Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Mittwoch, März 18, 2026 8:39 - noch keine Kommentare
Recht auf Leben ohne Digitalzwang: Digitalcourage-Petition im Endspurt
Am „Tag des Grundgesetzes“ soll die Digitalcourage-Petition in Berlin an Abgeordnete des Bundestages (MdB) übergeben werden
[datensicherheit.de, 18.03.2026] Der Digitalcourage e.V. meldet, dass bereits mehr als 55.000 Menschen seine „Digitalzwang“-Petition unterstützen. Zum 23. Mai 2026, am „Tag des Grundgesetzes“, soll diese Petition in Berlin an Abgeordnete des Bundestages (MdB) überreicht werden – bis dahin sollen mindestens 75.000 Unterschriften erreicht werden.

Abbildung: Digitalcourage e.V.
Digitalcourage fordert: Digitalisierung darf nicht zur Voraussetzung für Teilhabe werden!
Digitalcourage fordert analoge Alternativen zur Sicherung der Teilhabe aller
„Fahrkarten per App, Behördentermine nur online: Immer mehr Alltagsangebote funktionieren ausschließlich digital…“ Auch die Bundesregierung habe im Koalitionsvertrag auf „Digital Only“ bei Verwaltungsleistungen gesetzt. Wer kein Smartphone nutzt oder keine Apps installieren möchte, stößt demnach schnell auf Hürden.
- „Dies schränkt immer mehr Menschen ein.“ Dies zeige auch der „Digitalzwang-Melder“ von Digitalcourage. Mit diese hätten Bürger bereits Tausende Beispiele eingereicht. Täglich kämen neue hinzu.
„Digitalisierung kann vieles erleichtern, aber sie darf nicht zur Voraussetzung für Teilhabe werden!“, betont Rena Tangens, Mitgründerin von Digitalcourage. Sie unterstreicht: „Wenn Angebote der Grundversorgung nur noch digital erreichbar sind, werden Menschen ausgeschlossen. Analoge Alternativen sichern Teilhabe.“
Analoger Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wird zunehmend erschwert
Dass das Problem viele Menschen offenkundig betrifft, zeigen laut Digitalcourage aktuelle Zahlen des Statistisches Bundesamts (Destatis, Mikrozensus 2025): Allein unter den 16- bis 74-Jährigen hätten rund 2,1 Millionen Menschen in Deutschland das Internet noch nie genutzt. Besonders die Altergruppe der 65- bis 74-Jährigen steche heraus: Etwa zehn Prozent seien offline.
- Wenn Fahrkarten, Terminvergaben oder andere Angebote ausschließlich digital organisiert sind, wird – so die Kritik von Digitalcourage – für diese Menschen der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen schwierig.
Doch Digitalzwang betreffe nicht nur ältere Menschen. Auch soziale Faktoren spielten eine Rolle. „Digitalzwang trifft auch Menschen mit wenig Geld“, erläutert Max Hampel, „Campaigner“ bei Digitalcourage. Er führt hierzu aus: „Viele Apps laufen nur auf neueren Smartphones. Wer sich kein aktuelles Gerät leisten kann oder kein dauerhaftes Datenvolumen hat, bleibt außen vor. Auch Menschen, die weder Google noch Apple ihre Daten geben möchten, werden ausgeschlossen.“
Digitale Angebote sollten verbessern und ergänzen – nicht ersetzen
Die vorliegende Petition von Digitalcourage fordert eine Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes: „Niemand darf benachteiligt werden, weil er oder sie Online-Zugänge nicht nutzt.“ Menschen müssten Fahrkarten kaufen, Behördentermine vereinbaren oder Verträge abschließen können – auch ohne Smartphone oder App.
- Digitalcourage betont zugleich: „Die Initiative richtet sich nicht gegen Digitalisierung!“ Auch die öffentliche Verwaltung müsse digitaler werden. Entscheidend sei jedoch, „dass dabei niemand ausgeschlossen wird“. Digitale Angebote sollten verbessern und ergänzen – nicht ersetzen. Analoge Zugänge müssten erhalten bleiben.
Die Petition kann online auf der Digitalcourage-Website unterzeichnet werden. Alternativ könnten auch Petitionsblöcke bei Digitalcourage bestellt werden, um die Kampagne analog zu unterstützen. „Jede weitere Unterschrift erhöht den Druck auf die Politik, Digitalisierung so zu gestalten, dass niemand ausgeschlossen wird.“
Weitere Informationen zum Thema:
digitalcourage
Team
DESTATIS Statistisches Bundesamt, 24.02.2026
Zahl der Woche: Gut 3 % der Bevölkerung im Alter von 16 bis 74 Jahren in Deutschland sind offline
datensicherheit.de, 11.02.2026
Digitalcourage e.V. ruft zur Mitzeichnung auf: Recht auf ein Leben ohne Digitalzwang soll ins Grundgesetz / Digitalisierung ohne Alternativen wird zum Digitalzwang und schließt viele Menschen von der Daseinsvorsorge aus
datensicherheit.de, 22.05.2024
Leben ohne Digitalzwang: Digitalcourage startet Petition am 23. Mai 2024 / Der Trend zum Digitalzwang macht sich breit – immer öfter wird gefordert, sich einzuloggen, online zu registrieren oder eine App herunterzuladen
datensicherheit.de, 01.06.2021
Digitalcourage kritisiert zunehmenden Digitalzwang / Über den Digitalzwangmelder werden von Digitalcourage Beispiele gesammelt und ausgewertet
Aktuelles, Experten - März 18, 2026 8:39 - noch keine Kommentare
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