Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von am Montag, Oktober 28, 2019 15:56 - noch keine Kommentare

HackerOne: 307 Millionen Euro Schaden günstig zu vermeiden

Datenschutzverletzungen könnten für lediglich 11.122 Euro wahrscheinlich vermieden werden

[datensicherheit.de, 28.10.2019] Eine aktuelle Untersuchung vergleicht laut HackerOne die Höhe der anfallenden Kosten bei einer Datenschutzverletzung mit dem Preis für eine identifizierte Schwachstelle auf dem „Bug Bounty“-Markt – demnach hätten Investitionen von umgerechnet rund 11.122 Euro potenzielle Folgekosten und Strafen in Höhe von umgerechnet rund 307 Millionen Euro verhindern können.

Kosten Datenschutzverletzung vs. Kosten für Schwachstellenaufdeckung

Abbildung: HackerOne

Kosten Datenschutzverletzung vs. Schwachstellenaufdeckung

Schwerwiegende Datenschutzverletzungen der letzten Jahre hätten drastisch gesenkt werden können

Eine neue Untersuchung, nach eigenen Angaben initiiert „von der Bug-Bounty- und Pentesting-Plattform“ HackerOne, lege offen, dass die Kosten für vier schwerwiegende Datenschutzverletzungen der letzten Jahre drastisch hätten gesenkt werden können:
Diese Datenschutzverletzungen hätten die betroffenen Unternehmen kumuliert rund 307 Millionen Euro gekostet, und wären mit Investitionen von insgesamt lediglich 11.122 Euro vermutlich verhindert worden.
Diese Schätzung basiere auf den durchschnittlich an Hacker gezahlten Vergütungen für das Aufdecken ähnlicher Schwachstellen im Rahmen eines „Bug Bounty“-Programms. Als Teil solcher Initiativen würden Hacker für das Aufdecken von sich möglicherweise verheerend auswirkenden Schwachstellen honoriert. Die Unternehmen bekämen einen detaillierten Bericht zur jeweiligen Schwachstelle und dazu Hinweise, wie man sie beseitigen kann, – und das, bevor Angreifer sich die Lücken zunutze machen.

Finanzielle Schäden und Reputationsverluste

Datenschutzverletzungen verursachten jährlich Schäden in Millionenhöhe und zögen „empfindliche Strafen“ nach sich. Zudem erschütterten Verstöße das Vertrauen der Kunden, hätten Reputationsverluste zur Folge und belasteten die finanzielle Bilanz eines Unternehmens.
So habe das Information Commissioner’s Office (ICO) als unabhängige Datenschutz-Aufsichtsbehörde in Großbritannien erst kürzlich verlauten lassen, dass British Airways mit einer Buße in Höhe von umgerechnet 212 Millionen Euro für den Verlust einer halben Million Kundendaten im letzten Jahr belegt werden solle.
Vermutlich hätten sich die Angreifer über eine „JavaScript“-Schwachstelle bei einem Drittanbieter Zugang zu den Systemen bei British Airways verschafft. Auf einer „Bug Bounty“-Plattform liege der Wert einer derartigen Schwachstelle zwischen etwa 4.600 und 9.300 Euro.

Schwachstellen mittels „Bug Bounty“-Programms aufdecken und verantwortungsvoll offenlegen

Gegenstand der Untersuchung von HackerOne waren nach eigenen Angaben die Kosten, welche auf Klagen und Verfahren sowie die verhängten Bußen bei vier schwerwiegenden Datenschutzverletzungen der letzten Jahre zurückgingen. Die betroffenen Unternehmen seien British Airways (2018), TicketMaster (2018), Carphone Warehouse (2018) und TalkTalk (2015).
Im Rahmen dieser Untersuchung seien diese Kosten mit den „Bug Bounty“-Honoraren verglichen worden, die für jene diesen Datenschutzverletzungen zugrundeliegenden Schwachstellen gezahlt worden wären. Insgesamt hätten die Kosten für alle vier Unternehmen zusammen umgerechnet rund 307 Millionen Euro betragen.
Wenn die betreffenden Schwachstellen im Rahmen eines „Bug Bounty“-Programms aufgedeckt und verantwortlich offengelegt worden wären, hätte das die Unternehmen zusammen zwischen 11.122 und rund 37.000 Euro gekostet. Diese Schätzungen basierten auf den durchschnittlich für diese Art von Schwachstellen gezahlten „Bug Bounties“.

Schwachstellen vorausschauend identifizieren und patchen!

Die Angriffsflächen vergrößerten sich weiter. Es bleibe eine andauernde Herausforderung, Cyber-Kriminellen einen Schritt voraus zu sein. Prash Somaiya, „Security Engineer“ bei HackerOne: „Die am besten geschützten Unternehmen und Organisationen sind sich bewusst, dass es verschiedene Wege gibt, herauszufinden, wo die gefährlichsten Schwachstellen liegen. Mithilfe eines ,Bug Bounty_-Programms und der Unterstützung von Hackern haben unsere Kunden 120.000 Schwachstellen identifizieren und beseitigen können und das, bevor ein Datenschutzverstoß aufgetreten ist.“
Ihre Untersuchung sei eine grobe Schätzung hinsichtlich der potenziell gezahlten „Bug Bounties“ innerhalb ihrer laufenden Programme mit Kunden in vergleichbaren Branchen.
Trotzdem zeige schon dieser Vergleich, dass Unternehmen Millionen sparen und Risiken senken könnten, „wenn sie ihre Schwachstellen vorausschauend identifizieren und patchen“.

Datenschutzverletzungen: Kostenvergleich mit Honoraren für Schwachstellenaufdeckung

Weltweit profitierten Unternehmen in Sachen IT-Sicherheit von „Bug Bounty“-Programmen und der Expertise von Hackern.
Der jährliche, vor kurzem veröffentlichte „Hacker-Powered Security Report“ bestätige, dass es in 77 Prozent aller Fälle lediglich 24 Stunden dauere, bis Hacker im Rahmen eines neu initiierten „Bug Bounty“-Programms die erste valide Schwachstelle meldeten.
25 Prozent der gefundenen validen Schwachstellen fielen in die Kategorie „hohes“ bis „kritisches“ Sicherheitsrisiko.

Weitere Informationen zum Thema:

|1:blog, 11.06.2019
THE HACKERONE TOP 10 MOST IMPACTFUL AND REWARDED VULNERABILITY TYPES

datensicherheit.de, 28.04.2019
HackerOne-Jahresbericht: Hacker Community wächst um 100 %



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