Bildung – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Tue, 23 Sep 2025 17:15:48 +0000 de hourly 1 Bildungswesen im KI-Visier Cyberkrimineller: Klassenzimmern droht Rückfall in Offline-Modus https://www.datensicherheit.de/bildungswesen-ki-visier-cyberkrimineller-klassenzimmer-rueckfall-offline-modus https://www.datensicherheit.de/bildungswesen-ki-visier-cyberkrimineller-klassenzimmer-rueckfall-offline-modus#respond Tue, 23 Sep 2025 17:08:19 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=50235 Digitale Schulhöfe auf Basis von Web-Plattformen fördern Zusammenarbeit und Innovation – werden aber auch bevorzugte Ziele KI-getriebener Cyberangriffe

[datensicherheit.de, 23.09.2025] „Das moderne Klassenzimmer hat sich zu einem digitalen Schulhof gewandelt, der auf Plattformen wie ,Microsoft Teams’, ,Google Classroom’ und ,zoom’ basiert. Diese ,Tools’ fördern zwar die Zusammenarbeit und Innovation, sind aber auch bevorzugte Ziele für Cyberangriffe, insbesondere solche, die KI nutzen“, warnt Marco Eggerling, „Global CISO“ bei Check Point Software Technologies. Somit seien Schulen und Universitäten Risiken ausgesetzt, welche Schüler, Pädagogen und sogar die nationale Innovation direkt bedrohten.

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Foto: Check Point Software

Marco Eggerling: Bildung ist das Rückgrat der Zukunft jedes Landes, aber ohne starke Cybersicherheit wird sie zu einem leichten Ziel für Störungen!

Verschlimmbesserung durch KI: Bildung der weltweit am stärksten angegriffene Sektor

„Der Bildungssektor ist weltweit zum Hauptziel von Cyberkriminellen geworden. Laut ,Check Point Research’ (CPR) waren Schulen und Universitäten im Jahr 2025 durchschnittlich 4.356 Cyber-Angriffen pro Organisation und Woche ausgesetzt – ein Anstieg von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, berichtet Eggerling. In Europa sei die Zahl der Cyberattacken im Vergleich zum Vorjahr – 2024 – um 48 Prozent auf 4.161 gestiegen.

  • Der Bildungssektor sei aus mehreren spezifischen Gründen ein boomender Sektor für Cyberangriffe: Schulen verfügten über große Mengen sensibler Daten – von persönlichen Informationen der Schüler und Mitarbeiter bis hin zu Finanz- und Forschungsdaten – was sie für Angreifer attraktiv mache. „Da zudem mehrere Parteien mit der jeweiligen Bildungseinrichtung in Verbindung stehen müssen, um Lehrpläne, Semesterferien, Online-Unterricht und Umzüge zu koordinieren, werden die Angriffsflächen größer.“

Erschwerend komme hinzu, dass viele Bildungseinrichtungen bekanntermaßen nicht über die Ressourcen verfügten, um ihre Systeme angemessen zu schützen – einige verfügten schlicht nicht über Fachwissen oder die qualifizierten Personen, um sicherzustellen, „dass die Abwehrmaßnahmen auf dem jüngsten Stand sind“. All dies mache diesen Sektor unweigerlich zu einem „weichen Ziel“ mit „harten Folgen“.

Mehr als nur Auswirkungen auf IT-Ausfallzeiten: Cyberangriffe mit erheblicher Wirkungsmächtigkeit

Die Auswirkungen von Cyberangriffen auf den Bildungssektor gingen weit über Systemausfälle hinaus. Schulschließungen und Prüfungsunterbrechungen aufgrund von Ransomware hätten Universitäten wochenlang offline gezwungen und Prüfungen seien abgesagt oder verschoben worden.

  • „Im Jahr 2023 kosteten Ransomware-Angriffe Bildungseinrichtungen viel mehr als erwartet, wobei die durchschnittlichen Zahlungen laut einem Sophos-Bericht 6,6 Millionen US-Dollar für Grundschulen und 4,4 Millionen US-Dollar für Hochschulen erreichten.“

Trotz dieser Zahlungen bleibe die Wiederherstellung eine große Herausforderung. Nur 30 Prozent der Opfer schafften es innerhalb einer Woche vollständig, was einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr darstelle, da begrenzte Ressourcen und Teams die Wiederherstellungsbemühungen behinderten.

Ransomware-Angriffe bedrohen Existenzen

Diese Lösegeldzahlungen beeinträchtigten den Ruf der Schule zudem erheblich und zwängen sie, in anderen Bereichen Einsparungen vorzunehmen, was sich auf die Qualität der Ausbildung ihrer Schüler auswirke.

  • In jüngster Zeit seien im „DarkWeb“ sogar Verkäufe von Schülerdaten entdeckt worden – von Zeugnissen und persönlichen Unterlagen bis hin zu gefälschten Zertifikaten, welche Einzelpersonen und Organisationen persönlichen Schaden zufügten.

„In schweren Fällen von Cyberangriffen gab es Berichte über den Zusammenbruch von Institutionen: Das 157 Jahre alte Lincoln College in Illinois musste nach einem Ransomware-Angriff seine Türen für immer schließen.“

Der KI-Faktor: Cyberkriminalität in Maschinengeschwindigkeit

Künstliche Intelligenz (KI) verändere sowohl die Bedrohungslandschaft als auch die Verteidigungsstrategien im Bildungsbereich. Auf der Seite der Angreifer ermögliche KI Deepfake-Phishing-Kampagnen, welche sich gegen Schüler und Mitarbeiter richteten, sowie den automatisierten Diebstahl von Zugangsdaten durch groß angelegtes „Passwort-Spraying“.

  • Dank dieser Leistungsfähigkeit könne KI-gesteuerte Malware nun innerhalb von Minuten statt wie bisher innerhalb von Wochen Schwachstellen scannen und ausnutzen. Angreifer setzten KI auch im schulischen Umfeld als Waffe ein und entwickelten äußerst überzeugende Betrugsmaschen, die Phishing weitaus effektiver machten als je zuvor.

Die frühzeitige Integration von Schulungen zur Cybersicherheit – insbesondere vor der Einführung von KI – sei von entscheidender Bedeutung, um das Bewusstsein zu schärfen, „das erforderlich ist, um KI-generierten Bedrohungen in digitalen Klassenzimmern zu widerstehen“.

KI-generiere Websites imitieren als Köder Prüfungsportale, Gebührenzahlungssysteme und Anmeldeseiten

Allein im Juli 2025 identifizierte CPR demnach rund 18.000 neue bildungsbezogene Domains, „von denen jede 57. als bösartig gekennzeichnet worden ist“. Viele davon seien KI-generiert und so gestaltet, dass sie Prüfungsportale, Gebührenzahlungssysteme oder Anmeldeseiten imitierten.

  • Auf der Verteidigerseite könne KI nun aber dabei helfen, Anomalien im Anmeldeverhalten von Tausenden von Konten zu erkennen, Zero-Day-Malware zu identifizieren, bevor Signaturen existieren, und KI-gestützte, präventionsorientierte Sicherheit zu bieten, „indem Phishing, Ransomware und bösartige Domains in Echtzeit blockiert werden“.

