BITKOM – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Fri, 21 Nov 2025 10:27:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.6.16 Transformation der Web-Recherche: Hälfte der Internetnutzer setzt bereits auf KI-Chats https://www.datensicherheit.de/transformation-web-recherche-haelfte-internetnutzer-ki-chats https://www.datensicherheit.de/transformation-web-recherche-haelfte-internetnutzer-ki-chats#respond Sat, 22 Nov 2025 23:26:08 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51106 Die Recherche mit klassischen Suchmaschinen hat nun offenbar ihren Zenit überschritten – allerdings haben 42 Prozent der Internetnutzer auch bereits falsche Antworten einer Künstlichen Intelligenz (KI) erhalten und dennoch prüfen nur 57 Prozent der Anwender die ihnen von der KI gelieferten Ergebnisse

[datensicherheit.de, 23.11.2025] Nach aktuellen Erkenntnissen des Digitalverbands Bitkom e.V. verwenden bereits 50 Prozent der Internetnutzer zumindest gelegentlich sogenannte KI-Chats – bei den 16- bis 29-jährigen Befragten sind es demnach sogar zwei Drittel. Die Recherche mit den klassischen Suchmaschinen hat also offenbar ihren Zenit inzwischen überschritten. Allerdings hätten 42 Prozent der Befragten durchaus auch schon falsche KI-Antworten geliefert bekommen und nur 57 Prozent prüften überhaupt die erhaltenen Ergebnisse.

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Foto: Bitkom e.V.

Dr. Bernhard Rohleder rät Anwender bei der Web-Recherche, der KI nicht blind zu vertrauen und die Ergebnisse immer zu prüfen

25% nutzen noch überwiegend klassische Suchmaschinen

So war es bisher üblich: Suchbegriffe eingeben, Trefferlisten durchklicken, Informationen zusammentragen… – viele Internetnutzer gehen indes laut Bitkom aber neue Wege und lassen sich Antworten direkt von einer Künstlichen Intelligenz (KI) liefern. Die Hälfte (50%) nutze zumindest manchmal den Chat mit einer KI statt klassische Internetsuche.

  • Ein Viertel (25%) nutze zwar weiterhin überwiegend die klassischen Suchmaschinen, 13 Prozent setzten etwa gleich häufig auf Online-Suche und KI-Chat, aber sieben Prozent nutzten bereits überwiegend KI, fünf Prozent sogar ausschließlich. 47 Prozent nutzten hingegen weiterhin ausschließlich die klassische Suche.

Dies seien Erkenntnisse auf Basis einer telefonischen Umfrage im Bitkom-Auftrag: Bitkom Research habe 1.156 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt, darunter 1.030 Internetnutzer, im Zeitraum der Kalenderwochen 39 bis KW 43 2025. Sie sei als Gesamtumfrage repräsentativ.

Kompakte Antworten aus KI-Chats triggern Bequemlichkeit

Unter den jüngeren Internetnutzern zwischen 16 und 29 Jahren sei die Suche mit KI sogar noch deutlich weiter verbreitet: Fünf Prozent nutzten sie ausschließlich, elf Prozent überwiegend, 20 Prozent etwa gleich häufig wie klassische Suchmaschinen und 30 Prozent zumindest hin und wieder.

  • Nur 30 Prozent setzten ausschließlich auf Suchmaschinen. „Viele Menschen nutzen lieber die kompakte Antwort aus dem KI-Chat, statt sich selbst durch Suchergebnisse zu klicken und auf den Webseiten nach Hinweisen zu ihrer Frage zu suchen“, erläutert der Bitkom-Hauptgeschäftsführer, Dr. Bernhard Rohleder. Er rät indes: „Allerdings sollte man der KI nicht blind vertrauen und Ergebnisse immer prüfen!“

So gäben nämlich 42 Prozent derjenigen, welche eine KI für die Suche nutzen, an, dass sie schon einmal falsche oder schlicht erfundene Informationen von der KI erhalten hätten. Zugleich prüften aber nur 57 Prozent die KI-Antworten, bevor sie sie verwenden.

64% mit der KI-Nutzung zur Informationssuche zufrieden

Insgesamt hielten rund drei Viertel (73%) der Befragten die Ergebnisse der KI-Chats für hilfreich, rund zwei Drittel (64%) seien mit der KI-Nutzung zur Informationssuche zufrieden. Allerdings finde nur etwas mehr als ein Drittel (36%), dass die KI ihre Antworten ausreichend mit Links belege, und nur 33 Prozent fänden auf diese Weise schneller eine Antwort als mit der klassischen Suche.

  • Inzwischen blendeten auch klassische Suchmaschinen wie „Google“ oder „Bing“ KI-Zusammenfassungen vor den Suchergebnissen ein. Nur drei Prozent der Internetnutzer hätten das noch nicht wahrgenommen, rund ein Viertel (26%) habe sie zwar schon einmal gesehen, aber nicht weiter beachtet.

Die Meinungen darüber gingen aber weit auseinander: So nutzten 24 Prozent häufig die KI-Zusammenfassung, ohne die Suchergebnisse zu betrachten. 43 Prozent hingegen klickten auf die Suchergebnisse, um sich selbst ein Bild zu machen. 45 Prozent sparten durch die Zusammenfassungen Zeit, aber 27 Prozent erschienen diese zu oberflächlich, 22 Prozent hätten darin schon einmal Fehler gefunden. Acht Prozent sind von den KI-generierten Texten einfach nur „genervt“.

Weitere Informationen zum Thema:

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Dr. Bernhard Rohleder / Hauptgeschäftsführer Bitkom e.V.

datensicherheit.de, 17.11.2025
Werkzeuge für Phishing-Angriffe: ESET-Warnung vor Missbrauch von KI-Chatbots / Neue Betrugsmasche „Grokking“ nutzt Sprachmodelle aus – Angreifer manipulieren KI-Bots, um gefährliche Phishing-Links zu verbreiten

datensicherheit.de, 16.09.2025
GhostRedirector missbraucht Google: ESET entdeckte Manipulation von Suchergebnissen / Cyberkriminelle missbrauchen Server für Suchmaschinenbetrug, um manipulierte Websites im „Google“-Ranking nach oben zu bringen

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Bitkom publiziert Positionspapier zum „Digitalen Omnibus“ der EU https://www.datensicherheit.de/bitkom-positionspapier-digital-omnibus-eu https://www.datensicherheit.de/bitkom-positionspapier-digital-omnibus-eu#respond Wed, 19 Nov 2025 23:25:34 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51041 Laut Bitkom ist das vorliegende „Digitale Omnibus“-Paket nicht ausreichend, um Europas Regulierungsdschungel zu lichten – Europa müsse aber digital wettbewerbsfähig und souverän werden

[datensicherheit.de, 20.11.2025] Am 19. November 2025 hat die EU-Kommission ihren Vorschlag für den „Digitalen Omnibus“ vorgestellt. Dessen Ziel ist demnach unter anderem, Regelungen in unterschiedlichen Digitalgesetzen zu harmonisieren, Bürokratie abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu erhöhen. Der BitkomPräsident, Dr. Ralf Wintergerst, zweifelt an den Erfolgsaussichten, warnt vor purer Kosmetik und verweist in seiner aktuellen Stellungnahme auf das Bitkom-Positionspapier zum „Digitalen Omnibus“.

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Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst: „Digitaler Omnibus“ bislang nicht ausreichend, um Regulierungsdschungel zu lichten!

Der Bitkom warnt vor bloßen „kosmetischen Korrekturen“

Wintergerst moniert: „Dieses ,Digitale Omnibus’-Paket ist nicht ausreichend, um Europas Regulierungsdschungel zu lichten. Die angekündigten Änderungen bringen zwar einige Erleichterungen für die Unternehmen, damit Europa digital wettbewerbsfähig und souverän wird, reicht der jetzige Vorschlag aber nicht aus!“

  • Man dürfe es nicht bei vielfach „kosmetischen Korrekturen“ belassen. Die EU brauche viel mehr Mut, Bürokratie und Überregulierung drastisch zu reduzieren und vor allem widersprüchliche Regeln konsequent zu streichen.

So sei beispielsweise eine grundsätzliche Überarbeitung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geboten. Mit den Vorschlägen der EU-Kommission würden zwar eine Reihe von Alltagsproblemen der Unternehmen angegangen, etwa beim KI-Training oder bei Informations- und Meldepflichten. Doch die Reformvorschläge griffen an den entscheidenden Stellen noch zu kurz.

