Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Freitag, Juli 10, 2026 0:57 - noch keine Kommentare
Web-Analyse: 84 Prozent der Unternehmen treffen Entscheidungen auf Basis fragwürdiger Daten
Aktuelle Matomo-Studie zeigt wachsende „Trust Gap“ in der Web-Analyse – zudem erhöht KI den Druck auf Datenqualität, Transparenz und Datensouveränität
[datensicherheit.de, 10.07.2026] Matomo zeigt in einer aktuellen Studie auf, dass Unternehmen ihren „Analytics“-Daten zwar vertrauten, deren Belastbarkeit jedoch häufig erst nachdem sie bereits Geschäftsentscheidungen getroffen haben infrage stellten. Demnach haben 84 Prozent der Unternehmen bereits Entscheidungen auf Basis später hinterfragter „Analytics“-Daten getroffen, nur 45 Prozent könnten automatisierten „Traffic“ eindeutig von realen Nutzern unterscheiden und 98 Prozent sehen Datenhoheit sowie -kontrolle als wichtigen Teil ihrer „Analytics“-Strategie. Für die vorliegende Studie „The Future of Web Analytics” habe Censuswide im Mai 2026 im Auftrag von Matomo insgesamt 300 Fach- und Führungskräfte aus Deutschland, Frankreich und den USA befragt. „Je 100 Befragte stammen aus einem der drei Märkte.“ Die Teilnehmer arbeiteten in den Bereichen „Web Analytics“, „Digital Analytics“, „IT“, „Data“ und „Marketing“ und seien unmittelbar für Web-Analyse, Datenmanagement oder „Analytics“-Strategien verantwortlich. Vertreten seien Unternehmen unterschiedlicher Branchen wie Technologie, Finanzdienstleistungen, E-Commerce, Gesundheitswesen, Industrie und aus dem öffentlichen Sektor.

Foto: Matomo
Adam Taylor rät Unternehmen, Vertrauen systematisch in ihre „Analytics“-Strategie zu integrieren
92,3 Prozent der Befragten in Deutschland geben an, ihren „Analytics“-Daten zu vertrauen
Unternehmen verließen sich auf Web-Analyse, um Geschäftsentscheidungen zu treffen. Doch die Datengrundlage sei oft weniger belastbar, als viele annehmen. Laut der internationalen Studie „The Future of Web Analytics“ von Matomo haben bereits 84 Prozent der Unternehmen Geschäftsentscheidungen auf Basis von „Analytics“-Daten getroffen, die sie später infrage stellten oder als unvollständig bewerteten.
- Für diese Studie seien insgesamt 300 Web-Analyse-Experten aus Deutschland, Frankreich und den USA befragt worden. Die Ergebnisse machten nun eine wachsende „Trust Gap“ sichtbar: Unternehmen vertrauten ihren „Analytics“-Daten grundsätzlich, würden indes deren Schwächen jedoch häufig erst im Nachhinein erkennen, „nachdem bereits Entscheidungen auf Basis der Daten getroffen wurden“.
Auch in Deutschland zeige sich dieses Spannungsfeld deutlich: „92,3 Prozent der Befragten geben an, ihren ,Analytics’-Daten zu vertrauen. Gleichzeitig berichten 48 Prozent, bereits mehrfach Entscheidungen auf Grundlage von Daten getroffen zu haben, die sie später hinterfragten oder als unvollständig einstuften.“
Erhöhter Druck auf verlässliche „Analytics“-Daten durch KI
Mit der zunehmenden Verbreitung Generativer Künstlicher Intelligenz (GenKI) gewinne die Qualität der Web-Analyse weiter an Bedeutung. Plattformen wie „ChatGPT“ oder „Perplexity“ entwickelten sich zu neuen „Traffic“-Quellen und veränderten das Nutzerverhalten grundlegend. Für „Analytics“-Teams werde es dadurch schwieriger, Besucherströme korrekt zu erfassen und auszuwerten.