Für Schulen mit kleinen IT-Teams sei KI-gesteuerte Cybersicherheit sogar nicht mehr optional – „sie ist der einzige Weg, um mit den Hackern Schritt halten zu können!“

Empfehlungen, um Bildung im KI-Zeitalter sicher fortsetzen zu können

Um den digitalen Unterricht zu schützen, müssten Bildungseinrichtungen eine Präventionsstrategie verfolgen, „die durch KI-Tools unterstützt wird“. Einige wichtige Vorschläge:

  • Verstärken der Authentifizierung
    mittels der Durchsetzung von MFA und der Überwachung auf MFA-Fatigue-Phishing-Taktiken.
  • Netzwerksegmentierung,
    um zu verhindern, dass Angreifer sich innerhalb des Netzwerks seitlich bewegen können.
  • Stärkung des Bewusstseins für Phishing bei Mitarbeitern und Schülern
    anhand von Beispielen aktueller Betrugsmaschen.
  • Regelmäßige Aktualisierung und Patching von Systemen,
    insbesondere von weit verbreiteten Plattformen wie E-Mail- und Kollaboration-„Tools“.
  • Schulungen zum Thema Cybersicherheit für Schüler, Pädagogen und Eltern,
    um ihnen zu helfen, KI-generierte Betrugsmaschen, insbesondere raffinierte Phishing-Betrugsmaschen, zu erkennen und verdächtige Links zu identifizieren.

Dies seien nicht nur IT-Maßnahmen, sondern zentrale Schutzmaßnahmen für die Zukunft des Lernens.

Schutz des Bildungssektors erfordert präventiven Ansatz mit KI-gestützten Abwehrmaßnahmen

Eggerling betont abschließend: „Bildung ist das Rückgrat der Zukunft jedes Landes, aber ohne starke Cybersicherheit wird sie zu einem leichten Ziel für Störungen!“

  • Sie hätten weltweit einen Anstieg von KI-gestützten Angriffen erlebt, „die nicht nur sensible Daten stehlen, sondern auch das Lernen von Millionen von Schülern unterbrechen“.

Der Schutz des Bildungssektors erfordere aber einen präventiven Ansatz mit KI-gestützten Abwehrmaßnahmen, stärkeren digitalen Perimetern und Sensibilisierung auf allen Ebenen. „Nur so können wir sicherstellen, dass digitale Klassenzimmer sichere Orte für Wachstum und Innovation bleiben!“

Weitere Informationen zum Thema:

CHECK POINT
About Us: Check Point Software Technologies is a global leader in cyber security solutions, dedicated to protecting corporate enterprises and governments worldwide

INFOPOINT SECURITY, Herbert Wieler, 25.04.2023
Check Point beruft Marco Eggerling zum CISO EMEA

SOPHOS, 19.09.2024
Most Educational Organizations Paid More Than the Original Ransom Demand, Says Sophos Survey / Education Sector’s Ransomware Recovery Costs Skyrocket, Despite Fewer Attacks Overall

CBS NEWS, Kate Gibson & Alain Sherter, 10.05.2022
Ransomware attack shutters 157-year-old Lincoln College

datensicherheit.de, 25.03.2025
Zunahme bei Cyber-Angriffen: Bildungssektor überfordert / Den meisten Bildungseinrichtungen fehlen die Ressourcen für solide und umfassende Cyber-Sicherheitsprogramme

datensicherheit.de, 03.11.2022
Ransomware: Cyber-Angriffe auf 75 Schulen in Bayern / Angriff mit Ransomware exakt zu dem Zeitpunkt, als Speichermedien zur Sicherung mit Server verbunden waren

datensicherheit.de, 16.09.2020
Europas Bildungswesen vermehrt im Visier der Hacker / Verlagerung des Unterrichts ins Internet macht diesen Bereich sehr attraktiv für Hacker

datensicherheit.de, 22.06.2020
Digitale Transformation: Deutschlands Schüler bleiben zurück / Neue Studie stellt Zukunftsfähigkeit des deutschen Bildungssystems in Frage – Schüler weitgehend „digital inkompetent“ und Lehrpläne sowie Infrastruktur „mangelhaft“

datensicherheit.de, 04.06.2020
DDoS: Bildungseinrichtungen im Dauerstress / Laut NETSCOUT besteht bezüglich Cybersecurity „immer Prüfungszeit“

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Zunahme bei Cyber-Angriffen: Bildungssektor überfordert https://www.datensicherheit.de/zunahme-cyber-angriffe-bildungssektor-ueberforderung https://www.datensicherheit.de/zunahme-cyber-angriffe-bildungssektor-ueberforderung#respond Tue, 25 Mar 2025 10:57:44 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=46836 Den meisten Bildungseinrichtungen fehlen die Ressourcen für solide und umfassende Cyber-Sicherheitsprogramme

[datensicherheit.de, 25.03.2025] KnowBe4 warnt in einer Stellungnahme vom 18. März 2025, dass den meisten Bildungseinrichtungen die Ressourcen für solide und umfassende Cyber-Sicherheitsprogramme fehlen – Grundlage für diese Erkenntnis ist der neue KnowBe4-Bericht „From Primary Schools to Universities, The Global Education Sector is Unprepared for Escalating Cyber Attacks“. Auch andere Cyber-Sicherheitsexperten teilen demnach die Sorge um die Cyber-Fragilität des Bildungssektors: Unter anderem habe Check Point Research festgestellt, dass dieser 2024 offenbar die am stärksten von Cyber-Angriffen betroffene Branche gewesen sei. In jedem Fall hat die Zahl der Cyber-Angriffe in diesem Sektor hat stark zugenommen.

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Foto: KnowBe4

Stu Sjouwerman zum Thema „Human Risk“: Alle Personen mit Zugriff auf IT-Systeme sollten über die richtigen Tools, die richtige Ausbildung und das richtige Bewusstsein verfügen, um sich vor Cyber-Bedrohungen zu schützen!

Zentrale Ergebnisse des KnowBe4-Berichts zur Cyber-Bedrohung im Bildungssektor:

  • Sowohl Schulen als auch Hochschulen verlassen sich bei „Software-as-a-Service“, „Cloud“-Speicherung und IT-Diensten häufig auf Drittanbieter
    Dies stelle ein Risiko dar, da Schwachstellen oder Verstöße in den Systemen von Drittanbietern zu einem späteren Zeitpunkt alle Einrichtungen betreffen könnten, die diese Dienste nutzen – häufig unbemerkt.
  • Kombination moderner und alter IT-Systeme öffnet Einfallstor für Angreifer
    Die Suche nach einem Einfallstor für Angreifer werde durch die Tatsache erleichtert, dass Schulen und Universitäten aufgrund begrenzter Ressourcen und des zunehmenden Bedarfs an Modernisierungen häufig moderne und alte IT-Systeme miteinander kombinierten – „was dazu führen kann, dass hochsensible personenbezogene Daten auf veralteten Systemen verbleiben, die ausgenutzt werden können!“
  • In ihrem „Data Breach Investigations Report (DBIR) 2024“ untersuchte Verizon insgesamt 30.458 Sicherheitsvorfälle
    Laut diesem Report waren von diesen 10.626 bestätigte Datenschutz-Verletzungen: Davon seien 1.780 Vorfälle (17%) Angriffe auf das Bildungssystem und 1.537 (14%) bestätigte Datenverstöße gewesen, womit das Bildungssystem zu den fünf am stärksten betroffenen Branchen weltweit zähle.
  • Im Jahr 2023 beobachteten die Forscher von Trustwave 352 Ransomware-Angriffe auf Bildungseinrichtungen
    Phishing sei laut der betreffenden Trustwave-Studie die am häufigsten verwendete Methode, um in eine Organisation einzudringen.