Bitkom-Forderung nach konsequenter Adressierung struktureller Probleme

Grundlegende strukturelle Probleme würden nicht konsequent adressiert, wie etwa der hohe Aufwand bei Auskunftsrechten und Auftragsverarbeitung. Auch beim „AI Act“ bleibe umfangreicher Verbesserungsbedarf.

  • Es sei derzeit noch offen, „wie eine sektorgerechte Umsetzung der umfangreichen Vorgaben gelingen kann, also so, dass die Regeln zu den jeweiligen Besonderheiten einzelner Branchen wie Industrie, Gesundheitswesen oder Finanzsektor passen“.

Zudem sei mit Blick auf die Cybersicherheit eine zentrale Anlaufstelle für Sicherheitsvorfälle als „Single Entry Point“ zwar grundsätzlich begrüßenswert, erfordere jedoch eine Harmonisierung der Meldepflichten und -fristen zwischen den einzelnen Gesetzgebungen, um Unternehmen tatsächlich zu entlasten. Wintergersts derzeitiges Fazit: „Diese Beispiele zeigen: Der ,Digitale Omnibus’ fährt zwar in die richtige Richtung, bleibt aber nach kurzer Strecke stehen.“

Weitere Informationen zum Thema:

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Dr. Ralf Wintergerst – Präsident Bitkom / Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

bitkom, 2025
Digital Omnibus – Call for Evidence / Position Paper on the Call for Evidence on the Digital Omnibus

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Digitaler Omnibus / Spannungsfelder in der europäischen Digitalgesetzgebung und Wege zur Kohärenz

STIFTUNG DATENSCHUTZ, 13.11.2025
Digitaler Omnibus – Schutzstandard darf nicht sinken

NETZPOLITIK.ORG, Daniel Leisegang & Ingo Dachwitz, 07.11.2025
„Digitaler Omnibus“: EU-Kommission will Datenschutzgrundverordnung und KI-Regulierung schleifen

datensicherheit.de, 20.11.2025
Digitaler Omnibus: eco setzt auf mehr Klarheit bei Europas Digitalregeln / Laut dem eco-Vorstandsvorsitzenden,Oliver Süme, braucht Europa ein digitalpolitisches Gesamtbild – klar, konsistent und anwendbar

datensicherheit.de, 10.09.2025
Bitkom-Studie: Überbordende Belastung der Unternehmen durch Datenschutz / Bitkom Research hat im Auftrag eine repräsentative Umfrage durchgeführt – hierfür wurden 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt

datensicherheit.de, 14.04.2025
eco kommentiert AI Continent Action Plan der EU-Kommission / Europa sollte die KI-Innovationswende jetzt mutig umsetzen

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Digitale Souveränität: Bitkom und Numeum fordern Europas Ablösung von einseitiger Abhängigkeit https://www.datensicherheit.de/digital-souveraenitaet-bitkom-nemeum-forderung-europa-abloesung-abhaengigkeit https://www.datensicherheit.de/digital-souveraenitaet-bitkom-nemeum-forderung-europa-abloesung-abhaengigkeit#comments Tue, 18 Nov 2025 23:29:22 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=51017 Der deutsche und der französische Digitalverband – Bitkom & Numeum – nahmen den „SUMMIT ON EUROPEAN DIGITAL SOVEREIGNTY“ vom 18. November 2025 zum Anlass für ihre gemeinsame Forderung

[datensicherheit.de, 19.11.2025] Der deutsche Digitalverband Bitkom und Numeum als französischer Verband für die digitale Wirtschaft haben das am 18. November 2025 stattgefundene Gipfeltreffen für europäische Digitale Souveränität„SUMMIT ON EUROPEAN DIGITAL SOVEREIGNTY“ – zum Anlass für ihre gemeinsame Forderung genommen, die Abhängigkeit von Digitalimporten aus dem Ausland deutlich zu senken – Europa müsse sich von einseitigen Abhängigkeiten emanzipieren und die eigene digitale Zukunft selbst gestalten.

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Foto: Bitkom

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst sieht in Deutschland und Frankreich den „Motor eines digital souveränen Europas“

Numeum bekennt sich zur gemeinsamen Initiative mit Bitkom

„Deutschland und Europa müssen sich aus einseitigen Abhängigkeiten befreien und ihre digitale Zukunft selbst gestalten!“, betonte der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst. Europa muss demnach ein Ort sein, an dem digitale Technologien nicht nur genutzt, sondern auch entwickelt und in starke Produkte und Services übersetzt werden.

  • Numeum-Präsidentin Véronique Torner führte aus: „Europa hat seinen Anspruch auf technologische Souveränität nicht aufgegeben. Das Signal, das wir heute gemeinsam mit Regierungen und Wirtschaft senden, kommt zu einem für unseren Kontinent entscheidenden Zeitpunkt. Numeum ist stolz darauf, diese gemeinsame Initiative mit Bitkom zu unterstützen.“

Dieses Gipfeltreffen für europäische Digitale Souveränität sei von Deutschland und Frankreich initiiert worden – mit dem Bundeskanzler, Friedrich Merz, und dem französische Staatspräsident, Emmanuel Macron, als Teilnehmer.

Neue Bitkom-Studie hatte Dringlichkeit dieses Gipfeltreffens unterstrichen

Eine neue Bitkom-Studie unterstreiche die Dringlichkeit dieses Gipfeltreffens: „Neun von zehn Unternehmen (89%), die digitale Güter oder Leistungen aus dem Ausland importieren, sehen sich davon abhängig – 51 Prozent sogar ,stark abhängig’. Nur eine Minderheit (4%) wäre dauerhaft überlebensfähig, würden diese Importe wegfallen.“

  • 94 Prozent der deutschen Unternehmen forderten verstärkte Investitionen in Schlüsseltechnologien, insbesondere Quantencomputing, die digitale Gesundheitsversorgung, das „Industrial Metaverse“ oder IT-Sicherheit.

Außerdem brauche es eine souveräne „Cloud“ und Datenhoheit mit dem Aufbau von Hyper- und Superscalern. Der Bitkom erhofft sich wichtige Impulse durch das Gipfeltreffen: „Deutschland und Frankreich werden der Motor eines digital souveränen Europas sein“, erwartet Wintergerst.

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Dr. Ralf Wintergerst – Präsident Bitkom / Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

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Véronique TORNER Véronique TORNER / Co-fondatrice et Directrice Générale Alter Way, a Smile Group Company – Présidente de Numeum

bitkom, 13.11.2025
Europas Weg in die digitale Souveränität

Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, 17.11.2025
Gipfel für mehr digitale Souveränität startet in Berlin / Mehr als 1.000 Teilnehmende aus ganz Europa erwartet / Wildberger: „Signal für ganz Europa: Müssen Abhängigkeiten reduzieren.“

datensicherheit.de, 22.10.2025
AWS-Störungen mahnen zur Wahrung der Digitalen Souveränität / Aktuelle Serviceprobleme bei AWS und daraus resultierende weltweite Ausfälle führen uns wieder deutlich vor Augen, wie verletzlich digitale Wertschöpfungsketten derzeit sind

datensicherheit.de, 21.08.2025
IT-Sicherheit „Made in EU“: Deutsche Unternehmen streben digitale Souveränität an / Laut neuer ESET-Studie beabsichtigen drei Viertel der wechselbereiten Unternehmen künftig europäische IT-Sicherheitslösungen einzusetzen

datensicherheit.de, 16.08.2025
Mehr digitale Souveränität und Resilienz – Cybersicherheit neu gedacht / Die Cybersicherheitslandschaft in Europa verändert sich deutlich: Unternehmen stehen vor einer von zunehmenden Bedrohungen, KI-Durchdringung und wachsendem Bewusstsein für Digitale Souveränität geprägten Zeitenwende

datensicherheit.de, 07.08.2025
Digitale Souveränität statt Digitaler Naivität – Europas IT-Sicherheitsstrategie auf dem Prüfstand / Der aktuelle EU-Fortschrittsbericht zur „Digitalen Dekade 2030“ zeigt auf, dass vielen EU-Mitgliedstaaten das Verfehlen zentraler Ziele droht – gleichzeitig wächst die Abhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern im Bereich der IT-Sicherheit

datensicherheit.de, 21.07.2025
Digitale Souveränität: Europäischer Datenspeicher zur Resilienzstärkung / Datensicherheit im geopolitischen Spannungsfeld – Digitale Souveränität keine theoretische Debatte, sondern strategische Notwendigkeit

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Industrial AI: KI als Wegbereiter der industriellen Zukunft https://www.datensicherheit.de/industrial-ai-ki-wegbereiter-industrie-zukunft https://www.datensicherheit.de/industrial-ai-ki-wegbereiter-industrie-zukunft#respond Sat, 15 Nov 2025 23:01:29 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50969 „Industrial AI“ verspricht, Prozesse zu optimieren, Ressourceneinsatz zu reduzieren, neue datenbasierte Geschäftsmodelle zu ermöglichen und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschung und Technologieanbietern zu stärken 

[datensicherheit.de, 16.11.2025] Künstliche Intelligenz (KI) gilt inzwischen offenbar für eine Mehrheit der Befragten im industriellen Bereich als entscheidend für die eigene Wettbewerbsfähigkeit – ein neues Whitepaper des Digitalverbands Bitkom e.V. zur „Industrial AI“ zeigt hierzu den Status quo, Praxisbeispiele und politische Hebel auf.

