Studien – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Sat, 18 Jul 2026 17:10:10 +0000 de hourly 1 Digitale Unabhängigkeit: Überwiegende Mehrheit deutscher Unternehmen offen für Wechsel zu EU-IT https://www.datensicherheit.de/digital-unabhaengigkeit-mehrheit-unternehmen-wechsel-eu-software Sun, 19 Jul 2026 22:56:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55683 Im Durchschnitt fordern 90 Prozent der von Myra Security befragten IT-Entscheider europäische Digitalprodukte für Staat und KRITIS-Betreiber

[datensicherheit.de, 20.07.2026] Die Myra Security GmbH sieht in Fragen der Datensouveränität eine offensichtliche Abkehr von „Big Tech“ – den laut einer aktuellen Studie schließt demnach fast kein deutsches Unternehmen den Wechsel zu europäischer Software aus. Im Durchschnitt forderten sogar 90 Prozent der befragten IT-Entscheider europäische Digitalprodukte für Staat und Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS). Die Erkenntnisse basierten auf einer im Auftrag von Myra Security durchgeführten Civey-Online-Umfrage unter 1.818 IT-Entscheidern: 1.007 in Deutschland, 504 in Frankreich sowie 307 in Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden. Die Erhebung sei vom 25. Februar bis zum 5. März 2026 erfolgt – die die statistische Fehlertoleranz liege bei rund fünf Prozent.

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Foto: Nicolas Armer / Arctic Narratives

Sprecher auf der „Bots & Brews“ (v.l.n.r.): Alexandre Vulic (Französischer Generalkonsul in München), Andrea Lindholz (CSU, MdB, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages), Katharina M. Schwarz („Head of Global Affairs“) und Leonhard Kugler (Geschäftsführer Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung / ZenDiS)

Nur noch 4,6% deutscher IT-Entscheider schließen Einführung europäischer Software aus

Deutsche Unternehmen vollzögen eine Kehrtwende bei europäischer Software: „Nur noch 4,6 Prozent der IT-Entscheider schließen deren Einführung aus.“ Vor einem Jahr seien es noch 47,7 Prozent gewesen – ein Rückgang um mehr als 90 Prozent. Gleichzeitig befänden sich 39,7 Prozent der Unternehmen bereits in der Einführung europäischer Lösungen (gegenüber 2025 mit einem Anteil von etwa 20,4 Prozent).

  • Dies zeige die beim Tech-Event „Bots & Brews“ vorgestellte Studie „State of Digital Sovereignty 2026: Uncharted Waters“ des Münchner Cybersicherheitsanbieters Myra Security auf.

Erstmals habe Myra Security neben 1.007 IT-Entscheidern in Deutschland auch 504 Entscheider in Frankreich sowie 307 in den Nordischen Ländern – Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland – befragt. Deutschland liege beim Anteil der Unternehmen, welche bereits europäische Software einführten, knapp vor Frankreich mit 38,5 Prozent und den nordischen Ländern mit 35,5 Prozent.

Unterstützung europäischer IT für Staat und KRITIS in allen untersuchten Regionen hoch

Die grundsätzliche Unterstützung für europäische Digitalprodukte in Staat und KRITIS sei in allen untersuchten Regionen hoch. Frankreich liege mit 93,6 Prozent an der Spitze, gefolgt von den nordischen Ländern mit 88,9 Prozent und Deutschland mit 87,5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr sei die Zustimmung in Deutschland damit von 84,4 Prozent weiter gestiegen.

  • Andrea Lindholz, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Vorsitzende der Kommission zu Digitaler Souveränität, betonte bei der Vorstellung der Studie vor Journalisten: „Unsere Daten sind das ,Gold der Gegenwart’ und der Zukunft. Insbesondere der Deutsche Bundestag sitzt auf dem größten Datenschatz des ganzen Landes. Wenn der Deutsche Bundestag bei Digitaler Souveränität Vorbild sein will, braucht es den Mut stärker auf deutsche und europäische Lösungen zu setzen.“

Geopolitische Ereignisse erhöhten zudem den Handlungsdruck. Im Durchschnitt gebe die Hälfte der europäischen Entscheider an, ihren Fokus auf Digitale Souveränität infolge aktueller Entwicklungen verstärkt zu haben. Der politische Druck führe jedoch nicht durchgehend zu einer Abkehr von US-Technologie: 24,8 Prozent der französischen IT-Entscheider setzten infolge geopolitischer Ereignisse stärker auf US-Software. In Deutschland sagten dies 19,8 Prozent und in den Nordischen Staaten 16,9 Prozent.

Indes: Hohe Migrationskosten nannten 34,6% der IT-Entscheider in Deutschland als Hürde

Digitale Souveränität sei für die Entscheider aller befragten Länder in den Technologiefeldern Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz (KI) und „Cloud“-Dienste am wichtigsten.Cybersicherheit nennen 57,6 Prozent der Befragten in Deutschland, 57,1 Prozent in Frankreich und 68,4 Prozent in den Nordischen Ländern. Bei KI liegen die Werte bei 50,1 Prozent in Deutschland, 52,4 Prozent in Frankreich und 48,6 Prozent in den ,Nordics’.“

  • Leonhard Kugler, Geschäftsführer Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDis), kommentierte: „Die Ergebnisse der Studie bestätigen, was wir in der Praxis täglich erleben: Der Bedarf an Digitaler Souveränität ist groß. Jetzt geht es darum, diese umzusetzen und echte Wahlfreiheit zu schaffen. Das bedeutet nicht, dass wir alles selbst entwickeln müssen. Wir brauchen aber auf jeder Ebene europäische Alternativen. Sprich, einen souveränen ,German-Stack’.“

Der Wechsel zu europäischen Technologien bleibe indes anspruchsvoll. Hohe Migrationskosten würden von 34,6 Prozent der IT-Entscheider in Deutschland als Hürde genannt. Insbesondere fehlende Informationen über europäische Alternativen würden von den befragten Unternehmen als weitere Migrationshemmnisse eingestuft. Trotz dieser Hürden wachse aber die Zuversicht: 54,6 Prozent der deutschen IT-Entscheider hielten es für realistisch, dass Europa bis 2035 eine strukturelle Digitale Unabhängigkeit erreichen könne. In den Nordischen Ländern liege dieser Wert bei 64,5 Prozent, in Frankreich bei 46,4 Prozent.

Weitere Informationen zum Thema:

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UNSERE MISSION: „Wir schützen, was zählt. In der digitalen Welt.“ / Diese Mission verfolgt das Team um die Gründer Sascha Schumann und Paul Kaffsack täglich mit großer Passion. Der Schutz digitaler Prozesse von Unternehmen, kritischen Infrastrukturen und öffentlichen Auftraggebern ist für unsere Gesellschaft überlebenswichtig.

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Deutschland vs. Frankreich vs. Nordics / State of Digital Sovereignty 2026

datensicherheit.de, 26.05.2026
Digitale Souveränität in Europa: IONOS und Enginsight setzen gemeinsam ein starkes Signal / Gemeinsam stellen IONOS und Enginsight eine robuste, rechtssichere und souveräne Cybersecurity-Plattform für Unternehmen und den öffentlichen Sektor bereit

datensicherheit.de, 15.05.2026
Datensouveränität im KI-Zeitalter als strategisches Muss für IT-Entscheider / Datensouveränität basiert auf der Fähigkeit, eine substanzielle und nachweisbare ortsunabhängige Kontrolle über Daten, Technologien, Betriebsprozesse und rechtliche Risiken zu behalten

datensicherheit.de, 11.02.2026
Bitkom-Podcast: Verfassungsschutz-Präsident fordert, Digitale Souveränität mit massiven Mitteln voranzutreiben / Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst sprach mit BfV-Präsident Sinan Selen im Vorfeld der diesjährigen „Münchner Sicherheitskonferenz“

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Diskrepanz in deutschen Unternehmen: Dringender Modernisierungsbedarf in Wechselwirkung mit trügerischer Sicherheit https://www.datensicherheit.de/diskrepanz-unternehmen-modernisierungsbedarf-wechselwirkung-sicherheit Sat, 18 Jul 2026 22:43:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55662 adesso-Stellungnahme zur optimistischen Selbsteinschätzung von 300 Unternehmensverantwortlichen trotz spürbarer Bremswirkung der eigenen Kernanwendungen

[datensicherheit.de, 19.07.2026] Nach jüngsten Erkenntnissen der adesso SE geben vier von fünf Unternehmen zu, dass ihre Altsysteme den wirtschaftlichen Erfolg „erheblich“ oder „merklich“ bremsen. Dies geht demnach aus dem aktuellen Report „Anwendungsmodernisierung” des IT-Dienstleisters hervor. Trotzdem hielten 86 Prozent dieselben Kernanwendungen für die nächsten fünf Jahre für „gut“ aufgestellt. Diese Diskrepanz lasse sich kaum mit dem tatsächlichen Zustand der Systeme erklären. Naheliegender sei der Zusammenhang damit, dass eine Modernisierung lange als zu aufwändig, zu teuer und zu riskant gegolten habe. Für adesso ist genau das der „wunde Punkt“, den die Umfrage unter 300 Verantwortlichen in deutschen Unternehmen offenlege. „Ein System, das läuft, wird als zukunftsfähig erachtet. Ob es jedoch auch das nächste Geschäftsmodell trägt, wird selten hinterfragt.“

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Foto: adesso SE

Oliver Kowalke: „Agentic AI“ eröffnet bei der Anwendungsmodernisierung völlig neue Möglichkeiten

Gescheute Umsetzung trotz Modernisierungsdruck auf Unternehmen

Das Problem sei nicht, dass Unternehmen keinen Handlungsbedarf sähen. Bereits 73 Prozent modernisierten ihre IT-Systeme und weitere 24 Prozent planten dies. Vielmehr hätten sich Unternehmen lange nicht an solche Vorhaben herangetraut, da es viele Beispiele für ausufernde oder gescheiterte Projekte gebe.

  • „53 Prozent der Unternehmen nennen die Kosten als größter Bremsfaktor, 35 Prozent nennen fehlende interne Ressourcen oder Expertise und 31 Prozent das Risiko von Betriebsunterbrechungen.“

  • Dabei steige der Modernisierungsdruck auf die Unternehmen zunehmend: „Mit jeder Fachkraft, die ein System über Jahre betreut hat und in den Ruhestand geht, geht auch das Wissen über dessen historisch gewachsene Besonderheiten verloren.“

Hinzu komme der Anspruch, die eigenen Kernanwendungen für neue Technologien und veränderte Geschäftsmodelle fit zu machen – eine Anforderung, welcher viele Altsysteme strukturell nicht mehr gewachsen seien. 43 Prozent der Unternehmen würden die fehlende oder eingeschränkte Integration neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) in ihre Bestandssysteme explizit als Treiber für ihre Modernisierungsvorhaben nennen.

