Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Freitag, Februar 24, 2023 22:21 - noch keine Kommentare
EU-Kommision: Mitarbeiter haben TikTok-Verbot
Jüngste TikTok-Verbot Teil der Frage, wie viel chinesischer Einfluss auf die nationale Infrastruktur und das tägliche Leben als akzeptabel angesehen wird
[datensicherheit.de, 24.02.2023] Laut einer aktuellen Meldung von Tanium wurde für Mitarbeiter der EU-Kommision ein „TikTok“-Verbot ausgesprochen. Kürzlich habe bereits die US-Regierung sowohl auf bundesstaatlicher als auch auf föderaler Ebene Schritte unternommen, um „TikTok“ auf Geräten im Staatsbesitz zu verbieten – „daher ist es keine Überraschung, dass die EU dies nun ebenfalls umsetzt“, kommentiert Chris Vaughan, „VP Technical Account Management, EMEA“ bei Tanium.

Foto: Tanium
Chris Vaughan: Regierungsebene sollte entschieden dagegen vorgehen, anstatt die Verantwortung einzelnen Organisationen zu überlassen!
TikTok im Verdacht: kontinuierliche Sammlung von Daten
Vaughan führt aus: „Die Verantwortlichen erkennen allmählich, dass ein umfassenderer Ansatz erforderlich ist, um die Bürgerinnen und Bürger vor Social-Media-Kampagnen zu schützen, die darauf abzielen, ausländische politische Ziele zu fördern und die Spaltung der westlichen Gesellschaften zu vertiefen.“
Die Taktiken der chinesischen Geheimdienste seien auf längerfristige Ziele ausgerichtet und würden durch die kontinuierliche Sammlung von Daten vorangetrieben. „Die immense Sammlung von Nutzerdaten, zu denen inzwischen auch Handelsinformationen, biometrische Daten und andere Online-Aktivitäten gehören, liefert detaillierte Informationen über eine Vielzahl an Nutzern“, erläutert Vaughan.
TikTok-Kritiker fürchten wachsenden chinesischen Einfluss
Diese Daten könnten wiederum genutzt werden, um gezielte und oft personalisierte psychologische Einflusskampagnen gegen Einzelpersonen oder Gruppen von Bürgern durchzuführen. „Dies wurde in den letzten Jahren vermehrt bei Wahlen und anderen politisch brisanten Ereignissen beobachtet“, so Vaughan.
Das jüngste „TikTok“-Verbot sei Teil einer komplexen Frage, „wie viel chinesischer Einfluss auf die nationale Infrastruktur und das tägliche Leben als akzeptabel angesehen wird“. In den letzten Monaten habe die Besorgnis im Westen zugenommen, in deren Folge der Einsatz chinesischer Überwachungstechnologie eingeschränkt worden sei.
TikTok-Fall zeigt: Westliche politische Führer müssten Herausforderung direkt angehen
Es habe auch zahlreiche Berichte über chinesische Bemühungen gegeben, Politiker durch Lobbyarbeit und Spenden zu beeinflussen und die Öffentlichkeit über Soziale Medien und die gezielte Verbreitung von Desinformationen zu beeinflussen. „In der Vergangenheit war Russland der prominenteste Nutzer von Informationskampagnen, wie wir an den Aktivitäten im Zusammenhang mit den US-Wahlen 2016 und dem ,Brexit’-Referendum gesehen haben“, sagt Vaughan. China habe sich eher auf den Diebstahl Geistigen Eigentums konzentriert, welches es dann zu seinem eigenen Vorteil nutzen könne.
Es gebe jedoch Anzeichen dafür, dass sich die KPCh zunehmend auf Informations- und Einflusskampagnen konzentrieren werde, um ihre strategischen Ziele zu erreichen. Vaughans Fazit: „Alle Fälle dieser Art müssen von den westlichen politischen Führern direkt angegangen werden, die auf Regierungsebene entschieden dagegen vorgehen sollten, anstatt die Verantwortung einzelnen Organisationen zu überlassen.“
Weitere Informationen zum Thema:
zdf heute, Cedrik Pelka, 23.02.2023
Entscheidung der Kommission: TikTok-App auf EU-Diensthandys verboten
tagesschau, 23.02.2023
Mitarbeiter der EU-Kommission / TikTok-Verbot auf Diensthandys
heise online, 19.01.2023
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