Aktuelles, Branche - geschrieben von am Sonntag, Mai 21, 2017 23:41 - noch keine Kommentare

Insiderangriff auf Zomato: 17 Millionen Nutzerdaten gestohlen

Datendiebstahl ein Indiz für unzureichende Sicherheit im Netzwerk

[datensicherheit.de, 21.05.2017] Über ein von einem eigenen Mitarbeiter verursachtes Datenleck sollen rund 17 Millionen E-Mail-Adressen und Passwörter des Online-Suchdienstes Zomato gestohlen worden sein. Monatlich nutzten rund 120 Millionen Menschen diese Suchmaschine für Restaurants, Cafés und Fast-Food-Ketten. Für Vectra Networks belegt dieser „massive Datendiebstahl“ nach eigenen Angaben einmal mehr, „dass viele Unternehmen gegen Cyber-Angriffe durch Insider relativ schlecht geschützt sind“.

Arglose „Foodies“ im Visier Cyber-Krimineller

Vectra Networks rät Unternehmen daher dringend, ihre Netzwerke nicht nur gegen Eindringlinge von außen zu schützen, sondern auch die Vorgänge innerhalb des Netzwerks effektiver zu überwachen. Hierfür eigneten sich vor allem Konzepte, „die Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen integrieren“.
Nach Meinung von Gérard Bauer, „Vice President EMEA“ bei Vectra Networks, sollte diese jüngste erfolgreiche Cyber-Attacke Unternehmen aufrütteln, die sich zu sehr auf den Schutz am Perimeter, dem Übergang zwischen Firmennetzwerk und Internet, verlassen: Die Gruppe der „Foodies“ (Menschen, die sich in ihrer Freizeit intensiv mit Themen rund um Ernährung und Kochen beschäftigen) sei groß und wachse immer schneller. Dies mache sie zu einer attraktiven – und oft auch arglosen Zielgruppe für Cyber-Kriminelle.

Mangel an Sichtbarkeit der Vorgänge innerhalb des Netzwerks machten Attacke möglich

Hinter Bewertungswebsites und Diskussionsforen steckten meist eine große Menge an persönlichen Daten. Dies sei nicht ungewöhnlich, denn oft seien auch Bankdaten hinterlegt, um beispielsweise verbindlich Plätze in Restaurants zu buchen oder Tickets für Events zu bestellen.
Zomato bestehe zwar auf der Aussage, dass keine Bankdaten gestohlen worden seien, so seien aber die Folgen des Diebstahls von E-Mail-Adressen und Passwörtern nicht zu unterschätzen. Bauer: „Je nachdem, welche Art von Verschlüsselungsstandard Zomato im Einsatz hatte, wird es den Hackern mehr oder weniger leicht fallen die Passwörter durch Brute-Force-Techniken zu knacken.“
Es sei noch nicht bekannt, wann genau die Daten von den Angreifern entwendet wurden. Da es sich aber den Angaben nach um eine Insider-Attacke gehandelt habe, sei fast auszuschließen, dass konventionelle Schutzmechanismen am Perimeter in der Lage gewesen wären, diese Attacke zu entdecken oder zu stoppen.
Es sei offensichtlich, dass ein Mangel an Sichtbarkeit der Vorgänge innerhalb des Netzwerks die Attacke möglich gemacht hätten. Deshalb sei es auch schwer zu sagen, wann genau der Angriff stattfand. Somit werde es auch für die Nutzer schwierig einzuschätzen, ab wann ihre Passwörter, die sie möglicherweise auch für andere Online-Angebote genutzt hätten, nicht mehr sicher waren. Sie müssten nun also alle Accounts mit dem gleichen Passwort bei anderen Diensten prüfen.

Vorgänge im Netzwerk automatisch überwachen und verdächtige Aktivitäten entdecken!

„Dies war nicht das erste – und sicher nicht das letzte Mal, dass wir bei Unternehmen mangelnde Transparenz von Vorgängen im Netzwerk sehen“, so Bauer.
Außerdem werde einmal mehr deutlich, dass laufende Attacken nicht identifiziert würden und es somit Kriminellen möglich sei, lange Zeit unentdeckt zu bleiben. Aus diesen Gründen sollten Unternehmen mehr tun – sie müssten in der Lage sein, Vorgänge im Netzwerk automatisch zu überwachen, verdächtige Aktivitäten zu entdecken und somit auf Eindringlinge so schnell wie nur möglich zu reagieren. „Nur so kann man Sicherheitsvorfälle unterbinden, bevor Schaden entsteht“, betont Bauer.



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