Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Mittwoch, Mai 6, 2026 0:07 - noch keine Kommentare
IT im Spannungsfeld zwischen Effizienz und Resilienz: Ganzheitliches Lieferketten-Management als Vorbild
Ari Albertini erörtert, warum für den Betrieb von IT-Systemen das Prinzip „Alles aus einer Hand“ gefährlich ist und Resilienz priorisiert werden muss
[datensicherheit.de, 06.05.2026] „In physischen Lieferketten haben Unternehmen über Jahrzehnte gelernt, was Abhängigkeit bedeutet. Wer nur einen Zulieferer hat, spart vielleicht Kosten – bis genau dieser ausfällt“, so Ari Albertini, CEO von FTAPI, einleitend in seiner aktuellen Stellungnahme. Deshalb sei Diversifikation heute kein Luxus mehr, sondern Standard: Deshalb gelte es, Zweitlieferanten, alternative Routen, strategische Redundanzen – mithin Resilienz – fest einzuplanen. Indes, so Albertini, sei Folgendes zu konstatieren: „Digital dagegen beobachten wir das Gegenteil. Unternehmen konsolidieren ihre IT-Landschaften, setzen auf integrierte Plattformen, auf ,Alles aus einer Hand’ – ein Anbieter, ein Ökosystem, eine Oberfläche…“ Dies sei bequem, effizient und auf den ersten Blick wirtschaftlich sinnvoll. Doch genau hiermit entstehe ein Risiko, welches viele unterschätzten.

Foto: FTAPI
Ari Albertini: Wer digital auf Resilienz verzichtet, spart heute und zahlt morgen den Preis!
Risiken gehen weit über reine IT-Systemausfälle hinaus
Denn der „Single Supplier“ werde im Digitalen schnell zum „Single Point of Failure“. Albertini warnt: „Und noch schlimmer: zum ,Single Point of Control’“ Die Risiken gehen dabei weit über reine Systemausfälle hinaus. Fällt der Anbieter aus, steht nicht nur ein Teil der Wertschöpfung still, sondern im Zweifel das gesamte Unternehmen.“
- Doch auch ohne Ausfall entstehen offensichtlich Abhängigkeiten – durch den Zugriff auf geschäftskritische Daten, durch Fragen der Datensouveränität oder durch einseitige Änderungen von Geschäftsbedingungen, Preisen oder Schnittstellen.
Cyberangriffe, Systemstörungen oder geopolitische Spannungen könnten solche zentralisierten Strukturen zusätzlich destabilisieren und massive Kettenreaktionen auslösen. „Was als Vereinfachung und Effizienzgewinn gedacht war, entwickelt sich so zu einer vielschichtigen, strategischen Verwundbarkeit.“
Abhängigkeiten der IT aktiv managen und nicht stillschweigend in Kauf nehmen
Während im Einkauf längst Szenarien durchgespielt, Risiken bewertet und Alternativen aufgebaut würden, fehle dieses Denken in der IT häufig noch. „Digitale Infrastrukturen werden primär unter Effizienzgesichtspunkten gestaltet und nicht unter dem Aspekt der Resilienz.“
- Dabei gelten laut Albertini die gleichen Prinzipien wie in jeder Lieferkette: „Transparenz über Abhängigkeiten. Bewusste Diversifikation. Gezielte Redundanzen.“
Natürlich bedeute dies nicht, jede Plattform infrage zu stellen oder Komplexität um ihrer selbst willen zu erhöhen. „Aber es bedeutet, Abhängigkeiten aktiv zu managen und nicht stillschweigend in Kauf zu nehmen!“
Bequemlichkeit niemals Basis für verlässliches IT-Risikomanagement
Albertini gibt abschließend zu bedenken: „Wer seine gesamte digitale Wertschöpfung an einen Anbieter bindet, trifft keine neutrale Entscheidung, sondern geht ein unternehmerisches Risiko ein. Und dieses Risiko gehört nicht in die IT-Abteilung delegiert!“
- Es sei eine Managementaufgabe: Eine Frage der Souveränität, der Steuerungsfähigkeit, letztlich der Wettbewerbsfähigkeit. „Denn in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft entscheidet nicht nur, wie effizient Systeme laufen, sondern wie robust sie sind, wenn sie unter Druck geraten.“
„Alles aus einer Hand“ sei bequem – aber Bequemlichkeit sei noch nie Basis für ein verlässliches Risikomanagement gewesen. „Wer digital auf Resilienz verzichtet, spart heute und zahlt morgen den Preis!“
Weitere Informationen zum Thema:
heise business services
Ari Albertini – CEO, FTAPI
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