Bildungseinrichtungen: Ein noch nie dagewesenes Maß an Cyber-Risiken

Der vorliegende KnowBe4-Bericht soll die erheblichen Auswirkungen von Sicherheitsschulungen auf die Verringerung des „Human Risks“ in Bildungseinrichtungen aufzeigen: „Nachdem sie ein Jahr oder länger an nachhaltigen Schulungen und Phishing-Simulationen teilgenommen hatten, sank die Anfälligkeit der Mitarbeiter in kleinen Bildungseinrichtungen für Phishing-Angriffe drastisch – von 33,4 Prozent auf 3,9 Prozent.“

„Die heutige Bildungsumgebung wird zunehmend digital, was die Angriffsfläche von Bildungseinrichtungen vergrößert und ein noch nie dagewesenes Maß an Cyber-Risiken schafft“, kommentiert Stu Sjouwerman, „CEO“ von KnowBe4. Er führt hierzu aus: „Bildungseinrichtungen sind aufgrund eines allgemeinen Ressourcenmangels unbeabsichtigt zu Hauptzielen für hochentwickelte Bedrohungsakteure geworden.“

Der am meisten konkrete und effektivste Schritt, den eine Bildungseinrichtung zum Schutz wichtiger und sensibler Daten unternehmen kann, besteht laut Sjouwerman darin, sicherzustellen, dass alle Personen, die auf die IT-Systeme zugreifen, über die richtigen Tools, die richtige Ausbildung und das richtige Bewusstsein verfügen, um sich vor Cyber-Bedrohungen zu schützen und das „Human Risk“ zu reduzieren.

Weitere Informationen zum Thema:

KnowBe4
From Primary Schools to Universities, the Global Education Sector is Unprepared for Escalating Cyber Attacks

TRUSTWAVE, Serhii Melnyk, 21.01.2025
The New Face of Ransomware: Key Players and Emerging Tactics of 2024

CHECK POINT, 13.08.2024
Research: Check Point Research Warns Every Day is a School Day for Cyber Criminals with the Education Sector as the Top Target in 2024

verizon business, 2024
Data Breach Investigations Report 2024

datensicherheit.de, 16.09.2020
Europas Bildungswesen vermehrt im Visier der Hacker / Verlagerung des Unterrichts ins Internet macht diesen Bereich sehr attraktiv für Hacker

datensicherheit.de, 07.09.2020
E-Learning: Bildungseinrichtungen vor Bedrohungen schützen / Matthias Canisius fordert „Sicherheitskultur des Misstrauens und der Wachsamkeit“ angesichts wachsender Bedrohungen durch Cyber-Angriffe

datensicherheit.de, 04.06.2020
DDoS: Bildungseinrichtungen im Dauerstress / Laut NETSCOUT besteht bezüglich Cybersecurity „immer Prüfungszeit“

datensicherheit.de, 12.05.2020
Cloud: Datenaustausch gefährdet IT-Sicherheit im Bildungssektor / 54 Prozent der Mitarbeiter in Bildungseinrichtungen nutzen Cloud-Anwendungen zum Austausch sensibler Daten

datensicherheit.de, 16.12.2018
Krypto-Jacking: Bedrohung vor allem für das Bildungswesen / NTT Security warnt vor Missbrauch von IT-Systemressourcen durch Cyber-Kriminelle

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DiFü: DsiN-Digitalführerschein soll fit fürs Netz machen https://www.datensicherheit.de/difue-dsin-digitalfuehrerschein-fitness-netz https://www.datensicherheit.de/difue-dsin-digitalfuehrerschein-fitness-netz#respond Tue, 22 Mar 2022 15:43:36 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=41646 Der DiFü ist ein kostenfreies Bildungsangebot, um den sicheren Umgang in der digitalen Welt zu fördern und nachweisbar zu machen

[datensicherheit.de, 22.03.2022] Ein kostenfreies deutschlandweites Bildungsangebot soll „Jung und Alt fit fürs Netz“ machen – mit dem „DsiN-Digitalführerschein“ (DiFü) vom Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) sollen digitale Möglichkeiten einfacher verständlich und zugänglich gemacht werden. Verbraucher könnten ihre digitalen Kenntnisse ab sofort zertifizieren lassen – auch für ihr berufliches Umfeld. Der DiFü ist nach eigenen DsiN-Angaben ein Angebot dieses gemeinnützigen Vereins – mit Förderung des Bundesministeriums des Innern und für Heimat – für mehr digitale Teilhabe in Deutschland.

DiFü bietet alltagsbezogene Anknüpfungspunkte

Laut einer DsiN-Meldung vom 21. März 2022 wurde nun der „DsiN-Digitalführerschein“ gestartet: „Für Internetnutzende steht damit ein kostenfreies Bildungsangebot zur Verfügung, das den sicheren Umgang in der digitalen Welt fördert und erstmals auch nachweisbar macht.“ Der DiFü orientiere sich an praktischen Fragen des Alltags und Berufslebens. Denn laut „DsiN-Sicherheitsindex 2021“ benötigten aktuell über 60 Prozent aller Internetnutzer praktische und verständlichere Hilfestellungen – hier setze der DiFü an.

„Der DiFü bietet alltagsbezogene Anknüpfungspunkte, anhand derer die eigenen Fähigkeiten erweitert und überprüft werden: Das Themenspektrum reicht von Datensparsamkeit bei der Nutzung von Social-Media über sicheres ,Shopping‘ bis zu Identitätsdiebstahl im Web.“ Für Fortgeschrittene seien anspruchsvollere Level mit vertiefenden Themen vorgesehen – das Angebot des DiFü richte sich an den persönlichen Vorkenntnissen aus und sei für digitale Entdecker ebenso wie für Alleskönner geeignet.

Zum Abschluss wird DiFü-Prüfung angeboten

„Wer den DiFü durchläuft, kann sein vorhandenes Wissen zunächst einschätzen lassen. Dies unterstützt die Einordnung in den passenden Anforderungslevel.“ Danach würden unterschiedliche Themenbereiche wie beispielsweise „Internet“, „Gefahrenschutz“ oder „Technologiealltag“ im Lernangebot behandelt.

