Aktuelles, Experten - geschrieben von cp am Mittwoch, Februar 16, 2011 22:31 - noch keine Kommentare
Buchautor Franz Kotteder: Es gibt keinen Grund zum Verzicht auf Privatsphäre
Aktuelles Werk „Die wissen alles über Sie“ thematisiert auch die Volkszählung 2011
[datensicherheit.de, 1602.2011] Der Redline Verlag widmet sich in seinem Newsletter Februar 2011 dem bevorstehenden Zensus 2011:
Fast täglich würden wir unsere persönlichen Daten freiwillig oder unfreiwillig hergeben – und damit selbst den Datenschutz aushebeln, so Redline. Kundenkarten, Internetbestellungen und Rabattsysteme sorgten dafür, dass Unternehmen komplette Datenprofile über ihre Kunden erstellen könnten. Soziale Netzwerke verleiteten dazu, persönliche Angaben aller Art freiwillig ins Internet zu stellen.
Der Autor Franz Kotteder möchte die Bürger nun aus ihrer Unmündigkeit befreien – er sei überzeugt, dass es keinen Grund gebe, auf Privatsphäre zu verzichten. Sein aktuelles Buch „Die wissen alles über Sie“ zeigt die Gefahren des Identitätsdiebstahls und der Bürgerüberwachung auf. Zur aktuellen Volkszählung zum Stichtag 9. Mai 2011 werden darin grundsätzliche Informationen gegeben. So müsse etwa jeder zur Befragung Ausgewählte 46 Fragen beantworten – neben jenen zum Alter, zur Schulbildung, zum Beruf, zur Wohnsituation oder zu Lebenspartnern kämen auch solche über einen möglichen „Migrationshintergrund“ oder die Arbeitsfähigkeit vor. Von den mehr als 80 Millionen Menschen in Deutschland würden hierzu 7,9 Millionen über ein Zufallsverfahren für die Haushaltebefragung ausgewählt, um direkt Auskunft zu geben. Außerdem würden rund 17,5 Millionen Haus- und Wohnungseigentümer befragt, so dass am Ende etwa ein Drittel der Bevölkerung Auskunft geben müsse. Es bestehe übrigens eine Auskunftspflicht – wer sich weigere, gegen den könne ein Bußgeld bis zu 5.000 Euro verhängt werden, wobei sich die Behörden nach eigenen Angaben in der Regel aber auf rund 300 Euro beschränken wollten.
Kotteder thematisiert auch die Bedenken gegen den Zensus 2011. Es könnten etwa selbst nach Löschung der Identifikationsnummer mit Hilfe von spezieller Software die verbleibenden Daten dazu genutzt werden, Persönlichkeitsprofile zu erstellen, so einer der Kritikpunkte. Im schlimmsten Fall könnte nach einem großen Terroranschlag in der Dimension des 11. September 2001 die politische Bereitschaft groß sein, die Daten doch auch zur Rasterfahndung heranzuziehen. Ferner könnten sich Cracker Zugriff zu den zusammengeführten Daten verschaffen und hätten damit die größte und kompletteste Datensammlung Deutschlands in der Hand.
Das Buch zur Volkszählung 2011 von Franz Kotteder
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