Agentische Arbeitsweisen verändern Modernisierungslogik der Unternehmen

Genau bei diesen Hürden mache „Agentic AI“ den Unterschied. Was Analysten früher in Wochen erarbeitet hätten, übernähmen KI-Agenten heute im Tandem mit Architektur- und Entwicklerteams in einem Bruchteil der Zeit.

  • Durch die automatisierte Analyse von Code, Architektur und Datenmodellen würden Abhängigkeiten und technische Schulden von Altsystemen bereits vor Beginn des eigentlichen Projekts sichtbar.
  • Dadurch sinke der Aufwand – die Zeit bis zur ersten belastbaren Entscheidung werde verkürzt und Risiken würden früher erkennbar als mit klassischen Analysemethoden.

Die Verantwortung bleibe dabei immer bei den Menschen: Diese bewerteten die Ergebnisse, träfen geschäftskritische Entscheidungen und stellten sicher, „dass fachliches Wissen nicht verloren geht“.

„Agentic AI“ kann helfen, Modernisierungskosten für Unternehmen um 30 bis 60 Prozent gegenüber klassischen Ansätzen zu senken

„,Agentic AI’ eröffnet bei der Anwendungsmodernisierung völlig neue Möglichkeiten. Das gesamte Verhältnis von Aufwand, Risiko und Nutzen verschiebt sich“, kommentiert Oliver Kowalke, Leiter des Geschäftsbereichs „Cross Industries“ bei der adesso SE.

  • Er führt aus: „Analysen, für die früher Monate benötigt wurden, liefern KI-Agenten heute in wenigen Tagen. Mit unserem Vorgehensmodell ,adSCAILE’ sehen wir in der Praxis, dass sich die gesamten Modernisierungskosten um 30 bis 60 Prozent gegenüber klassischen Ansätzen senken lassen.“

  • Dies sei ein enormer Fortschritt, welcher dringende Modernisierungsvorhaben endlich wirtschaftlich mache.

Die vollständigen Studienergebnisse stehen online zum Download bereit. Wie sich Modernisierungsprojekte mit Agentischer KI konkret aufsetzen lassen, zeigt adesso zudem in einem begleitenden Hintergrundpapier.

Weitere Informationen zum Thema:

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Lernen Sie adesso näher kennen: Entdecken Sie, wie wir Menschen und Technologien zusammenbringen, um Zukunft zu gestalten / Building Europe’s Digital Future with AI

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Oliver Kowalke / Leiter Line of Business Cross Industries @adesso SE

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Report Anwendungsmodernisierung: Finden Sie heraus, warum reine Wartung nicht mehr reicht.

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Whitepaper Anwendungsmodernisierung: Warum „Wir warten noch“ schon heute Ihre Wettbewerbsposition schwächt

datensicherheit.de, 26.06.2026
Leopoldina-Publikation: Potenziale Agentischer KI in Klinikalltag und Forschung im Fokus / Agentische KI kann dazu beitragen, die medizinische Versorgung langfristig zu sichern, Qualität und Patientensicherheit zu erhöhen und die Verwaltung effizienter zu gestalten

datensicherheit.de, 26.02.2026
KI-Agenten für Cybersicherheit: Hintergründe zum Vorgehen / Ontinue geht in einer aktuellen Stellungnahme auf die Besonderheiten solcher Multi-Agenten-Systeme (MAS) ein – die neueste Evolutionsstufe bei KI-Agenten

datensicherheit.de, 28.01.2026
KI-Agenten und IT-Sicherheit: Zwei Seiten einer Medaille / Für viele Unternehmen steht derzeit die Frage im Raum, ob KI-Agenten auch in sensiblen Bereichen wie der Cybersicherheit eingesetzt werden sollen. Während stetig wachsende Bedrohungen, Überlastung von Mitarbeitern und Fachkräftemangel dafür sprechen, gibt es auch große Vorbehalte. Um Entscheidungen von KI-Assistenten nachvollziehen zu können, sind Sichtbarkeit im Netzwerk und eine zuverlässige Datengrundlage oberste Priorität. Auf der anderen Seite könnten Unternehmen überdies von böswilligen Agenten angegriffen werden – auch hier hilft nur, genau hinzusehen.

datensicherheit.de, 08.11.2025
Einsatz von KI-Agenten: Lückenlose Governance für Unternehmen mittlerweile unerlässlich / Unternehmen vertrauen KI-Agenten immer mehr sensible Aufgaben an – von Genehmigungen für Investitionen bis zum Managen von Sicherheitsrisiken

datensicherheit.de, 24.05.2025
Agenten-KI und die Wechselwirkungen mit der Cybersicherheit / Marco Eggerling stellt eine strategische Betrachtung für Führungskräfte an – Agenten-KI als Wendepunkt der Informationssicherheit

datensicherheit.de, 22.04.2020
5 Schwerpunkte bei der IT-Modernisierung / In schwierigen Zeiten treten Defizite bestehender IT-Strukturen deutlich zutage

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Fortune 100: KI-gestützte Phishing-Angriffe auf 86 Prozent der großen Welt-Unternehmen https://www.datensicherheit.de/fortune-100-ki-phishing-angriffe-86-prozent-welt-unternehmen Fri, 17 Jul 2026 22:56:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55648 Phishing gehört nach wie vor zu den gefährlichsten Bedrohungen für Unternehmen – selbst weltweit führende Konzerne geraten ins Visier Cyberkrimineller

[datensicherheit.de, 18.07.2026] Dr. Martin J. Krämer, „CISO Advisor“ bei KnowBe4, bekräftigt in seiner aktuellen Stellungnahme, dass Phishing nach wie vor zu den gefährlichsten Bedrohungen für Unternehmen gehört – selbst die weltweit führenden Konzerne seien davor nicht sicher. In den vergangenen zwölf Monaten seien bei 86 Prozent der „Fortune 100“-Unternehmen Mitarbeiterdaten durch Phishing-Angriffe offengelegt worden. Besonders stark betroffen seien der Technologie-, Luftfahrt- und Automobilsektor. „Zugleich berichten 78 Prozent der befragten Organisationen, dass das Phishing-Aufkommen im vergangenen Jahr zugenommen hat“, so Krämer.

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Foto: KnowBe4

Dr. Martin J. Krämer rät Unternehmen, die Belegschaft zu trainieren, um Social-Engineering-Risiken im Arbeitsalltag zu erkennen und bessere Sicherheitsentscheidungen zu treffen

72 Prozent der Unternehmen stufen Bedrohungslage als „hoch“ ein

Diese Ergebnisse fügten sich in eine auch hierzulande angespannte Sicherheitslage ein. Laut dem „Cybersicherheitsmonitor 2026“ seien im vergangenen Jahr elf Prozent der Internetnutzer in Deutschland von Cyberkriminalität betroffen gewesen – zwölf Prozent dieser Fälle entfielen auf Phishing.

  • Auf Unternehmensseite unterstreiche der „Bitkom Wirtschaftsschutz 2025“, wie relevant „Social Engineering“ bleibe: 49 Prozent der Unternehmen hätten von entsprechenden Versuchen berichtet, 21 Prozent sie sogar „häufig“ erlebt.

Gleichzeitig stuften 72 Prozent der Unternehmen die Bedrohungslage als „hoch“ ein. Vor diesem Hintergrund wirkten die Zahlen zu den „Fortune 100“-Unternehmen weniger als ein Ausreißer, sondern eher wie ein weiterer Beleg dafür, dass Phishing durch KI und „Phishing-as-a-Service“ zunehmend skalierbar werde.

Klassische E-Mail-Sicherheit der Unternehmen zunehmend unter Druck

Besonders alarmiert zeigten sich die Sicherheitsverantwortlichen der Erhebung von SpyCloud zufolge beim Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI): „84 Prozent der Befragten sehen in KI-generiertem Phishing die Angriffsform, die am weitesten verbreitet und am schwersten abzuwehren ist.“

  • Dahinter folgten „Business eMail Compromise“ mit 58 Prozent und „Vendor Impersonation“, also das Vortäuschen einer Lieferanten- oder Dienstleisteridentität, mit 52 Prozent. Zudem rückten Angriffswege wie „Collaboration-Tool-Phishing“ und „Session Hijacking“ stärker in den Fokus.

Diese Entwicklung setze die klassische E-Mail-Sicherheit der Unternehmen zunehmend unter Druck: „Wenn Maschinen Phishing-Nachrichten automatisch personalisieren, werden Angriffe überzeugender, lassen sich schneller skalieren und sind schwerer zu erkennen.“

„Phishing-as-a-Service“-Plattformen ermöglichen selbst Laien Cyberangriffe auf Konzerne

Krämer warnt: „Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung sind immer ausgereiftere ,Phishing-as-a-Service’-Plattformen. Sie senken die Einstiegshürde für Angreifer erheblich, denn fertige Phishing-Kits sind bereits zu vergleichsweise niedrigen monatlichen Preisen erhältlich.“

  • Für 50 bis 250 US-Dollar erhielten Bedrohungsakteure Zugang zu vollständig verwalteten Kits mit vorgefertigten Phishing-Seiten, One-Click-Bereitstellung und Admin-Panels mit mehreren Exfiltrationsoptionen.

„Vom Kauf bis zur laufenden Kampagne vergehen mitunter nur wenige Minuten, Programmierkenntnisse oder technische Expertise sind dafür nicht erforderlich.“

Prävention allein unzureichend – Unternehmen sollten kontinuierliches „Human Risk Management“ betreiben

Phishing entwickelt sich laut Krämer zu einem „industriell skalierbaren Angriffsmodell“. KI verbessere zudem die Qualität der Täuschung, „Phishing-as-a-Service“ senke die Einstiegshürde und neue Angriffswege erweiterten das Spielfeld über den klassischen Posteingang hinaus.