Diese umfassten Fragestellungen von digitalen Grundlagen über den Schutz persönlicher Daten bis zum Umgang mit konkreten „Tools“ wie Fitness-Ttracker oder neuem Personalausweis. Zum Abschluss werde eine Prüfung angeboten, welche in mehreren Teilschritten absolviert werden könne. „Ein authentifiziertes DiFü-Zertifikat erhalten alle Teilnehmenden, die die Gesamtprüfung erfolgreich absolvieren.“

DiFü-Zertifikat bietet Vorteil auch auf dem Arbeitsmarkt

Mit dem Newsportal des DiFü werde das Angebot um einen Service ergänzt, „der Digitalthemen aus Alltag und Beruf aufgreift und erklärt“. Interessierte finden dort demnach Artikel zu allen DiFü-Themenbereichen, die auch im Lernangebot behandelt werden.

Das DiFü-Zertifikat biete einen weiteren Vorteil auch auf dem Arbeitsmarkt: Der Nachweis der eigenen digitalen Kompetenzen in Form eines Zertifikats ermögliche Bewerbern und Mitarbeitern, ihre Kenntnisse beim Arbeitgeber aufzuzeigen und sich als verantwortungsvolle Internetnutzer zu profilieren. Aber auch für Senioren sei das neue Angebot attraktiv: Der DiFü fördere alle Bürger darin, ungeachtet ihres Kenntnisstandes digitale Chancen sicher zu nutzen.

Weitere Informationen zum Thema:

DsiN Deutschland sicher im Netz
DsiN-Sicherheitsindex 2021

DiFü
Über den DsiN-Digitalführerschein (DiFü)

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Digitale Transformation: Deutschlands Schüler bleiben zurück https://www.datensicherheit.de/digitale-transformation-deutschlands-schueler-benachteiligung https://www.datensicherheit.de/digitale-transformation-deutschlands-schueler-benachteiligung#respond Mon, 22 Jun 2020 13:12:31 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=36662 Neue Studie stellt Zukunftsfähigkeit des deutschen Bildungssystems in Frage – Schüler weitgehend „digital inkompetent“ und Lehrpläne sowie Infrastruktur „mangelhaft“

[datensicherheit.de, 22.06.2020] Auch die vermehrte Nutzung digitaler Technik in Zeiten der „Corona“-Krise hat mehr als sonst schon deutlich gemacht, dass Digital-Kompetenz zunehmend wichtiger wird. Die Befürchtung aber, dass die Ausbildung derselben im deutschen Bildungssystem „auf der Strecke“ bleibt, hat durch aktuelle Erkenntnisse aus einer Studie der KOHORTEN Sozial- und Wirtschaftsforschung GmbH & Co. KG Nahrung erhalten: Demnach sind mehr als drei Viertel (78%) der Lehrkräfte in den Sekundarstufen 1 und 2 der Überzeugung, „dass das deutsche Bildungssystem nicht zukunftsfähig ist“. Das zeige eine gemeinsame Studie des KOHORTEN-Instituts in Kooperation mit NOAA Partners. Die Forscher hätten hierbei deutschlandweit 150 Lehrkäfte ausführlich interviewt.

Weitgehende Digital-Inkompetenz bei Schülern

88 Prozent der Lehrkräfte seien überzeugt, dass Schüler schon heute im Umgang mit digitalen Medien und dem Internet unterrichtet werden müssten. Zugleich beklagten jedoch 66 Prozent, „dass Schulen hier zu wenig tun“.
Besonders schlecht (Note 3,7) beurteilten die Lehrer die Fähigkeit der Schüler, digitale Informationen zu bewerten – diese könnten glaubwürdige Informationen von unglaubwürdigen kaum unterscheiden. „Ohne die Kompetenz zur Bewertung von Informationen wächst die Gefahr, dass die Schüler auf Fake-News hereinfallen“, warnt Studienleiterin und KOHORTEN-Geschäftsführerin Ariane Hofstetter.

Unternehmen drohen im Digitalen Zeitalter Anschluss an den Markt zu verlieren

Auch wichtige technische Grundkenntnisse der digitalen Welt (Note 4,1), die Nutzung digitaler Werkzeuge und Medien zum Lernen oder Arbeiten (Note 3,3) sowie Kenntnisse zum Datenschutz seien bei der Schülerschaft kaum vorhanden (Note 3.8). Lediglich die Fähigkeit der Schüler zur digitalen Kommunikation werde von den Lehrern als gut (Note 2,4) erachtet.
„Ohne Mitarbeiter mit tiefgreifendem Verständnis für alle Disziplinen der Digitalisierung verlieren Unternehmen im Digitalen Zeitalter den Anschluss an den Markt“, betont Digitalisierungsexperte Christian Massmann. Wenn die „Mitarbeiter von morgen“ nicht bereits während ihrer Ausbildung auf diese Anforderungen vorbereitet werden, sei das eine „Gefahr für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen“.

Lehrer nutzen kaum digitale Techniken

Nicht nur für die Schülerschaft könnten Defizite verzeichnet werden. Auch die Lehrkräfte sind nach Auffassung von Hofstetter „nicht auf Ballhöhe“: Digitaler Unterricht bedeute für 82 Prozent der Lehrkräfte, digitales Anschauungsmaterial – zumeist YouTube-Videos – im Unterricht abzuspielen. Die Lehrkräfte wollten den Unterricht damit unterhaltsamer und abwechslungsreicher gestalten.
Die Möglichkeiten digitaler Medien für die Anwendung des Erlernten oder Kontrollübungen blieben indes von den Lehrern „oft ungenutzt“. Lediglich 35 Prozent gäben an, diese Möglichkeiten zu nutzen. Das sei bedauerlich, denn damit könnten die Lehrkräfte ihre Schüler „doch sehr individuell und vor allem gezielt unterstützen“. Doch Hofstetter beschreibt den Stand der Dinge wie folgt: „Wir haben den Eindruck, dass viele digitale Errungenschaften, die in Unternehmen bereits heute genutzt werden, an hiesigen Schulen noch gänzlich unbekannt sind.“

Lehrpläne und Infrastruktur zumeist noch unzureichend

Trotz „Digitalpakt“ hätten die Lehrkräfte nur selten den Eindruck (34%), dass die Digitalisierung die ihr zukommende Bedeutung genießt. So sei in rund 40 Prozent der Schulen derzeit noch kein WLAN eingerichtet. Die Lehrkräfte fühlten sich nicht ausreichend auf die Digitalisierung des Unterrichtes und die Vermittlung digitaler Kompetenzen vorbereitet.
Die Hälfte (49%) der Lehrer bezeichne die Vorbereitung durch das Schulsystem als „ungenügend“ oder allenfalls als „gerade ausreichend“. Dazu Studienleiterin Hofstetter: „Und dabei wären die meisten Lehrkräfte interessiert, an einer entsprechenden Weiterbildung teilzunehmen.“

