Aktuelles - geschrieben von am Mittwoch, Oktober 10, 2012 16:34 - noch keine Kommentare

Neuer Supercomputer für Forschung der Heidelberger Astrophysiker

„Milky Way“‐Rechner ermöglicht aufwendige Computersimulationen zur Entwicklung der Milchstraße

Der  astrophysikalischen  Forschung  an  der  Universität  Heidelberg  steht  ein  neuer  Supercomputer  zur  Verfügung. Der auf den Namen „Milky Way“ getaufte Rechner ist bis zu 8.000 Mal schneller als herkömmliche Computer und soll aufwendige Simulationen zur Entstehung von Sternen und Spiralgalaxien durchführen. Seine Besonderheit ist die  elektronische  Architektur,  die  auf  dem  Einsatz  einer  Vielzahl  spezieller  Grafik‐Prozessoren  basiert.  An  der Entwicklung  von  „Milky  Way“  waren  Wissenschaftler  des  Zentrums  für  Astronomie  der  Universität  Heidelberg (ZAH) maßgeblich beteiligt. Der Rechner soll insbesondere auch für Projekte des Sonderforschungsbereichs „Das Milchstraßensystem“ genutzt werden.
Der neue Supercomputer ist mit Grafikprozessoren, sogenannten GPUs ausgestattet, die im Gegensatz zu üblichen Prozessoren  (CPUs)  mehrere  hundert  Rechenkerne  besitzen.  Dadurch  wird  es  möglich,  mathematische Berechnungen sehr effizient und hochparallel durchzuführen. Entwickelt wurde „Milky Way“ in Zusammenarbeit mit  Wissenschaftlern  des  Forschungszentrums  Jülich.  Dort  wurde  er  vor  kurzem  am  Institute  for  Advanced Simulation  in  Betrieb  genommen.  „In  Jülich  kann  der  Rechner  mit  einem  ähnlichen  System  verbunden  und  die Leistung dadurch noch einmal gesteigert werden“, erklärt Prof. Dr. Rainer Spurzem vom Zentrum für Astronomie der Ruperto Carola.
„Mit  ‚Milky  Way’  sind  wir  endlich  in  der  Lage,  unsere  Vorstellungen  von  großräumiger  Sternentstehung  in  der Milchstraße  durch  Computersimulationen  effizient  zu  testen“,  sagt  Rainer  Spurzem.  Auch  die  Entstehung  und Entwicklung  von  Spiralgalaxien  wie  der  Milchstraße  sollen  mit  diesem  Rechner  simuliert  und  die  Ergebnisse  mit konkreten  Beobachtungsergebnissen  verglichen  werden.  Die  Erforschung  der  Entwicklungsgeschichte  der Milchstraße  ist  das  zentrale  Thema  des  Sonderforschungsbereichs  „Das  Milchstraßensystem“  der  Universität Heidelberg, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird.

Weitere Informationen zum Thema:

Universität Heidelberg. Zentrum für Astronomie
SFB881 – The Milky Way System



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