  • Krämers Empfehlung: „Unternehmen sollten deshalb davon ausgehen, dass einzelne Angriffe trotz aller technischen Filter erfolgreich sein werden, und das Risiko dort senken, wo es entsteht – beim Klick. Wenn KI-generierte Nachrichten kaum noch von legitimer Kommunikation zu unterscheiden sind, kommt es entscheidend auf die Mitarbeitenden an.“

Gefragt sei ein kontinuierliches „Human Risk Management“ mit praxisnahen Trainings, simulierten Phishing-Angriffen und einer Sicherheitskultur, in der verdächtige Nachrichten ohne Zögern gemeldet würden. Abschließend gibt Krämer zu bedenken: „So entsteht eine Belegschaft, die Social-Engineering-Risiken im Arbeitsalltag erkennt und bessere Sicherheitsentscheidungen trifft. Ein KI-gestütztes Security-Awareness-Training kann hier eine wichtige zusätzliche Verteidigungsebene schaffen.“

Weitere Informationen zum Thema:

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KnowBe4 News und Wissenswertes

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Dr. Martin J. Krämer

POLIZEILICHE KRIMINALPRÄVENTION DER LÄNDER UND DES BUNDES
Cybersicherheitsmonitor / CyMon 2026: Online-Betrug und Künstliche Intelligenz

bitkom
Wirtschaftsschutz 2025 / Lagebild der deutschen Wirtschaft

SPYCLOUD
SpyCloud 2026 Phishing Pulse Report: The click already happened. Now what? / The data shows phishing attacks are accelerating. The SpyCloud 2026 Phishing Pulse Report gives security teams the insights they need to close the gap between incident, exposure, and post-phishing response.

datensicherheit.de, 16.07.2026
Kalender-Phishing: Cyberangreifer missbrauchen als harmlos geltende Pfade / Cyberkriminelle nutzen gezielt Kalender-Einladungen und ICS-Dateien, um klassische E-Mail-Schutzmechanismen zu umgehen

datensicherheit.de, 14.07.2026
Phishing-as-a-Service: Cybercrime im Abo / Mit der Zerschlagung der Phishing-as-a-Service-Plattform „Outsider“ durch das FBI, Google und Black Lotus Labs wurde Mitte Juni eines der größten Phishing-Netzwerke weltweit aufgedeckt. Der Fall zeigt, wie stark sich Cyberkriminalität professionalisiert hat: Phishing-Kampagnen lassen sich heute als schlüsselfertiger Service buchen – inklusive Infrastruktur und täuschend echter Vorlagen. Unterstützt durch KI sinken die Einstiegshürden weiter, während Umfang, Geschwindigkeit und Schadenspotenzial der Angriffe kontinuierlich zunehmen.

datensicherheit.de, 22.06.2026
KnowBe4-Stellungnahme zur Phishing-Erkennung trotz KI-basierter Raffinesse / Laut aktuellem „Phishing Trends Report“ von KnowBe4 enthalten bereits 86 Prozent ein gewisses Maß an KI-Unterstützung

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Wirtschaftsreport 2026: Interim-Manager halten Menschen für wichtiger als die von ihnen eingesetzte Technik https://www.datensicherheit.de/wirtschaftsreport-2026-interim-manager-menschen-wichtiger-als-technik Tue, 14 Jul 2026 22:48:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55583 Laut einer Umfrage unter Interim-Managern sind KI und Roboter unerlässlich für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit – aber menschliche Fähigkeiten entscheiden letztendlich über den Erfolg oder Misserfolg der Unternehmen

[datensicherheit.de, 15.07.2026] Eine Umfrage von United Interim unter 550 Interim-Managern hat demnach zu folgender Erkenntnis geführt: „KI und Roboter sind unerlässlich für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, aber am Ende entscheiden menschliche Fähigkeiten über den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen“, so der Studienleiter, Dr. Harald Schönfeld. Die Menschen blieben somit auch im Zeitalter Künstlicher Intelligenz (KI) wichtiger als die Maschinen. Den nun vorliegenden „Wirtschaftsreport 2026“ der Management-Community United Interim haben nach eigenen Angaben 15 Experten für Interim-Management erarbeitet: Ulvi Aydin, Friedhelm Best, Jan Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz, Eckhart Hilgenstock, Christian Jung, Jane Enny van Lambalgen, Dr. Sven Mues, Ulrich Schmidt, Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich, Paul Stricker und Dr. Andreas Vieweg sowie eben Dr. Harald Schönfeld.

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Abbildung: United Interim

„Wirtschaftsreport 2026“: Die wichtigsten Maßnahmen gegen Fachkräftemangel

85 Prozent erwarten steigenden Einfluss der HR-Strategie auf Unternehmenserfolg

„KI mindert nicht etwa den Wert von HR im Unternehmen, sondern macht das Personalwesen umso wichtiger“, betont der auf „Human Resources“ (HR) spezialisierte Interim-Manager Stricker. Mehr als drei Viertel (78%) seiner befragten Kollegen gingen daher davon aus, dass die Firmen künftig HR stärker in die Geschäftsstrategie einbeziehen würden.

  • Das sei konsequent, wenn man bedenkt, dass 85 Prozent von einem steigenden Einfluss der HR-Strategie auf den Unternehmenserfolg insgesamt ausgingen. Die Vermittlung der Unternehmenskultur werde daher eine wichtige Aufgabe für das Personal­wesen darstellen, meinten 79 Prozent (bei erwünschten Mehr­fach­nennungen).

„Firmenkultur ist längst kein weicher Faktor mehr, sondern ein zentraler Steuerungshebel für wirtschaftlichen Erfolg!“, unterstreicht Schmidt. Streibich führt hierzu aus: „Unternehmenskultur entscheidet heute messbar über Produktivität, Bindung und Veränderungsfähigkeit von Organisationen.“

Schlüsselrolle der KI – jedoch nicht als Ersatz, sondern Ergänzung

47 Prozent der Befragten seien fest überzeugt, dass KI dabei eine Schlüsselrolle spielen werde – aber als Ergänzung, zur Produktivitäts­steigerung und im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen, indes nicht als Ersatz.

  • „HR wird künftig digitaler und dynamischer werden“, so Stricker. 88 Prozent seiner Kollegen stimmten ihm laut Umfrage zu. Dazu gehöre auch die stärkere Vermittlung von Agilität und Resilienz, sagten 82 Prozent der Befragten.

49 Prozent verträten die Auffassung, dass künftig „Employer Experience“ an Bedeutung gewinnen werde, also die Gesamtheit aller Erfahrungen, welche Mitarbeiter entlang ihres Arbeits­verhältnisses mit einem Unternehmen machten – von der Bewerbung bis zum Austritt.

Talent-Management als geschäftskritischer Faktor zur Sicherung von Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit

Wie wichtig angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels das Talent-Management ist, hat United Interim demnach für den „Wirtschaftsreport 2026“ abgefragt: „Sehr wichtig“ sagten 44 Prozent der Kontaktierten, „wichtig“ meinten weitere 41 Prozent. Mues kommentiert: „Bei 85 Prozent Zustimmung ist klar: Talent-Management ist kein bloßes HR-Thema mehr, sondern ein geschäftskritischer Faktor zur Sicherung von Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.“

  • Welche Maßnahmen gegen den Mangel an Fachkräften besonders wirksam seien, sei ebenfalls eine Kernfrage für den Report gewesen: Die Qualifizierung „on the job“ sagten 81 Prozent der Führungskräfte. Statt also nur nach dem Arbeitsmarkt „zu schielen“, gelte es, den bereits Beschäftigten solche Aufstiegsmöglichkeiten zu bieten, welche den Menschen ebenso wie dem Unternehmen guttun. „Der wirksamste Hebel gegen Fachkräftemangel liegt im eigenen Unternehmen, nicht auf dem externen Arbeitsmarkt“, berichtet Hilgenstock aus seiner Praxis als Interim-Manager.

„,Upskilling’ bedeutet die gezielte Weiterbildung von Mitarbeitenden, um ihre Fähigkeiten an neue technologische und berufliche Anforderungen anzupassen und ihre Beschäftigungsfähigkeit langfristig zu sichern“, erläutert Stricker. An zweiter Stelle der Maßnahmen gegen Fachkräfteschwund stehe der Wissenstransfer von älteren, bald in Rente gehenden Arbeitnehmern an Jüngere. „Es gilt, das Know-how der ,Babyboomer‘ über deren Ausscheiden hinaus im Unternehmen zu halten“, unterstreicht Camehn.

Laut OECD sinkt in den kommenden 40 Jahren Zahl erwerbstätiger Menschen in Deutschland um 23%

Ergänzend dazu hätten 38 Prozent ausgesprochen gute Erfahrungen mit „Reverse Mentoring“ gemacht – dies bedeute, dass die Jüngeren die Älteren bezüglich der Nutzung neuer Technologien wie KI auf den neuesten Stand brächten. Wissenstransfer ist längst keine Einbahnstraße mehr“, merkt Stöppler an und gibt ein Beispiel: „In der Baubranche ist ein Füllhorn an neuen Technologien verfügbar geworden, von ,Building Information Modelling’ bis hin zum 3D-Druck, bei dem die junge Generation einen sichtbaren Informationsvorsprung mit sich bringt, den es unternehmensweit zu nutzen gilt.“

  • 57 Prozent der erfahrenen Führungskräfte sprächen sich für längere Lebensarbeitszeiten aus. „Wer freiwillig über die Altersgrenze hinaus arbeiten will, darf nicht daran gehindert werden, sondern braucht flexible Modelle und echte Anreize“, so Jung. Dies helfe den Betrieben, dem Rentensystem und den Menschen selbst.

Er verweist auf aktuelle Studien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), wonach in den nächsten 40 Jahren die Zahl der Menschen im Erwerbsalter in Deutschland um 23 Prozent sinken solle. Streibich gibt zu bedenken: „Wenn die Zahl der Erwerbstätigen um fast ein Viertel sinkt, wird Altersflexibilität vom sozialen Entgegenkommen zur ökonomischen Notwendigkeit, für die Unternehmen ebenso wie für die Volkswirtschaft.“

Es gilt, die Potenziale der Frauen und junger Menschen zu erschließen

Als weitere Gegenmaßnahme empfehlen die o.g. Interim-Manager eine verstärkte „Frauen-Power“. 70 Prozent erlebten bei ihren Firmeneinsätzen immer wieder, dass die Potenziale der Frauen nicht vollumfänglich genutzt würden. „Das ist kein Rand­phänomen, sondern ein strukturelles Problem, das sich Unter­nehmen schlicht nicht mehr leisten sollten“, stellt van Lambalgen klar. Zu mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit rieten 40 Prozent der Befragten – auch um der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und den Anforderungen älterer Arbeitnehmer gerecht zu werden.