Vorbereitung auf Arbeitswelt 4.0: Grundlegende Veränderungen erforderlich

„Die Defizite in der Digitalisierung der Schulen erfordern grundlegende Veränderungen im Schulsystem“, fordert Massmann. Dies sehe auch jede zweite Lehrkraft so und fordere neue Lehrkonzepte, um die Schüler auf die „Arbeitswelt 4.0“ vorzubereiten. „Wer lediglich digitale Arbeitsgeräte beschafft, springt zu kurz.“
Die Lehrkräfte benötigten Qualifizierungen. Sie müssten zunächst mit den technischen Möglichkeiten vertraut gemacht werden. Anschließend sollten sie auch die didaktischen Anwendungen der digitalen Instrumente einüben. „Zudem müssen die Kultusministerien wesentliche praxisrelevante Inhalte zu den Chancen und Risiken der Digitalisierungen in die Lehrpläne einarbeiten und Hilfestellung geben, damit die Schulen überhaupt befähigt werden, um entsprechende Konzepte für den Erhalt der Fördermittel aus dem Digitalpakt vorzulegen.“

Rund 150 Lehrkräfte der Sekundarstufen 1 und 2 befragt

Grundlage der Studie war nach eigenen Angaben von KOHORTEN eine Online-Befragung von rund 150 Lehrkräften der Sekundarstufen 1 und 2. Die „Feldarbeit“ sei von September bis Oktober 2019 erfolgt. Die Untersuchung habe vorab mehrere Stufen durchlaufen. Als vorbereitende Stufe hätten Expertengespräche mit Lehrkräften und Entscheidern in Unternehmen gedient sowie eine angeschlossene „Desktop Research“.
Auf diesen Vorarbeiten aufbauend sei der Online-Fragebogen für die Hauptbefragung angelegt worden. Die Studienteilnehmer seien öfter weiblich, im Alter zwischen 30 und 49 Jahren. Vertreten seien alle Fachrichtungen – besonders häufig die Naturwissenschaften, Mathematik, Deutsch und Gesellschaftslehre.

Weitere Informationen zum Thema:

KOHORTEN SOZIAL- UND WIRTSCHAFTSFORSCHUNG, 13.05.2020
Digital Skills Gap-Studie

datensicherheit.de, 08.10.2019
Digitale Transformation: Hardware, Software und Orgware abstimmen

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DDoS: Bildungseinrichtungen im Dauerstress https://www.datensicherheit.de/ddos-bildungseinrichtungen-dauerstress https://www.datensicherheit.de/ddos-bildungseinrichtungen-dauerstress#respond Thu, 04 Jun 2020 18:47:24 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=36499 Laut NETSCOUT besteht bezüglich Cybersecurity „immer Prüfungszeit“

[datensicherheit.de, 04.06.2020] Bildungseinrichtungen als Nutzer fortschrittlicher Technologien geraten nach Erkenntnissen von NETSCOUT „zunehmend ins Visier von Cyber-Kriminellen“. Sie haben im Idealfall im Laufe der Jahre zunehmend in Technologie investiert, um sowohl die Effizienz und Produktivität zu steigern als auch neue Dienstleistungen wie Online-Tests, Hausaufgaben, Unterricht und Verwaltung zu ermöglichen. Während der Diebstahl Geistigen Eigentums nun nach wie vor ein Hauptziel der Angreifer sei, beobachtet NETSCOUT nach eigenen Angaben „die Bedrohung der Verfügbarkeit von Bildungsangeboten, insbesondere durch den Einsatz von DDoS“. In Anbetracht dessen sollten Bildungseinrichtungen verstärkt Cyber-Attacken vorbeugen. Starke Netzwerksegmentierung, Best-of-Breed-DDoS-Schutz und kontinuierliche Überwachung seien entscheidende Faktoren, um sicherzustellen, dass Dienste sicher und konsistent bereitgestellt werden könnten.

Min. 186.000 DDOS-Angriffe weltweit gegen Bildungseinrichtungen 2019

Abbildung: NETSCOUT

Min. 186.000 DDOS-Angriffe weltweit gegen Bildungseinrichtungen 2019

8,4 Millionen DDoS-Angriffen im Jahr 2019

In dem kürzlich veröffentlichten „NETSCOUT Threat Intelligence Report“ wird demnach über die Beobachtung von 8,4 Millionen DDoS-Angriffen im Jahr 2019 berichtet – mindestens 186.000 dieser Angriffe seien weltweit gegen Bildungseinrichtungen gerichtet gewesen.
Auffällig sei, dass die Angriffshäufigkeit dem globalen Bildungsrhythmus entspreche, wonach ein großer Teil der Weltbevölkerung auf der Nordhalbkugel im Sommer pausiere. Zudem repräsentierten die Angriffsarten die gesamte Bandbreite der DDoS-Techniken, einschließlich der neuen, 2019 erstmalig aufgetretenen.

Bildungseinrichtungen weltweit vor DDoS-Angriffen geschützt

Abgesehen von der Bereitstellung der Daten habe NETSCOUT die Möglichkeit gehabt, einige wenige Bildungseinrichtungen weltweit vor DDoS-Angriffen zu schützen, und dabei „wichtige Erkenntnisse“ erlangt. So seien Angriffe zeitlich so geplant gewesen, dass sie mit wichtigen, online verwalteten Prüfungen zusammengefallen seien. Sie hätten diese spezifischen Angriffe zwar vereiteln können, jedoch sei der Angreifer erst nach Abschluss der Prüfungsperiode verschwunden.
Zudem seien in mehreren Fällen Systeme und Computerressourcen anderer Bildungseinrichtungen für die Angriffe verwendet worden. „Dies bedeutet nicht unbedingt, dass der Angreifer eine Verbindung zur anderen Einrichtung hatte, aber die oft in Bildungseinrichtungen vorhandenen Computer- und Netzwerkkapazitäten sind für Angriffe durchaus attraktiv.“

Offenbar überwiegend nationalstaatliche DDoS-Akteure

Natürlich seien Studenten nicht die einzige und nicht die Hauptbedrohung für die Bildungssysteme, denn nationalstaatliche Akteure zielten seit Langem auf die Hochschulbildung ab – in erster Linie mit dem Ziel, oft einzigartiges Geistiges Eigentum zu stehlen.
Vor etwas mehr als einem Jahr habe NETSCOUT über eine Kampagne namens „Stolen Pencil“ berichtet, „bei der vermutlich nordkoreanische Akteure anhaltenden Zugang zu einer Reihe von Universitäten und Denkfabriken in ganz Nordamerika hatten“.

Ausbreitung von IoT-Geräten erleichtern weltweit DDoS-Angriffe

Ein weiterer Grund zur Sorge im Bildungssektor sei die zunehmende Verbreitung von Internet-of-Things-Geräten (IoT). Umgangssprachlich verstehe man darunter jedes an ein Netzwerk angeschlossenes Nicht-Standard-Computergerät – beispielsweise Drucker, IP-fähige Videokameras oder digitale Whiteboards. Aufgrund mangelnder Sicherheitsvorkehrungen sowie der großen Anzahl vorhandener Geräte bildeten diese heute oft die Grundlage für DDoS-Angriffe weltweit.
Die NETSCOUT-Forschung habe gezeigt, dass die Malware-Familie namens „Mirai“ erweitert worden sei, um eine immer breitere Palette von Gerätetypen abzudecken. Dadurch habe sich das potenzielle Ausmaß der Angriffe, an denen diese Geräte beteiligt seien, erheblich vergrößert.

