Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Mittwoch, Juni 29, 2016 22:13 - noch keine Kommentare
Großteil europäischer Unternehmen nicht richtig gegen Cyber-Attacke gerüstet
Veraltete Technologien erschweren Erkennung von Sicherheitsverstößen durch böswillige und unbedachte Mitarbeiter
[datensicherheit.de, 29.06.2016] Naive Mitarbeiter stellen laut einer Studie von Splunk und IDC eine größere IT-Sicherheitsbedrohung für Unternehmen dar als böswillige. Diese Studie zeigt demnach, dass die meisten europäischen Unternehmen durch Insider verursachte Sicherheitsverstöße kaum wahrnehmen, da sie nicht wissen, woran sie diese erkennen.
Europäische Unternehmen blind gegenüber Bedrohungen aus eigenen Reihen
Splunk hat gemeinsam mit IDC eine europäische Studie mit dem Titel “Detecting and Responding to the Accidental Breach: The Impact of the Hapless User” („Unbeabsichtigte Sicherheitsverstöße erkennen und mit Gegenmaßnahmen reagieren: Die Auswirkungen unbeabsichtigter Handlungen von Benutzern“) veröffentlicht.
Die von Splunk in Auftrag gegebene Erhebung zeige, dass europäische Unternehmen Bedrohungen aus den eigenen Reihen nicht wirklich begriffen. Sie seien einer der Hauptgründe für Sicherheitsverstöße und könnten sowohl von böswilligen Mitarbeitern als auch von unbedachten Nutzern stammen.
Mangelhafte Früherkennung
Acht von zehn Unternehmen verließen sich zu sehr auf Sicherheitsmaßnahmen, die auf Systemschutz ausgelegt seien. Die Technologien würden allerdings keine zu einem Sicherheitsverstoß führenden Nutzeraktivitäten erkennen. Dementsprechend könnten Unternehmen nicht reagieren.
Fast ein Drittel der Befragten nutze keine grundlegenden Methoden der Bedrohungserkennung, und weniger als ein Fünftel verlasse sich auf eine Security-Analytics-Lösung.
Falscher Gefahren-Fokus
Unbedachte Nutzer stellten eine größere Bedrohung dar als böswillige Mitarbeiter. Nur zwölf Prozent der Befragten stuften sogenannte „Insider Threats“ als sehr besorgniserregend ein. Die meisten Unternehmen sähen ein größeres Risiko in Viren (67 Prozent), hochentwickelten, andauernden Bedrohungen (Advanced Persistent Threats) (42 Prozent), Phishing-Attacken (28 Prozent) und fahrlässig handelnden Nutzern (27 Prozent).
Die meisten dieser Attacken könnten auch von einer anderen Art der unternehmensinternen Bedrohung stammen – dem „naiven“ Nutzer, dessen persönliche Zugangsdaten entwendet würden. Dadurch, dass Unternehmen diese Art von Nutzer nicht im Blick hätten, hielten sie an den falschen Stellen Ausschau nach Attacken und Datenschutzverletzungen.
Durch Insider verursachte Sicherheitsverstöße kaum erkannt
Unternehmen würden durch Insider verursachte Sicherheitsverstöße kaum erkennen. Die Umfrageteilnehmer nennen demnach drei Hürden bei der Untersuchung von Sicherheitsverletzungen im eigenen Unternehmen:
- Unwissenheit darüber, wonach Ausschau gehalten werden muss (40 Prozent),
- mangelndes Training (39 Prozent) und
- fehlende Kenntnis, was in den verschiedenen Abteilungen des
Unternehmens als „normales Nutzerverhalten“ erachtet wird (36 Prozent).
Den meisten Unternehmen fehlten die Technologien, das Verständnis und die Konzepte dafür, Sicherheitsverstöße rechtzeitig zu erkennen. Ein Großteil der europäischen Unternehmen verlasse sich noch auf für den traditionellen Netzwerk-Perimeterschutz entwickelte Technologien. Fast alle Befragten würden den Mehrwert von Firewalls (98 Prozent) und Antiviren-Software (96 Prozent) erkennen – jedoch halte es kaum jemand für nötig, diese durch „Security Analytics“ (15 Prozent) oder „User Behavior Analytics“ und Anomalieerkennung (12 Prozent) abzusichern. Damit würden sich Sicherheitsverletzungen jedoch erkennen lassen, sobald sie stattfinden. Hinzu komme, dass weniger als die Hälfte der Teilnehmer ein internes „Computer Emergency Reponse Team“ (CERT) (41 Prozent) oder ein „Security Operations Center“ (SOC) (34 Prozent) habe.
Datenschutzverletzungen unvermeidbar
Europäische Unternehmen müssten sich eine „Detect-and-Respond“-Mentalität aneignen, betont Haiyan Song, „Senior Vice President of Security Markets“ bei Splunk. Da sich Bedrohungsmuster stets änderten, sollten Sicherheitsteams datengetriebenes „Security Information and Event Management“ (SIEM) sowie maschinelles Lernen nutzen, um verdächtige und böswillige Nutzeraktivitäten frühzeitig zu identifizieren. „Mit diesen Lösungen erkennen, erforschen und reagieren Unternehmen automatisiert und angemessen auf Datenschutzverstöße“, erläutert Song. So vermieden sie einen Reputationsverlust und finanzielle Schäden durch solche Vorfälle.
Sicherheitsverstöße ließen sich auf Dauer nie ganz vermeiden – Sicherheitsexperten falle es allerdings schwer, das zu akzeptieren. Nicht umsonst verwendeten sie große Budgets dafür, Verstöße zu verhindern, so Duncan Brown, „Research Director, European Security Practice“ bei IDC. Der Großteil der Unternehmen habe in den vergangenen zwei Jahren einen Sicherheitsverstoß erlebt. Im Durchschnitt brauchten Firmen aber acht Monate, um solche Sicherheitslecks überhaupt zu erkennen. „Es ist aber wichtig, dass Unternehmen Sicherheitsverletzungen genau dann bemerken, wenn sie passieren“, unterstreicht Brown. Mit einem datengetriebenen Ansatz könnten sie Bedrohungen frühzeitig erkennen und angemessen darauf reagieren. So könnten Unternehmen mit allen Arten von Bedrohungen umgehen – vom Hacker über den Unbedachten bis hin zum böswilligen Mitarbeiter.
Weitere Informationen zum Thema:
IDC
DETECTING AND RESPONDING TO THE ACCIDENTAL BREACH: THE IMPACT OF THE HAPLESS USER
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