Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Mittwoch, April 1, 2026 0:42 - noch keine Kommentare
Ohne regelmäßigen Test ihrer Backups wandeln Unternehmen am Abgrund
Über 60 Prozent der Unternehmen glauben, dass sie sich innerhalb weniger Stunden von einem Ausfall erholen könnten – aber nur 35 Prozent schaffen es tatsächlich
[datensicherheit.de, 01.04.2026] Auch Rich Greene, „Certified Instructor“ beim SANS Institute, hat den diesjährigen „World Backup Day“ zum Anlass genommen, an Unternehmen zu appellieren: „Das größte Problem bei Backups im Jahr 2026 ist nicht, dass Unternehmen keine haben, sondern dass sie diese nie getestet haben!“ Dies Erkenntnis beruhe nicht zuletzt auf einer Statistik aus dem „Unified Backup Survey Report 2025“: Über 60 Prozent der Unternehmen glauben demnach, dass sie sich innerhalb weniger Stunden von einem Ausfall erholen können, aber nur 35 Prozent schaffen das tatsächlich. „Das ist keine Lücke, das ist eine Schlucht, und die Menschen stehen auf der falschen Seite des Abgrunds!“, gibt Greene zu bedenken.

Foto: SANS Institute
Rich Greene: Ein Backup, das man noch nie wiederhergestellt hat, ist kein Plan, sondern eine Hoffnung…
KMU ohne geprüfte Backups insbesondere in ihrer Existenz bedroht
Unternehmen hätten sich zu sehr daran gewöhnt, das Kästchen „Backup“ anzukreuzen, ohne jemals die schwierigere Frage zu stellen, ob sich die Daten wiederherstellen lassen. „Denn ein Backup, das man noch nie wiederhergestellt hat, ist kein Plan, sondern eine Hoffnung, und das ist keine Strategie.“
Zum Thema „Backup“ zeichneten die Daten folgendes Bild:
- 76 Prozent der Unternehmen benötigten mehr als 100 Tage, um sich vollständig von einer Sicherheitsverletzung zu erholen (IBM/Ponemon 2025).
- 87 Prozent der IT-Fachleute hätten im vergangenen Jahr einen Datenverlust bei SaaS-Diensten erlebt – und die Hauptursache seien nicht Hacker gewesen, sondern menschliches Versagen (backupify 2025).
„Und hier ist der Punkt, der jedem Kleinunternehmer Angst machen sollte: Laut dem Ponemon Institute schließen 60 Prozent der KMUs, die ihre Daten aufgrund einer Katastrophe oder eines Datenlecks verlieren, innerhalb von sechs Monaten ihre Türen.“ Auf der anderen Seite habe die Mehrzahl der Unternehmen, die über Backups und einen getesteten Wiederherstellungsplan verfügten, Cyberangriffe überstanden. „Das ist der Unterschied!“, betont Greene.
Wiederherstellungspläne erforderlich: Backups notwendig, aber allein noch nicht hinreichend
Die Schlussfolgerung sei also: Es reiche nicht nur ein Backup zu haben – Unternehmen brauchten einen Plan und müssten diesen testen. „Und sie müssen wissen, dass der Plan funktioniert, bevor sie ihn benötigen!“
- Eine Sache, der sich Unternehmen bewusst werden müssten, ist das Modell der „shared responsibilities“ bei „Cloud“-Plattformen wie „Microsoft 365“ und „Google Workspace“. Die standardmäßigen Aufbewahrungsrichtlinien auf diesen Plattformen seien nicht als Backup-Strategie konzipiert, sondern dienten der Servicekontinuität, nicht der Datenresilienz.
GRC-Teams („Governance, Risk & Compliance“) müssten diese Standardeinstellungen im Hinblick auf ihre tatsächlichen „Compliance“-, Aufbewahrungs- und Wiederherstellungsanforderungen überprüfen. Greene führt aus: „Denn wenn Unternehmen die Aufbewahrungsdauer nicht bewusst an ihr Risikoprofil angepasst haben, verlassen sie sich auf Werkseinstellungen, die nie dazu gedacht waren, sie zu schützen.“
Backups erscheinen banal – aber im Fall der Fälle sind sie von existenzieller Bedeutung
Die Herausforderung bestehe zudem darin, dass sich die Bedrohungslandschaft weiterentwickelt habe. „Der ,M-Trends 2026‘-Bericht von Mandiant zeigt, dass Ransomware-Betreiber nun gezielt die Backup-Infrastruktur ins Visier nehmen, bevor sie irgendetwas Anderes verschlüsseln. Sie wollen den Opfern die Möglichkeit nehmen, das Lösegeld zu verweigern.“
- Der „Verizon DBIR 2025“ bestätige dies. „64 Prozent der Ransomware-Opfer weigerten sich im letzten Jahr zu zahlen, vor allem weil ihre Backup- und Wiederherstellungsmaßnahmen stark genug waren, um sich aus der Affäre ziehen zu können. Das ist die Kraft der Vorbereitung.“
Deshalb müssten Unternehmen ihre Daten nicht nur absichern; sie sollten diese wiederherstellen. „Unternehmen sollten prüfen, ob genau das tatsächlich funktioniert.“ Darüber hinaus sollten sie ihre Wiederherstellungszeit kennen – „und zwar nicht nur die auf dem ,Whiteboard’, sondern die tatsächliche“. Und: „Falls das GRC-Team die ,Cloud’-Aufbewahrungseinstellungen in letzter Zeit nicht geprüft hat, ist das die Hausaufgabe für den 31. März!“ Backups sorgten nicht für Schlagzeilen – aber sie entschieden darüber, ob ein Unternehmen einen schlechten Tag übersteht oder nicht.
Weitere Informationen zum Thema:
SANS
About SANS Institute
SANS
Rich Greene – Certified InstructorSenior Solutions Engineer at SANS Institute
IBM
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