Weitere Informationen zum Thema:

NETSCOUT
NETSCOUT Bericht zur Gefahrenerkennung / With Key Findings from the 15th Annual Worldwide Infrastructure Security Report (WISR)

datensicherheit.de, 20.05.2020
Finanzsektor: Steigende Anzahl an DDoS- und Credential-Stuffing-Angriffen

datensicherheit.de, 11.05.2020
Deutlicher Anstieg der Cyberangriffe mittels DDoS-Attacken im Jahr 2020

datensicherheit.de, 16.10.2019
DDoS-Angriffe als Ablenkungsmanöver

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Krypto-Jacking: Bedrohung vor allem für das Bildungswesen https://www.datensicherheit.de/krypto-jacking-bedrohung-bildungswesen https://www.datensicherheit.de/krypto-jacking-bedrohung-bildungswesen#respond Sun, 16 Dec 2018 16:37:36 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=29598 NTT Security warnt vor Missbrauch von IT-Systemressourcen durch Cyber-Kriminelle

[datensicherheit.de, 16.12.2018] Das Unternehmen NTT Security (Germany) und das „Security Center of Excellence“ der NTT Group machen IT-Anwender auf ein neues Phänomen der Cyber-Kriminalität aufmerksam: Webbasiertes Mining von Krypto-Währungen ohne Zustimmung des System-Eigners, was nichts Anderes als Diebstahl von Systemressourcen ist. Diese Art der Cyber-Kriminalität sei vor allem im Bildungssektor anzutreffen.

Missbrauch schwer zu erkennen

NTT Security hat nach eigenen Angaben die Ergebnisse seines monatlichen „GTIC Threat Report“ bekanntgegeben. Die hauseigenen Experten haben demnach in ihrer Studie besonders Krypto-Mining und -Jacking untersucht.
Bei webbasiertem Krypto-Mining werde ein Code in eine Website eingefügt, um die Teilnahme am Mining einer Krypto-Währung zu ermöglichen. Es sei oft schwierig, wenn nicht unmöglich, den Unterschied zwischen normalem webbasiertem Krypto-Mining – bei dem der Benutzer einer Website erlaubt, Systemressourcen für das Mining einer Krypto-Währung zu verwenden – und webbasiertem Krypto-Jacking – bei dem der Benutzer der Website dafür keine Erlaubnis erteilt hat – zu erkennen.

Krypto-Währung „Monero“ bei Anwendern und Kriminellen beliebt

Bei fast 40 Prozent der analysierten browserbasierten Miner von Krypto-Währungen habe es sich um nicht näher bestimmtes browserbasiertes Mining gehandelt, das nicht mit einer bestimmten Mining-Plattform für Krypto-Währungen verbunden sei. Die drei am häufigsten identifizierten Miner für Krypto-Währungen seien „CoinHive“, „XMRig“ und „Authedmine“.
Den Erkenntnissen von NTT Security zufolge machten „CoinHive“ und seine Variationen etwa 55 Prozent der vom 1. Mai bis 31. Juli 2018 beobachteten Krypto-Miner aus. „CoinHive“ sei ein browserbasierter Mining-Service, der typischerweise zum Minen der Krypto-Währung „Monero“ verwendet werde. Diese habe in diesem Jahr an Popularität gewonnen, da sie praktisch nicht zurückverfolgbare Transaktionen erlaube, die es Benutzern – und damit auch Angreifern – ermögliche, ein hohes Maß an Anonymität zu wahren.
„CoinHive“ schürft demnach „Monero“ durch die Verwendung ungenutzter Rechenleistung von Benutzersystemen, die mit der infizierten Site verbunden sind. Die Intention von „Coinhive“ habe darin bestanden, Website-Besitzern zu helfen, Einnahmen durch Mining zu generieren; allerdings würden Elemente von „CoinHive“ als „go-to Miner“ für cyber-kriminelle Aktivitäten missbraucht.

„XMRig“ unterstützt Mining durch Nutzung von System-CPUs, NVIDIA-Grafikkarten und AMD-GPUs

Laut NTT Security mache „XMRig“ etwa fünf Prozent der beobachteten Aktivitäten von Krypto-Minern aus. „XMRig“ sei eine Open-Source-Software, mit der „Monero“ und „CryptoNote“ geschürft werden könnten. „XMRig“ unterstütze das Mining von Krypto-Währungen durch die Nutzung der Leistung von System-CPUs, NVIDIA-Grafikkarten und AMD-GPUs.
Diese Funktionen machten „XMRig“ beliebt, da Benutzer – sowohl legitime Benutzer als auch Cyber-Kriminelle – es auf jeder Hardware, einschließlich Systemen unter „Windows“, installieren und dann problemlos mit dem Mining beginnen könnten.

Zustimmung bei unzureichendem Prozessverständnis

„Authedmine“ (alias „Authorized Mining“) könne definiert werden als „CoinHive 2.0“ oder „CoinHive“ mit explizitem Opt-in: Aufgrund des schlechten Rufs von „CoinHive“ in Folge der Aktivitäten von Cyber-Kriminellen hätten die Entwickler mit der Erstellung eines Miners reagiert, der nur nach einem ausdrücklichen Opt-in des Benutzers ausgeführt werden könne. Daten zeigten, dass etwa zwei Prozent der beobachteten Krypto-Mining-Aktivität mit „Authedmine“ in Verbindung zu bringen seien.
Dabei sei zu beachten, dass „Authedmine Events“ zwar von Benutzern zu stammen schienen, die auch verstehen, was sie anklicken. Es sei jedoch sehr wahrscheinlich, dass eine große Zahl von Benutzern das Opt-in akzeptiert, ohne vollständig zu verstehen, welche Prozesse sie dabei erlauben.

René Bader, NTT Security

Foto: NTT Security

René Bader: Immer auch die Sicherheitsarchitektur des betroffenen Unternehmens überprüfen!

Krypto-Jacking betrifft fast alle Branchen

Grundsätzlich seien von nicht autorisiertem Krypto-Mining und Krypto-Jacking fast alle Branchen betroffen. Die Daten zeigten aber, dass die Sektoren Bildung, Gesundheitswesen und Finanzen rund 88 Prozent aller identifizierten Fälle von Krypto-Jacking ausmachten:
Mit 57 Prozent sei Bildung der am stärksten betroffene Bereich. Hierbei erhielten Studenten, Mitarbeiter oder Besucher des Campus oft Zugang zum Netzwerk, so dass es schwierig sei, jedes potenzielle webbasierte Krypto-Jacking-Ereignis zu blockieren. Während Bildungseinrichtungen ihre Personal- und Fakultätsnetze regulieren könnten und wollten, befänden sich die Studentennetzwerke oft in einem ganz anderen Subnetz und unterlägen eigenen Richtlinien und Nutzungsbedingungen.
„Ein Unternehmen, das einen Krypto-Miner auf ihrer eigenen Website entdeckt, hat ein größeres Problem als nur die betreffende Malware“, warnt René Bader, „Lead Consultant Secure Business Applications EMEA“ bei NTT Security. Es stelle sich nämlich die Frage, wie der Krypto-Miner überhaupt dorthin gelangen konnte. „Daher muss immer auch die Sicherheitsarchitektur des betroffenen Unternehmens überprüft werden“, empfiehlt Bader.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 20.09.2018
Kryptojacking: Wie Cyberkriminelle sich die Cloud zu Nutze machen

datensicherheit.de, 27.06.2018
Cyber-Kriminelle nutzen Hype um Kryptowährungen

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eco: Konsequente Strategie für digitale Bildung und Weiterbildung nötig https://www.datensicherheit.de/eco-strategie-digitale-bildung-weiterbildung https://www.datensicherheit.de/eco-strategie-digitale-bildung-weiterbildung#respond Sat, 10 Nov 2018 20:34:16 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=29378 Umfrage: 85,4% der Deutschen erkennen Bedarf digitaler Weiterbildung /49,5% der Befragten meinen, die Vereinbarkeit von Familie & Beruf wird leichter

