Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Donnerstag, Dezember 20, 2018 19:30 - noch keine Kommentare
Amazon.de: Höchst private Sprachaufzeichnungen an Fremde gelangt
Wenn immer solche Daten gespeichert werden, besteht die Möglichkeit unsachgemäßen Umgangs mit negativen Folgen, warnt Boris Cipot
[datensicherheit.de, 20.12.2018] Laut einer Meldung von „heise online“ vom 20. Dezember 2018 haben Recherchen des „c’t magazin“ ergeben, dass über Amazon.de höchst private Sprachaufzeichnungen von „Echo“-Geräten an fremde Personen gelangt sind. Demnach sind 1.700 „Alexa“-Sprachaufzeichnungen aus Schlafzimmer, Badezimmer und Wohnzimmer eines „Echo“-Besitzers in die Hände eines Unbefugten geraten.
Sprachaufzeichnung als Datenbasis für KI-Training
„Mich verwundert dieser Vorfall nicht. Amazon speichert und nutzt solche Daten, um seine Sprach-KI ,Alexa‘ zu trainieren und besser zu machen. Nutzer erkennen das ganz leicht an der ,Alexa‘-App: Diese zeigt ein Transcript aller an die KI gestellten Fragen an und bietet sogar eine Feedback-Möglichkeit“, erläutert Boris Cipot, „Senior Sales Engineer“ bei Synopsys Software Integrity Group, und beantwortet damit die Frage, weshalb Amazon überhaupt solche Daten speichert.
„Wann immer solche Daten gespeichert werden, besteht auch die Möglichkeit unsachgemäßen Umgangs mit negativen Folgen. Dessen sollten sich Nutzer von ,Siri‘, ,Alexa‘ und Co. bewusst sein“, so der KI-Experte. „Amazon sollte bei ,Alexa‘ eine Funktion integrieren, die Nutzern eine Kontrolle über die eigenen Daten ermöglicht. Beispielsweise sollten Nutzer einen Zeitrahmen festlegen können, wie lange Daten höchstens gespeichert werden dürfen“, empfiehlt Cipot. So ein Mechanismus hätte den „menschlichen Fehler“ (laut Stellungnahme Amazon) im vorliegenden Fall vermieden.
Kunden sollten Wert auf transparenten, verlässlich Daten-Umgang legen!
Cipot unterstreicht: „Vertrauen ist das Wichtigste, was ein Kunde einem Unternehmen schenken kann. Gerade dann, wenn es um sensible Daten aus der eigenen Intimsphäre geht. Je mehr solcher Fälle publik werden, desto mehr werden auch große Unternehmen wie Amazon zu Transparenz im Umgang mit Daten gezwungen.“
Ob es sich im vorliegenden Fall tatsächlich um einen „menschlichen Fehler“ und „bedauerlichen Einzelfall“ laut der Stellungnahme von Amazon gehandelt hat, oder ob der Fehler in der Automatisierung und somit in der internen IT-Architektur des Unternehmens zu suchen ist, lasse sich nicht mit Sicherheit sagen.
Cipot hofft, „dass Kunden zukünftig nur Geräte und Technologien solcher Unternehmen verwenden, die bewiesen haben, dass sie transparent und verlässlich mit den ihnen anvertrauten Daten umgehen“.
Weitere Informationen zum Thema:
heise online / c’t Magazin, 20.12.2018
Amazon gibt intime Alexa-Sprachdateien preis / Durch einen Fehler von Amazon.de fielen rund 1700 Alexa-Sprachaufzeichnungen in die Hände eines Unbefugten
datensicherheit.de, 05.10.2018
Kommentar zum chinesischen Spionage-Angriff auf Apple und Amazon
Aktuelles, Experten - Jan. 30, 2026 0:43 - noch keine Kommentare
Bitkom sieht Pseudonymisierung als Schlüssel, um Datenschutz und datengetriebene Anwendungen zusammenzubringen
weitere Beiträge in Experten
- Meike Kamp am Europäischen Datenschutztag 2026: EU-Kommission rüttelt an den Grundpfeilern des Datenschutzes
- Barrierefreie KI: Zehn praxisnahe Schritte für inklusive Innovation am Arbeitsplatz
- Am Safer Internet Day 2026 DsiN-Talk zu Medienkompetenzen in der Schule
- ERC Proof of Concept Grants für TU Berlin: Satellitendaten für jeden und resiliente Kommunikationsnetze
- Neue Rolle des CFO: Finanzchefs werden zu digitalen Architekten der Unternehmenszukunft
Aktuelles, Branche - Jan. 31, 2026 0:29 - noch keine Kommentare
Cyberversicherungen: Compliance zur Senkung der Prämien
weitere Beiträge in Branche
- Spionagewerkzeug GhostChat: Gefälschte Dating-App als Köder
- Barrierefreie KI: Zehn praxisnahe Schritte für inklusive Innovation am Arbeitsplatz
- Video-KI: Europas strengste Datenschutz-Regeln prägen die Zukunft
- KI-Agenten und IT-Sicherheit: Zwei Seiten einer Medaille
- 149 Millionen gestohlene Benutzernamen: Erneut umfangreicher Datendiebstahl aufgedeckt
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen



Kommentieren