Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von am Dienstag, August 4, 2026 0:47 - noch keine Kommentare

Deutschland im EU-Digitalranking auf Platz 17

Laut Bitkom-Erkenntnissen kommt Deutschland zwar vorwärts, aber andere EU-Staaten digitalisieren jedoch schneller

[datensicherheit.de, 04.08.2026] Der aktuelle, vom Digitalverband Bitkom e.V. publizierte „Bitkom-DESI-Index“ zeigt Dänemark an der Spitze – indes komme Deutschland vorwärts, andere digitalisierten jedoch schneller, gleichwohl erreiche Deutschland unter den fünf großen EU-Ländern Platz 2 (hinter Spanien).

bitkom-ralf-wintergerst

Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst: Digitalisierung darf kein Stückwerk bleiben!

Deutschland hinter Spanien – aber noch vor Frankreich, Polen und Italien

Deutschland komme bei der Digitalisierung voran, könne aber mit dem Tempo insbesondere der kleineren EU-Länder nicht Schritt halten: Im aktuellen „Bitkom-DESI-Index 2026“ belegt Deutschland demnach unter den 27 EU-Mitgliedstaaten den 17. Platz – mit 51,1 Punkten.

Zugleich zeige der Vergleich: Unter den fünf größten EU-Ländern stehe Deutschland auf Platz 2 hinter Spanien und noch vor Frankreich, Polen und Italien, so die Erkenntnis aus dem gegenwärtigen „Bitkom-DESI-Index“, welcher den Digitalisierungsfortschritt der EU-Länder vergleichbar machen solle.

EU-Kommission stellt seit 2014 umfassende Daten zur Digitalisierung der -Mitgliedstaaten zusammen

„Deutschland macht Fortschritte bei der Digitalisierung, aber andere Länder sind schneller. Wer im digitalen Wettbewerb nach vorne will, muss nicht nur besser, sondern auch schneller werden“, kommentiert der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst.

  • Er stellt klar: „Platz 17 kann für Deutschland nicht der Anspruch sein. Hier sind die Politik in Bund und Ländern, Wirtschaft und u.a. Bildungseinrichtungen gleichzeitig gefordert!“

Die EU-Kommission stellt laut Bitkom seit 2014 umfassende Daten zur Digitalisierung der Mitgliedstaaten zusammen. Bis 2022 habe sie daraus den sogenannten DESI – den „Digital Economy and Society Index“ – mit einem Gesamtranking der EU-Länder veröffentlicht. Seit 2023 gebe es kein solches Gesamtranking mehr.

Dänemark im Gesamtranking 2026 auf Platz 1

Stattdessen weise die EU-Kommission nunmehr im Rahmen des „2030 Digital Decade Report“ die entsprechenden Einzelindikatoren aus, etwa zu digitalen Kompetenzen, 5G-Abdeckung, Glasfaserverfügbarkeit, Nutzung digitaler Technologien in Unternehmen oder digitalen Verwaltungsleistungen. Der Bitkom bildet nach eigenen Angaben aus diesem Indikatoren-Set mit der etablierten EU-Methodik wieder Einzel-, Bereichs- und Gesamtrankings.

  • Der neue „Bitkom-DESI“ umfasse 44 Indikatoren. Im Gesamtranking 2026 liege Dänemark mit 76,4 Punkten auf Platz 1, dahinter folgten Finnland (72,9 Punkte), die Niederlande (72,7 Punkte), Malta (70,3 Punkte) und Luxemburg (69,3 Punkte).

Wintergerst führt aus: „Ein großer, föderaler Flächenstaat wie Deutschland lässt sich nur bedingt mit Luxemburg, Estland oder auch Dänemark vergleichen. Unter den bevölkerungsstarken Flächenstaaten positioniert sich Deutschland gut. Das ebenfalls föderal organisierte Spanien ist hier Vorreiter und zeigt, dass auch für Deutschland mehr geht.“ Am Ende des Rankings stehen laut Wintergerst Rumänien (26,5 Punkte), Bulgarien (36,9 Punkte) und die Slowakei (38,3 Punkte).

