Aktuelles, Experten - geschrieben von am Sonntag, März 22, 2026 8:49 - noch keine Kommentare

Open-Source-Software: Vereinbarung von BMDS und Bitkom über einheitliche Standards zur Beschaffung

Rahmenbedingungen für den Einkauf von IT-Leistungen werden durch die Öffentliche Hand in Abstimmung mit der Wirtschaft fortentwickelt – der Bitkom vertritt hierbei die Anbieter

[datensicherheit.de, 22.03.2026] Der Digitalverband Bitkom e.V. meldet, dass er sich mit dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) auf einheitliche Standards bei der Beschaffung von Open-Source-Lösungen verständigt hat. Das zugrundeliegende Vertragswerk kann demnach mit der Veröffentlichung und der bereits im November 2025 erfolgten Zustimmung des „IT-Planungsrats“ nun in Kraft treten: „Damit stehen öffentlichen Auftraggebern bundesweit praxistaugliche, einheitliche EVB-IT-Regelungen zur Verfügung, um Open-Source-Software in Vergabeverfahren rechtssicher zu beschaffen und zu nutzen.“ Die verschiedenen Muster der EVB-IT-Vertragsfamilie stehen online kostenfrei zur Verfügung.

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Foto: Bitkom e.V.

Dr. Bernhard Rohleder: „Open Source“ kann dazu beitragen, Abhängigkeiten zu reduzieren und die Digitale Souveränität zu stärken

Open-Source-Lösungen rechtssicher und flächendeckend in der Verwaltung verankern

„Einheitliche Vertragsstandards beschleunigen die öffentliche IT-Beschaffung und machen sie rechtssicherer, erläutert der Bitkom-Hauptgeschäftsführer, Dr. Bernhard Rohleder.

  • Er führt weiter aus: „,Open Source’ kann dazu beitragen, Abhängigkeiten zu reduzieren und die Digitale Souveränität zu stärken. Wichtig sind dafür auch bundesweit einheitliche IT-Architekturstandards, ein professioneller Betrieb sowie ein funktionsfähiger, wettbewerbsorientierter Markt.“

Die modernisierten Vertragsbedingungen seien ein entscheidender Hebel, um Open-Source-Lösungen rechtssicher und flächendeckend in der Verwaltung zu verankern und unsere Digitale Souveränität zu stärken.

Open-Source als Standard – trotzdem Wahlfreiheit erhalten

„Durch die Digitalisierung der Vertragsmuster schaffen wir Grundlagen für schnellere und zukunftsfähige Beschaffungsprozesse“, ergänzt Markus Richter, Staatssekretär im BMDS.

  • Die nun vorliegenden aktualisierten Open-Source-Regelungen seien für verschiedene EVB-IT-Vertragstypen („Ergänzende Vertragsbedingungen für die Beschaffung von IT-Leistungen“) erarbeitet worden: Je nach Vertragstyp wüden Open-Source-Regelungen direkt in die jeweiligen AGB integriert und durch Optionen im Vertragsmuster ergänzt. Bei neuen Softwareentwicklungsprojekten werde in den EVB-IT zudem die Entwicklung und Bereitstellung als ,Open Source’ künftig als Standard abgebildet.

Gleichzeitig bleibe die Beschaffung proprietärer Software weiterhin möglich: Öffentliche Auftraggeber könnten je nach Bedarf „Open Source“ gezielt auswählen, ohne sich auf eine einzige Technologie- oder Lizenzlogik festlegen zu müssen.

Komponenten und Abhängigkeiten nachvollziehbar dokumentieren

Neu seien außerdem praxisnahe Optionen, um Transparenz und Nachnutzbarkeit zu verbessern – etwa durch Vereinbarungen zur Softwarebereitstellung sowie die Übergabe einer SBOM (Software Bill of Materials).

  • Damit ließen sich Komponenten und Abhängigkeiten besser nachvollziehbar dokumentieren – was Sicherheit, Wartbarkeit und „Governance“ verbessere.

Die Rahmenbedingungen für den Einkauf von IT-Leistungen, eben die EVB-IT, werden seit vielen Jahren durch die Öffentliche Hand in Abstimmung mit der Wirtschaft fortentwickelt. In diesen Verhandlungen werden die Anbieter durch den Bitkom vertreten.

Weitere Informationen zum Thema:

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Dr. Bernhard Rohleder: Hauptgeschäftsführer Bitkom e.V.

Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
Aktuelle EVB-IT: Ergänzende Vertragsbedingungen für die Beschaffung von IT-Leistungen

Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
Dr. Markus Richter – Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung

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datensicherheit.de, 19.06.2020
Kultusbehörden: Abhängigkeit statt Open Source / Andrea Wörrlein kritisiert und warnt



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