Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Sonntag, Oktober 19, 2025 0:24 - noch keine Kommentare
Cyberangriffe auf Logistikbranche: Partner und Personal als Einfallstor
Sophos ist im Rahmen einer Befragung unter Logistik-Fachleuten der Frage nachgegangen, wie es um die Cybersicherheit in dieser Branche steht – diese wurde im September 2025 von techconsult im Auftrag von Sophos durchgeführt
[datensicherheit.de, 19.10.2025] Sophos ist nach eigenen Angaben im Rahmen einer Befragung unter Logistik-Fachleuten der Frage nachgegangen, wie es um die Cybersicherheit in dieser Branche steht. Diese wurde demnach im September 2025 von techconsult im Auftrag von Sophos durchgeführt: „Insgesamt nahmen 147 Fach- und Führungskräfte aus der Logistikbranche in Deutschland teil. Die Teilnehmer kommen aus Unternehmen aller Größenordnungen – vom Mittelstand bis zum internationalen Konzern.“ Es habe sich gezeigt, dass das Thema in den Entscheidungsebenen präsent sei – „nicht zuletzt da die große Mehrheit der befragten Unternehmen bereits von Cyberangriffen betroffen waren“. Oft seien dabei Partner in der Lieferkette die entscheidende Schwachstelle, auch fehlendes Fachpersonal scheine ein relevanter Faktor zu sein.

Abbildung: Sophos
Sophos-Untersuchung: Wie Angriffe die Logistik treffen – eigenes System vs. Lieferkette
Logistikbranche hat Bedeutung der Cybersicherheit erkannt – bleibt jedoch verletzlich
Die Sophos-Befragung habe gezeigt, dass diese Branche durchaus die strategische Bedeutung der Cybersicherheit erkenne – indes bleibe sie anfällig. „Fast 80 Prozent der Betriebe waren schon von Cyberangriffen betroffen, insbesondere durch Schwachstellen in der Lieferkette oder menschliche Fehler.“
- Die Logistikbranche habe zwar die Bedeutung von Cybersicherheit erkannt – in der täglichen Praxis bleibe sie jedoch verletzlich. Dies sei eines der Ergebnisse einer aktuellen Befragung von Sophos unter Fach- und Führungskräften aus Logistikunternehmen in Deutschland.
Insgesamt 78,8 Prozent der Befragten hätten hierzu berichtet, dass ihr Betrieb bereits direkt oder indirekt von einem Cyberangriff betroffen gewesen sei. Besonders häufig treffe es Betriebe demnach über ihre Partner in der Lieferkette.
40 Prozent der Logistikunternehmen durch Sicherheitslücken oder Ausfälle in der Lieferkette beeinträchtigt
Die meisten Vorfälle entstehen der Befragung zufolge nicht in den eigenen Systemen, sondern an den Schnittstellen zu Kunden und Lieferanten. 40 Prozent der Unternehmen seien durch Sicherheitslücken oder Ausfälle in der Lieferkette beeinträchtigt worden.
- Hier offenbarten sich Fluch wie Segen, denn die starke digitale Vernetzung innerhalb der Branche sorge für Effizienz, aber auch für neue Einfallstore.
Neben technischen Angriffen bleibe der menschliche Faktor eine der größten Gefahren. „81 Prozent der Befragten sehen menschliche Fehler oder mangelndes Sicherheitsbewusstsein als ein zentrales Risiko für ihre IT-Systeme.“ Auch der „Fachkräftemangel“ verschärfe die Lage: Drei Viertel der Befragten gäben an, dass fehlendes Personal im Bereich IT-Sicherheit die Abwehrfähigkeit ihrer Unternehmen deutlich einschränke.
Zwei Drittel der Logistikunternehmen haben vertragliche IT-Sicherheitsvorgaben für Partner definiert
Viele Unternehmen hätten aus früheren Vorfällen gelernt und mittlerweile klare Regeln für Partner und Subunternehmer eingeführt. „Zwei Drittel der Logistikunternehmen haben inzwischen vertragliche IT-Sicherheitsvorgaben für Partner definiert.“
- Nur ein Teil davon überprüfe jedoch regelmäßig, ob diese Standards auch eingehalten werden. Die Lücke zwischen Strategie und Kontrolle bleibe groß – „Sicherheitslücken entstehen oft dort, wo eigentlich Kontrollmechanismen greifen sollten“.
„Die Logistik ist so eng vernetzt, dass ein einzelner Schwachpunkt die ganze Kette treffen kann“, warnt Michael Veit, Sicherheitsexperte bei Sophos. Er führt hierzu aus: „Viele Unternehmen investieren inzwischen in Technik und Schulungen, aber die größte Herausforderung bleibt der ,Faktor Mensch’ – in den eigenen Reihen und bei den Partnern.“
Die Studie zeigt, dass Cybersicherheit in der Logistik längst kein Randthema mehr ist.
Gerade in kleineren Logistikbetrieben liege die Verantwortung für IT-Sicherheit dabei oft noch direkt bei der Geschäftsführung oder der Bereichsleitung, während größere Unternehmen spezialisierte Sicherheitsfunktionen aufbauten.
- „Dies verdeutlicht, wie heterogen die Branche aufgestellt ist – und wie unterschiedlich die Wege zu mehr Cyberschutz aussehen.“
Sophos-Tipps für Logistikunternehmen:
- Lieferanten regelmäßig auf IT-Sicherheitsstandards prüfen!
- Mitarbeiter gezielt schulen und für Risiken sensibilisieren!
- Notfallpläne und Backup-Strategien regelmäßig testen!
- Systeme aktuell halten und veraltete Geräte ersetzen!
- Cybersicherheit als Managementaufgabe verstehen und steuern!
Weitere Informationen zum Thema:
heise business services
Experten / Michael Veit – Manager Sales Engineering, Sophos GmbH
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