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Aktuelles, Experten - Dienstag, Juli 22, 2025 0:53 - noch keine Kommentare
Bitkom fordert mehr Rechenzentren: Deutschland droht sonst Anschluss zu verlieren
Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität – der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor
[datensicherheit.de, 22.07.2025] Der Branchenverband Bitkom e.V. betont in seiner Stellungnahme vom 21. Juli 2025, dass Deutschland mehr Rechenzentren benötigt – derzeit drohe der Anschluss verloren zu gehen und die USA und China zögen davon. Der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst, stellt klar: „Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine Digitale Souveränität!“ Der Bitkom legt einen eigenen „Aktionsplan Rechenzentren“ vor.

Foto: Bitkom
Dr. Ralf Wintergerst: Rechenzentren sind für Deutschlands Digitale Souveränität essenziell!
Bitkom fordert leistungsfähige und nachhaltige Rechenzentren
Während der Bedarf an „Cloud“-Services und Künstlicher Intelligenz (KI) rasant zunehme, fehlten Deutschland die dafür nötigen Rechenzentren im Hintergrund. Ihre Kapazität steigere sich derzeit langsamer als der Bedarf, während führende Nationen wie die USA und China ihre Kapazitäten massiv ausbauten.
- So verfüge Deutschland über eine IT-Anschlussleistung von 2,7 Gigawatt, während die USA mit 48 Gigawatt und China mit 38 Gigawatt weit voraus seien. Damit diese Lücke nicht weiter wächst und um die Digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands langfristig zu sichern, legt der Digitalverband Bitkom jetzt einen Aktionsplan für leistungsfähige und nachhaltige Rechenzentren vor.
Wintergerst stellt klar: „Rechenzentren sind für Deutschlands Digitale Souveränität essenziell. Die Bundesregierung hat dies erkannt und eine ,Rechenzentrums-Strategie’ angekündigt. Es braucht jetzt eine nationale und übergreifende Strategie, um die digitale Infrastruktur zu stärken.“
Rechenzentren-Stromversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen
Mit dem neuen Aktionsplan macht der Bitkom Vorschläge, wie die Rechenzentrums-Kapazitäten in Deutschland schnell und dauerhaft ausgebaut werden könnten. Konkret fordert der Bitkom, Rechenzentren und auch Telekommunikationsnetze bei den Kosten für elektrische Energie zu entlasten. Die im europäischen Vergleich sehr hohen hiesigen Energiepreise stellen aus Bitkom-Sicht einen „substanziellen Wettbewerbsnachteil“ dar.
- Dies müsse mit Maßnahmen für eine bedarfsgerechte und koordinierte Verteilung von Stromnetzanschlüssen flankiert werden. Wintergerst: „Eine stabile, ausreichende und nachhaltige Stromversorgung zu international wettbewerbsfähigen Preisen ist die Grundvoraussetzung für einen starken Rechenzentrumsstandort.”
Zweitens brauche es eine Vereinfachung, Digitalisierung und Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. In Deutschland dauerten Planungs- und Genehmigungsverfahren für neue Rechenzentren deutlich länger als im EU-Durchschnitt – und rund sechs Monate länger als gesetzlich vorgesehen.
Rechenzentren sollten als Chance für Kommunen begriffen werden
Drittens schlägt Bitkom eine Überarbeitung des regulatorischen Rahmens vor: Insbesondere müssten praxisferne deutsche Sonderwege durch das „Energieeffizienzgesetz“ mit den europäischen Rahmenbedingungen harmonisiert werden – dies betreffe etwa Vorgaben zur Energie-Verbrauchseffektivität und zum Anteil an wiederverwendeter Energie.
- Gleichzeitig könne die Abwärmenutzung durch steuerliche Anreize für Abnehmer, eine bessere kommunale Wärmeplanung und den Ausbau moderner Wärmenetze deutlich gestärkt werden. Aus Bitkom-Sicht ebenfalls wichtig sei die Schaffung geeigneter Flächen: Rechenzentren müssten als Chance für Kommunen begriffen werden und die gezielte Ausweisung geeigneter Flächen für Rechenzentren ein Bestandteil regionaler Entwicklungsstrategien sein.
„Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung. Kaum ein Unternehmen oder Privathaushalt kommt ohne die Leistungen von Rechenzentren aus, auch die öffentliche Verwaltung ist ohne Rechenzentren nicht mehr arbeitsfähig“, so Wintergerst. Sein Plädoyer zum Abschluss: „Deutschland muss sich digital souveräner und resilienter aufstellen – und das geht nur mit einer starken und leistungsfähigen IT-Infrastruktur!“
Weitere Informationen zum Thema:
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Wachstumsinitiative der Bundesregierung: Ambitionierte Pläne zum Ausbau von KI-Rechenzentren / eco begrüßt Pläne der Bundesregierung, umfassende Maßnahmen zur Stärkung digitaler Infrastrukturen und Technologien zu verabschieden
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Bitkom: Standortnachteile bremsen deutsche Rechenzentren aus / Strom macht oft mehr als 50 Prozent der Betriebskosten aus / Große Abwärmemengen bleiben wegen fehlender Einspeisung ungenutzt / Policy Paper zu Rechenzentren veröffentlicht
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