Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Freitag, Mai 1, 2026 0:34 - noch keine Kommentare
World Password Day 2026: ESET-Empfehlung zur MFA-Nutzung für zentrale Zugänge zu Netzwerken und Konten
Eine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ergänzt ein Passwort um mindestens einen weiteren Nachweis – und kann damit verhindern, dass sich Cyberkriminelle wie berechtigte Nutzer einfach einloggen können
[datensicherheit.de, 01.05.2026] Der „World Password Day“, nun wieder am 7. Mai 2026, soll jedes Jahr daran erinnern, unbedingt sichere Kennwörter zu verwenden. ESET betont in einer Stellungnahme zu diesem Tag, dass Passwörter wichtig blieben. Indes: „Allein tragen sie die Sicherheit von Unternehmen aber nicht mehr!“ Denn die ursprüngliche Botschaft dieses Jahrestages greife inzwischen zu kurz: „,Cloud’-Dienste, VPN-Zugänge, ,Remote Desktop’, E-Mail-Konten und Administrationsoberflächen brauchen mehr Schutz als Benutzername und Passwort!“ Der Grund sei einfach: Angreifer müssten heute nicht immer technische Schwachstellen ausnutzen – oft genüge eine gültige Identität. Gestohlene oder wiederverwendete Zugangsdaten öffneten den Weg in Postfächer, „Cloud“-Umgebungen oder interne Systeme. Für IT-Sicherheitsabteilungen sei dies besonders tückisch: Im ersten Moment sehe ein solcher Zugriff nicht wie ein Einbruch aus, sondern eben wie eine normale Anmeldung.

Abbildung: ESET
„External network intrusion vectors reported by unique clients in H2 2025“: Das Erraten von Passwörtern ist Haupt-Angriffsvektor für cyberkriminelle Zugänge
MFA sollte ordentlich eingeführt und im Alltag akzeptiert werden
Wie konkret dieses Risiko ist, zeigt demnach die aktuelle ESET-Telemetrie: Laut „ESET Threat Report H2 2025“ sind E-Mail-Bedrohungen gegenüber der ersten Jahreshälfte um 36 Prozent gestiegen. Unter den Top-Bedrohungen bei E-Mails habe „HTML/Phishing.Agent“ mit 30,8 Prozent klar vorne gelegen.
- Auch klassische Passwortangriffe blieben relevant. Bei externen Netzwerkangriffsvektoren sei mit 43,3 Prozent der größte Anteil auf „Password Guessing“ entfallen. Hinzu kämen sogenannte Infostealer wie „Formbook“, „Agent Tesla“ oder „SnakeStealer“, welche Zugangsdaten, Browser-Daten und weitere sensible Informationen von kompromittierten Geräten abgreifen könnten.
„Viele Angriffe beginnen heute mit einer ganz normalen Anmeldung“, erläutert Michael Schröder, „Head of Product Marketing“ bei ESET Deutschland. Er mahnt: „Genau deshalb dürfen Unternehmen Passwörter nicht länger alleinlassen. Multi-Faktor-Authentifizierung sorgt dafür, dass ein gestohlenes Passwort nicht automatisch zum Zugang ins Unternehmen wird. Wichtig ist aber, dass MFA sauber eingeführt und im Alltag akzeptiert wird!“
MFA-Nutzung eine Verpflichtung
Eine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ergänzt ein Passwort um mindestens einen weiteren Nachweis: Das kann eine App-Freigabe sein, ein Einmalcode, ein Hardware-Token, ein biometrisches Merkmal oder ein FIDO-basierter Sicherheitsschlüssel. Der Nutzen ist offensichtlich: Selbst wenn ein Passwort kompromittiert wurde, fehlt Angreifern ein weiterer Faktor für den Zugang.
- Auch regulatorisch gewinnt MFA offenbar an Bedeutung. Das BSI verweist jedenfalls im NIS-2-Kontext auf MFA und gesicherte Kommunikation als Teil der Risikomanagementmaßnahmen für wichtige und besonders wichtige Einrichtungen. Damit wird MFA für viele Unternehmen in Deutschland, aber auch in Österreich und der Schweiz, nicht nur zu einer technischen Empfehlung, sondern zu einem Baustein professioneller Unternehmensführung.
ESET rät Unternehmen deshalb, MFA nicht als Einzelprojekt zu betrachten. Entscheidend sei eine Strategie, welche kritische Zugänge priorisiere, Nutzergruppen einbinde und Sonderfälle sauber regele. Dazu gehörten verlorene Smartphones, Gerätewechsel, Dienstleister-Zugänge, Notfallkonten und ältere Anwendungen, welche moderne Authentifizierung nur eingeschränkt unterstützten.
Trotz MFA sind gute Passwörter entscheidend
Aber auch mit MFA blieben gute Passwörter wichtig: Diese sollten lang, einzigartig und nicht mehrfach verwendet werden. Passwortmanager könnten helfen, sichere Zugangsdaten praktikabel zu machen. Der regelmäßige Zwangswechsel ohne konkreten Anlass sei hingegen kein Allheilmittel.
- Wichtiger sei, unsichere oder kompromittierte Kennwörter zu erkennen und kritische Zugänge zusätzlich abzusichern. Der diesjährige „World Password Day“ sollte für Unternehmen deshalb mehr sein als ein Hinweis auf Sonderzeichen und Mindestlängen:
Er sei ein guter Anlass, die eigene Identity-Security-Strategie zu prüfen. „Welche Konten sind besonders kritisch? Wo fehlt MFA noch? Welche Dienstleister haben Zugriff? Welche Altanwendungen umgehen moderne Sicherheitsregeln? Und wie schnell erkennt das Unternehmen, wenn Zugangsdaten missbraucht werden?“
Weitere Informationen zum Thema:
eseT, 08.08.2016
ESET stärkt Marktposition mit Michael Schröder – Fokus auf Technologie-Allianzen und ganzheitliche Produktentwicklung
welivesecurity by eseT, Jiří Kropáč, 16.12.2025
ESET Research / ESET Threat Report H2 2025: A view of the H2 2025 threat landscape as seen by ESET telemetry and from the perspective of ESET threat detection and research experts
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
#nis2know: Multi-Faktor-Authentisierung, kontinuierliche Authentifizierung und gesicherte Kommunikation
NATIONAL DAY CALENDAR
WORLD PASSWORD DAY
datensicherheit.de, 02.05.2025
World Password Day sollte überflüssig werden – in einer von Passwörtern befreiten Zukunft / Menschliches Verhalten bei der Auswahl der Passwörter kann mit Hilfe von KI und Rechenleistung ausgenutzt werden
datensicherheit.de, 26.01.2023
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