Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Mittwoch, Januar 28, 2026 0:57 - noch keine Kommentare
149 Millionen gestohlene Benutzernamen: Erneut umfangreicher Datendiebstahl aufgedeckt
Eine cyberkriminelle Datenbank wurde offenbar mittels Infostealer-Malware zusammengestellt, welche unbemerkt Anmeldedaten von infizierten Geräten abgreift
[datensicherheit.de, 28.01.2026] Shane Barney, „Chief Information Security Officer“ (CISO) bei Keeper Security, geht in seiner aktuellen Stellungnahme auf einen Vorfall ein, bei dem eine öffentlich zugängliche Datenbank mit 149 Millionen gestohlenen Benutzernamen und Passwörtern vom Netz genommen werden musste, nachdem ein Experte diese Sicherheitslücke entdeckt und den Hosting-Anbieter darüber informiert hatte. Die Datenbank scheint demnach mithilfe von Infostealer-Malware zusammengestellt worden zu sein, welche unbemerkt Anmeldedaten von infizierten Geräten abgreift.

Keeper Security
Shane Barney warnt: Sobald ein Gerät kompromittiert ist, wird alles, womit der Nutzer interagiert, Teil des Sammelprozesses
Datensammlung weniger wegen der Größe als ihrer operativen Bedeutung relevant
„Die Zahlen sind erschreckend. Der Sicherheitsexperte fand 48 Millionen ,Gmail’-Zugangsdaten, dazu 17 Millionen ,fcebook’-Logins sowie 420.000 Konten der Kryptowährungs-Handelsplattform ,Binance’“, berichtet Barney.
- Doch dieser Vorfall habe sich nicht nur auf Verbraucher-Dienste beschränkt. Auch Zugangsdaten zu staatlichen Systemen aus mehreren Ländern hätten sich in der Datenbank neben Online-Banking-Zugängen, Kreditkartenkonten und Logins zu Streaming-Diensten befunden.
Barney führt aus: „Diese gemeldete Datensammlung ist weniger wegen ihrer Größe relevant, sondern wegen ihrer operativen Bedeutung. Es handelt sich nicht um eine Sicherheitsverletzung im klassischen Sinne und auch nicht um den Beleg eines einzelnen Versagens.“
Zugangsdaten für Verbraucherplattformen, Finanzdienstleister und staatliche Systeme
Vielmehr sei sie das Produkt eines „Ökosystems“, welches kontinuierlich Zugangsdaten von Endgeräten absauge und über längere Zeit unbemerkt Zugriffsrechte anhäufe.
- Sogenannte Infostealer zielten nicht auf einzelne Dienste ab, sondern auf Nutzer. „Sobald ein Gerät kompromittiert ist, wird alles, womit der Nutzer interagiert, Teil des Sammelprozesses.“
Deshalb tauchten Zugangsdaten für Verbraucherplattformen, Finanzdienstleister und staatliche Systeme nebeneinander auf.
Offline genommene Datenbank behebt zugrundeliegendes Problem nicht
Aus Sicht der Angreifer liege der Wert nicht in einem einzelnen Konto, sondern in der Möglichkeit, Identitäten zu korrelieren, Zugänge wiederzuverwenden und sich „seitlich“ innerhalb von Organisationen zu bewegen, ohne Alarme auszulösen.
- Die öffentliche Auffindbarkeit großer Mengen gestohlener Daten sei dabei fast nebensächlich. „Wichtiger ist, dass Verteidiger solche Funde häufig als isolierte Vorfälle behandeln, statt sie als Hinweis auf eine fortschreitende Erosion von Identitäten zu verstehen.“
Eine Datenbank offline zu nehmen, behebe das zugrundeliegende Problem nicht. Denn viele dieser Zugangsdaten blieben lange nach ihrem Diebstahl weiterhin gültig und vertrauenswürdig.
Kompromittierte Zugangsdaten inzwischen dauerhafter Zustand im Internet
Für Sicherheitsteams laute die zentrale Erkenntnis daher nicht einfach „Passwörter ändern!“. Vielmehr geht es darum anzuerkennen, dass kompromittierte Zugangsdaten inzwischen ein dauerhafter Zustand im Internet sind.
- Sicherheitskontrollen müssten davon ausgehen, dass Passwörter durchsickern, Endgeräte infiziert werden und Angreifer mit gültigen Anmeldedaten auftauchen.
Barneys Fazit: „Die Frage ist nicht mehr, wie sich jeder Diebstahl verhindern lässt, sondern wie wirksam der Zugriff begrenzt wird.“
Weitere Informationen zum Thema:
KEEPER
Keeper Security Author Shane Barney
WIRED, Lily Hay Newman, 23.01.2026
149 Million Usernames and Passwords Exposed by Unsecured Database / This “dream wish list for criminals” includes millions of Gmail, Facebook, banking logins, and more. The researcher who discovered it suspects they were collected using infostealing malware.
Aktuelles, Gastbeiträge - Jan. 27, 2026 14:15 - noch keine Kommentare
Cohesity-Studie zur Cyberresilienz deutscher Unternehmen
weitere Beiträge in Experten
- Digitale Souveränität: Mehrheit sieht Übernahme wichtiger Unternehmen in Deutschland kritisch
- Basis für Alarmketten: Neues Drohnen-Lagezentrum in Bayern
- eco-Position zu Regierungskonsultationen: Deutschland und Italien gemeinsam als digitaler Stabilitätsanker Europas
- Hüftgelenksarthrose: KI-Vorhersage des Erfolgs einer Hüft-OP
- DAX-40-Unternehmen: Cybersicherheit von einer Randnotiz zum strategischen Kernthema
Aktuelles, Branche - Jan. 28, 2026 0:57 - noch keine Kommentare
149 Millionen gestohlene Benutzernamen: Erneut umfangreicher Datendiebstahl aufgedeckt
weitere Beiträge in Branche
- Data Privacy Week 2026: Datenschutz ein europäischer Wettbewerbsvorteil
- Post-Quantum-Readiness: Akuter Anspruch für die Datensicherheit der Zukunft
- Strategische Prioritäten für Unternehmen 2026: Informationssicherheit, Compliance und Datenschutz
- Digitalisierung der Medizin: Datenflut schwemmt auch bösartige Dateien in Systeme des Gesundheitswesens
- Flexible Middleware Made in Leipzig: Sichere digitale Behördenkommunikation mit Procilon
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen