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Abbildung: Bitkom

Bitkom-Whitepaper „Industrial AI – Intelligenz für die Produktion von morgen“

„Industrial AI“ gilt als Schlüssel zur nächsten Stufe der Automatisierung

„Ob selbstlernende Roboter, vorausschauende Wartung oder simulationsgestützte Entwicklung – KI ist in der Industrie angekommen und gilt dort als der Schlüssel zur nächsten Stufe der Automatisierung.“

  • Anfang des Jahres 2025 nutzten demnach bereits 42 Prozent der deutschen Industrieunternehmen KI in der Produktion. Diese sogenannte Industrial AI soll Prozesse optimieren, Ressourceneinsatz reduzieren, neue datenbasierte Geschäftsmodelle ermöglichen und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschung und Technologieanbietern stärken.

So seien 82 Prozent der Industrieunternehmen überzeugt, dass der KI-Einsatz zukünftig entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche sein werde.

Neues Bitkom-Whitepaper zur „Industrial AI“ veröffentlicht

Das neue Whitepaper „Industrial AI – Intelligenz für die Produktion von morgen“ soll nun einen Überblick über den Status quo, den Nutzen und die Voraussetzungen für „Industrial AI“ in Deutschland geben.

  • „Anhand von Praxisbeispielen aus Forschung & Entwicklung, Produktion, Logistik und Infrastruktur werden die vielfältigen Anwendungsfelder entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufgezeigt.“

Außerdem werde benannt, welche politischen Maßnahmen nötig sind, „damit erfolgreiche Projekte skaliert und Deutschlands Innovationsführerschaft gesichert werden kann – von Investitionen in Schlüsseltechnologien über praxisnahe Förderprogramme bis hin zu besseren Rahmenbedingungen für Zusammenarbeit und Fachkräfteförderung“.

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Publikation / Industrial AI – Intelligenz für die Produktion von morgen

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Industrial AI – Intelligenz für die Produktion von morgen / Ein Bitkom-Report zu erfolgreichen KI-Anwendungen in der Industrie

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Industrial AI – The Future of Manufacturing / Einführung | Use Cases | Perspektive des Bitkom

datensicherheit.de, 19.04.2025
Latenzarmes Industrial IoT entscheidend für Erfolg smarter Industrie / Der Ausbau der Gigabit-Netze darf nicht ins Hintertreffen geraten – es gilt, das enorme wirtschaftliche IIoT-Potenzial zu erschließen

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NIS-2-Umsetzung im Bundestag beschlossen https://www.datensicherheit.de/nis-2-umsetzung-bundestag-beschluss https://www.datensicherheit.de/nis-2-umsetzung-bundestag-beschluss#respond Thu, 13 Nov 2025 16:20:27 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50933 Ambivalente Einschätzung des Digitalverbands Bitkom zur NIS-2-Umsetzung – Rechtssicherheit für Unternehmen erhofft, Neuregelungen für den Einsatz sogenannter Kritischer Komponenten könnten aber Investitionsentscheidungen negativ beeinflussen

[datensicherheit.de, 13.11.2025] Mit der Verabschiedung des Gesetzes zur Umsetzung der EU-Richtlinie NIS-2 am 13. November 2025 durch den Bundestag wird nach Ansicht des Digitalverbands Bitkom die Cybersicherheit in Deutschland gestärkt und mehr Rechtssicherheit für Unternehmen geschaffen. Zugleich könnten die Neuregelungen für den Einsatz sogenannter Kritischer Komponenten erhebliche Auswirkungen auf die Investitionsentscheidungen von Unternehmen und damit die Digitalisierung in Deutschland haben.

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Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst warnt: Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, Verbote können erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit haben!

NIS-2-Richtlinie soll zur Stärkung der Resilienz und Cybersicherheit in der EU führen

„Die Umsetzung der europäischen NIS-2-Richtlinie war überfällig. Cyberangriffe bedrohen Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. Den deutschen Unternehmen ist so zuletzt ein jährlicher Schaden von 202 Milliarden Euro entstanden“, kommentiert der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst.

  • Ziel der NIS-2-Richtlinie sei die Stärkung von Resilienz und Cybersicherheit in den Mitgliedstaaten. Dafür sei unter anderem die Definition Kritischer Infrastruktur (KRITIS) erweitert und damit eine Vielzahl von Unternehmen zu besonderen Sicherheitsvorkehrungen verpflichtet worden.

Als „äußerst positiv“ bewertet Bitkom, dass im nun verabschiedeten Gesetz nachgelagerte Bundesbehörden in den Anwendungsbereich von NIS-2 einbezogen werden. Besonders in sensiblen Bereichen der Bundesverwaltung könnten Sicherheitslücken erhebliche finanzielle Schäden verursachen und das Vertrauen in demokratische Institutionen beschädigen.

Konsequent und richtig, dass auch Bundesbehörden NIS-2 genügen müssen

„Eine wirksame und glaubwürdige Cybersicherheitsarchitektur setzt voraus, dass der Staat selbst höchste Sicherheitsstandards einhält!“, betont Wintergerst. Es sei nur konsequent und richtig, dass Bundesbehörden künftig denselben Anforderungen beim Risikomanagement unterlägen wie regulierte Unternehmen.

  • Dagegen seien die zuletzt in das Gesetzgebungsverfahren eingebrachten Neuregelungen zu sogenannten Kritischen Komponenten eher schädlich. Vorgesehen sei nun, dass das Bundesinnenministerium (BMI) in Abstimmung mit anderen Ressorts Kritische Komponenten definiere und künftig auch eigenständig deren Einsatz untersagen könne.

„Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, Verbote können erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit haben. Vor solch wichtigen Entscheidungen müssen die Betroffenen unbedingt vorab konsultiert werden“, unterstreicht Wintergerst.

Bitkom-Forderung, „KRITIS-Dachgesetz“ an „NIS-2-Umsetzungsgesetz“ anzupassen und zeitnah umzusetzen

Die Definition Kritischer Komponenten sollte nach Ansicht des Bitkom auch künftig auf Grundlage technischer Kriterien durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erfolgen.

  • Um Deutschland vor Cyberangriffen zu schützen und einen ganzheitlichen Ansatz für digitale Sicherheit zu schaffen, sollten Unternehmen bei der praktischen Umsetzung der NIS-2-Anforderungen durch das BSI unterstützt werden.

Zudem müsse nun auch das „KRITIS-Dachgesetz“ an das „NIS-2-Umsetzungsgesetz“ angepasst und zeitnah umgesetzt werden.

