Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Dienstag, Januar 20, 2026 1:22 - noch keine Kommentare
OT-Sicherheit: Mittels KI Verunsicherung überwinden und Vertrauen begründen
Je weiter sich KI-Anwendungen entwickeln, desto stärker entscheidet der verantwortungsvolle Umgang mit Transparenz und Vertrauen über nachhaltige Akzeptanz
[datensicherheit.de, 20.01.2026] Die Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) hat inzwischen auch den Bereich der OT-Sicherheit (Operational Technology) erreicht. „Allerdings unterscheiden sich die Ansätze deutlich“, kommentiert Kai Thomsen, „Director of Global Incident Response Services“ bei Dragos. Er führt aus: „Während viele Anbieter KI-Funktionen hastig in ihre Produkte integrieren, setzen andere zunehmend auf einen Ansatz, der Datenschutz, industrielle Anforderungen und menschliche Expertise in den Mittelpunkt stellt.“ Je weiter sich KI-Anwendungen entwickeln, desto stärker entscheidet demnach der verantwortungsvolle Umgang mit Transparenz und Vertrauen über nachhaltige Akzeptanz. Ziel sei es, KI so einzusetzen, dass Sicherheitsteams schneller und präziser reagieren könnten, ohne den Menschen als zentrale Instanz der Analyse zu verdrängen.

Foto: Dragos
Kai Thomsen: Die Zukunft der OT-Sicherheit liegt nicht in vollständiger Automatisierung, sondern im abgestimmten Zusammenspiel von Mensch und Maschine!
3 Leitgedanken zum modernen KI-Einsatz in der OT-Sicherheit
Zusammen bildeten diese das Fundament für einen verantwortungsvollen Einsatz von KI:
KI stärkt die menschliche Analyse – die ersetzt diese nicht
KI solle Fachkräfte nicht verdrängen, sondern ihre Arbeit gezielt verstärken. Speziell entwickelte Werkzeuge unterstützten Analysten dort, wo Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Wiederholbarkeit gefragt sind.
Daten und Fachwissen bilden die gemeinsame Grundlage
KI liefere dann die besten Ergebnisse, „wenn sie auf hochwertigen, umfangreichen Daten und tiefem Fachwissen basiert“. Erst die Verbindung strukturierter Informationen mit erfahrungsbasiertem Wissen ermögliche fundierte Analysen und präzise Entscheidungen.
Datenhoheit und Datenschutz sind unverzichtbar
Die Verantwortung über die Daten liege stets bei der jeweiligen Organisation. Ein transparenter Umgang mit Trainings- und Betriebsdaten sowie klare Entscheidungsfreiheit bei deren Nutzung schafften Vertrauen und sicherten die Integrität des Systems.
Wissenslücke zwischen IT- und OT-Sicherheit als Herausforderung
Ein zentrales Problem der Branche sei die fehlende Brücke zwischen IT- und OT-Sicherheitskompetenz. IT-Systeme basierten in der Regel auf standardisierten Plattformen mit etablierten Schutzmechanismen.
- Industrielle Systeme hingegen seien oft proprietär, mehrere Jahrzehnte alt und nicht für regelmäßige Updates ausgelegt. „Während Vertraulichkeit und Verfügbarkeit in der IT im Fokus stehen, haben Sicherheit und Stabilität des laufenden Betriebs in der OT Vorrang.“ Bereits kleinste Eingriffe in industrielle Steuerungssysteme könnten erhebliche Auswirkungen auf Anlagen und Menschen haben.
Diese Unterschiede erschwerten es IT-Sicherheitsfachkräften, in OT-Umgebungen wirksam zu handeln. Gleichzeitig wachse der Bedarf an qualifizierten OT-Sicherheitsanalysten rapide. Laut Branchenanalysen werde der gezielte Einsatz von KI entscheidend sein, um diesen Fachkräftemangel zu überbrücken und die Resilienz Cyberphysischer Systeme zu erhöhen.
KI als Werkzeug zur Überwindung der Wissenslücke zwischen IT- und OT-Welt
Ein auf Analysten ausgerichteter KI-Ansatz könne IT-Sicherheitskräfte dabei unterstützen, sich schneller in OT-Systeme einzuarbeiten und fundierte Entscheidungen zu treffen. KI erleichtere den Zugang zu sicherheitsrelevanten Informationen über natürliche Sprachschnittstellen.
- So ließen sich OT-spezifische Bedrohungen und Schwachstellen schneller identifizieren und besser einordnen. Gleichzeitig liefere KI gezielte Handlungsempfehlungen zur Analyse komplexer Angriffsvektoren und industrieller Protokolle. „Sie strukturiert sicherheitsrelevante Zusammenhänge und beschleunigt dadurch den Entscheidungsprozess.“
Durch den direkten Zugriff auf hinterlegte Fachinformationen und Bedrohungsdatenbanken erweitere sie das vorhandene Wissen und mache es unmittelbar nutzbar. „Darüber hinaus steigert KI die Effizienz der Sicherheitsarbeit. Sie setzt automatisch Prioritäten, bewertet Alarme und verkürzt dadurch die Reaktionszeiten bei Sicherheitsvorfällen erheblich. Insgesamt wird KI damit zu einem Werkzeug, das vorhandenes Fachwissen gezielt ergänzt, neue Kompetenzebenen erschließt und sicherere, effektivere Arbeitsprozesse ermöglicht.“
Zukunft der OT-Sicherheit liegt in geeigneter KI-Basis zur Ergänzung menschlicher Expertise
Die Verbindung von KI mit OT-Sicherheit eröffne neue Möglichkeiten, Kompetenzlücken zu schließen und sicherheitsrelevante Herausforderungen gezielter zu bewältigen. Dabei dürfe technologischer Fortschritt nicht zulasten von Transparenz, Fachwissen oder Datenschutz gehen.
- „Entscheidend ist nicht die schnelle Umsetzung technischer Trends, sondern ein Ansatz, der die besonderen Anforderungen industrieller Systeme berücksichtigt und sich in bestehende Abläufe integrieren lässt!“
Eine wirksame Nutzung von KI setze spezialisierte Werkzeuge voraus, „die menschliche Expertise gezielt ergänzen und den Zugang zu sicherheitsrelevantem Wissen erleichtern“. Die Zukunft der OT-Sicherheit liegt laut Thomsen nicht in vollständiger Automatisierung, sondern im „abgestimmten Zusammenspiel von Mensch und Maschine“ – nur so lasse sich die Resilienz industrieller Systeme langfristig stärken.
Weitere Informationen zum Thema:
DRAGOS
Kai Thomsen: Director, Global Incident Response Services
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