Aktuelles, Experten, Gastbeiträge - geschrieben von ks am Montag, September 21, 2009 15:25 - noch keine Kommentare
Ideal für Schulungen: CrypTool gibt kryptographischen Verfahren ein Gesicht
Neue Version der kostenlosen Krypto-Lern-Software für Oktober 2009 geplant
Von unserem Gastautor Klaus Schmeh
[datensicherheit.de, 21.09.2009] Die Open-Source-Software „CrypTool“ folgt einem einfachen Konzept – etwa 70 Verfahren aus der Kryptographie sind damit über eine Windows-Benutzeroberfläche per Mausklick ausführbar. Zweck von „CrypTool“ ist es jedoch nicht, diese Algorithmen produktiv zu nutzen. Vielmehr handelt es sich um eine Lern-Software, die Schülern, Studenten und anderen Interessierten den Einstieg in die Kryptographie erleichtern soll:
Verfahren wie der Advanced Encryption Standard (AES), das asymmetrische Kryptosystem RSA, der Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch oder die Cäsar-Chiffre, die in zahlreichen Büchern beschrieben werden, bekommen so ein Gesicht. An Schulen und Hochschulen, die Kryptographie unterrichten, ist „CrypTool“ längst Standard. Es gibt weltweit keine andere Krypto-Software, die einen vergleichbaren Funktionsumfang bietet.
„CrypTool“ bietet über 70 kryptographische Verfahren, die der Nutzer über eine grafische Benutzeroberfläche aufrufen kann
„CrypTool“ gibt es seit 1998. Initiator und Projektleiter ist Professor Bernhard Esslinger, Direktor IT-Sicherheit bei der Deutschen Bank. „Ich habe CrypTool einerseits ins Leben gerufen, um es für Mitarbeiterschulungen zu nutzen“, berichtet er. „Zudem wollte ich erreichen, dass kryptographische Implementierungen, die an Hochschulen entstehen, nicht in Vergessenheit geraten, sondern in einem geeigneten Rahmen weiterbestehen.“ In den vergangenen elf Jahren sorgten zahlreiche Software-Entwickler, Studenten und Kryptografie-Begeisterte für eine ständige Weiterentwicklung von „CrypTool“. Auch mehrere Unternehmen stellten kostenlos Code zur Verfügung. Bis heute koordiniert Esslinger die Programm-Entwicklung.
Mit der für Oktober 2009 geplanten Version 1.4.30 wird „CrypTool“ zahlreiche Detail-Verbesserungen bieten. Die Online-Dokumentation und das beiliegende Skript wurden erweitert, einige Fehler wurden korrigiert. Neu hinzu kommen unter anderem die klassischen Verschlüsselungsverfahren Skytale und Gartenzaun sowie eine Visualisierung der Abläufe beim Verschicken sicherer E-Mails mit dem S/MIME-Protokoll.
Die Vorbereitungen für das Release sind in vollem Gange, und Esslinger hofft, dass der vorliegende Artikel noch einige Beta-Tester mobilisieren wird, die dem Entwickler-Team Fehler oder Ungereimtheiten melden.
Als nächsten großen Schritt wollen Esslinger und seine Mitstreiter „CrypTool 2.0“ in Angriff nehmen. Dieses soll komplett in C# realisiert werden. Wie die aktuellen Versionen wird auch „CrypTool 2.0“ im Internet auf der CrypTool-Website kostenlos erhältlich sein.
Klaus Schmeh ist Autor der Bücher „Kryptografie — Verfahren, Protokolle, Infrastrukturen“ und „Codeknacker gegen Codemacher“
Weitere Informationen zum Thema:
CrypTool
Was ist CrypTool?
Klaus Schmeh
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