Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von am Samstag, März 20, 2021 20:44 - noch keine Kommentare

Darknet: Arbeitslose dienen sich Hackern an

Arbeitslose versuchen zu Komplizen Cyber-Krimineller zu werden, um etwas Geld zu verdienen

[datensicherheit.de, 20.03.2021] Sicherheitsforscher von Check Point haben nach eigenen Angaben „eine traurige Auswirkung der ,Corona‘-Krise offengelegt“ – einige Arbeitssuchende versuchten im sogenannten Darknet zu Komplizen von Cyber-Kriminellen zu werden, „um endlich etwas Geld zu verdienen“. Mutmaßliche Arbeitslose aus aller Welt versuchten sich so Hackern anzudienen.

check-point-oded-vanunu-2021-600

Foto: Check Point

Oded Vanunu: „Entwicklung spiegelt schwierige finanzielle und soziale Situation der Corona-Krise…“

Darknet als illegales Arbeitsamt für IT-versierte Arbeitslose

Die Menschen bewerben sich laut Check Point mit Sprüchen, wie: „Verspreche, keine dummen Fragen zu stellen“, oder „24/7 verfügbar“, oder „möchte Geld über das Internet um jeden Preis verdienen“. Derartige Anfragen hätten die eigenen Sicherheitsforscher in Hacker-Foren lesen können.
Bislang sei das Geschäft umgekehrt gelaufen, „also Hacker boten dort ihre Dienste gegen Geld an“. Nun würden diese Foren gewissermaßen zum illegalen Arbeitsamt im Darknet. Seit Beginn des Jahres 2021 hätten die Experten dort viele Dutzend solcher Anfragen gefunden.

Negative Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf Wirtschaft generieren Zuwachs an Arbeitslosen

In einigen Foren seien sogar monatlich zehn bis 16 neue Postings registriert worden – üblicherweise kämen derlei Anfragen nicht vor. Die Sicherheitsforscher glauben, „dass diese plötzliche Zunahme solcher Anfragen auf die negativen Auswirkungen der ,Corona‘-Maßnahmen auf die Wirtschaft zurückgehen, die zu hoher Arbeitslosigkeit führen“.
Diese Anfragen variierten in ihrer Art: In einem Fall frage ein Nutzer nach einem einmaligen – wohl hochklassigen – Auftrag für 200.000 US-Dollar oder mehr, in einem anderen suche eine Nutzerin eine monatlich bezahlte Rolle und betone ihre Erfahrung mit „Scamming“ und der Risiko-Bewertung cyber-krimineller Taten.

Anzahl der Beiträge von Arbeitslosen in Darknet-Foren nehmen zu

„Selten sehen wir eigentlich, dass Leute im Darknet und in Hacker-Foren nach illegalen Jobs suchen. Als wir plötzlich vermehrt Anfragen sahen, bei kriminellen Aktivitäten zu helfen, waren wir alarmiert und erschrocken zugleich. Menschen, die anbieten, für Cyber-Kriminelle zu arbeiten, bringen alle in große Gefahr“, erläutert Oded Vanunu, „Head of Products Vulnerabilities Research“ bei Check Point Software Technologies, die Untersuchung.
Daher hätten sie beschlossen, eine Handvoll Hacking-Foren über die letzten Monate genau zu beobachten. Vanunu berichtet: „Wir stellten also fest, dass die Anzahl der Beiträge von Arbeitssuchenden in diesen Foren stetig zunahm. Nahe liegt die Vermutung, dass andere Hacker-Foren den gleichen Trend aufweisen.“

Verzweiflung treibt Arbeitslose, um über die Runden zu kommen

Diese Entwicklung sorge für eine gefährliche Kultur im Darknet. Es sollte der letzte Ort sein, wo Menschen nach Arbeit suchen, doch verzweifelte Zeiten erforderten natürlich verzweifelte Maßnahmen, „und manche wenden sich nun den dunklen Hacking-Foren im Internet zu, um über die Runden zu kommen“.
Vanunu fasst zusammen: „Wir glauben, dass diese Entwicklung die schwierige finanzielle und soziale Situation spiegelt, welche die ,Corona‘-Krise vielen Menschen aufzwingt. Dieser traurige Aufschrei von einigen Menschen sollte letztlich jeden beunruhigen, der illegale kriminelle Aktivitäten mindern möchte.“

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 26.01.2021
Warum eine umfassende IT-Sicherheitsarchitektur wichtig wird

Check Point Blog
Breaking bad: desperate job seekers turn to the Darknet and hacking forums for opportunities



Kommentieren

Kommentar

Theiners Talk

Kooperation

TeleTrusT

Mitgliedschaft

German Mittelstand e.V.

Mitgliedschaft

BISG e.V.

Multiplikator

Allianz für Cybersicherheit

Datenschutzerklärung