Aktuelles, Branche - geschrieben von am Dienstag, Januar 11, 2022 17:11 - noch keine Kommentare

Microsoft-Produkte als Herausforderung: Datenschützer haben es 2022 schwer

Weite Verbreitung von Microsoft in deutschen Firmen lässt Datenschutz in weiten Teilen der deutschen Wirtschaft auf tönernen Füßen stehen

[datensicherheit.de, 11.01.2022] „Die Rolle der Datenschutzbeauftragten in den Unternehmen wird im neuen Jahr schwieriger werden“, prognostiziert Detlef Schmuck, Geschäftsführer des deutschen Datendienstes TeamDrive GmbH. Vor allem die breitflächige Nutzung von Software des US-Anbieters Microsoft in der deutschen Wirtschaft stelle ein zunehmendes Problem dar, weil dadurch die Gefahr bestehe, dass personenbezogene Daten in die USA gelangten. Seitdem der Europäische Gerichtshof (EuGH) das transatlantische Datenschutzabkommen „EU-US Privacy Shield“ 2020 für ungültig erklärt hatte, stehe der Datenschutz in weiten Teilen der deutschen Wirtschaft auf „tönernen Füßen“, warnt der TeamDrive-Chef.

Gesetzeskonformer Einsatz gängiger Microsoft-Programme nur möglich, wenn Datenhaltung konsequent nicht in den USA erfolgt

Schmuck erläutert: „Die gängigen Microsoft-Programme wie ,Windows‘, ,Teams‘, ,Office‘ und ,365‘ lassen sich hierzulande nur gesetzeskonform verwenden, wenn die Datenhaltung konsequent aus den USA herausgehalten wird.“
Doch genau dies sei schwierig, weil es hierzu detaillierter Einstellungen bedürfe, insbesondere um den Microsoft-eigenen US-Datendienst „OneCloud“ von den Installationen fernzuhalten.

Microsoft hat bei jedem Update von Programmen Gelegenheit zum Einschleusen von OneCloud

Zudem lasse sich eine dauerhaft gesetzeskonforme Installation nur schwer aufrechterhalten, weil Microsoft mit jedem Update bei jedem Programm die Gelegenheit erhalte, „OneCloud“ neu einzuschleusen oder sonstige Einstellungen zu ändern. So gebe es beispielsweise konkrete Hinweise darauf, dass Microsoft bei Updates von „Windows“ seinen US-Clouddienst immer wieder automatisch einspiele.

Die Datenschutzbeauftragten müssten also kontinuierlich überprüfen, „ob ihre Unternehmen noch gesetzeskonform zur Datenschutz-Grundverordnung arbeiten oder sich möglicherweise durch ein Update oder eine sonstige Änderung ungewollt in die Illegalität begeben haben“ – dies sei kein leichter Job für 2022, so Schmuck.



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