Aktuelles, Branche - geschrieben von cp am Freitag, Oktober 2, 2015 17:02 - noch keine Kommentare
Palo Alto Networks: Comeback von Malware im Finanzsektor
Nur wenige Antivirus-Lösungen erkennen den Banking-Trojaner Dridex
[datensicherheit.de, 02.10.2015] Im September 2015 berichteten Medien über Festnahmen der mutmaßlichen Schlüsselfiguren einer Bande von Cyberkriminellen, die hinter der Entwicklung und Verbreitung des Banking-Trojaners Dridex steckt. Unit 42, das Forschungszentrum von Palo Alto Networks, beobachtete seitdem eine deutliche Abnahme der Aktivität im Zusammenhang mit diesem Banking-Trojaner – zumindest bis gestern (01.10.2015). So wurde entdeckt, dass Dridex mit einer großen E-Mail-Phishing-Kampagne erneut in der Bedrohungslandschaft in Aktion getreten ist. Mithilfe der AutoFocus-Plattform des Unternehmens wurden Malware-Proben identifiziert, die mit dem Wiederaufleben von Dridex in Zusammenhang stehen. Von Dridex waren in diesem Jahr auch Nutzer in Deutschland bereits betroffen.
Die Akteure, die aktuell hinter Dridex stehen, greifen auf Microsoft-Word-Dateien (.doc) mit eingebetteten Makros zurück, wie es bereits Anfang des Jahres der Fall war. Mit dem Bartalex-Kit, einer der Lieblingsbaukästen für viele Internetkriminelle, werden diese Makros erstellt, um bösartigen Inhalt zu transportieren. Wenn ein Benutzer das schädliche Dokument öffnet, greift der Makrocode auf eine URL zu und lädt die ausführbare Dridex-Datei herunter.
Derzeit erkennen nur 17 von 56 Virustotal-AV-Scannern die Doc-Dateien, die dem Wiederaufleben von Dridex zugerechnet werden, als bösartig. Nur zwei Anti-Virus-Scanner erkennen zudem den bösartigen Inhalt der Datei.
Die bösartigen Doc-Dateien, die identifiziert wurden, verwenden alle eine ähnliche Reihenfolge in ihrer Namenskonvention (z.B. „Order-SO00653333-1.doc“). Der Empfänger wir dazu aufgefordert, den Anhang auszudrucken. Obwohl diese Phishing-Ködertaktik nicht besonders anspruchsvoll ist, erweist sie sich nach wie vor als überraschend effektiv, um das Ziel der bösartigen Akteure zu erfüllen.
Cyberkriminelle, vor allem diejenigen, die es zu Wohlstand gebracht und sich langfristig etabliert haben, werden weiterhin Gefahren für Unternehmen und Heimanwender gleichermaßen darstellen. Dies wird sich so fortsetzen – trotz aller Rückschläge für die Cyberbanden als Folge von Verhaftungen oder operativen Herausforderungen. Auch wenn offenbar wichtige Akteure im Dridex-Team verhaftet worden sind, könnte die Organisation, die sie hinterlassen, sehr wohl in der Lage sein, vorerst aktiv zu bleiben. Anderenfalls warten andere kriminelle Gruppen ständig darauf, ein entstehendes Vakuum oder eine Gelegenheit zu nutzen. Das Wiederaufleben von Dridex im Oktober 2015 ist ein Beispiel dafür, wie Bedrohungen dieser Art sich anpassen und weiterentwickeln.
Aktuelles, Experten - Mai 15, 2026 0:59 - noch keine Kommentare
Datensouveränität im KI-Zeitalter als strategisches Muss für IT-Entscheider
weitere Beiträge in Experten
- Motivation der Digitalministerkonferenz in Hamburg: Verwaltung und Staat für Digitalisierung und Vernetzung fit zu machen
- Bundeslagebild Cybercrime 2025: Deutlicher Anstieg bei DDoS-Angriffen
- SBOM for AI: G7-Richtlinie zur Software Bill of Materials for Artificial Intelligence veröffentlicht
- How tech giants are building data centers for the next generation of AI
- Cybersicherheitsmonitor 2026: Jeder zehnte Verbraucher im Vorjahr von Cyberkriminalität im Alltag betroffen
Aktuelles, Branche - Mai 16, 2026 0:49 - noch keine Kommentare
Ransomware-Gruppe „Nitrogen“ hat Foxconn-Werk in den USA angegriffen
weitere Beiträge in Branche
- HarfangLab: Europas KMU laut Bundeslagebild Cyberkriminalität 2025 stärker gefährdet als je zuvor
- NIS-2-Umsetzung: Trotz Investitionen in IT-Sicherheit hinken viele Krankenhäuser hinterher
- Fußball-Weltmeisterschaft 2026: Cyberkriminelle Hochsaison voraus
- How tech giants are building data centers for the next generation of AI
- Vermeintlicher Tech Support: Scam-Kampagne adressiert C-Level in Unternehmen
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen



Kommentieren