Aktuelles, Branche, Produkte - geschrieben von am Donnerstag, Oktober 3, 2013 21:49 - noch keine Kommentare

Hilfe für Sehbehinderte: Google Faculty Research Award für das Karlsruher Institut für Technologie

Computerunterstütztes Sehen auf Smartphone-Basis soll helfen, neue Umgebungen zu erkunden

[datensicherheit.de, 03.10.2013] Für blinde und sehbehinderte Menschen ist die Bewegung an fremden Orten ein großes Problem. Dabei ist der Blindenstock bis heute das gängigste Werkzeug zur Orientierung. Das Projekt „A Mobility and Navigational Aid for Visually Impaired Persons“ soll nun sehgeschädigten Menschen durch computerunterstütztes Sehen
helfen, neue Umgebungen zu erkunden.
Für die Entwicklung dieses Systems erhält die Forschungsgruppe von Professor Rainer Stiefelhagen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den mit 83.000 US-Dollar dotierten „Google Faculty Research Award“. Das System soll mit einer Kamera und einem mobilen Computer oder einem Smartphone Hindernisse erkennen, in Echtzeit auswerten und dem Benutzer übermitteln. Dabei soll die Kamera nicht nur die Hindernisse identifizieren, sondern beispielsweise auch Ampelzeichen erfassen oder den Weg zum Eingang eines Gebäudes ermitteln können. Der mobile Computer soll diese Informationen dann mit Hilfe akustischer und haptischer Signale, wie Sprache, Warntönen oder Vibration, übermitteln. Ziel ist es, diese Technik später über eine Software-Lösung für Smartphones zu verwirklichen, da diese weit verbreitet und für blinde Nutzer gut bedienbar sind. So beinhalten gängige Betriebssysteme für Smartphones bereits Vorlesesoftware, mit deren Hilfe der Bildschirminhalt via Sprachausgabe vorgelesen werden kann und die Bedienung des Touchscreens mittels spezieller Gesten für blinde Benutzer möglich wird. Zudem verfügen die Geräte über immer höhere Rechenleistung.

Foto: Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Foto: Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Projekt „A Mobility and Navigational Aid for Visually Impaired Persons“ am KIT

Mittelfristig sollen erste Prototypen entstehen, die sehgeschädigte Personen zunächst auf dem Campus des KIT testen werden, bevor das System auf weitere Orte ausgeweitet wird. Möglich macht dies eine enge Kooperation mit dem Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS) am KIT, das sehgeschädigte Studenten am KIT während ihres Studiums unterstützt und an neuen technischen Lösungen zur Unterstützung blinder und sehbehinderter Menschen forscht. Ihr System solle sich schon in der Entwicklungsphase an die konkreten Bedürfnisse der späteren Benutzer anpassen, erklärt Professor Stiefelhagen, Inhaber des Lehrstuhls „Informatiksysteme für sehgeschädigte Studierende“, der sowohl Leiter des Studienzentrums für Sehgeschädigte als auch einer Forschungsgruppe zum Thema „Computer Vision for Human-Computer Interaction“ ist.
Der „Google Faculty Research Award“ wird weltweit an ausgewählte universitäre Forschungsprojekte aus der Informatik, den Ingenieurwissenschaften und verwandten Bereichen vergeben und soll die universitäre Forschung sowie den Austausch mit den Universitäten unterstützen. Der Preis ist mit 83.000 US-Dollar dotiert und fördert einen Nachwuchswissenschaftler des Förderprojekts über ein Jahr.



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