Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Sonntag, April 12, 2026 0:12 - noch keine Kommentare
Mehr Kasse statt Verkehrssicherheit: Deutsche Anwaltverein kritisiert Blitzer-Marathon
Im April und August finden alljährlich sogenannte Blitzer-Marathons statt – so im Rahmen der europäischen „Speedweek“ vom 13. bis 19. April 2026 in fast allen Bundesländern
[datensicherheit.de, 12.04.2026] Der Deutsche Anwaltverein (DAV) moniert in seiner aktuellen Stellungnahme, dass für eine Woche – während der „Speedweek“ – mehrere europäische Länder auf verstärkte Geschwindigkeitskontrollen setzten, um vorgeblich für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen, doch aus DAV-Sicht bleibe eine echte Auseinandersetzung aus. Im April und August finden alljährlich sogenannte Blitzer-Marathons statt. So soll eben im Rahmen der europäischen „Speedweek“ vom 13. bis 19. April 2026 in fast allen Bundesländern auf verstärkte Radarkontrollen gesetzt werden. Demnach beteiligen sich auch andere europäische Länder wie etwa Tschechien und Kroatien. Der DAV hat Zweifel an der Nachhaltigkeit solcher Aktionen angemeldet.
Übliche Standorte der Blitzer zweifelhaft
„Wer am Straßenverkehr teilnimmt, sollte seine Geschwindigkeit jederzeit und nicht nur in zwei Wochen im Jahr an den Verkehr, die Umgebung und die Wetterlage anpassen!“, betont Rechtsanwältin Dr. Sylvia Ruge, die Hauptgeschäftsführerin des DAV.
- Nicht nur diese Aktion selbst sei kritikwürdig, sondern auch die üblichen Standorte der Blitzer: Kontrolliert werde nämlich meistens dort, wo erhöhte Geschwindigkeit am einfachsten möglich ist – nicht dort, wo sie besonders gefährlich ist:
„Vor Schulen, Kitas und Senioreneinrichtungen ergeben Blitzer durchaus Sinn“,so Ruge. Sie kommentiert: „Es sollte schließlich um eine nachhaltige Vermittlung von Sicherheitsaspekten gehen, bestenfalls um ein Umdenken bei Geschwindigkeits-Fans, und nicht nur um ein Klingeln in den kommunalen Kassen.“
DAV-Arbeitsgemeinschaft „Verkehrsrecht“ kürt alljährlich den „Goldenen Blitzer“
Dann würden Sensibilisierung und Prävention laut Ruge weitaus effektiver wirken. Rücksicht sollte im Straßenverkehr zu jeder Zeit – nicht nur während PR-Aktionen – das höchste Gebot sein.
- Die DAV-Arbeitsgemeinschaft „Verkehrsrecht“ kürt jedes Jahr den „Goldenen Blitzer“. Dazu würden die Gesamteinnahmen durch Geschwindigkeits- und Rotlichtverstöße aus verschiedenen deutschen Städten verglichen. 2024 ging der Preis erneut an Hamburg. Die Hansestadt habe 2024 mehr als 47 Millionen Euro durch Blitzer eingenommen.
Insgesamt seien 25 Städte 2024 zu „Blitzermillionären“ geworden – darunter Hamburg, Chemnitz (7,3 Mio. €) auf Platz 2, gefolgt von Frankfurt am Main (6,58 Mio. €), Mönchengladbach (5,7 Mio. €) und Pforzheim (5,4 Mio. €). Eine aktuelle Umfrage für 2025 sei in Vorbereitung.
Weitere Informationen zum Thema:
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Dr. Sylvia Ruge ab 1. April neue Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Anwaltvereins (DAV)
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