Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Dienstag, Juni 19, 2012 17:36 - ein Kommentar
Falsche Datenschützer: Düsseldorfer Kreis warnt vor unseriösen Telefonanrufen
Betrügerische Anrufer geben sich als Beschäftigte einer staatlichen Datenschutzinstitution aus
[datensicherheit.de, 19.06.2012] Die Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder warnen erneut vor betrügerischen Telefonanrufen, bei denen sich die Anrufer als Beschäftigte einer staatlichen Datenschutzinstitution ausgeben – dabei verwenden sie teilweise frei erfundene Behördenbezeichnungen, beispielsweise „Verwaltungszentrale für Datenschutz“, „Bundesdatenschutzzentrale“ oder „Bundes- bzw. Landesdatenschutzamt“.
Teilweise werde sogar die Rufnummernanzeige manipuliert und die Telefonnummer einer echten Datenschutzaufsichtsbehörde auf dem Display der Angerufenen angezeigt. Dabei gehe es keineswegs um den Datenschutz, im Gegenteil – das Vertrauen in staatliche Datenschutzinstitutionen werde von den Anrufern ausgenutzt, um persönliche Daten zu erschleichen und in betrügerischer Weise Zahlungen zu erwirken. Die Anrufer versprechen demnach, dass die eigenen Daten etwa bei „unseriösen Adresshändlern“ gelöscht würden oder man Hilfe erhalte, aus aufgedrängten Verträgen wieder herauszukommen.
Dafür werden Gebühren oder auch der Abschluss eines Zeitschriftenabonnements verlangt. Die Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder weisen darauf hin, dass sie von sich aus niemals Bürger anrufen würden, um gegen Entgelt ihre Hilfe anzubieten. Der Düsseldorfer Kreis empfiehlt, bei Zweifeln an der Seriosität der Anrufer auf Bedenkzeit zu bestehen.
Tipps des „Düsseldorfer Kreises“:
- Verraten Sie in solchen Telefonaten auf keinen Fall persönliche Informationen, insbesondere keine Bankverbindungsdaten.
- Notieren Sie sich, falls ersichtlich, die Rufnummer und beenden Sie das Gespräch.
- Machen Sie von Ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch, falls später behauptet wird, dass durch ein solches Telefonat ein Vertrag zustande gekommen sei.
- Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Bankkontoauszüge, um gegebenenfalls einer unberechtigten Lastschrift widersprechen zu können.
- Wenden Sie sich bei Betrugsverdacht an Ihre örtliche Polizeidienststelle.
- Wer bereits Opfer solcher unseriösen Anrufe geworden ist, kann auch Hilfe von den Verbraucherzentralen erhalten.
- Darüber hinaus können Sie Rufnummernmissbrauch und unerlaubte Telefonwerbung der Bundesnetzagentur melden. Formblätter für entsprechende Beschwerden werden auf deren Website „bundesnetzagentur.de“ angeboten. Daneben besteht die Möglichkeit, sich auch mit dem Telefonservice der Bundesnetzagentur unter der Rufnummer (0291) 99 55 206 in Verbindung zu setzen.
Die Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder arbeiten im „Düsseldorfer Kreis“ zusammen. Der Landesbeauftragte für Datenschutz- und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen, Ulrich Lepper, gibt die Presseinformation als derzeitiger Vorsitzender des Gremiums heraus. Sie böten keine kommerziellen Datenlöschungen an und kooperierten definitiv nicht mit Unternehmen, die dies tun. Lepper bittet die Bürgerinnen und Bürger, wachsam zu sein und solche Anrufe zu ihrem eigenen Schutz abzubrechen.
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