  • Selbstverständlich gehöre auch die Gewinnung jüngerer Menschen zum Reigen der wichtigen Maß­nahmen, um Fachkräfte ins Unternehmen zu holen. 45 Prozent rieten zur gezielten Ansprache der Generationen „X“, „Y“ und „Z“ etwa über Soziale Netzwerke wie „TikTok“ oder „Instagram“ bzw. über KI-Chatbots. „Die Erfahrung zeigt, dass junge Leute ihre Jobsuche nahezu vollständig digital organisieren und gezielt Soziale Netzwerke nutzen“, ergänzt Vieweg. Sein Kollege Schmidt habe festgestellt: „Unter­nehmen, die ,Social Media’ und KI-gestützte Interaktion im ,Recruiting’ einsetzen, erhöhen messbar ihre Reichweite in dieser Zielgruppe.“ Die Umfrage bestätigt dies: Die besten Chancen, die junge Generation zu erreichen, habe man demnach über „Instagram“ (42%), „TikTok“ (38%) und „WhatsApp“ (33%).

Wer quasi „angebissen“ hat, erwarte einen Live-Chat (35%) oder einen KI-Bot (33%). Klassisches E-Mail-Marketing sei hingegen mit 21 Prozent Zustimmungsrate kaum noch gefragt, um den Nachwuchs ins Unternehmen zu holen. Florschütz ordnet ein: „Die junge Generation ist im Schnitt mehr als drei Stunden täglich auf dem Smartphone aktiv, und über 90 Prozent nutzen Soziale Netzwerke regelmäßig. Wer sie erreichen will, muss dort präsent sein, wo Kommunikation schnell, dialogorientiert und mobil stattfindet. Gleichzeitig erwarten viele Bewerber heute unmittelbare Reaktionen – Unternehmen, die erst nach Tagen antworten, verlieren im Wettbewerb um Talente oft schon vor dem ersten Gespräch.“

Routineaufgaben: Zunehmend Übernahme durch KI und Robotik

Natürlich sei auch der verstärkte Maschineneinsatz ein probates Mittel gegen den Fachkräftemangel, sagten fast zwei Drittel (65%) der befragten Interim-Manager. Sie würden den Einsatz von KI und Robotik für Routinetätigkeiten empfehlen, um die Belegschaften zu entlasten.

  • „Die Herausforderung wird darin bestehen, Menschen und Maschinen bestmöglich zu kombinieren, und sie nicht gegeneinander antreten zu lassen“, meint Stöppler. Dementsprechend rieten 58 Prozent der Befragten zur verstärkten Vermittlung von KI-Kompetenzen. 85 Prozent würden empfehlen, die KI-Nutzung zu intensivieren, für 46 Prozent sei dies ein besonders dringendes Anliegen.

Bemerkenswert sei: Für sogenanntes Home-Office plädierten in diesem Zusammenhang nicht einmal ein Fünftel (18%) der Praxisprofis. Weit über die Hälfte (54%) spreche sich sogar ausdrücklich gegen die weitere Verbreitung der Bildschirmarbeit zuhause aus. „Unternehmens­kultur, Erfahrungsaustausch und Inspiration bleiben in der Regel auf der Strecke, wenn man nicht regelmäßig in der realen Welt zusammenkommt, so der HR-Experte Stricker.

Unternehmen sollten „digitaler“ werden – zur gezielten Unterstützung menschlicher Fähigkeiten

Auch hierbei gehe es um die richtige Kombination: 47 Prozent der Interim-Manager seien fest davon überzeugt, dass die Unternehmen „digitaler“ werden müssten – „aber zur Unterstützung menschlicher Fähigkeiten, nicht als Ersatz“, stellt Jung klar. So rieten 81 Prozent der Befragten dazu, die internen Potenziale besser zu nutzen – mittels KI, aber auch durch betriebliche Weiterbildung. 73 Prozent hielten es für besonders wichtig, Mitarbeiter im Unternehmen zu halten.

  • 44 Prozent der Befragten würden den Unternehmen empfehlen, verstärkt im Ausland nach Fachkräften zu suchen. „Bei allen kulturellen Unterschieden bieten die asiatischen Länder eine enorme Ressource an qualifizierten Fachkräften, die europäische Unternehmen viel stärker als bislang nutzen sollten“, empfiehlt Best.

Ein weiteres Terrain habe Beutnagel ausgemacht: Menschen über 60. Seine Beobachtung: „Vor allem im Mittelstand finden ältere Arbeitnehmer verstärkt Akzeptanz, weil sich schlichtweg nicht genügend jüngere Fachkräfte finden.“ 61 Prozent seiner befragten Kollegen stimmten ihm vorbehaltlos zu. In der Konzernwelt sei dieser Trend deutlich geringer ausgeprägt, meinten 37 Prozent der Interim-Manager. Beutnagel erläutert: „Der Fachkräftemangel verschiebt die Altersgrenzen: Neben Technologie wird Erfahrung insbesondere im Mittelstand zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.“

Vielfalt an Führungsstilen – hybrides Management

Die Untersuchung sei auch folgender Frage nachgegangen: „Wie führt man Menschen in einer Zeit der radikalen Umbrüche, von der rasanten Ausbreitung Künstlicher Intelligenz über leergefegte Arbeitsmärkte und hochdynamische Lieferketten bis hin zur Vision der ,Dark Factories’, also menschenleerer Fabriken, in denen nur noch Roboter am Werk sind?“

  • Am wichtigsten ist eine „empathische Führung“, seien sich 65 Prozent der Interim-Manager sicher. Der konkrete Führungsstil hängt nach Einschätzung der Management-Profis vom Unternehmen und der konkreten Situation ab. „In einer von hochdynamischen Entwicklungen geprägten Realität wird Führung zum Balanceakt aus Technologie und Menschlichkeit“, so Vieweg. Er zeigt sich fest davon überzeugt: „Ohne Vertrauen und Verständnis scheitert selbst die modernste Organisation!“

57 Prozent der befragten Interim-Manager würden eine Transformative Führung empfehlen, welche auf Motivation und Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter abzielt und diese frühzeitig darauf vorbereitet. 51 Prozent rieten zu einem situativen Führungsstil, der sich flexibel an Mitarbeiter, Situation und Aufgabe anpasst. „Agile Leadership“, also ein Führungsansatz, der auf Flexibilität, schnelle Anpassung und iterative Entscheidungsprozesse setzt, stehe für 39 Prozent der Befragten an erster Stelle. 29 Prozent setzten auf „Servant Leadership“, stellten also die Bedürfnisse der Mitarbeiter in den Mittelpunkt und verstünden Führung als dienende Rolle. „Moderne Führung ist hybrid. Durch die Kombination unterschiedlicher Ansätze entsteht ein flexibles Führungsmodell, das Stabilität und Wandel gleichzeitig ermöglicht“, erklärt Mues.

Sinn stiften, Orientierung geben, Kompetenz aufbauen und konsequent anpassungsfähig bleiben

Angesichts der weltweiten Instabilitäten rieten 22 Prozent der Interim-Manager zu einer Orientierung am „VUCA-Modell“ (Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity), welches auf eine von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität geprägte Welt abziele. Zwölf Prozent rieten zu „Management by BANI“ (Brittle: brüchig, Anxious: ängstlich, Nonlinear: nichtlinear, Incomprehensible: unverständlich), ebenso viele zu „PUMA“ (Purpose: Sinnorientierung, Understanding: Verständnis, Mastery: Meisterschaft und Agility: Agilität).

  • Schönfeld führt aus: Von ,VUCA’ über ,BANI’ bis hin zu ,PUMA’ zeigt sich eine klare Entwicklung: Während ,VUCA’ die äußeren Rahmenbedingungen beschreibt, ,BANI’ deren zunehmende Fragilität und emotionale Dimension sichtbar macht, formuliert ,PUMA’ die notwendige Antwort – eine Führung, die Sinn stiftet, Orientierung gibt, Kompetenz aufbaut und konsequent anpassungsfähig bleibt.“ Gut ein Fünftel (21%) der Befragten halte viel von „Management bei KPI“, also die Führung anhand von Leistungsindikatoren (Key Performance Indicators).

Wenig überraschend sei: 97 Prozent der befragten Führungskräfte auf Zeit stünden der Inanspruchnahme von Interim-Managern unabhängig vom Führungsstil positiv gegenüber. Gut drei Viertel (76%) hielten „Fractional Management“ für besonders empfehlenswert, also den Einsatz erfahrener Führungskräfte in Teilzeit oder auf Mandatsbasis, welche ihre Expertise mehreren Unternehmen parallel zur Verfügung stellten, wodurch Firmen Top-Manager für sich nutzen könnten, ohne eine Vollzeitstelle finanzieren zu müssen. 64 Prozent der Befragten zeigten sich „Instant Management“ gegenüber aufgeschlossen – also dem kurzfristigen Einsatz erfahrener Führungskräfte, um akute Unternehmensprobleme ohne lange Einarbeitungszeit zu lösen.

Interim-Manager liefern messbare Erfolge, stabilisieren komplexe Situationen und stoßen nachhaltige Verbesserungen an

„Interim-Manager zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie vom ersten Tag messbare Erfolge liefern – und das dann Tag für Tag“, so Aydin. Schönfeld ergänzt: „Ihre Stärke liegt darin, schnell Wirkung zu entfalten, komplexe Situationen zu stabilisieren und gleichzeitig nachhaltige Verbesserungen anzustoßen.“ Bemerkenswert sei zudem: Ein Großteil der Befragten sei beim Einsatz in den Unternehmen immer wieder von den vielen „Möchte-gern-Managern“ in den Betrieben überrascht. Dieser Typus „Viel Powerpoint, wenig Output“ mache teilweise mindestens die Hälfte der Führungsriege aus, meinten 42 Prozent. Über ein Drittel (35%) seien der Ansicht, dass rund 30 Prozent der fest angestellten Führungskräfte diesem Typus entsprächen. „Im einen oder anderen Fall wäre KI vermutlich besser als der Mensch“, merkt Aydin an, was sonst häufig nur „hinter vorgehaltener Hand geflüstert“ werde.

  • Tatsächlich hielten 92 Prozent der Befragten „AI-added Management“ für ein zukunftsträchtiges Konzept: Also die Ergänzung von Führungsentscheidungen durch KI, um Daten zu analysieren, Prognosen zu liefern und Prozesse zu optimieren, so dass das Management schneller, fundierter und effizienter handeln könne.