Weitere Informationen zum Thema:

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Dr. Ralf Wintergerst – Präsident Bitkom / Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

datensicherheit.de, 13.11.2025
NIS-2 in Deutschland: Später Start erfordert nun Vertrauen und Klarheit zu schaffen / Die Umsetzung der NIS-2-Richtlinie steht unmittelbar auf der Agenda – die neuen Vorgaben sollen ohne Übergangsfrist gelten

datensicherheit.de, 18.10.2025
Umsetzung der NIS-2-Richtlinie: Verschleppung der Cybersicherheitsreform kritisiert / Die EU war lange Vorreiter bei Cybersicherheitsgesetzen – doch NIS-2 gilt als Richtlinie und nicht als direkt geltende Verordnung, wodurch ein „Flickenteppich“ nationaler Lösungen droht

datensicherheit.de, 16.10.2025
NIS-2: Genug Vorlauf – eco fordert nun Präzision / Der eco begrüßt sehr wohl die intensive politische Diskussion um die NIS-2-Richtlinie, betont aber, dass es nun an der Zeit ist, Rechtssicherheit zu schaffen

datensicherheit.de, 13.09.2025
Bitkom betont herausragende Bedeutung des KRITIS-Dachgesetzes für Deutschland / Die Umsetzungsfrist für das „KRITIS-Dachgesetz“ ist bereits am 18. Oktober 2024 verstrichen – gegen Deutschland läuft bereits ein „Vertragsverletzungsverfahren“ der EU-Kommission

datensicherheit.de, 01.08.2025
DSGVO und NIS-2 können und sollten Hand in Hand gehen / Wer sich bereits datenschutzkonform gemäß DSGVO aufgestellt hat, dem fällt auch die Cyberresilienz im NIS-2-Kontext leichter

datensicherheit.de, 01.08.2025
NIS-2-Regierungsentwurf: Claudia Plattner würdigt großen Schritt auf dem Weg zur Cybernation / Mit dem am 30. Juli 2025 vorgelegten Regierungsentwurf des Gesetzes zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie soll das deutsche IT-Sicherheitsrecht umfassend modernisiert werden

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Bitkom-Kommentar zum BSI-Lagebericht 2025: Deutschland eines der Top-Ziele Cyberkrimineller https://www.datensicherheit.de/bitkom-kommentar-bsi-lagebericht-2025-deutschland-top-ziel-cyberkriminelle https://www.datensicherheit.de/bitkom-kommentar-bsi-lagebericht-2025-deutschland-top-ziel-cyberkriminelle#respond Tue, 11 Nov 2025 23:57:31 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50922 Durch Cyberangriffe ist der deutschen Wirtschaft laut Bitkom zuletzt ein Rekordschaden von 202 Milliarden Euro entstanden

[datensicherheit.de, 12.11.2025] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat am 11. November 2025 seinen diesjährigen Lagebericht vorgelegt. „Durch Cyberangriffe ist der deutschen Wirtschaft zuletzt ein Rekordschaden von 202 Milliarden Euro entstanden. Der heute vorgestellte Lagebericht des BSI unterstreicht die angespannte Sicherheitslage“, kommentiert der BitkomPräsident, Dr. Ralf Wintergerst. Er betont: „Deutschland ist eines der Top-Ziele von Cyberkriminellen. Um so wichtiger ist es, dass Unternehmen Cybersicherheit als Kernaufgabe begreifen!“

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Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst: Unternehmen müssen ihre Angriffsflächen weiter vermindern!

Bitkom moniert noch unzureichendes Notfallmanagement

Zwar schulten 79 Prozent der Unternehmen inzwischen Beschäftigte regelmäßig zu IT-Sicherheitsfragen, etwa zum Erkennen von Phishing-Mails.

  • Aber nur 24 Prozent böten solche Schulungen allen Beschäftigten an, 55 Prozent nur für ausgewählte Positionen – und jedes Fünfte (20%) verzichte sogar vollständig darauf.

Außerdem verfügten 39 Prozent noch immer über kein Notfallmanagement für den Fall von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage.

Bitkom nimmt Unternehmen und Politik in die Pflicht

Wintergerst rät dringend: „Unternehmen müssen ihre Angriffsflächen weiter vermindern, den technischen Schutz hochfahren und sich zugleich auf den Fall einer erfolgreichen Cyberattacke vorbereiten!“

  • Aber auch die Politik sei gefordert: Sie müsse dafür sorgen, „dass das Schutzniveau der öffentlichen Verwaltung dem der Wirtschaft nicht hinterherhinkt und dass die Sicherheitsbehörden personell und technisch gut ausgestattet sind, um ihre Aufgaben auch im Cyberraum erfüllen zu können“.

Grundlage der o.g. Umfrageergebnisse ist demnach eine von Bitkom Research im Auftrag durchgeführte repräsentative Erhebung: 1.002 Unternehmen ab zehn Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mindestens einer Million Euro in Deutschland seien telefonisch im Zeitraum der Kalenderwochen 16 bis KW 24 2025 befragt worden.

Weitere Informationen zum Thema:

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Dr. Ralf Wintergerst – Präsident Bitkom / Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025 / Berichtszeitraum: 01.07.2024 – 30.06.2025

datensicherheit.de, 12.11.2025
BSI-Jahresbericht 2025: Trotz Fortschritten bei der Cybersicherheit weiterhin hohe Verwundbarkeit / Immer mehr KRITIS-Betreiber erfüllten die Mindestanforderungen und internationale Ermittlungen gegen Cyberkriminelle zeigen Wirkung – dennoch bleibt die Lage weiter angespannt

datensicherheit.de, 04.10.2025
Qilin-Gruppe dominiert: Ransomware-Angriffe auf deutsche Industrie nehmen zu / „Die Ransomware-Lage in Deutschland und Europa bleibt angespannt“, unterstreicht Abdulrahman H. Alamri und verweist auf die „Dragos Industrial Ransomware Analysis Q2 2025“

datensicherheit.de, 02.10.2025
Acronis: Ransomware dominiert Bedrohung im European Cybersecurity Month 2025 / Die Notwendigkeit des „European Cybersecurity Month“ unterstreichen laut Acronis aktuelle eigene Erkenntnisse – in der ersten Jahreshälfte 2025 blieb Ransomware weltweit die dominierende Bedrohung…

datensicherheit.de, 29.08.2025
Sophos: Ransomware setzt Einzelhandel massiv unter Druck – IT-Teams gelangen ans Limit / Anteil der Einzelhandelsunternehmen, welche zur Datenwiederherstellung nach einem Ransomware-Angriff Lösegeld zahlen, im Vergleich zu Vorjahren stark angestiegen

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Rechenzentren: KI treibt deren Verbreitung auch in Deutschland https://www.datensicherheit.de/rechenzentren-ki-treiber-verbreitung-deutschland https://www.datensicherheit.de/rechenzentren-ki-treiber-verbreitung-deutschland#respond Tue, 11 Nov 2025 00:18:08 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50886 Deutschland muss sicherstellen, über ausreichend leistungsfähige Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zu verfügen – nur dann kann die Digitale Souveränität gestärkt und gegenüber internationalen Technologieführern aufgeholt werden

[datensicherheit.de, 11.11.2025] Laut einer aktuellen Meldung des Digitalverbands Bitkom e.V. treibt Künstliche Intelligenz (KI) den Ausbau von Rechenzentren (RZ) – auch in Deutschland – voran. Demnach machen KI-Rechenzentren derzeit rund 15 Prozent der gesamten, in Deutschland installierten Kapazitäten aus. „Bis zum Jahr 2030 sollen sich diese KI-Kapazitäten – die in Watt gemessen werden – vervierfachen, von derzeit 530 Megawatt auf dann 2.020 Megawatt Anschlussleistung.“ Der Anteil von KI-Rechenzentren an den deutschen Gesamtkapazitäten werde dann bei 40 Prozent liegen. Die Erkenntnisse basierten auf Ergebnissen der aktuellen, vom Borderstep Institut im Auftrag durchgeführten Bitkom-Studie „Rechenzentren in Deutschland: Aktuelle Marktentwicklungen – Update 2025“.

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Foto: Bitkom e.V.

Dr. Bernhard Rohleder zum RZ-Ausbau in Deutschland: Künstliche Intelligenz wird zum entscheidenden Faktor für die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft und unserer Verwaltung!

RZ-Ausbau erfordert verbesserte regulatorische Rahmenbedingungen sowie stabile Versorgung mit günstiger Energie

Insgesamt seien in Deutschland derzeit 2.000 Rechenzentren mit einer Anschlussleistung von jeweils mehr als 100 Kilowatt installiert, darunter 100 größere Rechenzentren mit mehr als fünf Megawatt Leistung. Die Leistung aller deutschen Rechenzentren sei 2025 um neun Prozent auf 2.980 Megawatt gewachsen – die hundert größten Rechenzentren steuerten dazu die Hälfte bei.

  • Anfang 2026 solle erstmals die Marke von 3.000 Megawatt und 2030 von 5.000 Megawatt überschritten werden. Verglichen mit 2024 würden sich Deutschlands Rechenzentrumskapazitäten dann nahezu verdoppelt haben. Vor allem der steigende Bedarf der KI und des „Cloud“-Computings trieben dieses Wachstum. „Künstliche Intelligenz wird zum entscheidenden Faktor für die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft und unserer Verwaltung“, kommentiert der Bitkom-Hauptgeschäftsführer, Dr. Bernhard Rohleder.

