Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von dp am Mittwoch, April 1, 2026 0:31 - noch keine Kommentare
Digitaler Druck: Trinkgeld per Terminal bei Verbrauchern umstritten
Diese neue Funktion kommt längst nicht überall gut an: Nur 29 Prozent finden vorgeschlagene Trinkgeldbeträge beim elektronischen Bezahlen praktisch
[datensicherheit.de, 01.04.2026] In vielen Geschäften und Gastronomiebetrieben wird beim elektronischen Bezahlen inzwischen eine Trinkgeldoption auf dem Kartenterminal angezeigt, oft mit vorgeschlagenen Beträgen – ob beim schnellen Kaffee am Morgen, nach dem Restaurantbesuch zum Mittag oder am Abend an der Bar. Diese neue Funktion kommt aber nach aktuellen Erkenntnissen des Digitalverbands Bitkom e.V. längst nicht überall gut an: Nur knapp drei von zehn Deutschen (29%) finden demnach vorgeschlagene Trinkgeldbeträge beim elektronischen Bezahlen praktisch. Besonders skeptisch zeigten sich ältere Menschen: Unter den Über-65-Jährigen liege die Zustimmung mit 22 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt. Diese Erkenntnisse beruhen laut Bitkom auf einer von Bitkom Research im Auftrag durchgeführten repräsentativen Umfrage: Hierzu seien 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch im Zeitraum der Kalenderwochen 9 bis 12 2026 befragt worden.

Foto: Bitkom e.V.
Alina Stephanie Bone-Winkel gibt zu bedenken: Voreingestellte Optionen machen aus einer offenen Entscheidung eine Auswahl mit „Leitplanken“…
Auf dem Kartenterminal nur Trinkgeldbeträge ab zehn Prozent
Insgesamt rund zwei Drittel (64%) der Deutschen sagten, vorgeschlagene Trinkgeldbeträge führten dazu, dass mehr Trinkgeld gegeben werde als ursprünglich geplant. 68 Prozent fänden es nicht angemessen, auf dem Kartenterminal nur Trinkgeldbeträge ab zehn Prozent anzuzeigen.
- „Voreingestellte Optionen machen aus einer offenen Entscheidung eine Auswahl mit ,Leitplanken’. So wird die Entscheidung vereinfacht, gleichzeitig beeinflussen die Vorgaben damit oft die Höhe des Trinkgelds“, erläutert Alina Stephanie Bone-Winkel, Bereichsleiterin „Digital Banking & Financial Services“ beim Bitkom.
Sie unterstreicht: „Dabei sind Transparenz und eine ausgewogene Auswahl entscheidend, damit Kundinnen und Kunden sich nicht unter Druck gesetzt fühlen.“
Meinung zum Digitalen Trinkgeld geteilt
Grundsätzlich sei die Meinung zum Digitalen Trinkgeld geteilt: Eine knappe Mehrheit von 55 Prozent der Deutschen finde, es sollte Standard sein, Trinkgeld auch digital geben zu können.
- Weniger überzeugt seien auch hier die Ältesten ab 65 Jahren mit 51 Prozent. Eine Rolle könnte dabei auch Vertrauen spielen: Insgesamt vertrauten nur 52 Prozent der Deutschen darauf, dass Digitales Trinkgeld vollständig beim Personal ankommt.
Auch hierbei gebe es aber Altersunterschiede: Besonders hoch sei das Vertrauen bei den Jüngeren zwischen 16 und 29 Jahren (63%). Deutlich skeptischer seien hingegen die 50- bis 64-Jährigen (47%) sowie die Über-65-Jährigen (48%).
Weitere Informationen zum Thema:
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Alina Stephanie Bone-Winkel – Bereichsleiterin Digital Banking & Financial Services Bitkom e.V.
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