KI als Co-Pilot wird künftig zur Selbstverständlichkeit werden“, erwartet Hilgenstock. „Aufsichtsräte und Beiräte sind heute schon gut beraten, die Entscheidungen von Vorständen und Geschäftsführern einem KI-Check zu unterziehen“, ergänzt Stöppler, der regelmäßig in Kontrollgremien über Vorstands- und Geschäfts­führungs­entscheidungen zu befinden habe. „KI ist nicht dazu da, Mitarbeiter abzubauen oder Führung zu ersetzen. Ihren Mehrwert entfaltet sie, wenn sie Managemententscheidungen mit besseren Daten, belastbareren Prognosen und einer früheren Erkennung von Risiken und Chancen unterstützt“, fasst Camehn zusammen.

Weitere Informationen zum Thema:

UNITED INTERIM
Wer sind wir? UNITEDINTERIMs Mehrwert im Interim-Business

UNITED INTERIM
Dr. Harald Schönfeld

datensicherheit.de, 26.04.2026
Wettbewerbsvorteil für Unternehmen: Digitale Transformation mit KI muss vorangebracht werden / Moderne KI-Agenten übernehmen eigenständig die Lead-Generierung, indem sie Signale aus verschiedenen Quellen DSGVO-konform auswerten und priorisieren

datensicherheit.de, 15.01.2026
Geister-Fabriken: Dark Factories zur Erhaltung industrieller Wertschöpfung in Deutschland / Ein zunehmender Teil der Produktion wird künftig in menschen­leeren Fabriken allein mit Robotern stattfinden – diese „Dunklen Fabriken“ könnten helfen, die Deindustriali­sierung Deutschlands aufzuhalten und den Arbeitskräftemangel zu kompensieren

datensicherheit.de, 17.03.2025
Deutsche Wirtschaft sollte KI als Chance begreifen / United Interim Wirtschaftsreport 2025: Künstliche Intelligenz als Schlüssel zu mehr Wachstum

datensicherheit.de, 15.02.2022
Fachkräftemangel, Insiderbedrohungen und Home-Office – Cyber-Risiken mit Wurzeln in den Unternehmen / Hendrik Schless kommentiert die von Unternehmen viel zu häufig unterschätzten Risiken

datensicherheit.de, 21.08.2019
Digitaler Wandel: Führungskräfte mit Vorbildfunktion / Der Faktor Kommunikation wird von mehr als der Hälfte der Unternehmen als Schlüssel zum erfolgreichen Transformationsprozess angesehen

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Cybersecurity-Kompetenz: Kleine Unternehmen holen sich zunehmend externe Expertise https://www.datensicherheit.de/cybersecurity-kompetenz-klein-unternehmen-zunahme-extern-expertise Mon, 13 Jul 2026 22:59:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55560 Laut aktueller ESET-Studie gewinnen MDR, „Cloud“-Management und externe Spezialisten gerade für kleine Unternehmen an Bedeutung

[datensicherheit.de, 14.07.2026] Im Kontext der IT-Sicherheit stehen nach aktuellen ESET-Erkenntnissen kleine Unternehmen vor ähnlichen Herausforderungen wie große – indes könnten sie eben nicht auf deren hohe Budgets für ihre IT-Security zurückgreifen. Aus diesem Grund holten sich viele Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) Hilfe von externen Spezialisten, so ein Ergebnis einer aktuellen ESET-Umfrage. Insbesondere die Investitionen in „Managed Detection and Response“ (MDR) wachsen demnach leicht, aber auch in das eigene Security-Know-How investierten diese Firmen. Für die Studie „Stand der IT-Sicherheit 2026“ hat ESET nach eigenen Angaben zwischen Januar und April 2026 insgesamt 281 Organisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt – rund 87 Prozent der teilnehmenden Unternehmen beschäftigten weniger als 50 Mitarbeiter.

eset-umfrage-it-sicherheit-kmu-2026

Abbildung: ESET

Aktuelle Selbsteinschätzung zur Aufstellung kleiner Unternehmen in Fragen der IT-Sicherheit

Viele kleinere Unternehmen setzen auf „Managed Services“ und spezialisierte Dienstleister

Wer in einem kleinen Unternehmen für die IT verantwortlich ist, muss laut ESET heute oft viele Rollen gleichzeitig erfüllen: Administrator, Helpdesk, „Cloud“-Manager und Sicherheitsbeauftragter. Angesichts steigender Cyberrisiken und knapper Ressourcen setzten deshalb immer mehr Unternehmen auf externe Unterstützung.

  • Die Befragung von 281 Organisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mache deutlich: Statt eigene IT-Security-Teams aufzubauen, griffen viele kleinere Unternehmen auf „Managed Services“ und spezialisierte Dienstleister zurück. Gleichzeitig nehme das IT-Sicherheitswissen in den Unternehmen deutlich zu. Hätten 2023 noch weniger als die Hälfte der Befragten über IT-Personal mit -Security-Fachwissen verfügt, liege dieser Anteil inzwischen bei über 70 Prozent.

„Viele kleinere Unternehmen wissen sehr genau, welchen Risiken sie ausgesetzt sind. Gleichzeitig fehlt oft die Möglichkeit, eigene Security-Spezialisten einzustellen oder rund um die Uhr Sicherheitsvorfälle zu überwachen“, erläutert Michael Schröder, „Head of Product Marketing“ bei ESET Deutschland. Er führt aus: „Deshalb beobachten wir, dass externe Security-Services zunehmend Teil der regulären IT-Strategie werden.“

Bewusstseinswandel: Viele kleine Unternehmen schlagen inzwischen anderen Weg ein als noch vor wenigen Jahren

Besonders gefragt seien Dienstleistungen, die Unternehmen im Tagesgeschäft entlasten können. Dazu zählten eben MDR, „cloud“-basierte Verwaltungsplattformen und externe IT-Security-Experten, welche bei der Erkennung und Analyse von Sicherheitsvorfällen unterstützten. Die Ergebnisse zeigten, dass viele kleine Unternehmen inzwischen einen anderen Weg einschlügen als noch vor wenigen Jahren. Statt jede Sicherheitsaufgabe intern abzubilden, setzten sie gezielt auf spezialisierte Partner und ergänzten damit ihre eigenen Ressourcen.

  • Auffällig sei ein scheinbarer Widerspruch der Studie: „Obwohl das Security-Know-how in den Unternehmen wächst, fühlt sich mehr als die Hälfte der Befragten den aktuellen Bedrohungen nicht vollständig gewachsen.“ Für ESET sei dies ein Zeichen zunehmender Reife anstatt einer negativen Entwicklung. „Wer sich intensiver mit Cyberrisiken beschäftigt, erkennt nicht nur die eigenen Stärken, sondern auch bestehende Schwachstellen.“ Diese kritischere Selbsteinschätzung spiegele daher vor allem ein gestiegenes Bewusstsein für die tatsächliche Bedrohungslage wider.

Auch moderne Sicherheitskonzepte würden weiter an Akzeptanz gewinnen. Mehr als 95 Prozent der Befragten sähen in dem „Zero Trust Security“-Modell von ESET einen sinnvollen Ansatz für den Aufbau einer widerstandsfähigen Sicherheitsstrategie.

IT-Sicherheit zunehmend Führungsaufgabe auch in kleinen Unternehmen

Die Studie zeige außerdem, dass Cybersecurity in kleinen Unternehmen zunehmend strategisch betrachtet werde. Investitionen in IT-Security-Know-how, externe Expertise und moderne Sicherheitsplattformen seien längst nicht mehr allein ein Thema für die IT-Abteilung.

  • „Viele Unternehmen haben erkannt, dass Cybersecurity nicht an der Firewall endet“, kommentiert Schröder.

Abschließend merkt er an: „Es geht darum, Risiken beherrschbar zu machen und die eigene Handlungsfähigkeit im Ernstfall zu sichern! Genau deshalb gewinnen professionelle Security-Services weiter an Bedeutung.“

Weitere Informationen zum Thema:

eseT
Wir sind ein weltweites Unternehmen für digitale Sicherheit und schützen Millionen von Kunden sowie Hunderttausende von Unternehmen rund um den Globus. / Technologie ermöglicht Fortschritt. ESET macht ihn sicher.

eseT, 08.08.2016
ESET stärkt Marktposition mit Michael Schröder – Fokus auf Technologie-Allianzen und ganzheitliche Produktentwicklung

eseT
Stand der IT-Sicherheit 2026

datensicherheit.de, 10.07.2026
ISMS: Sieben Tipps für mehr Datensicherheit in KMU / Informationen gehören zu den wertvollsten Ressourcen von Unternehmen und sind zugleich vielfältigen Risiken ausgesetzt. Neben externen Cyberangriffen gefährden auch interne Schwachstellen wie unzureichende Zugriffskontrollen, veraltete Systeme oder mangelhafte Datensicherungen die Informationssicherheit. Der Beitrag zeigt, warum ein systematischer Schutz geschäftskritischer Informationen unverzichtbar ist und welche Maßnahmen Unternehmen ergreifen sollten, um Risiken frühzeitig zu erkennen und ihre Daten nachhaltig zu sichern.

datensicherheit.de, 21.05.2026
KI-basierte Cyberbedrohungen: KMU bisher meist nicht vorbereitet / Kleine und Mittlere Unternehmen unterschätzen oft die Risiken mittels Künstlicher Intelligenz (KI) durchgeführter Cyberangriffe

datensicherheit.de, 16.05.2026
HarfangLab: Europas KMU laut Bundeslagebild Cyberkriminalität 2025 stärker gefährdet als je zuvor / Dieser Bericht weist vor allem auf ein strukturelles Sicherheitsproblem für Europas Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) hin

datensicherheit.de, 30.04.2026
FTAPI gibt CRA-Tipps für KMU: Cyber Resilience Act oft ein Buch mit 7 Siegeln / Erste Meldepflichten greifen ab September 2026 – FTAPI benennt fünf Schritte, damit Anbieter digitaler Produkte noch rechtzeitig „CRA-ready“ werden

datensicherheit.de, 16.03.2026
KMU-Sicherheitslücke beim Drucken: Drucksicherheit für 62 Prozent von geringer Priorität / Intelligentes Drucken könnte KMU dabei unterstützen, Risiken zu reduzieren, indem es die Transparenz, „Compliance“ und Kontrolle verbessert und so ihre Zukunft der Arbeit schützt

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DENIC meldet Digitalen Meilenstein: Anzahl der „.de“-Domains hat 18-Millionen-Marke gerissen https://www.datensicherheit.de/denic-meldung-digital-meilenstein-anzahl-de-domains-18-millionen Sun, 12 Jul 2026 22:37:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55541 Mit dem Überschreiten der Schwelle von 18 Millionen registrierten „.de“-Domains kann die DENIC eG das „anhaltende Vertrauen in die digitale Heimat des deutschen Internets“ bestätigen

[datensicherheit.de, 13.07.2026] Die DENIC eG fungiert als zentrale Registrierungsstelle für alle Domains unterhalb der Top-Level-Domain „.de“. Als Genossenschaft ohne Gewinnerzielungsabsicht verwaltet sie nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 18 Millionen „.de“-Domains und stellt somit eine Kritische Infrastruktur des deutschen Internets bereit. Die deutsche Länderkennung „.de“ habe also ihre weltweite Spitzenposition weiter ausgebaut. Mit dem Überschreiten der Schwelle von 18 Millionen registrierten Domains könne die DENIC eG das „anhaltende Vertrauen in die digitale Heimat des deutschen Internets“ bestätigen.