Er legt nahe: „Deutschland muss sicherstellen, dass wir über ausreichend leistungsfähige Rechenzentren verfügen. Ohne Rechenzentren keine KI. Nur so können wir unsere Digitale Souveränität stärken und zu den internationalen Technologieführern aufschließen.“ Die Rechenzentrumsbetreiber brauchten dafür verbesserte regulatorische Rahmenbedingungen, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie vor allem eine stabile Versorgung mit günstiger elektrischer Energie.

Rückstand erheblich: Die USA verfügten 2024 bereits über zehnmal so viele RZ-Kapazitäten wie in Deutschland bis 2030 geplant

In diesem Jahr, 2025, investierten die Betreiber zwölf Milliarden Euro in IT-Hardware und 3,5 Milliarden Euro in Gebäude und technische Gebäudeausrüstung – ein neues Allzeithoch. Davon würden ca. 2,5 Milliarden Euro in die Geräte und Anlagen der Klimatechnik, der Stromversorgung und anderer Gebäudetechnik fließen.

  • Im internationalen Vergleich verlaufe die Entwicklung in Deutschland jedoch eher stockend. Anders als in den USA oder China existierten hierzulande noch keine ausschließlich für KI-Anwendungen betriebene Mega-Rechenzentren. Die leistungsstarken IT-Systeme in deutschen Rechenzentren seien im Vergleich zu Datacentern im Ausland deutlich kleiner. Die USA hätten 2024 bereits über zehnmal so viele Rechenzentrumskapazitäten verfügt, wie sie in Deutschland bis 2030 geplant seien.

Jedes Jahr würden in den USA mehr als viermal so viele Kapazitäten hinzugebaut, wie in Deutschland überhaupt installiert sind. Rohleder: „Beim Thema Rechenzentren müssen Bund und Länder ,all in’ gehen und die Investitionshürden radikal senken. Hier entscheidet sich, ob Deutschland zur ,Datenkolonie’ wird oder auch im Digitalen Zeitalter ein souveränes Land bleibt.“

Hälfte der RZ-Kapazitäten entfällt auf „Cloud“-Infrastrukturen

Treiber für das aktuelle Wachstum seien „Cloud“-Angebote für KI und sonstige Anwendungen, welche im laufenden Jahr – 2025 – um rund 17 Prozent auf 1.450 MW stiegen. Damit entfalle aktuell die Hälfte (49%) der deutschen RZ-Kapazitäten auf „Cloud“-Infrastrukturen; vor einem Jahr seien es noch 45 Prozent und im Jahr 2019 erst 29 Prozent gewesen.

  • Auch der Markt für „Edge“-Rechenzentren gewinne zunehmend an Dynamik und bewege sich mit einer Anschlussleistung von rund 240 MW im Jahr 2025 jedoch noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

„Edge“-Rechenzentren befänden sich näher am Endkunden oder an der gewünschten Anwendung – damit die Reaktionszeit sehr kurz ist. Klassische Rechenzentren würden weiterhin betrieben, zeigten aber mittlerweile einen rückläufigen Trend (2025: 1.290 MW).

Trotz effizienterer Server steigender Energiebedarf

Auch der Bedarf an Elektrischer Energie der Rechenzentren in Deutschland sei gestiegen – und werde u.a. mit Blick auf die wachsende KI-Bedeutung weiter steigen. Er werde 2025 bei 21,3 Milliarden Kilowattstunden liegen – 2024 seien es 20 Milliarden Kilowattstunden und 2015 noch zwölf Milliarden Kilowattstunden gewesen. Rund zwei Drittel des Energiebedarfs entfielen dabei auf die IT-Infrastruktur der Rechenzentren, also Server, Speicher und Netzwerktechnik.

  • Das übrige Drittel entfalle auf die Gebäudeinfrastruktur, die Kühlung oder die Gewährleistung einer unterbrechungsfreien Stromversorgung. Die verwendeten IT-Systeme würden dabei immer effizienter. Beispielsweise sei die Energieeffizienz bei Standardservern in den Jahren 2017 bis 2022 um jährlich 26 Prozent gestiegen.

Rohleder erläutert: „Die Energieeffizienz von Rechenzentren hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, und sie wird angesichts steigender Stromkosten und wachsender Anforderungen durch KI weiter an Bedeutung gewinnen.“ Es liege im ureigenen Interesse der Betreiber, den Energiebedarf zu optimieren. „Effizientere IT-Systeme und Gebäudetechnik senken nicht nur die Kosten, sondern schonen auch die Umwelt. Energieeffizienz ist nicht nur ein technisches Ziel, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.“

Mehr als ein Drittel aller deutschen RZ-Kapazitäten ballt sich im Großraum Frankfurt/Main

Die Verfügbarkeit von Rechenleistungen sei in den 16 Bundesländern dabei höchst unterschiedlich verteilt. Das bei weitem größte Rechenzentrums-Cluster befinde sich in Hessen im Großraum Frankfurt am Main und verfüge mit gut 1.100 MW über mehr als ein Drittel aller Kapazitäten in Deutschland. Es folgten mit Abstand Bayern (420 MW) und Nordrhein-Westfalen (378 MW), dahinter lägen Baden-Württemberg (233 MW) und Berlin (146 MW).

  • Die geringste installierte Rechenleistung finde sich in Mecklenburg-Vorpommern (20 MW), Bremen (19 MW) und dem Saarland (17 MW). Für die nächsten Jahre seien zahlreiche neue große Rechenzentren angekündigt.

So würden nicht nur in Frankfurt/Main neue Projekte mit mehr als 1.800 MW geplant, sondern 888 MW in Brandenburg sowie mit einer IT-Anschlussleistung von 480 MW auch im rheinland-pfälzischen Nierstein. Dieses Projekt könnte noch übertroffen werden von einem Rechenzentrum mit einer IT-Anschlussleistung in der Größenordnung von 1.000 MW, über welches aktuell in der Gemeinde Dummerstorf in Mecklenburg-Vorpommern diskutiert werde. Erst in der vergangenen Woche seien Pläne für ein neues KI-Rechenzentrums bei München vorgestellt worden.

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Abbildung: Bitkom

Bitkom-Erhebung: Hessen bleibt der RZ-Standort Nr. 1 in Deutschland

DE-CIX: Konnektivität als Standortvorteil für Hessen

Die einzelnen Bundesländer böten dabei unterschiedliche Standortfaktoren, welche für die RZ-Betreiber interessant sein könnten: Von besonderer Bedeutung seien das wirtschaftliche Umfeld, die Konnektivität, das vorhandene RZ-„Ökosystem“ und die Verfügbarkeit von Stromnetz-Anschlusskapazitäten sowie von „grünem Strom“. Je nach Art des Rechenzentrums können diese Faktoren eine unterschiedliche Wichtigkeit haben.

  • So punkte Hessen unter anderem mit der Anbindung an Europas größten Netzwerkknoten „DE-CIX“, einem bereits vorhandenen Rechenzentrums-„Ökosystem“ und einem starken wirtschaftlichen Umfeld. Frankfurt/Main wachse aktuell mit einer Rate von rund 14 Prozent am schnellsten und dessen „Ökosystem“ dehne sich zunehmend nach Rheinland-Pfalz und Bayern aus.

Auch Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin böten große Vorteile in puncto Konnektivität. Insbesondere die Region Berlin-Brandenburg positioniere sich immer deutlicher als zweiter großer Hub für Rechenzentren mit einer hohen internationalen Sichtbarkeit sowie einer attraktiven Lage als „Tor zum Osten“. Rheinland-Pfalz und Brandenburg seien zudem durch ihre räumliche Nähe zu den RZ-Clustern in Frankfurt/Main und Berlin attraktiv. Sie profitierten von der Konnektivität und dem „Ökosystem“ dieser Standorte und hätten ihnen gegenüber ein großes Flächenangebot.

Rechenzentren als wichtiger Standortfaktor für Entwicklung einer Region

Die nördlichen Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern könnten als Rechenzentrums-Standorte vor allem durch ihre Flächenverfügbarkeit punkten. Auch die internationale Anbindung über Seekabel und die Nähe zu den „Hyperscalern“ in Skandinavien böten Vorteile für die dortigen Standorte.

