Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Dienstag, November 19, 2019 23:02 - noch keine Kommentare
Koalition gegen Stalkerware als globale Initiative gestartet
Opferschutzorganisationen schließen sich mit IT-Sicherheitsunternehmen zusammen
[datensicherheit.de, 19.11.2019] Die G DATA CyberDefense AG meldet, dass am 19. November 2019 zehn Organisationen – Avira, Electronic Frontier Foundation, European Network for the Work with Perpetrators of Domestic Violence, G DATA CyberDefense, kaspersky, Malwarebytes, National Network to End Domestic Violence, NortonLifeLock, Operation Safe Escape und WEISSER RING – eine globale Initiative namens „Coalition Against Stalkerware“ gestartet haben.
Blog der Coalition Against Stalkerware
Stalkerware dringt über mobile Endgeräte in das Privatleben ein
Sogenannte Stalkerware bietet demnach die Möglichkeit, über mobile Endgeräte in das Privatleben einer Person einzudringen und wird als Werkzeug für Missbrauch in Fällen von häuslicher Gewalt und Stalking eingesetzt.
Durch die Installation solcher Apps erhielten Täter Zugang zu Nachrichten, Fotos, Social-Media-Apps, Geolokalisierung, Audio- oder Kameraaufnahmen ihrer Opfer – „in einigen Fällen kann dies sogar in Echtzeit erfolgen“. Solche Programme liefen versteckt im Hintergrund ohne das Wissen oder die Zustimmung eines Opfers.
380 Varianten von Stalkerware analysiert
Seit einigen Jahren nehme das Problem der Stalkerware zu. Gemeinnützige Organisationen erlebten „eine wachsende Zahl von Opfern, die Hilfe bei diesem Problem suchen“. Laut Kaspersky sei die Zahl der Nutzer, die mit Stalkerware zu kämpfen hätten, um 35 Prozent, von 27.798 im Jahr 2018 auf 37.532 im Jahr 2019 gestiegen.
Auch die Bedrohungslandschaft für Stalkerware habe sich verändert: So habe Kaspersky 2019 380 Varianten von Stalkerware analysiert – 31 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Einheitliche Definition für Stalkerware und Konsens über Erkennungskriterien
Bisher habe es weder eine einheitliche Standarddefinition für Stalkerware noch entsprechende Erkennungskriterien gegeben. Dies mache es der IT-Sicherheitsbranche besonders schwer, über das Thema zu kommunizieren.
In diesem Sinne hätten die Gründungsmitglieder der „Coalition Against Stalkerware“ den wichtigen Schritt getan, eine gemeinsame, einheitliche Definition zu schaffen und einen Konsens über die Erkennungskriterien zu erzielen.
Webportal „StopStalkerware.org“ soll Aufklärung und Hilfe bieten
Die Koalition hat laut G Data innerhalb der Initiative auch ein Online-Portal entwickelt, um potenziellen Opfern zu helfen, den Wissenstransfer zwischen den Mitgliedern zu erleichtern, „Best Practices“ für die Entwicklung ethischer Software zu entwickeln und die Öffentlichkeit über die Gefahren von Stalkerware aufzuklären.
Hauptziel dieser Website sei es, hilfreiche Informationen für Opfer von Stalkerware bereitzustellen. Benutzer sollen dort Informationen darüber finden, „was Stalkerware ist, was sie kann und wie sie sich selbst schützen können“. Sie liste Indikatoren auf, mit denen potenzielle Opfer einen Verdacht auf Stalkerware auf ihrem Gerät überprüfen könnten.
Stalkerware-Opfer sollen Opferdienstorganisation oder Strafverfolgungsbehörden kontaktieren
Außerdem würden Hinweise für den Umgang mit einer entdeckten Infektion gegeben. So sei es beispielsweise wichtig zu prüfen, ob das Entfernen von Stalkerware potenziell mehr Schaden anrichten könnte als der sofortige Gang zu den Strafverfolgungsbehörden. Der Täter könnte zum Beispiel von der App über deren Löschung informiert werden und versuchen, Beweise zu vernichten.
Für potenziell betroffene Nutzer empfiehlt die Koalition gegen Stalkerware nach eigenen Angaben, sich unverzüglich an eine lokale Opferdienstorganisation oder eine Strafverfolgungsbehörde zu wenden, um Sicherheitsmaßnahmen für Opfer bereitzustellen.
Stalkerware zum Ausspionieren von Telefonen und Computern
„Stalkerware, die zum Ausspionieren von Telefonen und Computern in Situationen des häuslichen Missbrauchs oder der Belästigung verwendet wird, ist ein sehr ernstes Problem, das oft mit anderen Formen des Missbrauchs bis hin zu körperlicher Gewalt einhergeht“, warnt Eva Galperin, Direktorin für Cyber-Sicherheit bei der Electronic Frontier Foundation.
Die Allgegenwart von Stalkerware sei ein komplexes Problem und man brauche Interessenvertreter aus allen Teilen der Gesellschaft, um sie wirksam zu bekämpfen.
Auch nicht-technische Probleme im Zusammenhang mit Stalkerware anzugehen
„Die Installation von Spyware auf dem Handy eines Partners stellt eine Verletzung der grundlegenden Menschenrechte dar. Wir sind entschlossen, diese Bedrohung zu bekämpfen und die Opfer, meist Frauen, von missbräuchlichem Verhalten zu schützen“, betont Tim Berghoff, „Security Evangelist“ bei G DATA CyberDefense.
G DATA CyberDefense setze sich dafür ein, die Benutzer besser über potenzielle Risiken aufzuklären, und arbeite gemeinsam mit Opferschutzorganisationen, um auch nicht-technische Probleme im Zusammenhang mit Stalkerware anzugehen.
2018 1.019 Stalking-Fälle identifiziert
„Als gemeinnützige Organisation wissen wir, dass die Technologie Tätern den Zugang zu den privaten Daten ihrer Opfer erleichtert. Selten suchen Opfer Hilfe, weil sie sich schämen“, unterstreicht Horst Hinger, stellvertretender Geschäftsführer WEISSER RING. Stalking sei immer mehr ein wichtiges, in seiner Opferhilfe anzutreffendes Thema.
Hinger: „Im Jahr 2018 haben wir 1.019 Fälle von Stalking identifiziert, das waren rund drei Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Angaben der deutschen Polizeikriminalstatistik gab es 2018 insgesamt fast 19.000 Fälle von Stalking, 500 mehr als im Vorjahr – ein deutlicher Anstieg.“ Deshalb sei gemeinsam mit der WEISSER RING Stiftung die „NO STALK App“ entwickelt worden, um den Opfern ein wirksames Instrument an die Hand zu geben, d.h. Stalking beweissicher zu dokumentieren, berichtet Hinger.
Weitere Informationen zum Thema:
COALITION AGAINST STALKERWARE
Uniting Advocacy Groups, Software Developers, Security Firms, and Survivors to Eliminate Abusive Technology and Software
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