Einst digitales Pionier-Projekt – heute Rückgrat der digitalen Infrastruktur

„Ein starkes Signal für den Digitalstandort Deutschland: Im Juni dieses Jahres wurde die 18-millionste ,.de’-Domain registriert.“ Ob internationale Konzerne, der deutsche Mittelstand, innovative Start-ups oder Privatpersonen – die Endung „.de“ bleibe die unangefochtene Nummer 1 für digitale Identität, Nähe und Vertrauen im deutschen Markt. Die „.de“-Erfolgsgeschichte spiegele das rasante Tempo der Digitalisierung wider:

  • 1986: Die „Geburtsstunde“ – „.de wurde in der globalen IANA-Datenbank eingetragen und anfangs aus den USA verwaltet.
  • 1988: Die Verwaltung wechselte an die Universität Dortmund – mit einer handgepflegten Liste von gerade einmal sechs Domains.
  • 1996: Um der Dynamik gerecht zu werden, gründeten 37 Internet-Service-Provider (ISP) die Genossenschaft DENIC eG mit dem damaligen Bestand von rund 50.000 Adressen.
  • 1999: Nur drei Jahre später wurde die erste Million geknackt.
  • 2006: Die magische Marke von zehn Millionen registrierten „.de“-Domains wurde überschritten.
  • 2026: Der Bestand wächst auf 18 Millionen Adressen an.

In Spitzenjahren sei der Bestand um bis zu eine Million Domains pro Jahr angestiegen. Heute, bei 18 Millionen Domains, sei statistisch gesehen fast jeder sechste Einwohner in Deutschland Inhaber einer „.de“-Adresse.

Vertrauen und Identität laut DENIC das Fundament des Erfolgs

„18 Millionen ,.de’-Domains sind kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis eines starken ,Ökosystems’ aus Genossenschaftsmitgliedern und Partnern“, kommentiert Tom Keller, Vorstandsmitglied der DENIC eG. Er führt weiter aus: „In einer Zeit, in der Digitale Identität wichtiger denn je ist, steht ,.de’ für Verlässlichkeit und Zugehörigkeit. Wer in Deutschland sichtbar sein will, wählt ,.de’.“ Diese Sonderstellung wird laut DENIC durch eine repräsentative Studie der Ipsos GmbH Hamburg vom Dezember 2025 unter mehr als 1.000 Befragten eindrucksvoll untermauert:

  • Echte Bekanntheit
    Die ungestützte Bekanntheit von „.de“ liege bei 79 Prozent im Gesamtmarkt und damit deutlich vor den Endungen „.com“ (67%) und „.net“ (17%). Die gestützte Bekanntheit erreiche mit 97 Prozent nahezu den Maximalwert.
  • Hohe Vertrautheit im direkten Vergleich
    78 Prozent der Befragten im Gesamtmarkt seien mit „.de“ „äußerst“ oder „sehr vertraut“. Zum Vergleich: Die Endung „.com“ erziele hier einen spürbar niedrigeren Wert von 64 Prozent. Bestnoten erziele „.de“ vor allem bei den Kriterien Datenschutz, deutschsprachige Inhalte und nationale Relevanz.
  • Erste Wahl bei freier Entscheidung
    Müssten sich die Befragten bei freier Wahlmöglichkeit für eine Endung entscheiden, wählten 72 Prozent im Gesamtmarkt die Endung „.de“. Auch hier liegt „.com“ mit 29 Prozent mit deutlichem Abstand dahinter.

Dank der Unterstützung von Umlauten und Sonderzeichen (wie ä, ö, ü und ß) sei die Endung zudem tief in der deutschen Sprachkultur verankert und ermögliche Unternehmen wie Privatpersonen einen rundum authentischen digitalen Auftritt.

Weitere Informationen zum Thema:

denic
Wir sind .de / DENIC eG

deblog, DENIC-Redaktion, 09.04.2025
DENIC-Vorstand Thomas Keller neuer Vorsitzender des Board of Directors von CENTR

datensicherheit.de, 01.05.2025
DENIC-Generalversammlung 2025: Aufsichtsratsvorsitzender und neues Gesicht ins Gremium gewählt / Als Genossenschaft stellt die DENIC den gemeinsamen Nutzen über Einzelinteressen

datensicherheit.de, 23.10.2014
DENIC führt sichere, vertrauliche E-Mail-Kommunikation ein / Betrieb auf Basis von DANE und DNSSEC

datensicherheit.de, 13.10.2014
DENIC eG nach ISO 27001 zertifiziert / TÜV Nord bescheinigt Registrierungsstelle und Betreiberorganisation für die Toplevel-Domain .de standardisiertes Informations- und Sicherheitsmanagement

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Eskalation digitaler Angriffe auf die Produktion: NIS-2-Haftungsfalle für den Mittelstand https://www.datensicherheit.de/digital-angriffe-produktion-nis-2-haftungsfalle-mittelstand Sat, 11 Jul 2026 22:27:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55529 Die NIS-2-Richtlinie trifft aktuell auf einen leeren Fachkräftemarkt: ISACA beschreibt, warum der Schutz der Fertigung gerade jetzt KMU dazu zwingt, völlig neue Wege zu gehen

[datensicherheit.de, 12.07.2026] Laut einer aktuellen Meldung von ISACA wird derzeit keine andere Branche in Deutschland so häufig von Cyberkriminellen attackiert wie das produzierende Gewerbe. Zahlen des Digitalverbands Bitkom e.V. belegten das Ausmaß der Bedrohung: „87 Prozent der deutschen Unternehmen waren im letzten Jahr betroffen, der wirtschaftliche Schaden klettert auf fast 290 Milliarden Euro.“ Fast drei Viertel (73%) der Firmen verzeichneten eine Zunahme der Angriffe im Vergleich zum Vorjahr. Im Kontext der NIS-2-Richtlinie wird unzureichender Schutz nun zur persönlichen Haftungsfalle für die Geschäftsführung.

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Foto: ISACA

Chris Dimitriadis: Die Zeiten, in denen eine Cyberattacke als delegierbares IT-Problem galt, sind mit NIS-2 endgültig vorbei!

NIS-2-Richtlinie nimmt Geschäftsführung in die Haftung

Dabei liege die größte, oft übersehene Gefahr nicht in der Büro-IT, sondern direkt im Herzen der Industrie – in der vernetzten Produktionsanlage („Operational Technology“ / OT).

Laut Bitkom zielten im vergangenen Jahr 73 Prozent aller Angriffe direkt auf Produktions- und Informationssysteme. Mit der NIS-2-Richtlinie werde dieser unzureichende Schutz nun zur persönlichen Haftungsfalle für die Geschäftsführung.

NIS-2-Auswirkung: Das Management bürgt persönlich für Cyberresilienz

Hinter der gesetzlichen Neuausrichtung stehe die klare Absicht, Cybersicherheit zum Schutz der Wirtschaft als integralen Bestandteil der Unternehmensführung zu verankern.

  • „Und auch wenn viele Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) die offiziellen Schwellenwerte der Richtlinie nicht erreichen, greifen die Vorgaben indirekt über die Lieferkette: Große Kunden geben die strengen Anforderungen an ihre Partner weiter und machen Konformität so zur Bedingung für zukünftige Aufträge.“

Damit sei die Richtlinie keine bloße Formsache mehr, sondern nehme die Leitungsebene bei Versäumnissen unmissverständlich in die persönliche Verantwortung. Untätigkeit oder grobe Fahrlässigkeit beim Schutz Kritischer Systeme – wie der Produktion – könne direkte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Erfolgreiche Angriffe auf Produktionssteuerungen aus NIS-2-Sicht Versäumnis unternehmerischer Sorgfaltspflichten

„Die Zeiten, in denen eine Cyberattacke als delegierbares IT-Problem galt, sind mit NIS-2 endgültig vorbei!“, betont Chris Dimitriadis, „Chief Global Strategy Officer“ bei ISACA. Ein Angriff auf die Produktionssteuerung sei aus Sicht der neuen Gesetzgebung ein Versäumnis der unternehmerischen Sorgfaltspflicht. Dimitriadis führt aus: „Wir müssen das Bewusstsein dafür schaffen, dass Resilienz in der OT kein technisches Detail, sondern ein zentraler Pfeiler der ,Governance’ und der persönlichen Risikovorsorge der Unternehmensleitung ist!“

  • Die Realität in vielen mittelständischen Unternehmen sei jedoch von einem chronischen Mangel an Fachkräften und knappen Budgets geprägt. Die Frage lautet demnach also, wie sich ein Schutzwall aufbauen lässt, wenn die Experten dafür fehlen oder KMU sie sich nicht leisten können Als Antwort etablierten sich zunehmend neue, flexible Servicemodelle.

„Die Rolle des CISO ist heute in Unternehmen von entscheidender Bedeutung, zumal Cybersicherheit zunehmend zu einem Thema auf Vorstandsebene wird“, so Dimitriadis. Er berichtet: „Wir beobachten zudem einen klaren Trend hin zu Modellen, bei denen Unternehmen hochspezialisiertes Fachwissen je nach Bedarf flexibel von externen Anbietern beziehen – bekannt als ‚CISO as a Service‘ oder ‚Fractional CISOs‘.“ Dies sei ein pragmatischer und kostengünstiger Weg, um die Lücke zwischen Anspruch und Realität zu schließen – insbesondere in kleineren Unternehmen.

NIS-2 soll Cyberresilienz EU-weit stärken

Solche innovativen Ansätze verdeutlichten den unumkehrbaren Wandel: Der Schutz der digitalen und physischen Produktion sei keine separate IT-Aufgabe mehr, sondern verschmelze mit der Kernstrategie zur Sicherung der unternehmerischen Zukunftsfähigkeit.