  • „Rechenzentren sind ein wichtiger Standortfaktor für die Entwicklung einer Region“, unterstreicht Rohleder. Länder und Kommunen sollten Rechenzentren gezielt in ihre Regionalstrategien einbeziehen und geeignete Flächen ausweisen.

„Rechenzentren ziehen technologieorientierte Unternehmen an und stärken die regionale Wertschöpfung. Wer heute Raum für Rechenzentren schafft, legt die Basis für das digitale ,Ökosystem’ von morgen.“

USA und China mit RZ-Kapazitäten um Welten voraus

Im internationalen Vergleich könne der deutsche Rechenzentrumsmarkt trotz des starken Wachstums aber nicht mithalten. Insbesondere die USA und China zögen davon. In China habe sich die IT-Anschlussleistung 2024 auf 38 Gigawatt belaufen – und in den USA hätten Rechenzentren bereits im vergangenen Jahr, 2024, über eine Leistung von 48 Gigawatt verfügt – 16-mal so viel wie in Deutschland im Jahr 2025. Allein die zehn größten US-Rechenzentren seien so stark wie alle 2.000 deutschen Rechenzentren zusammen.

  • Insbesondere in den USA seien zuletzt einige „Megaprojekte“ angekündigt worden: So plane Meta mit dem Projekt „Hyperion“ eines der größten Rechenzentren der Welt, welches ausschließlich für KI-Anwendungen ausgelegt sei und mehrere Milliarden US-Dollar kosten solle.

Auch OpenAI und Elon Musks Unternehmen xAI trieben den Ausbau von KI-Rechenzentren massiv voran – ihre künftigen Systeme sollten auf Hunderttausende bis zu einer Million spezieller Graphikprozessoren laufen. Rohleder gibt zu bedenken: „Die USA und China legen die Messlatte extrem hoch. Wenn Deutschland und Europa mithalten wollen, ist es höchste Zeit, gegenzusteuern. Die Bundesregierung sollte daher umgehend die angekündigte Rechenzentrumstrategie mit konkreten Maßnahmen vorlegen!“

Leistungs- und zukunftsfähige RZ-Infrastruktur Basis für Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit in KI-getriebener Welt

So sollten Rechenzentren und auch die Telekommunikationsnetze bei den Stromkosten entlastet werden. Die im europäischen Vergleich sehr hohen Energiepreise stellen aus Bitkom-Sicht einen „substanziellen Wettbewerbsnachteil“ dar. Dies müsse mit Maßnahmen für eine bedarfsgerechte und koordinierte Verteilung von Stromnetzanschlüssen flankiert werden.

  • „Ein erfolgreicher Rechenzentrumsstandort setzt eine stabile, nachhaltige Stromversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen voraus“, betont Rohleder. Des Weiteren brauche es eine Vereinfachung, Digitalisierung und Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. In Deutschland dauerten Planungs- und Genehmigungsverfahren für neue Rechenzentren deutlich länger als im EU-Durchschnitt – und rund sechs Monate länger als gesetzlich vorgesehen. Drittens schlägt Bitkom eine Überarbeitung des regulatorischen Rahmens vor. Insbesondere müssten praxisferne deutsche Sonderwege durch das „Energieeffizienzgesetz“ mit den europäischen Rahmenbedingungen harmonisiert werden – dies betreffe etwa Vorgaben zur Energie-Verbrauchseffektivität und zum Anteil an wiederverwendeter Energie. Gleichzeitig könne die Abwärmenutzung durch steuerliche Anreize für Abnehmer, eine bessere kommunale Wärmeplanung und den Ausbau moderner Wärmenetze deutlich gestärkt werden.

„Ohne starke Rechenzentren verliert Deutschland den Anschluss an den internationalen Wettbewerb“, warnt Rohleder und stellt abschließend klar: „Sie sind die Basis Digitaler Souveränität. Wer in leistungsfähige und zukunftsfähige Infrastruktur investiert, verbessert nicht nur die Resilienz von Wirtschaft und Verwaltung, sondern legt auch die Basis für Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend KI-getriebenen Welt. Deutschland muss zu den führenden Nationen Schritt aufschließen und sich handlungsfähiger, resilienter und technologieorientierter aufstellen – und das geht nur mit einer starken und leistungsfähigen IT-Infrastruktur!“

Weitere Informationen zum Thema:

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Studie: Rechenzentren in Deutschland: Aktuelle Marktentwicklungen 2024

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Dr. Bernhard Rohleder / Hauptgeschäftsführer Bitkom e.V.

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13. November 2025 | Berlin: Bitkom Data Centre Summit 2025 – Sustainable, Sovereign & Secure

Fraunhofer IIS
Edge Computing / Die Zukunft der Cloud liegt in der Edge – und zwar sicher!

DE CIX
We make interconnection easy. Anywhere. / Keine Angst vor wachsenden Datenmengen und Anwendungen: Optimieren und vereinfachen Sie Ihre Netzwerkinfrastruktur, um Ihr Unternehmen schon jetzt für die digitale Zukunft zu rüsten

BR24, Christian Sachsinger, 15.07.2025
Meta will KI-Rechenzentrum so groß wie Manhattan bauen / Der IT-Riese Meta will im Rennen um die besten KI-Modelle unbedingt auf Platz eins. Firmen-Boss Zuckerberg gibt gigantische Summen aus, sowohl für Topgehälter von Experten, als auch für Hardware. Ein Rechenzentrum soll die Größe von Manhattan haben.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Bundesamt der Justit, 13.11.2023
Gesetz zur Steigerung der Energieeffizienz in Deutschland1 (Energieeffizienzgesetz – EnEfG)

datensicherheit.de, 04.09.2025
Strompreis: Bitkom fordert Entlastung auch für TK-Netze und Rechenzentren / Telekommunikationsnetze und Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung – diese von Entlastungen bei der Stromsteuer auszuschließen, konterkariert das Ziel der Digitalen Souveränität

datensicherheit.de, 22.07.2025
Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren / Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor

datensicherheit.de, 09.07.2025
Blaupause für Deutschland: Hessens Rechenzentren-Strategie als Vorbild / Die „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ unter der Dach des eco begrüßt die am 3. Juli 2025 angekündigte Rechenzentren-Strategie für das Land Hessen

datensicherheit.de, 17.07.2024
Wachstumsinitiative der Bundesregierung: Ambitionierte Pläne zum Ausbau von KI-Rechenzentren / eco begrüßt Pläne der Bundesregierung, umfassende Maßnahmen zur Stärkung digitaler Infrastrukturen und Technologien zu verabschieden

datensicherheit.de, 14.08.2023
Drohender Totalausfall: Sicherheitslücken in Rechenzentren könnten Energieversorgung lahmlegen / Trellix Advanced Research Center veröffentlicht Bericht zur Bedrohung moderner Rechenzentren

datensicherheit.de, 26.04.2019
Bitkom: Standortnachteile bremsen deutsche Rechenzentren aus / Strom macht oft mehr als 50 Prozent der Betriebskosten aus / Große Abwärmemengen bleiben wegen fehlender Einspeisung ungenutzt / Policy Paper zu Rechenzentren veröffentlicht

datensicherheit.de, 23.01.2019
Entfernung georedundanter Rechenzentren von fünf auf 200 Kilometer angehoben / Johan van den Boogaart kommentiert Neufassung der BSI-Empfehlung

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https://www.datensicherheit.de/rechenzentren-ki-treiber-verbreitung-deutschland/feed 0
Halbleiter made in Europa: Verfügbarkeit geht vor Billigkeit https://www.datensicherheit.de/halbleiter-made-in-europa-verfuegbarkeit-vorrang-billigkeit https://www.datensicherheit.de/halbleiter-made-in-europa-verfuegbarkeit-vorrang-billigkeit#respond Tue, 04 Nov 2025 23:15:08 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50808 96 Prozent der befragten Unternehmen würden mehr für Halbleiter aus Europa zahlen – EU-Initiativen zur Versorgungssicherheit werden mehrheitlich positiv bewertet

[datensicherheit.de, 05.11.2025] Der Digitalverband Bitkom e.V. hat ermittelt, dass angesichts der unsicheren Versorgung mit Halbleitern aus dem Ausland sich ganz offensichtlich die betroffenen Unternehmen zunehmend sichere Bezugsquellen aus Deutschland bzw. Europa wünschen – eine große Mehrheit wäre dann auch bereit, dafür mehr zu bezahlen, sofern die Leistung der Halbleiter nicht schlechter ist als die ihrer ausländische Konkurrenz (allerdings nur in einem bestimmten Rahmen). So würden acht von zehn (79%) der deutschen Unternehmen, die in diesem Jahr Halbleiter kaufen, bis zu fünf Prozent mehr zahlen, wenn diese in Europa produziert werden. 17 Prozent würden sogar bis zu zehn Prozent mehr bezahlen, so dass insgesamt 96 Prozent eine höhere Zahlungsbereitschaft gezeigt hätten. Grundlage dieser Erkenntnisse ist demnach eine von Bitkom Research im Auftrag durchgeführte aktuelle Umfrage.

