Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Mittwoch, Juli 9, 2025 0:09 - noch keine Kommentare
Der Fluch der ständigen Verfügbarkeit im Urlaub
Zwei Drittel der Urlauber laut Bitkom-Umfrage dienstlich erreichbar – vor allem auf Anrufe und Kurznachrichten wird dabei reagiert
[datensicherheit.de, 09.07.2025] Bitkom Research hat im Auftrag des Digitalverbands Bitkom e.V. 1.006 Personen ab 16 Jahren in Deutschland telefonisch befragt, „darunter 364 Berufstätige, die einen Sommerurlaub geplant haben“. Die Fragestellungen lauteten: „Sind Sie im Sommerurlaub in diesem Jahr beruflich erreichbar?“ und „Warum sind Sie im Urlaub erreichbar?“ Die Befragung fand demnach im Zeitraum von der Kalenderwochen 18 bis 21 2025 statt – die Gesamtumfrage sei repräsentativ.

Foto: Bitkom e.V.
Dr. Bernhard Rohleder sieht Vor- und Nachteile: Home-Office, mobiles Arbeiten und digitale „Tools“ machen es einfacher, jederzeit und von jedem Ort arbeiten zu können…
87 Prozent der Selbstständigen im Sommerurlaub erreichbar
Sommerzeit ist für viele Verbraucher auch Haupt-Urlaubszeit – aber das heißt für die meisten Urlauber nach aktuellen Bitkom-Erkenntnissen indes nicht, dass Dienst-Mobiltelefon und -Laptop auch wirklich aus bleiben:
- „Zwei Drittel (67%) der Berufstätigen, die in diesem Jahr einen Sommerurlaub machen, sind währenddessen dienstlich erreichbar. Demgegenüber will insgesamt ein knappes Drittel (32%) der Berufstätigen eine ungestörte Auszeit nehmen und während ihres Sommerurlaubs nicht auf berufliche Anfragen reagieren.“
Vor allem Selbstständige seien im Dauereinsatz: „87 Prozent von ihnen sind im Sommerurlaub erreichbar. Aber auch unter den angestellten Berufstätigen sind es noch 63 Prozent.“
Moderne IKT verwischt Grenzen zwischen Beruf und Freizeit, Arbeit und Urlaub
Nicht nur die Art der Erwerbstätigkeit, auch das Alter spiele bei der Frage nach der Erreichbarkeit eine Rolle: „Unter den 50- bis 64-jährigen Erwerbstätigen sind 73 Prozent im Sommerurlaub beruflich erreichbar, unter den 16- bis 29-jährigen Berufstätigen hingegen nur 57 Prozent.“
- „Home-Office, mobiles Arbeiten und digitale ,Tools’ machen es einfacher, jederzeit und von jedem Ort arbeiten zu können – verwischen jedoch zugleich die Grenzen zwischen Beruf und Freizeit, Arbeit und Urlaub“, kommentiert der Bitkom-Hauptgeschäftsführer, Dr. Bernhard Rohleder.
Die Gründe für die Erreichbarkeit trotz Urlaubs seien vielfältig: Nur 15 Prozent gäben an, aus eigenem Antrieb im Urlaub erreichbar zu sein. Deutlich häufiger stecke die tatsächliche oder vermutete Erwartung anderer dahinter: „57 Prozent derjenigen, die im Urlaub beruflich erreichbar sind, sagen, ihre Kolleginnen und Kollegen erwarten es von ihnen, gefolgt von der Erwartung von Vorgesetzten (52%).“
Arbeitgeber sind gefragt, durch geeignete Organisation den Urlaubsfrieden möglichst zu wahren
40 Prozent der Befragten meinten, die Kunden erwarteten es, 24 Prozent sagten dies von ihren Geschäftspartnern. Zehn Prozent sähen sich durch ihre Mitarbeiter zur Erreichbarkeit verpflichtet. Rohleder betont: „Berufliche Anfragen im Urlaub sollten die absolute Ausnahme bleiben!“
- Es liege in der Verantwortung der Arbeitgeber, im Sinne eines effektiven Arbeits- und Gesundheitsschutzes rechtzeitig Vertretungen zu organisieren und einvernehmlich verbindliche Regelungen für die Erreichbarkeit zu schaffen.
Dabei sind es laut Bitkom vor allem Kurznachrichten und Anrufe, durch die sich Berufstätige im Urlaub stören lassen: Zwei Drittel (66%) seien per Kurznachrichten (wie SMS oder „WhatsApp“) erreichbar, 63 Prozent gingen bei Anrufen ans Telefon. Rund ein Viertel (27%) sei per E-Mail erreichbar, 17 Prozent nähmen Videocalls wahr und acht Prozent ließen sich über Kollaborationstools wie „Microsoft Teams“ oder „Slack“ kontaktieren.
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