Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Montag, Juli 13, 2026 0:48 - noch keine Kommentare
QuantERA: Universität Paderborn bei europäischem Förderprojekt-Aufruf 2025 erfolgreich
Mit ihrem Vorhaben „Semidefinite Grundlagen für Quantencodes: Konvergenz, Schranken und Konstruktionen“ haben Wissenschaftler der Universität Paderborn mit Kollegen aus Berlin, Polen, Frankreich und Slowenien überzeugen können
[datensicherheit.de, 13.07.2026] Laut einer aktuellen Meldung der Universität Paderborn hat die Europäische Kommission – mit der Absicht, die länderübergreifende Zusammenarbeit in den Quantentechnologien zu stärken und bahnbrechende Forschungsleistungen zu fördern – den „QuantERA“-Aufruf 2025 gestartet. Getragen von 34 Förderorganisationen aus 29 Ländern, umfasst das Gesamtvolumen demnach rund 53 Millionen Euro. Von mehr als 1.400 Forschungsteams und 287 Anträgen seien genau 39 Projekte zur Finanzierung empfohlen worden. Mit ihrem Vorhaben „Semidefinite Grundlagen für Quantencodes: Konvergenz, Schranken und Konstruktionen“ hätten Wissenschaftler der Universität Paderborn mit Kollegen aus Berlin, Polen, Frankreich und Slowenien überzeugen können. Ziel sei die Entwicklung der mathematischen Grundlagen für Quantencodes, welche als eines der Schlüsselelemente beim Aufbau zukünftiger, fehlertoleranter Quantencomputer gälten.
Entwicklung fehlertoleranter Quantenberechnung
Von deutscher Seite ist laut der Meldung der Universität Paderborn u.a. Prof. Dr. Sevag Gharibian mit dem Spezialgebiet Quanteninformatik – Wissenschaftler am „Institut für Photonische Quantensysteme“ (PhoQS) sowie am „Institut für Informatik“ der Universität Paderborn – an diesem Projekt beteiligt: „Quantencomputer gehören zu den zentralen Zukunftstechnologien des 21. Jahrhunderts. Als leistungsfähige Instrumente lösen sie komplexeste Rechenprobleme – Aufgaben, bei denen die klassische Hardware an ihre Grenzen stößt.“ Im Projektkontext beschäftige er sich insbesondere mit Algorithmen, welche die Fehlerresistenz von Quantencomputern verbesserten.
- Gharibian führt hierzu aus: „Die fehlertolerante Quantenberechnung stützt sich auf die Quantenfehlerkorrektur, um das sogenannte Quantenrauschen und Informationsverluste einzudämmen. Allerdings ist das Verständnis für die fundamentalen Grenzen und praktischen Entwurfsprinzipien solcher Verfahren nach wie vor unzureichend.“
Sie wollten deshalb eine auf semidefiniter Programmierung basierende Grundlage zur Analyse und Konstruktion von Quantencodes und verwandten Ressourcen entwickeln. Vereinfacht ausgedrückt, suche man dabei nicht nach dem besten Wert für eine Variable, sondern nach der besten Matrix, welche bestimmte Bedingungen erfüllt und ein bestimmtes Ziel – z.B. eine minimale Fehlerquote – erreicht.
Universität Paderborn ein Standort für Quantenforschung auf Spitzenniveau
Das Projekt solle schlussendlich allgemeine Sätze, Benchmark-Tabellen und Open-Source-Software bereitstellen, welche diese Methoden implementierten und somit ein mathematisch solides sowie praktisch nützliches Werkzeugkastensystem für Quantenfehlerkorrektur, Ressourcenabschätzung und Quantensimulation böten.
- Die Universität Paderborn sei ein Standort für Quantenforschung auf Spitzenniveau. Dank ausgewiesener Experten in verschiedenen Fachdisziplinen liefen dort alle notwendigen Ressourcen zusammen, um Grundlagenforschung zu betreiben und deren Ergebnisse in die Anwendung zu bringen – Vorhaben, welche die Quantenforschung in Deutschland und darüber hinaus entscheidend prägten. An der Universität Paderborn und insbesondere am PhoQS verfolgten Wissenschaftler der Physik, Mathematik, Elektrotechnik und Informatik das Ziel, ein national und international führendes Zentrum für photonische Quantentechnologien zu etablieren. 2024 habe so beispielsweise der erste lichtbasierte Quantencomputer Deutschlands (PaQS) seine Arbeit aufnehmen können.
Gharibians Fazit: „Mit seinem kontinuierlichen Bestreben, die Zusammenarbeit im europäischen ,Ökosystem’ der Quantentechnologien zu fördern, ist es uns eine Ehre, Teil des renommierten ,QuantERA’-Netzwerks zu sein. Gemeinsam können wir dafür sorgen, Europa im Wettstreit um eine der wichtigsten Technologien unserer Zeit zu positionieren. Für diese Aufgabe sind wir an der Universität Paderborn bestens aufgestellt.“
Weitere Informationen zum Thema:
UNIVERSITÄT PADERBORN
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UNIVERSITÄT PADERBORN
Prof. Dr. Sevag Gharibian
PhoQS
Institut für Photonische Quantensysteme
Institut für Informatik
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