Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von cp am Mittwoch, Juli 25, 2018 23:31 - noch keine Kommentare
Nutzer klagen über nachlässigen Datenumgang von Facebook
Viele murren, aber nur wenige handeln nach Facebooks Datenskandalen
[datensicherheit.de, 25.07.2018] Eine überwältigende Mehrheit klagt über den nachlässigen Datenumgang von Facebook. Trennen wollen sich aber nur die allerwenigsten von den Diensten des Unternehmens. Das liegt auch daran, dass echte Alternativen aus Europa Mangelware sind. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie der Brabbler AG.
Nutzerumfrage zu digitalen Kommunikationsdiensten und Einstellungen zum Datenschutz
Um die Nutzung der Deutschen von digitalen Kommunikationsdiensten und ihre dazugehörigen Einstellungen zum Datenschutz zu ermitteln, hat das Unternehmen im Mai eine Online-Umfrage durchgeführt. Daran nahmen 701 Personen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren teil, 50% davon weiblich und 50% männlich.
Die wichtigsten Ergebnisse: Der Facebook-Konzern nimmt bei der privaten digitalen Kommunikation der Deutschen die absolute Vormachtstellung ein. Das Unternehmen stellt vier der fünf meistgenutzten Apps. So gaben 80% der Befragten an, mit WhatsApp zu kommunizieren, 70% via Facebook selbst, 45% mit dem Facebook Messenger und weitere 29% mit Instagram. 88% aller Umfrageteilnehmer nutzen mindestens einen der Dienste des Facebook-Konzerns.
Die jüngsten Datenskandale rund um Facebook haben allerdings ihre Spuren bei den Nutzern hinterlassen. Von denjenigen Befragten, die mindestens einen Facebook-Dienst nutzen, sind 86% der Meinung, dass Facebook zu sorglos mit ihren Daten umgeht. Die Unzufriedenheit mit Facebook in Sachen Datenschutz ist also groß. Das führt allerdings nicht zwangsläufig dazu, dass die Nutzer entsprechende Konsequenzen ziehen. Immerhin 41% gaben an, die Nutzung von Facebook-Diensten aufgrund der aktuellen Berichterstattung geändert zu haben. Einen konsequenten Schlussstrich ziehen aber nur die wenigsten. So gaben gerade einmal 8% an, sich von einem der Facebook-Dienste abmelden zu wollen.
Konsequentes Verhalten fehlt
Dass das eigene Gefühl und das konsequente Handeln eine große Diskrepanz aufweisen, sieht man auch hier: So glauben nur 43%, dass der deutsche Gesetzgeber genug unternimmt, um ihre persönlichen Daten zu schützen; und über zwei Drittel (68%) haben ein schlechtes Gefühl, wenn sie über den Schutz ihrer persönlichen Daten im Internet nachdenken. Die Konsequenzen, die daraus gezogen werden, sind aber ebenfalls wieder nur halbherzig. Zwar versucht ein Großteil, seine Daten selbst durch Einzelmaßnahmen besser zu schützen – beispielsweise, indem er den Zugriff von Apps einschränkt (67%) oder Datenschutzhinweise prüft (65%). Rund zwei Drittel (67%) sind aber der Meinung, sie müssten noch mehr unternehmen, um ihre Daten zu schützen.
Viele Nutzer würden europäische Facebook-Alternative bevorzugen
Der Grund für dieses inkonsequente Handeln muss aber nicht zwangsläufig Faulheit sein. In vielen Fällen dürfte es stattdessen an der Ermangelung echter Alternativen zu den US-amerikanischen Datenkraken liegen. So würde mehr als die Hälfte (54%) der Befragten, die Dienste von Facebook nutzen, ein europäisches soziales Netzwerk gegenüber Facebook bevorzugen. Auch die Vermeintlich-Kostenlos-Geschäftsmodelle der meisten US-Dienste werden von vielen Nutzern durchschaut. Ihnen ist bewusst, dass diese Dienste eben nicht gratis für sie sind, sondern mit ihren persönlichen Daten teuer bezahlt werden müssen. So wäre beispielweise von den Befragten zwischen 30 und 39 Jahren immerhin knapp ein Fünftel bereit, für einen Dienst zu bezahlen, wenn sie dadurch die Preisgabe ihrer persönlichen Daten vermeiden könnten.
„Beim Schutz ihrer persönlichen Daten verhalten sich die deutschen Nutzer widersprüchlich“, sagt Eric Dolatre, CEO bei Brabbler. „Aber ihr oft inkonsequentes Verhalten ist der Tatsache geschuldet, dass sie gar keine wirkliche Wahl haben. Moderne Kommunikations-Apps bieten ja unbestreitbar einen großen Nutzen. Sie werden aber von US-amerikanischen Anbietern dominiert, deren Geschäftsmodell das Ausspionieren der Privatsphäre ist. Da bleibt den Nutzern häufig nur die Möglichkeit, Schadensbegrenzung zu betreiben. Deshalb müssen dringend europäische Alternativen her, hinter denen seriöse und transparente Geschäftsmodelle stehen.“
Über die Studie
Die „@work“-Studie“ der Brabbler AG widmet sich sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext dem Einsatz von Kommunikationsdiensten und den Meinungen zum Datenschutz in Deutschland. Die Online-Befragung wurde im Zeitraum vom 4. bis 16. Mai 2018 mithilfe des renommierten Marktforschungsunternehmens Toluna Deutschland GmbH und dessen Umfrageplattform QuickSurveys™ unter n=701 deutschen Berufstätigen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren durchgeführt.
Weitere Informationen zum Thema:
ginlo.net
Sudie: Digitale Kommunikation und Datenschutz: Was denken die Menschen in Deutschland darüber?
datensicherheit.de, 02.07.2018
facebook-Fanpages: Datenschutz-Mitverantwortung der Organisationen
datensicherheit.de, 22.03.2018
Datenverarbeitung durch Cambridge Analytica: Facebook in der Verantwortung
datensicherheit.de, 03.03.2018
OVG Hamburg bestätigt Verbot des Datenaustauschs zwischen WhatsApp und facebook
Aktuelles, Experten, Produkte - Jan. 14, 2026 0:43 - noch keine Kommentare
Vom Schlachtfeld bis zum Serverraum: Neuerscheinung zu Europas Rolle im Cyberkrieg
weitere Beiträge in Experten
- Internationale Datentransfers unverzichtbar: Unternehmen benötigen Rechtssicherheit
- Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
- DATEV-Datenpanne: Probe-Lohnabrechnungen landeten bei falschen Empfängern
- cybersecurityportal: Präsentation beim kostenfreien Web-Seminar am 29. Januar 2026
- Best of Informationsfreiheit 2025 Rheinland-Pfalz: LfDI meldet 284 Fälle, sieben Beanstandungen und ein Jubiläum
Aktuelles, Branche, Studien - Jan. 13, 2026 0:58 - noch keine Kommentare
Grey-Swan-Risiken: Kaspersky skizziert acht plausible Szenarien mit potenziell hohem Cyberrisiko
weitere Beiträge in Branche
- Cloud-Migration und Identity Security: Digitale Transformation, Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit sind vereinbar
- Bitdefender-Rat an Unternehmen: 2026 von Reaktion zur Prävention wechseln
- Cybersicherheit und Digitale Souveränität: Wie Europa die Kontrolle zurückgewinnen kann
- Zur erfolgreichen Digitalen Transformation muss 2026 IT-Sicherheit endlich Chefsache werden
- Ransomware-Angriffe auf Unternehmen: Zwischen den Jahren lauern viele Gefahren
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen



Kommentieren