USB-Einfallstore: IT-Sicherheitslücken im Bundestagsnetz

Thorsten Krüger, „Director Sales IDP DACH“ & CEE bei Gemalto, nimmt zu den aktuellen IT-Sicherheitslücken im Bundestagsnetz Stellung.
Thorsten Krüger, CEE Gemalto
Foto: Thales

Verschlüsselung nur so sicher wie die verwendeten Schlüssel

[datensicherheit.de, 19.04.2017] In einer aktuellen Stellungnahme hat sich Thorsten Krüger, „Director Sales IDP DACH“ & CEE bei Gemalto, zu den aktuellen IT-Sicherheitslücken im Bundestagsnetz geäußert:

Eindringlinge könnten jederzeit Daten entwenden und kompromittieren

Aktuell weise das IT-Unternehmen Secunet in einem Bericht, der im Auftrag der Bundestagsverwaltung angefertigt worden sei, auf mehrere Sicherheitslücken in der IT-Infrastruktur des Deutschen Bundestags hin.
Laut einem Beitrag der „TAGESSCHAU“ werde in diesem Bericht ausgeführt, dass USB-Anschlüsse im Bundestag zurzeit nicht beschränkt seien. Ähnliches gelte für offen zugängliche Netzwerkanschlüsse. Angreifer könnten – mit entsprechender Technik ausgestattet – im Bundestagsgebäude den Netzwerkverkehr mitschneiden und auslesen.
Das bedeutet, so Krüger, Eindringlinge könnten jederzeit Daten aus dem Netzwerk entwenden und kompromittieren.

Thorsten Krüger, CEE Gemalto
Foto: Gemalto

Thorsten Krüger rät, auf das „richtige Schlüsselmanagement“ zu setzen

Effektives Krypto-Schlüsselmanagement gefragt

Eine Ursache sei diesem Bericht nach, dass die IT-Verwaltung auch zwei Jahre nach dem Hacker-Angriff schwach aufgestellt sei. Die zuständige Abteilung habe zu wenig Personal und keine ausreichenden Kompetenzen.
Krüger dazu: „Auch wenn es an den Ressourcen mangelt: Organisationen sollten immer damit rechnen, dass sie attackiert werden. Die Frage ist nur wann und in welchem Ausmaß.“ Dabei sei die Identifizierung und Verschlüsselung aller sensiblen Daten innerhalb einer Organisation nur der erste Schritt.
Wichtiger sei das richtige Schlüsselmanagement – effiziente Verschlüsselung sei nur so sicher wie die verwendeten Schlüssel, betont Krüger und führt weiter aus: „Mittels einer Krypto-Management-Plattform werden diese Schlüssel erzeugt, gespeichert und sicher verwaltet. Denn nur wenn alle kryptographischen Schlüssel vor Eindringlingen sicher bleiben, sind auch verschlüsselte Daten im Falle einer Kompromittierung für Cyber-Kriminelle nutzlos.“

Weitere Informationen zum Thema:

tagesschau.de, 12.04.2017
Risikoanalyse Sicherheitslücken im Bundestagsnetz

datensicherheit.de, 19.02.2017
IT-Sicherheit als Grundlage für Erfolg und Fortschritt

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