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Abbildung: Bitkom e.V.

Zentrales Ergebnis der Umfrage von Bitkom Research: Halbleiter aus Europa dürften auch mehr kosten

Umfrage in Branchen, in denen Halbleiter stark genutzt werden

Es seien 503 Unternehmen aus verarbeitendem Gewerbe und ITK-Dienstleistungen ab 20 Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt worden, darunter 457 Halbleiter verwendende Unternehmen. Die Befragung habe im Zeitraum der Kalenderwochen 30 bis 36 2025 stattgefunden und sei als Gesamtumfrage repräsentativ.

  • Die Fragen lauteten: „Ist Ihr Unternehmen bereit, für Halbleiter mit gleicher Leistung einen höheren Preis zu zahlen, wenn diese in Europa produziert werden?“ und „Wie würden Sie die Maßnahmen der EU zur Stärkung der europäischen Halbleiter-Industrie beurteilen?“

Befragt worden seien Unternehmen aus verarbeitendem Gewerbe, der IT und Telekommunikation – also Branchen, in denen Halbleiter stark genutzt werden. Im Erhebungszeitraum (Juli bis September 2025) hätten die aktuellen Lieferengpässen rund um das Unternehmen Nexperia noch keine Rolle gespielt.

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Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst zur Versorgung mit Halbleitern: Digitale Souveränität gibt es nicht zum Nulltarif…

Aufbau eines wettbewerbsfähigen Halbleiter-„Ökosystems“ erfordert Investitionen

Indes: Kein Unternehmen sei zum Zeitpunkt der Befragung bereit gewesen, mehr als zehn Prozent mehr für europäische Halbleiter zu zahlen. Aber nur ein Prozent habe einen Preisaufschlag für Halbleiter „made in Europe“ kategorisch ausgeschlossen.

  • „Europa und Deutschland müssen echte Digitale Souveränität aufbauen, Abhängigkeiten verringern und den Handlungsspielraum vergrößern. Es ist ein ermutigendes Signal, dass die Wirtschaft bereit ist, in mehr Versorgungssicherheit und unsere Digitale Souveränität zu investieren“, kommentiert der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst.

Er unterstreicht, dass es Digitale Souveränität „nicht zum Nulltarif“ gebe und der Aufbau eines wettbewerbsfähigen Halbleiter-„Ökosystems“ zunächst einmal Geld koste. „Nur gemeinsam können Wirtschaft und Politik einseitige Abhängigkeiten reduzieren!“

Europäische Halbleiter müssen wettbewerbsfähig produziert werden können

Damit europäische Halbleiter wettbewerbsfähig produziert werden können, brauche es überdies verlässliche Rahmenbedingungen, gut ausgebildete Fachkräfte und politische Maßnahmen, welche Investitionen beschleunigen statt bremsen. „Insbesondere der bürokratische Aufwand muss drastisch sinken“, fordert Wintergerst. Nur dann könnten auch Initiativen wie der „EU Chips Act“ erfolgreich sein.

  • 71 Prozent bewerteten die EU-Maßnahmen zur Stärkung der EU-Halbleiterindustrie grundsätzlich als „gut“ – und nur 28 Prozent als „schlecht“.

Der EU-„Chips Act“ sieht vor, Europas Halbleiter-„Ökosystem“ erheblich zu stärken: Die Forschungs- und Innovationsführerschaft sollen ausgebaut, Design, Fertigung und Packaging fortgeschrittener Chips in Europa gefördert, die Versorgungssicherheit erhöht, die Abhängigkeit von Drittstaaten reduziert und bis 2030 ein Anteil von 20 Prozent am weltweiten Halbleitermarkt erreicht werden.

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Dr. Ralf Wintergerst / Präsident Bitkom, Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

Europäische Kommission
Europäisches Chip-Gesetz

datensicherheit.de, 04.11.2025
Stärkere politische Förderung der Halbleiter-Produktion, -Forschung und -Entwicklung in Deutschland gefordert / Bitkom Research hat im Auftrag des Digitalverbands Bitkom e.V. eine repräsentative Umfrage zu Deutschlands Versorgung mit Halbleitern durchgeführt

datensicherheit.de, 04.08.2025
Silicon Saxony: Hightech Agenda der Bundesregierung Mikroelektronik-Turbo mit Milliardenpotenzial / Silicon Saxony als Mitinitiator neuer industriepolitischer Projekte zur Ausgestaltung der Agenda begrüßt die Verabschiedung durch das Bundeskabinett

datensicherheit.de, 01.05.2025
Chip-Industrie: Silicon Saxony positioniert sich zum Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofes / Chip-Gesetz reicht höchstwahrscheinlich nicht aus, um das allzu ehrgeizige Ziel der Digitalen Dekade zu verwirklichen

datenicherheit.de, 11.07.2023
Chip-Industrie: Europäisches Parlament billigt Gesetz zur Stärkung der EU / Neues Chip-Gesetz der EU soll Europas strategische Autonomie und Sicherheit stärken

datensicherheit.de, 19.04.2023
EU Chips Act: Europäisches Parlament und Europäischer Rat erzielten vorläufige Einigung / Für den Bitkom ist der EU Chips Act überfällig

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https://www.datensicherheit.de/halbleiter-made-in-europa-verfuegbarkeit-vorrang-billigkeit/feed 0
Stärkere politische Förderung der Halbleiter-Produktion, -Forschung und -Entwicklung in Deutschland gefordert https://www.datensicherheit.de/staerung-politik-foerderung-halbleiter-produktion-forschung-entwicklung-deutschland-forderung https://www.datensicherheit.de/staerung-politik-foerderung-halbleiter-produktion-forschung-entwicklung-deutschland-forderung#respond Mon, 03 Nov 2025 23:20:56 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50798 Bitkom Research hat im Auftrag des Digitalverbands Bitkom e.V. eine repräsentative Umfrage zu Deutschlands Versorgung mit Halbleitern durchgeführt

[datensicherheit.de, 04.11.2025] Bitkom Research hat im Auftrag des Digitalverbands Bitkom e.V. im Zeitraum der Kalenderwochen 30 bis 36 2025 eine repräsentative Umfrage zu Deutschlands Versorgung mit Halbleitern durchgeführt: Aus Sicht der Wirtschaft sollte diese deutlich stärker politisch gefördert werden als bislang – so hielten 55 Prozent der deutschen Unternehmen, in denen intensiv mit Halbleitern gearbeitet wird, die Förderung der heimischen Produktion für „äußerst wichtig“, weitere 41 Prozent für „eher wichtig“. Für 50 Prozent sei eine Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich Halbleiter „äußerst wichtig“, für weitere 45 Prozent „eher wichtig“ – und 47 Prozent hielten die Förderung der Entwicklung und Produktion von Chips und Prozessoren für KI-Anwendungen für „äußerst wichtig“, weitere 43 Prozent finden dies „eher wichtig“.

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Abbildung: Bitkom e.V.

Ergebnisse einer repräsentativen, von Bitkom Research durchgeführten Umfrage unter 503 Unternehmen

Befragung von Branchen, in denen Halbleiter intensiv genutzt werden

Nach Bitkom-Angaben wurden 503 Unternehmen aus verarbeitendem Gewerbe und ITK-Dienstleistungen ab 20 Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt, darunter 457 Unternehmen, die Halbleiter verwenden.

  • Die Fragen lauteten demnach: „Wie wichtig ist es, dass folgende Bereiche in Deutschland gefördert werden?“ und „Inwieweit treffen die folgenden Aussagen auf Ihr Unternehmen bzw. Ihrer Meinung nach zu?“

Die Befragung der adressierten Branchen, in denen Halbleiter intensiv genutzt werden, sei im Zeitraum von Juli bis September 2025 durchgeführt worden – also vor den aktuellen Lieferengpässen rund um das Unternehmen Nexperia.