  • Die Frage für den Mittelstand sei längst nicht mehr ob, sondern wie er diese neue Realität gestaltet.

Ein Forum für den strategischen Austausch zwischen Vordenkern, Praktikern und Entscheidern soll nun die „ISACA Europe Conference“ vom 7. bis 9. Oktober 2026 in München bieten. Denn letztendlich gehe es darum, gemeinsam die wichtigste Währung in der digitalen Wirtschaft zu sichern – das Vertrauen der Kunden, Partner und des Gesetzgebers.

Weitere Informationen zum Thema:

ISACA
The principles behind our purpose / Our mission and vision reflect the core values that drive everything we do

ISACA
Meet ISACA’s Leadership Team / Chris Dimitriadis – Chief Global Strategy Officer

ISACA
ISACA 2026 EUROPE CONFERENCE / Munich, Germany | 7-9 October

bitkom, 2025
Wirtschaftsschutz 2025 / Lagebild der deutschen Wirtschaft

datensicherheit.de, 02.07.2026
Die eigentliche Herausforderung beginnt erst jetzt: NIS-2-Registrierung genügt nicht / Nach Beobachtung von Axians sind viele Unternehmen trotz Registrierung nicht in der Lage, die regulatorischen Anforderungen im Ernstfall zu erfüllen

datensicherheit.de, 21.05.2026
NIS-2 und eIDAS-Update im Fokus: TeleTrusT-Podcast mit Tim Golly, Markus Schuster und Carsten Vossel / Der aktuelle TeleTrusT-Podcast behandelt den Themenkomplex NIS-2 sowie eIDAS-Update und zieht eine erste Bilanz zur Umsetzung in Unternehmen

datensicherheit.de, 11.01.2026
KMU-Fitness für NIS-2: Universität Paderborn bietet Online-Tool und Lernplattform zur Stärkung der Cybersicherheit / NIS-2 als die überarbeitete EU-Richtlinie von 2022 betrifft nun ca. 30.000 Unternehmen aus 18 Sektoren – von Gesundheit über Transport bis Telekommunikation

datensicherheit.de, 07.01.2026
BSI-Portal ab sofort für zweiten Schritt zur NIS-2-Registrierung freigeschaltet / Vom Inkrafttreten des NIS-2-Umsetzungsgesetzes betroffene Betriebe müssen sich als „NIS-2-Einrichtung“ registrieren lassen und dem BSI stets „erhebliche Sicherheitsvorfälle“ zwingend melden

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Deutsche Bank: Vorwürfe der Datenschutzverletzung thematisieren Gefährdung durch Mitarbeiter-Zugänge https://www.datensicherheit.de/deutsche-bank-datenschutzverletzung-gefahr-mitarbeiter-zugaenge Fri, 10 Jul 2026 22:10:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55514 Selbst wenn sich Vorfälle auf Mitarbeiterdaten beschränken und Kundendaten nicht betroffen sind, sollten diese nicht als geringfügige Gefährdung abgetan werden

[datensicherheit.de, 11.07.2026] In seinem aktuellen Kommentar widmet sich Shane Barney, CISO von Keeper Security, Vorwürfen der Datenschutzverletzung bei der Deutschen Bank – diese rückten die Gefährdung durch Mitarbeiter-Zugänge erneut in den Fokus: „Die gegen die Deutsche Bank erhobenen Vorwürfe wurden nicht unabhängig überprüft, und die angeblich exponierten Daten stammen aus Mitarbeiterakten und sind nicht Kundendaten.“ Dennoch folge dieser Vorfall einem bekannten Muster, welches Unternehmen nach wie vor nicht ausreichend adressierten. „Selbst wenn es sich auf Mitarbeiterdaten beschränkt und es sich nicht um Kundendaten handelt, kann dies nicht als geringfügige Gefährdung abgetan werden!“, betont Barney.

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Keeper Security

Shane Barney: Die Steuerung und Kontrolle privilegierter Zugriffe ist keine Premium-Funktion mehr – sie gehört heute zum Standard

Im Jahr 2026 sind auf Anmeldedaten bezogene Angriffe die häufigste Bedrohung

Passwort-Hashes seien nun nicht dasselbe wie Klartext-Passwörter – aber auch diese seien nicht sicher. „Offline-Cracking-Tools werden von Jahr zu Jahr schneller und günstiger.“

  • Barney führt aus: „Ein Hash, der mit einer echten E-Mail-Adresse verknüpft ist, gibt einem Angreifer sowohl ein Anmeldedatum, das es wert ist, gehackt zu werden, als auch ein Ziel, das sich für Phishing-Angriffe eignet. Laut den Untersuchungen von Keeper im Jahr 2026 sind anmeldedatenbezogene Angriffe die häufigste Bedrohung (25%), die deutsche Cybersicherheitsverantwortliche derzeit melden.“

Die Erkennung bleibe jedoch langsam: 59 Prozent der deutschen Befragten würden den Missbrauch von Anmeldedaten oder unbefugten privilegierten Zugriff erst nach Stunden und nicht innerhalb von Minuten feststellen.

Anmeldedaten von Mitarbeitern sind ebenfalls als „hochwertiges Gut“ zu schützen

„Die Gruppe, die hinter diesem Vorfall steht, betreibt ein doppeltes Erpressungsmodell: Sie verschlüsselt Systeme und droht damit, gestohlene Daten zu veröffentlichen – unabhängig davon, ob ein Lösegeld gezahlt wird“, berichtet Barney.

  • Anmeldedaten von Mitarbeitern seien Teil der Unternehmensinfrastruktur und erforderten dieselbe Kontrolle und Überwachung wie jeder andere privilegierte Zugriffspunkt. Mitarbeiter sollten Anmeldedaten im Unternehmen daher als „hochwertiges Gut“ behandeln – einzigartig, geschützt und niemals mehrfach verwendet. Unternehmen ihrerseits benötigten Echtzeit-Transparenz darüber, wie diese Anmeldedaten genutzt werden.

Barneys Fazit: „Und sie benötigen Kontrollen, die anormale Zugriffe erkennen, bevor daraus eine Datenschutzverletzung wird. Die Steuerung und Kontrolle privilegierter Zugriffe ist keine Premium-Funktion mehr – sie gehört heute zum Standard.“

Weitere Informationen zum Thema:

KEEPER
Wir sind Keeper Security: Keeper Security transformiert Cybersicherheit für Menschen und Organisationen auf der ganzen Welt…

KEEPER
Keeper Security Author Shane Barney

KEEPER, Mai 2026
Keeper Security Infobericht: Identitätssicherheit in Maschinengeschwindigkeit / Identität ist heute die Grundlage für die Funktionsweise

SECURITY INSIDER, Melanie Staudacher, 08.07.2026
Ransomware-Gruppe „Unsafe“ Mutmaßlicher Cyberangriff bei der Deutschen Bank

it-daily.net, 08.07.2026
Daten im Darknet: Ransomware-Bande will bei Deutsche Bank eingebrochen sein

Dr. Web, Michael Dobler, 08.07.2026
Erst zwei Opfer, dann die Deutsche Bank: Was hinter der Erpressergruppe UnSafe steckt

datensicherheit.de, 02.04.2026
Wozu Einbruch in Unternehmens-Netzwerke, wenn es auch per Login geht / Der aktuelle „Ontinue Threat Intelligence Report“ für das zweite Halbjahr 2025 belegt, dass der Diebstahl von Zugangsdaten eine zunehmende Herausforderung für Unternehmen darstellt

datensicherheit.de, 09.04.2025
Neue Mitarbeiter: Vom Sicherheitsrisiko zum Verfechter der betrieblichen Cyber-Sicherheitsstrategie / Miro Mitrovic gibt vier Tipps für Unternehmen beim Onboarding neuer Mitarbeiter zur Integration in die eigene Cyber-Verteidigung

datensicherheit.de, 13.01.2025
Cyber-Kriminellen bevorzugen Login statt Einbruch / Personenbezogene Daten Hauptziel der Cyber-Angreifer

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Web-Analyse: 84 Prozent der Unternehmen treffen Entscheidungen auf Basis fragwürdiger Daten https://www.datensicherheit.de/web-analyse-84-prozent-unternehmen-entscheidung-basis-fragwuerdig-daten Thu, 09 Jul 2026 22:57:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55490 Aktuelle Matomo-Studie zeigt wachsende „Trust Gap“ in der Web-Analyse – zudem erhöht KI den Druck auf Datenqualität, Transparenz und Datensouveränität

[datensicherheit.de, 10.07.2026] Matomo zeigt in einer aktuellen Studie auf, dass Unternehmen ihren „Analytics“-Daten zwar vertrauten, deren Belastbarkeit jedoch häufig erst nachdem sie bereits Geschäftsentscheidungen getroffen haben infrage stellten. Demnach haben 84 Prozent der Unternehmen bereits Entscheidungen auf Basis später hinterfragter „Analytics“-Daten getroffen, nur 45 Prozent könnten automatisierten „Traffic“ eindeutig von realen Nutzern unterscheiden und 98 Prozent sehen Datenhoheit sowie -kontrolle als wichtigen Teil ihrer „Analytics“-Strategie. Für die vorliegende Studie „The Future of Web Analytics” habe Censuswide im Mai 2026 im Auftrag von Matomo insgesamt 300 Fach- und Führungskräfte aus Deutschland, Frankreich und den USA befragt. „Je 100 Befragte stammen aus einem der drei Märkte.“ Die Teilnehmer arbeiteten in den Bereichen „Web Analytics“, „Digital Analytics“, „IT“, „Data“ und „Marketing“ und seien unmittelbar für Web-Analyse, Datenmanagement oder „Analytics“-Strategien verantwortlich. Vertreten seien Unternehmen unterschiedlicher Branchen wie Technologie, Finanzdienstleistungen, E-Commerce, Gesundheitswesen, Industrie und aus dem öffentlichen Sektor.

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Foto: Matomo

Adam Taylor rät Unternehmen, Vertrauen systematisch in ihre „Analytics“-Strategie zu integrieren

92,3 Prozent der Befragten in Deutschland geben an, ihren „Analytics“-Daten zu vertrauen

Unternehmen verließen sich auf Web-Analyse, um Geschäftsentscheidungen zu treffen. Doch die Datengrundlage sei oft weniger belastbar, als viele annehmen. Laut der internationalen Studie „The Future of Web Analytics“ von Matomo haben bereits 84 Prozent der Unternehmen Geschäftsentscheidungen auf Basis von „Analytics“-Daten getroffen, die sie später infrage stellten oder als unvollständig bewerteten.