- Zwar hielten 95 Prozent der deutschen Befragten KI-generierten „Traffic“ für relevant und 87 Prozent beobachteten bereits Auswirkungen auf ihre „Analytics“-Daten. Gleichzeitig fehle vielen Unternehmen die notwendige Transparenz: „Nur 45 Prozent können automatisierten ,Traffic’ eindeutig von realen Nutzern unterscheiden.“ Dies erschwere unter anderem die Analyse von „Customer Journeys“, die Zuordnung von „Conversions“ und die verlässliche Bewertung von Kampagnen-Erfolgen.
Die Ergebnisse zeigten: KI ersetze die Grundlagen der Web-Analyse nicht – stattdessen mache sie verlässliche, nachvollziehbare und qualitativ hochwertige Daten wichtiger denn je.
Nur 27 Prozent priorisieren vollständig korrekte Daten
Mit der zunehmenden Komplexität der Web-Analyse durch KI rückten auch ihre Grundprinzipien wieder stärker in den Fokus. Gefragt nach den wichtigsten Eigenschaften einer idealen „Analytics“-Lösung würden 46 Prozent der deutschen Befragten die vollständige Einhaltung von Datenschutzvorgaben als höchste Priorität benennen.
- 100-prozentige Datengenauigkeit folge mit 27 Prozent auf Platz 2. KI-gestützte Automatisierung spiele dagegen kaum eine Rolle: Lediglich zwei Prozent sähen diese als wichtigste Anforderung.
Auch bei der Auswahl einer „Analytics“-Plattform stünden Datenqualität und Verlässlichkeit an erster Stelle. Für viele Unternehmen bildeten sie weiterhin die Grundlage fundierter Geschäftsentscheidungen.
Für 98 Prozent Datenhoheit von hoher Bedeutung
Neben der Datenqualität komme auch der Kontrolle über Daten zunehmend eine große Bedeutung zu. 98 Prozent der deutschen Befragten bezeichneten Datenhoheit und -kontrolle als einen wichtigen Bestandteil ihrer „Analytics“-Strategie.
- Gleichzeitig bevorzugten 68 Prozent ein Hosting der „Analytics“-Daten innerhalb der Europäischen Union (EU), seien aber mit globalen Anbietern einverstanden, „sofern geeignete Sicherheitsmaßnahmen gewährleistet sind“.
14 Prozent gingen noch einen Schritt weiter und forderten, dass „Analytics“-Daten ausschließlich innerhalb der EU gespeichert und verarbeitet sowie von europäischen Anbietern gehandhabt werden sollten.
Transparenz darüber gefordert, wo Daten gespeichert werden, wie sie verarbeitet werden und wer die Kontrolle darüber hat
Für deutsche Unternehmen beruhe das Vertrauen in die Web-Analyse damit nicht allein auf präzisen Daten. Ebenso entscheidend sei die Transparenz darüber, „wo Daten gespeichert werden, wie sie verarbeitet werden und wer die Kontrolle darüber hat“.
- „Mehr Daten sorgen nicht automatisch für mehr Vertrauen. Entscheidend ist, ob Unternehmen ihre Daten nachvollziehen, überprüfen und mit gutem Gewissen für Entscheidungen nutzen können. Mit der weiten Verbreitung KI-gestützter Anwendungen wachsen die Anforderungen an Transparenz, Datenschutz und Datenqualität gleichermaßen“, kommentiert Adam Taylor, CEO von Matomo.
Abschließend gibt er zu bedenken: „Unternehmen, die Vertrauen systematisch in ihre ,Analytics’-Strategie integrieren, legen den Grundstein für bessere Entscheidungen, stärken das Vertrauen ihrer Kunden und fördern zugleich die europäische Datensouveränität!“
Weitere Informationen zum Thema:
matomo, 18.02.2026
Matomo evolves its global leadership to drive international expansion
matomo
The Future of Web Analytics / What 300 experts say about trust, privacy and AI
datensicherheit.de, 14.11.2019
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