[datensicherheit.de, 10.11.2018] Am kommenden Montag, den 12. November laden die Bundesministerien für Arbeit und Soziales sowie für Bildung und Forschung Vertreter der Sozialpartner und Länder zur Auftaktsitzung für die „Nationale Weiterbildungsstrategie“ ein. Die CDU plant eine KI- gesteuerte Weiterbildungsplattform Namens „Milla“. Bereits am Dienstag haben die Minister/innen Peter Altmaier, Franziska Giffey, Hubertus Heil, Anja Karliczek und Horst Seehofer gemeinsam eine Fachkräftestrategie vorgestellt. Die Themen Fachkräftesicherung, New Work und (Weiter-)Bildung in der digitalen Arbeitswelt stehen ganz oben auf der politischen Agenda und bestimmten auch die Debatten beim „New Work Check“, zudem eco-Verband der Internetwirtschaft in dieser Woche eingeladen hatte: „Um die Digitalbranche und das allgemeine Wirtschaftswachstum Deutschlands nachhaltig zu fördern, müssen wir zwingend schon heute die Weichen für die Zukunft stellen: Die besten und klügsten Köpfe für uns zu gewinnen und auch in Deutschland zu halten, ist dafür eine Grundvoraussetzung. Dazu braucht es eine konsequente nationale Strategie für digitale Bildung und Weiterbildung“, so Oliver Süme, eco Vorstandsvorsitzender.

Weiterbildungsstrategie: 85,4% der Deutschen erkennen Bedarf digitaler Weiterbildung

Die deutsche Bevölkerung hat die Dringlichkeit der digitalen Weiterbildung erkannt: Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage, die eco beim Meinungsforschungsinstitut Civey beauftragt hat, sind 85,4 Prozent aller Befragten der Meinung, dass sich Beschäftigte in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt deutlich mehr (46%) oder eher mehr (39,4%) fortbilden müssen als heute.

„Die zentrale Antwort für die Bewältigung des digitalen Strukturwandels in der Arbeitswelt und die Basis für künftiges Fachkräftewissen ist die neue Konzeption von Weiterbildung.“, meint Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Ein wesentlicher Baustein für die Nationale Weiterbildungsstrategie ist das Qualifizierungschancengesetz des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, so Böhning: „Beschäftigte, die vom Strukturwandel durch die Digitalisierung betroffen sind, können künftig bei der Weiterbildung besser gefördert werden. Für die Bundesregierung ist dies ein wichtiger aber auch nur ein erster konkreter Schritt zur Etablierung einer neuen Weiterbildungskultur und aktiven Gestaltung der neuen Arbeitswelt.“

Digitale Chancen: 49,5% der Deutschen meinen, die Vereinbarkeit von Familie & Beruf wird leichter

Die Digitalisierung der Arbeitswelt bringt neben großen Herausforderungen, aber auch neue innovative Chancen, die es zu nutzen gilt. Auf diese digitalen Chancen verwies Dorothee Bär, Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, im Rahmen des eco New Work Checks: „Die digitale Revolution ist im Kern eine soziale. Das schließt auch ganz neue Chancen für Teilhabe ein: Geografische Distanzen und Präsenz vor Ort sind keine Faktoren mehr. Das eröffnet erhebliche Potenziale etwa für ländliche Regionen, für Menschen mit Familie oder für ältere Menschen, die weniger mobil sind. Das ist eine große Chance für gleichwertigere Lebensverhältnisse.“

Auch die deutsche Bevölkerung erkennt die positiven Effekte der digitalen Arbeitswelt an: So gaben 49,5% der Befragten bei der repräsentativen eco-Umfrage an, dass nach ihrer Meinung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch die Digitalisierung eher erleichtert (39%) oder sogar deutlich erleichtert wird (10,5%).

Quelle:

Alle Daten sind von Civey GmbH bereitgestellt. An der Befragung zur digitalen Weiterbildung zwischen dem 17.-22. Oktober nahmen 12.622 Personen teil. An der Umfrage zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zwischen dem 20.06. und dem 05.11.2018 nahmen 65.120 Personen teil. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung (Alter 18+). Weitere Umfrageergebnisse auf Nachfrage.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 08.11.2018
SIWECOS Projekt wird verlängert

datensicherheit.de, 02.10.2018
E-Evidence-Verordnung: eco fordert die Wahrung von Sicherheitsstandards beim Datenaustausch

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Bildung als Basis der erfolgreichen Digitalisierung https://www.datensicherheit.de/bildung-basis-erfolgreiche-digitalisierung https://www.datensicherheit.de/bildung-basis-erfolgreiche-digitalisierung#respond Wed, 25 Jul 2018 08:36:22 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=28165 Spende eines Klassensatzes Calliope mini für Spaß beim Programmieren

[datensicherheit.de, 25.07.2018] Das auf den IT-Sicherheitsbereich spezialisierte Unternehmen cirosec unterstützt ab dem kommenden Schuljahr die Heilbronner Silcherschule dabei, Schülerinnen und Schüler ab der 3. Klasse spielerisch den Zugang zur Programmierung und zur digitalen Welt zu vermitteln. Das Unternehmen spendet nicht nur 15 Calliope-Minicomputer für den Unterricht, der wöchentliche Unterricht wird auch von einem Berater des Unternehmens übernommen.

Einfacher Einstieg

Der Calliope mini ist ein Minicomputer, mit dessen Hilfe bereits Grundschulkinder lernen entdecken können, wie leicht Programmieren sein kann. Mit einem kindgerechten grafischen Editor erstellen sie in wenigen Klicks eigene Programme und erwecken so den Calliope zum Leben. Neben 25 roten sowie einer Farb-LED und zwei programmierbaren Buttons enthält das Board z.B. auch einen Bewegungs-, Lage-, Helligkeits- und Temperatursensor, einen Lautsprecher, einen Plus- und Minuspol oder ein Bluetooth-Modul, mit dem der Calliope mini mit anderen Geräten kommunizieren kann.

