Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Montag, August 3, 2026 0:02 - noch keine Kommentare
„Claude“-Ausbrüche mahnen: KI-Modelle durch „Zero Trust“ einhegen
Sobald ein autonomer KI-Agent eine kontrollierte Umgebung verlassen kann, nimmt er die Grenzen einer Organisation nicht auf die gleiche Art und Weise wahr wie Menschen
[datensicherheit.de, 03.08.2026] Auch Trevor Dearing, „Director of Critical Infrastructure“ bei Illumio, geht in seiner Stellungnahme kritisch auf die jüngsten „Claude“-Eskapaden ein: „Es überrascht mich nicht, dass wir immer mehr dieser Vorfälle sehen. Sobald ein autonomer KI-Agent eine kontrollierte Umgebung verlassen kann, nimmt er die Grenzen einer Organisation nicht auf die gleiche Art und Weise wahr wie wir Menschen.“ Er warnt, dass wir uns auf eine Welt zubewegen, in der Angriffe mit Maschinengeschwindigkeit ablaufen, so dass früher möglicherweise unentdeckte Schwachstellen künftig sehr viel schneller aufgefasst und eben durch Künstliche Intelligenz (KI) sogar missbraucht werden könnten. Er rät dringend zu „ Zero Trust“-Sicherheitsprinzipien.

Foto: Illumio
Trevor Dearing unterstreicht, dass Unternehmen Lösungen benötigen, welche den Schaden eindämmen können, wenn etwas mit der KI schiefläuft
Zu simple Sicherheitsmaßnahmen für angeblich „kontrollierte“ KI-Umgebung
Erschreckender sei vielmehr, wie simpel die Sicherheitsmaßnahmen waren, welche diese „kontrollierte“ Umgebung schaffen sollten. „Wir bewegen uns auf eine Welt zu, in der Angriffe mit Maschinengeschwindigkeit ablaufen. Fehler, die früher möglicherweise unentdeckt geblieben wären, können dadurch künftig sehr viel schneller entdeckt und ausgenutzt werden“, gibt Dearing zu bedenken.
- Man müsse KI-Agenten deshalb wesentlich wirksamer einhegen. „Prompts in natürlicher Sprache sind zu mehrdeutig, um als belastbare Sicherheitsgrenze zu dienen. Zudem ist es grundsätzlich der falsche Ansatz, einem Agenten lediglich vorzugeben, was er nicht tun darf.“
Ferner bleibe das „Block List“-Prinzip zwangsläufig unvollständig: Selbst wenn 10.000 Aktivitäten ausdrücklich verboten seien, genüge einem Agenten eine einzige nicht verbotene Aktivität, um die Begrenzung zu umgehen. Bei autonomen Systemen, welche Optionen in Maschinengeschwindigkeit prüften, könne genau diese Lücke zum Ausbruch aus der kontrollierten Umgebung führen.
Konsequenter Zero-Trust-Ansatz für KI-Systeme
Anthropic habe „Claude“ lediglich mitgeteilt, dass kein Internetzugang bestehe – dies sei jedoch keine echte Grenze. „Stattdessen brauchen wir einen konsequenten Zero-Trust-Ansatz: Wir sollten klar definieren, was ein Agent tun darf – also das ,Allow List’-Prinzip anwenden!“
- Unternehmen könnten sich jetzt noch viel weniger als früher darauf verlassen, bekannte Angriffsmuster zu erkennen oder darauf zu warten, dass ein Warnsystem anschlägt.
Dearings Fazit: „Sie benötigen deutlich mehr Visibilität darüber, was ihre KI-Systeme tun und worauf sie zugreifen können. Und sie brauchen Lösungen, die den Schaden eindämmen können, wenn etwas schiefläuft!“
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