  • Für diese Studie seien insgesamt 300 Web-Analyse-Experten aus Deutschland, Frankreich und den USA befragt worden. Die Ergebnisse machten nun eine wachsende „Trust Gap“ sichtbar: Unternehmen vertrauten ihren „Analytics“-Daten grundsätzlich, würden indes deren Schwächen jedoch häufig erst im Nachhinein erkennen, „nachdem bereits Entscheidungen auf Basis der Daten getroffen wurden“.

Auch in Deutschland zeige sich dieses Spannungsfeld deutlich: „92,3 Prozent der Befragten geben an, ihren ,Analytics’-Daten zu vertrauen. Gleichzeitig berichten 48 Prozent, bereits mehrfach Entscheidungen auf Grundlage von Daten getroffen zu haben, die sie später hinterfragten oder als unvollständig einstuften.“

Erhöhter Druck auf verlässliche „Analytics“-Daten durch KI

Mit der zunehmenden Verbreitung Generativer Künstlicher Intelligenz (GenKI) gewinne die Qualität der Web-Analyse weiter an Bedeutung. Plattformen wie „ChatGPT“ oder „Perplexity“ entwickelten sich zu neuen „Traffic“-Quellen und veränderten das Nutzerverhalten grundlegend. Für „Analytics“-Teams werde es dadurch schwieriger, Besucherströme korrekt zu erfassen und auszuwerten.

  • Zwar hielten 95 Prozent der deutschen Befragten KI-generierten „Traffic“ für relevant und 87 Prozent beobachteten bereits Auswirkungen auf ihre „Analytics“-Daten. Gleichzeitig fehle vielen Unternehmen die notwendige Transparenz: „Nur 45 Prozent können automatisierten ,Traffic’ eindeutig von realen Nutzern unterscheiden.“ Dies erschwere unter anderem die Analyse von „Customer Journeys“, die Zuordnung von „Conversions“ und die verlässliche Bewertung von Kampagnen-Erfolgen.

Die Ergebnisse zeigten: KI ersetze die Grundlagen der Web-Analyse nicht – stattdessen mache sie verlässliche, nachvollziehbare und qualitativ hochwertige Daten wichtiger denn je.

Nur 27 Prozent priorisieren vollständig korrekte Daten

Mit der zunehmenden Komplexität der Web-Analyse durch KI rückten auch ihre Grundprinzipien wieder stärker in den Fokus. Gefragt nach den wichtigsten Eigenschaften einer idealen „Analytics“-Lösung würden 46 Prozent der deutschen Befragten die vollständige Einhaltung von Datenschutzvorgaben als höchste Priorität benennen.

  • 100-prozentige Datengenauigkeit folge mit 27 Prozent auf Platz 2. KI-gestützte Automatisierung spiele dagegen kaum eine Rolle: Lediglich zwei Prozent sähen diese als wichtigste Anforderung.

Auch bei der Auswahl einer „Analytics“-Plattform stünden Datenqualität und Verlässlichkeit an erster Stelle. Für viele Unternehmen bildeten sie weiterhin die Grundlage fundierter Geschäftsentscheidungen.

Für 98 Prozent Datenhoheit von hoher Bedeutung

Neben der Datenqualität komme auch der Kontrolle über Daten zunehmend eine große Bedeutung zu. 98 Prozent der deutschen Befragten bezeichneten Datenhoheit und -kontrolle als einen wichtigen Bestandteil ihrer „Analytics“-Strategie.

  • Gleichzeitig bevorzugten 68 Prozent ein Hosting der „Analytics“-Daten innerhalb der Europäischen Union (EU), seien aber mit globalen Anbietern einverstanden, „sofern geeignete Sicherheitsmaßnahmen gewährleistet sind“.

14 Prozent gingen noch einen Schritt weiter und forderten, dass „Analytics“-Daten ausschließlich innerhalb der EU gespeichert und verarbeitet sowie von europäischen Anbietern gehandhabt werden sollten.

Transparenz darüber gefordert, wo Daten gespeichert werden, wie sie verarbeitet werden und wer die Kontrolle darüber hat

Für deutsche Unternehmen beruhe das Vertrauen in die Web-Analyse damit nicht allein auf präzisen Daten. Ebenso entscheidend sei die Transparenz darüber, „wo Daten gespeichert werden, wie sie verarbeitet werden und wer die Kontrolle darüber hat“.

  • „Mehr Daten sorgen nicht automatisch für mehr Vertrauen. Entscheidend ist, ob Unternehmen ihre Daten nachvollziehen, überprüfen und mit gutem Gewissen für Entscheidungen nutzen können. Mit der weiten Verbreitung KI-gestützter Anwendungen wachsen die Anforderungen an Transparenz, Datenschutz und Datenqualität gleichermaßen“, kommentiert Adam Taylor, CEO von Matomo.

Abschließend gibt er zu bedenken: „Unternehmen, die Vertrauen systematisch in ihre ,Analytics’-Strategie integrieren, legen den Grundstein für bessere Entscheidungen, stärken das Vertrauen ihrer Kunden und fördern zugleich die europäische Datensouveränität!“

Weitere Informationen zum Thema:

matomo
Privacy-first analytics you can trust / Popular analytics tools can miss up to 40% of traffic. Matomo delivers accurate, GDPR-compliant analytics with full data ownership in a platform teams can set up in minutes

matomo, 18.02.2026
Matomo evolves its global leadership to drive international expansion

matomo
The Future of Web Analytics / What 300 experts say about trust, privacy and AI

datensicherheit.de, 14.11.2019
Analyse-Dienste für Webseiten nur mit Einwilligung zu nutzen / Bei der Einbindung von „Google Analytics“ u.a. ist geltendes Datenschutzrecht strikt zu befolgen

datensicherheit.de, 31.07.2015
Predictive Analytics: IT-Unterstützung für zukunftsorientiertes Controlling / Gefahren und Chancen rechtzeitig erkennen und proaktiv handeln

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Zum Start in die Sommerferien 2026: Stau-Informationen per Radio und App bevorzugt https://www.datensicherheit.de/start-sommerferien-2026-stau-informationen-radio-app-bevorzugung Thu, 09 Jul 2026 22:38:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55489 Wer auf vollen Straßen unterwegs ist, informiert sich über Staus und mögliche Ausweichrouten noch immer am häufigsten per Radio

[datensicherheit.de, 10.07.2026] Der Digitalverband Bitkom e.V. geht in einer aktuellen Meldung auf den Beginn der Sommerferien in Berlin, Brandenburg und Hamburg ein – womit offensichtlich auch der Reiseverkehr auf Deutschlands Autobahnen weiter Fahrt aufnimmt. Wer auf vollen Straßen unterwegs ist, informiert sich demnach über Staus und mögliche Ausweichrouten noch immer am häufigsten per Radio: 92 Prozent der Auto- und Motorradfahrer nutzten Verkehrsmeldungen im Radio – zugleich aber gewinnen Navigations-Apps auf Smartphone oder Tablet deutlich an Bedeutung:

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Foto: Bitkom

Paul Hannappel: Auch viele vernetzte Navigationsgeräte arbeiten mit Echtzeitdaten

Nur noch 41% nutzen festverbaute Navigationsgeräte im Auto für Stau-Informationen

Fast die Hälfte (46%) informiere sich inzwischen u.a. per „Google Maps“, „Apple“-Karten über drohende Staus. 2022 sei es noch ein Drittel (33%) gewesen. Spezielle Staumelder-Apps wie „Stau1“ oder „Staumelder Mobile“ würden von 21 Prozent (2022: 22%) genutzt.

  • Dies zeige jedenfalls eine repräsentative Befragung unter 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren, darunter 774 Auto- und Motorradfahrer. Bitkom Research habe im Auftrag im Zeitraum von der Kalenderwochen 17 bis 21 2026 durchgeführt.

Navigationsgeräte verloren hingegen an Bedeutung: 41 Prozent nutzten noch festverbaute Navigationsgeräte im Auto, um sich über das Stau-Aufkommen zu informieren; 2022 seien es noch 46 Prozent gewesen. Noch deutlicher sei der Rückgang bei mobilen Navigationsgeräten: Diese würden nur noch von zwölf Prozent genutzt, nach 35 Prozent im Jahr 2022. „Vor allem zum Ferienstart zählt für viele jede verlässliche Information über Staus, Baustellen und mögliche Ausweichrouten“, kommentiert Paul Hannappel, Mobilitätsexperte beim Bitkom.

KI-Assistenten werden erstvon drei Prozent für Stau-Informationen genutzt

Hannappel führt aus: „Auch viele vernetzte Navigationsgeräte arbeiten mit Echtzeitdaten, Navigations-Apps sind aber durch das Smartphone für die meisten sowieso immer griffbereit – bei der Planung vor der Abfahrt ebenso wie unterwegs. So lassen sich Fahrten frühzeitig planen und flexibel an die aktuelle Verkehrslage anpassen.“

  • Andere Informationswege spielten bislang nur eine geringe Rolle. KI-Chatbots oder KI-Assistenten wie „ChatGPT“, „Google Gemini“ oder „Microsoft Copilot“ würden von drei Prozent für Stau-Informationen genutzt werden – genauso viele wie klassische Online-Angebote, etwa Websites für Verkehrsmeldungen (3%).

Per Anruf, zum Beispiel beim ADAC, informierten sich zwei Prozent, per SMS- oder Messenger-Service ein Prozent. Zugleich zeige sich: „Ganz ohne Stau-Infos fährt praktisch niemand los. Null Prozent der Auto- und Motorradfahrerinnen und -fahrer geben an, sich gar nicht über Staus zu informieren.“

Weitere Informationen zum Thema:

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Paul Hannappel / Bereichsleiter Automotive & Logistics Bitkom e.V.

datensicherheit.de, 03.09.2025
Smartphone als Multifunktionsgerät: Wecker, Kamera, Navigationsgerät / Nach aktuellen Erkenntnissen des Digitalverbands Bitkom haben bereits knapp drei Viertel der Smartphone-Nutzer ihren Wecker vollständig oder größtenteils ersetzt

datensicherheit.de, 24.04.2026
Nutzer-Umfrage: Fast 50 Apps durchschnittlich auf jedem Smartphone installiert / Auch Basis-Apps mit großer Bedeutung: Für 44 Prozent ist der Taschenrechner auf dem Smartphone besonders wichtig – und für 43 Prozent die Notizen-App

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