Deutschlands Positionierung in den einzelnen Bereichen:

  • Im Bereich „Digitale Transformation von Unternehmen“
    erreiche Deutschland Platz 11 im EU-Vergleich nach Rang 8 im Vorjahr. Unter den fünf größten EU-Ländern stehe Deutschland auf Platz 1. Hierzu habe es insbesondere bei der Anzahl der „Unicorns“, also Startups mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Euro, eine leicht bessere Entwicklung als im EU-Durchschnitt gegeben. Platz 1 in der Gesamtkategorie belege Dänemark, gefolgt von Finnland, den Niederlanden und Belgien.
  • Bei der „Qualität der digitalen Infrastruktur“
    liege Deutschland ebenfalls auf Platz 11 (Vorjahr 9) und auf Platz 2 im Vergleich der fünf bevölkerungsreichsten EU-Länder. Die 5G-Abdeckung erreiche inzwischen 99,5 Prozent der Haushalte und liege damit über dem EU-Durchschnitt von 96,8 Prozent. Bei der „Nutzung der digitalen Infrastruktur“ belege Deutschland aber lediglich Platz 21, da die allermeisten Haushalte den an ihrem Standort verfügbaren Superbreitband- und Glasfaseranschluss nicht nutzten. Nur sieben Prozent der Bevölkerung nutzten einen Breitbandanschluss mit mindestens 1.000 Mbit/s.
  • Im Bereich „Digitale Kompetenzen“
    habe sich Deutschland von Platz 15 im Jahr 2025 auf nunmehr Platz 11 um vier Ränge verbessert. Unter den fünf größten EU-Ländern belege Deutschland Rang 2. Positiv sei der Anteil der IT-Fachkräfte: Sie machten in Deutschland 5,5 Prozent der Beschäftigten aus – im EU-Durchschnitt seien es 5,0 Prozent. Auch beim Anteil der Absolventen in IT-Disziplinen liege Deutschland mit 6,2 Prozent über dem EU-Durchschnitt von 5,5 Prozent. Die besten Werte bei den digitalen Kompetenzen erreichten Irland, Finnland und die Niederlande.
  • Bei der „Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung“
    belege Deutschland nur Platz 22 von 27 EU-Ländern, nach Rang 21 im Vorjahr. Zwar gebe es auch hierbei Fortschritte, etwa bei vorausgefüllten Formularen: Ihr Wert steige in Deutschland auf 52,0 Punkte, bleibe aber deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 75,9 Punkten. Digitale Verwaltungsangebote würden in Deutschland von 69,6 Prozent der Internetnutzer verwendet, EU-weit seien es 76,0 Prozent. Platz 1 bei der digitalen Verwaltung belege Malta, dahinter folgten Estland und Finnland. Unter den fünf größten EU-Ländern belege Deutschland in diesem Segment Platz 3.

Die entscheidende Frage lautet, wie Deutschland auf einen schnelleren Digitalisierungs- und damit auf einen Wachstumskurs kommt

Wintergerst unterstreicht abschließend: „Die entscheidende Frage lautet: Wie bringen wir Deutschland auf einen schnelleren Digitalisierungs- und damit auf einen Wachstumskurs? Wichtig ist: Wir müssen unsere Digitalprojekte beschleunigen, von Gründungen in 24 Stunden über schnellere Genehmigungen für Rechenzentren, Mobilfunkmasten und Fabriken bis zum breiten Einsatz von KI in den Unternehmen.“

  • Zudem sei „Smart Regulation“ erforderlich – weniger Bürokratie, einfachere Berichtspflichten, digitale Identitäten und das „Once Only“-Prinzip, damit Bürger und Unternehmen ihre Daten nur einmal angeben müssten.

„Digitalisierung darf kein Stückwerk bleiben: Deutschland braucht einen ,digitalen Nordstern’ – für mehr Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Souveränität!“, so Wintergerst.

Weitere Informationen zum Thema:

bikom
Über uns

bitkom
Dr. Ralf Wintergerst: Präsident Bitkom / Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

WIKIPEDIA
Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft

datensicherheit.de, 25.03.2026
Bitkoms Smart City Index 2026: Städte errichten Digitale Zwillinge / Am 13. März 2026 wurde ein neuer Studienbericht publiziert, welcher bislang unveröffentlichte Detailergebnisse des Digital-Rankings der 83 deutschen Städte ab 100.000 Einwohnern des Digitalverbands Bitkom enthält

datensicherheit.de, 15.05.2026
Motivation der Digitalministerkonferenz in Hamburg: Verwaltung und Staat für Digitalisierung und Vernetzung fit zu machen / Einige der vereinbarten Maßnahmen betreffen direkt die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen, andere sind notwendig, um eine effektive Digitalisierung erst möglich und sinnvoll zu machen

datensicherheit.de, 31.08.2025
Länderdomain-Ranking: Deutschland auf Platz 2 – China global führend / Mit 17,6 Millionen „.de”-Domains ist Deutschland weltweit die zweitgrößte länderspezifische Webpräsenz und Marktführer in Europa



Kommentare sind geschlossen.

Kooperation

TeleTrusT

Mitgliedschaft

German Mittelstand e.V.

Mitgliedschaft

BISG e.V.

Multiplikator

Allianz für Cybersicherheit

Datenschutzerklärung