Diese umfangreiche Ausstattung ermöglicht es den Nachwuchsprogrammierern zum Beispiel einen Würfel zu simulieren, ein Thermometer zu bauen oder einen Wecker oder eine einfache Alarmanlage zu programmieren. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

„Nur wer weiß, was hinter den Apps und Programmen der digitalen Welt steckt, wird sich später selbstverständlich und ohne Angst in ihr bewegen. Wir als IT-Beratungsunternehmen möchten durch unser Engagement einen kleinen Teil dazu beitragen, dass dies möglich ist, und Kinder für das spannende und zukunftsträchtige Thema IT begeistern“, so Steffen Gundel, Partner der cirosec GmbH in Heilbronn.

„Die Förderung technisch interessierter und begabter Schülerinnen und Schüler liegt uns an der Silcherschule sehr am Herzen. Wir freuen uns sehr, dass wir dies im Rahmen von Neigungskursen an unserer Schule umsetzen können. Die Einbeziehung von außerschulischen Kooperationspartnern und Experten ist eine schöne Tradition, die unseren Schülern wertvolle Erfahrungen ermöglicht“, lobt Martin Vetter, Rektor der Silcherschule Heilbronn, die neue Kooperation.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 11.07.2017
Digitale Bildung: Stärkung der Medienkompetenz in Schulen

datensicherheit.de, 30.06.2017
DigiBitS-Programm soll Bildungsangebot für Schulen im Raum Berlin erweitern

datensicherheit.de, 11.06.2017
Lexikon von App bis .zip: Digitalcourage möchte Basiswissen vermitteln

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Hasso Plattner erhält den Leonardo European Corporate Learning Award https://www.datensicherheit.de/hasso-plattner-erhaelt-den-leonardo-european-corporate-learning-award https://www.datensicherheit.de/hasso-plattner-erhaelt-den-leonardo-european-corporate-learning-award#respond Mon, 13 Oct 2014 16:01:45 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=24257 HPI-Stifter erhält die Medaille in der Kategorie „Thought Leadership“

[datensicherheit.de, 13.10.2014] Mit der Auszeichnung werden Persönlichkeiten geehrt, die bestehende Annahmen zur Organisation von Bildung in Frage stellen und neue Bildungskonzepte auf den Weg bringen. Die feierliche Zeremonie findet im ehemaligen Gästehaus der Bundesregierung auf dem Petersberg bei Bonn statt. Mit dem Empfang des Leonardo Awards steht Plattner, der auch Mitgründer und Aufsichtsratsvorsitzender des Softwarekonzerns SAP ist, in einer Reihe mit den früheren Preisträgern wie etwa dem früheren EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors und Wikipedia-Gründer Jimmy Wales.

Das Leonardo Advisory Board und Steering Committee schrieb in seiner an den Preisträger gerichteten Begründung: „In herausragender Art und Weise beschäftigen Sie sich mit der Entwicklung und Verbreitung von für Wissenschaft und Forschung angemessenen hochentwickelten Lern- und Lehrmethoden, sei es an der d.school in Stanford oder im Hasso-Plattner-Institut. Ihre Vordenkerrolle ist jedoch keineswegs auf den akademischen Bereich beschränkt. Menschen mit unterschiedlichen beruflichen und kulturellen Hintergründen zusammenzubringen, dient nicht nur der Vernetzung, sondern wird von Ihnen als Katalysator für gemeinsames gestalterisches Handeln in der modernen Gesellschaft genutzt.“
Der Preisträger, der Informationstechnologien maßgeblich mitentwickelt habe, verbinde diese zudem mit den Sozialwissenschaften, heißt es in der Erklärung weiter.

Prof. Hasso Plattner HPI

Foto: HPI / Kay Herschelmann

Prof. Hasso Plattner erhält den Leonardo European Corporate Learning Award

Hasso Plattner hat das nach ihm benannte Institut 1998  in Potsdam gegründet und ist auch heute noch als Leiter des HPI-Fachgebiets Enterprise Platform and Integration Concepts in Lehre und Forschung aktiv. Seit 2010 ehrt der Leonardo Award jährlich visionäre Persönlichkeiten, die sich im Sinne Leonardo da Vincis um innovative Bildungskonzepte in den Bereichen „Thought Leadership“, „Company Transformation“ und „Crossing Borders“ verdient gemacht haben.

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LfDI Edgar Wagner plädiert für ein Schulfach „Internet“ https://www.datensicherheit.de/lfdi-edgar-wagner-plaediert-fuer-schulfach-internet https://www.datensicherheit.de/lfdi-edgar-wagner-plaediert-fuer-schulfach-internet#respond Thu, 02 May 2013 15:16:26 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=21794 Aufklärung und Bildung sind Grundlagen für einen souveränen und selbstbewussten Umgang mit digitalen Technologien

[datensicherheit.de, 02.05.2013] Der rheinland-pfälzische Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Edgar Wagner, hat auf dem Fachkongress des IT-Planungsrates darauf hingewiesen, dass digitale Aufklärung und digitale Bildung die Grundlage für einen souveränen und selbstbewussten Umgang mit der digitalen Technologie seien.

Die digitalen Herausforderungen – so Wagner – seien inzwischen so groß, dass die Enquete-Kommission „Internet“ des Deutschen Bundestags für die Bundesregierung ein Internetministerium und für das Parlament einen Internetausschuss gefordert habe. Die Landesregierung sei aus diesen Gründen dabei, einen Landesrat für digitale Entwicklung einzurichten. Auch die Parteien rüsteten sich mit netzpolitischen Arbeitskreisen und netz¬politischen Kongressen für die digitale Zukunft. Das alles sei sinnvoll und richtig.

Notwendig sei es dann aber auch, dass man die Bürgerinnen und Bürger, vor allem die junge Generation, fit für das Netz mache. Dafür genügten keine Medienführerscheine und auch kein Medienkompass. Sie sind – wie die FAZ in ihrem Leitartikel vom 20.04.2013 zu Recht schreibt – „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“. Notwendig – so Wagner – sei es, endlich über ein Schulfach „Internet“ nachzudenken. Das würde auch dem Umstand Rechnung tra¬gen, dass digitale Medienkompetenz von allen Fachleuten nach dem Lesen, dem Schreiben und dem Rechnen als vierte Kulturtechnik bezeichnet werde. Daraus müssten die notwendigen bildungspolitischen Konsequenzen gezogen werden.

Notwendig sei dies – so Wagner – nicht nur, um sich gegenüber Facebook und Google, Apple und Microsoft zu behaupten. Digitale Medienkompetenz sei vielmehr auch Voraussetzung dafür, dass die Internetangebote, die der Staat im Rahmen von E-Government- und Open-Data-Strategien seinen Bürgerinnen und Bürgern mache, von diesen auch genutzt würden. Von diesem Angebot werden nur diejenigen Gebrauch machen, die sich souverän im Netz bewegten und sich dort sicher fühlten.

„Ohne eine nachhaltige digitale Aufklärung wird dies nicht zu erreichen sein. Ein eigenes Schulfach ist dafür ein Schritt in die richtige Richtung, entsprechende bildungspolitische Leitentscheidungen, die Überarbeitung der Lehrpläne und eine adäquate Ausbildung der Lehre¬rinnen und Lehrer müssen damit einhergehen“, so Wagner.

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