Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Donnerstag, Januar 22, 2026 0:13 - noch keine Kommentare
Cyberkriminelle Marktplätze: Persönliche Daten landen immer schneller im Darknet
Ausschlachten digitaler Identitäten durch Cyberkriminelle – ESET rät Betroffenen zu schnellem Handeln
[datensicherheit.de, 22.01.2026] Michael Klatte, Cybersicherheitsexperte bei ESET, erörtert in seiner aktuellen Stellungnahme, warum digitale Identitäten für Cyberkriminelle so wertvoll sind – egal, ob beim Online-Shopping, Streaming-Abo oder App-Download: Noch nie wurden offensichtlich so viele persönliche Daten an so vielen Stellen gespeichert wie heute. Indes: Einmal kompromittiert, tauchen Passwörter, Zahlungsdaten oder ganze Nutzerprofile häufig innerhalb kurzer Zeit in Untergrundforen und Marktplätzen im sogenannten Darknet auf. Dort werden sie gehandelt, kombiniert und für Betrug genutzt. ESET warnt eindringlich vor den Gefahren, welche hierdurch entstehen: „Ein einzelnes Datenleck ist heute selten ein isolierter Vorfall“, bemerkt Klatte und führt hierzu aus: „Gestohlene Zugangsdaten sind der Rohstoff für weitere Angriffe. Sie werden gesammelt, automatisiert ausprobiert und öffnen Angreifern oft Tür um Tür zu weiteren Konten.“
Das Darknet als cyberkrimineller Marktplatz für digitale Identitäten
Daten gerieten auf unterschiedliche Weise in cyberkriminelle Hände. Häufige Ursachen seien Sicherheitsvorfälle bei Unternehmen, Spionage-Software, Phishing und falsch konfigurierte „Cloud“-Dienste.
- Besonders riskant sei nun die zunehmende Professionalisierung der Angreifer. Schadsoftware und Angriffswerkzeuge würden längst als Dienstleistung angeboten. Cyberkriminelle benötigten nicht einmal mehr technisches Spezialwissen.
Klatte bemerkt hierzu, dass klassische Schutzmechanismen oft nicht mehr reichten: „Wir sehen, dass Angreifer längst nicht mehr nur Passwörter stehlen.“ Session-Cookies oder Authentifizierungs-Tokens ermöglichten es ihnen, bestehende Logins zu übernehmen. Er warnt: „Das kann sogar eine Zwei-Faktor-Authentifizierung aushebeln. Für Betroffene ist das besonders tückisch, weil es zunächst völlig unauffällig bleibt.“
Biometrische Daten als Universalschlüssel für Cyberkriminelle
Neben klassischen Zugangsdaten kursierten zunehmend hochsensible Informationen, darunter biometrische Merkmale wie Fingerabdrücke oder Gesichtsscans. Der Unterschied sei entscheidend: Passwörter ließen sich ändern, biometrische Daten nicht. Dies mache Identitätsdiebstahl zu einem langfristigen Risiko.
Wenn dann persönliche Daten im Darknet auftauchen, zählt jede Stunde. Für den Ernstfall hat der ESET-Experte folgende Tipps für Betroffene von Identitätsdiebstahl:
- Passwörter sofort ändern, wenn ein Konto betroffen sein könnte!
Insbesondere, wenn dieselben Passwörter über mehrere Konten hinweg benutzt werden. - Wo möglich, Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren!
Idealerweise über eine Authenticator-App statt SMS-Nachricht. - Dienste meiden, welche keine 2FA anbieten!
Da die Kombination aus Nutzernamen und Passwort allein unsicher sei. - Alle aktiven Sitzungen in wichtigen Konten beenden!
Etwa in E-Mail- und Social-Media-Accounts. - Kontoaktivitäten prüfen!
Zum Beispiel ungewöhnliche Logins, unbekannte Geräte oder verdächtige Weiterleitungen im Postfach. - Bank und Zahlungsanbieter informieren!
Wenn Zahlungsdaten betroffen sein könnten, und Konten auf verdächtige Transaktionen hin im Auge behalten. - Geräte auf „Infostealer“ und andere Malware prüfen, bevor neue Passwörter gesetzt werden!
Hierbei könnten zuverlässige IT-Sicherheitslösungen wie z.B. die von ESET helfen. - Vorsicht bei E-Mails und SMS-Nachrichten mit „Sicherheitswarnungen“ oder „Kontosperrungen“!
Insbesondere direkt nach einem „Leak“. - Alte, ungenutzte Online-Konten schließen!
Um unnötige Angriffsflächen zu reduzieren.
Cyberkriminelle hochprofessionell und schnell
Langfristig komme es auf Digitale Hygiene an: Dazu gehörten regelmäßige Updates, starke und einzigartige Passwörter, ein verantwortungsvoller Umgang mit persönlichen Daten und ein kritischer Blick auf Nachrichten, Links und Anhänge.
- „Viele unterschätzen den Ernst der Lage oder reagieren zu spät“, so Klatte. Abschließend gibt er deshalb zu bedenken: „Cyberkriminelle arbeiten hochautomatisiert und mit enormem Tempo. Wer seine Konten sichern will, muss im Ernstfall genauso schnell handeln!“
Mehr Hintergründe und konkrete Schutzmaßnahmen gibt es im Blog-Beitrag „Verkauft, vernetzt, verwundbar: So landen Ihre Daten im Darknet“ auf „WeLiveSecurity“.
Weitere Informationen zum Thema:
welivesecurity by eseT
Michael Klatte – Security Writer
welivesecurity by eseT, Phil Muncaster, 15.01.2026
Privatsphäre / Verkauft, vernetzt, verwundbar: So landen Ihre Daten im Darknet / Dank Phishing, Malware oder Datenpannen bei Dritten geraten sensible Informationen schneller in falsche Hände, als vielen bewusst ist. Was Cyberkriminelle mit Ihren Daten tun, wie Sie den Schaden begrenzen können und worauf es beim Schutz Ihrer digitalen Identität jetzt ankommt.
WIKIPEDIA
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