann sein neues Transparenzgesetz präsentieren können



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