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Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst: Europa braucht wettbewerbsfähige Strukturen entlang der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette!

Deutschland und Europa sollten gezielt eigene Halbleiterkompetenzen ausbauen

„Halbleiter sind zum geopolitischen Machtfaktor geworden. Deutschland und Europa müssen gezielt eigene Halbleiterkompetenzen ausbauen, um ihre technologische und wirtschaftliche Handlungsfähigkeit zu sichern“, kommentiert der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst.

  • Darüber hinaus hielten es insgesamt 90 Prozent für wichtig, dass der Aufbau heimischer Kapazitäten im Bereich Test und Packaging gefördert werde (36% „äußerst wichtig“, 54% „eher wichtig“).

Eine Förderung des Chipdesigns (insgesamt 87%), der Herstellung von Produktionsgeräten für die Halbleiter-Fertigung (insgesamt 87%) und der Produktion von Materialien und Chemikalien hierfür (insgesamt 81%) werde ebenfalls von einer großen Mehrheit als notwendig erachtet.

Bitkom fordert wettbewerbsfähige Strukturen entlang der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette in Europa

„Europa braucht wettbewerbsfähige Strukturen entlang der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette – von Forschung und Design bis Fertigung und Packaging, betont Wintergerst.

Noch bemängelten 86 Prozent der befragten Unternehmen, die Politik unternehme zu wenig, um die Versorgung mit Halbleitern sicherzustellen. Ebenfalls 86 Prozent hielten ein starkes Halbleiter-„Ökosystem“ in Deutschland für wichtig für die Nationale Sicherheit.

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Europäisches Chip-Gesetz

Die Bundesregierung, 15.10.2025
Mikroelektronik-Strategie im Kabinett beschlossen / Standort für Mikroelektronik stärken / Die Bundesregierung will mit der Mikroelektronik-Strategie Deutschlands Rolle als führender Halbleiterstandort in Europa sichern und die Chancen des „European Chips Act” nutzen. Auch Forschung, Fachkräfte und Fertigung sollen gezielt gestärkt werden.

Die Bundesregierung, 30.07.2025
Im Kabinett beschlossen / Hightech Agenda Deutschland / Durch Forschung und Technologie mehr Wettbewerbsfähigkeit, mehr Wertschöpfung und mehr Souveränität erreichen: Dafür steht die Hightech Agenda Deutschland, die das Bundeskabinett nun beschlossen hat. Im Fokus stehen sechs Schlüsseltechnologien.

datensicherheit.de, 04.08.2025
Silicon Saxony: Hightech Agenda der Bundesregierung Mikroelektronik-Turbo mit Milliardenpotenzial / Silicon Saxony als Mitinitiator neuer industriepolitischer Projekte zur Ausgestaltung der Agenda begrüßt die Verabschiedung durch das Bundeskabinett

datensicherheit.de, 01.05.2025
Chip-Industrie: Silicon Saxony positioniert sich zum Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofes / Chip-Gesetz reicht höchstwahrscheinlich nicht aus, um das allzu ehrgeizige Ziel der Digitalen Dekade zu verwirklichen

datenicherheit.de, 11.07.2023
Chip-Industrie: Europäisches Parlament billigt Gesetz zur Stärkung der EU / Neues Chip-Gesetz der EU soll Europas strategische Autonomie und Sicherheit stärken

datensicherheit.de, 19.04.2023
EU Chips Act: Europäisches Parlament und Europäischer Rat erzielten vorläufige Einigung / Für den Bitkom ist der EU Chips Act überfällig

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https://www.datensicherheit.de/staerung-politik-foerderung-halbleiter-produktion-forschung-entwicklung-deutschland-forderung/feed 0
Zwischen Klicks und Klingeln: Hybride Wohnungssuche setzt sich durch https://www.datensicherheit.de/klicks-klingeln-hybrid-wohnungssuche-durchsetzung https://www.datensicherheit.de/klicks-klingeln-hybrid-wohnungssuche-durchsetzung#respond Sun, 02 Nov 2025 23:51:40 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50786 Bitkom Research hat eine repräsentative Umfrage unter 1.003 Personen in Deutschland durchgeführt – darunter 402 Personen, welche in den vergangenen fünf Jahren nach einer Wohnung oder einem Haus gesucht haben

[datensicherheit.de, 03.11.2025] Obwohl nach aktuellen Erkenntnissen des Digitalverbands Bitkom e.V. bereits 87 Prozent der Wohnungssuchenden auf auf digitale Kanäle setzten, bleibe die Mund-zu-Mund-Propaganda weiterhin noch die bedeutendste Option zum Finden eines neuen Zuhauses. Grundlage dieser Angaben sei eine Umfrage: Bitkom Research hat demnach im Bitkom-Auftrag 1.003 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt, „darunter 402 Personen, die in den vergangenen fünf Jahren nach einer Wohnung oder einem Haus gesucht haben“. Die repräsentative Befragung habe im Zeitraum der Kalenderwochen 33 bis 38 2025 stattgefunden. Künstliche Intelligenz (KI) werde indes noch wenig genutzt.

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Foto: Bitkom e.V.

Nastassja Hofmann zur Wohnungssuche: Persönliche Netzwerke spielen weiterhin eine zentrale Rolle, während Online-Portale und Soziale Medien den Suchprozess effizienter und breiter zugänglich machen

Klassische Mundpropaganda neben digitalen Wegen bei der Wohnungssuche noch immer ein Erfolgsfaktor

Von der Empfehlung der Nachbarin bis zum „Swipe“ auf dem Smartphone – wer heute eine Wohnung sucht, müsse in der Regel parallel auf verschiedene Möglichkeiten zurückgreifen.

  • Eine aktuelle Bevölkerungsbefragung habe nun gezeigt, „wie die Deutschen wirklich suchen“ – und dass klassische Mundpropaganda neben digitalen Wegen noch immer eine große Rolle spiele.

So hätten 40 Prozent der Bundesbürger in den vergangenen fünf Jahren mindestens einmal eine neue Wohnung oder ein Haus gesucht. Die meistgenutzte Möglichkeit seien hierzu Informationen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis„97 Prozent der Suchenden haben darauf zurückgegriffen“.

Websites von Wohnungsunternehmen nutzen erst 19 Prozent

Direkt dahinter folgten auch schon digitale Kanäle, welche von 87 Prozent genutzt würden. „Demnach liegen bei den digitalen Varianten Online-Portale wie ,immobilienscout24.de’, ,immowelt.de’ oder ,Kleinanzeigen’ vorn – 81 Prozent haben hier nach ihrer Traumimmobilie geschaut.“

  • Mit großem Abstand dahinter folgten Websites von Wohnungsunternehmen, welche 19 Prozent genutzt hätten.

Zwölf Prozent suchten über Social-Media-Posts und zehn Prozent würden Newsletter beispielsweise von Maklern lesen. Über KI-Chatbots zu suchen sei noch eine absolute Ausnahme, was nur zwei Prozent schon einmal probiert hätten.

Ganz analoge Wege der Wohnungssuche nur noch selten

„Die Wohnungssuche ist längst hybrid: Wir klicken und scrollen – und fragen trotzdem noch Freundinnen und Freunde“, erläutert Nastassja Hofmann, Expertin für „Retail & PropTech“ beim Bitkom.

  • Persönliche Netzwerke spielten weiterhin eine zentrale Rolle, während Online-Portale und Soziale Medien den Suchprozess effizienter und breiter zugänglich machten.

Ganz analoge Wege der Wohnungssuche würden dagegen seltener beschritten: Neun Prozent hätten bei Genossenschaften nachgefragt, jeweils sieben Prozent der Suchenden hätten in Zeitungsinseraten oder in Aushängen nach Wohnungen oder Häusern gestöbert. Fünf Prozent ließen sich über den Arbeitgeber helfen.

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Nastassja Hofmann / Referentin Retail & PropTech Bitkom e.V.

datensicherheit.de, 03.09.2024
Wohnungsnot von Kriminellen missbraucht: Betrug mit Fake-Immobilien / Verbraucherzentrale NRW warnt vor der Preisgabe sensibler Daten bei der Wohnungssuche

datensicherheit.de, 13.04.2017
NRW: Datenschutzmängel in der Wohnungswirtschaft / Keine bisherige Prüfung blieb ohne Beanstandung

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