Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Montag, September 22, 2025 20:51 - noch keine Kommentare
Deepfakes in Echtzeit ab 30 US-Dollar im Darknet angeboten
Kaspersky-Experten vom „Global Research and Analysis Team“ (GReAT) haben in Untergrundforen Anzeigen entdeckt, die Echtzeit-Deepfakes für Video und Audio günstig anbieten
[datensicherheit.de, 22.09.2025] Laut einer aktuellen Stellungnahme von Kaspersky haben Experten vom „Global Research and Analysis Team“ (GReAT) in Untergrundforen Anzeigen entdeckt, die Echtzeit-Deepfakes für Video und Audio anbieten – und das deutlich günstiger als in der Vergangenheit. „Die aktuellen Offerten starten bei 30 US-Dollar für gefälschte Sprachnachrichten; manipulierte Videos sind bereits ab 50 US-Dollar zu haben.“
Cyberkriminelles Portfolio an Deepfake-Dienstleistungen
Eigenen Aussagen nach bieten Cyberkriminelle demnach unterschiedliche Dienstleistungen an:
- Echtzeit-Gesichtstausch während eines Video-Calls – etwa auf Videokonferenz-Plattformen oder in Messengern,
- Gesichtsersetzung für Verifizierungsprozesse,
- Austausch des Kamerafeeds auf Geräten,
- Software zur Mimik- und Lippensynchronisation aus Text (auch in Fremdsprachen),
- Stimmenklone mit anpassbarer Tonlage und Stimmfarbe, um gezielt Emotionen zu transportieren.
Angebot und Nachfrage für „Deepfake-as-a-Service“ vorhanden
Die Kosten stiegen je nach Komplexität und Dauer der Inhalte. Zum Vergleich: „Früher lagen die Angebote für Deepfakes zwischen 300 und 20.000 US-Dollar pro Minute. Damit ermöglichen die aktuellen Anzeigen eine Echtzeit-Erzeugung von Fake-Audio und -Video zu einem Bruchteil der früheren Preise.“
- Zugleich sei es wahrscheinlich, dass viele dieser Anzeigen Betrugsversuche seien und Interessenten lediglich um ihr Geld bringen sollten.
Dmitry Galov, GReAT-Sicherheitsforscher bei Kaspersky, kommentiert warnend: „Wir sehen nicht nur Anzeigen für ‚Deepfake-as-a-Service‘, sondern auch eine klare Nachfrage.“ Cyberkriminelle experimentierten aktiv mit Künstlicher Intelligenz (KI) und bänden diese in ihre Aktivitäten ein.
Kaspersky gibt Unternehmen Empfehlungen zum Umgang mit Deepfakes
Einige Plattformen würden gar mit weiterentwickelten Fähigkeiten werben – zum Beispiel lokal laufenden, von Grund auf neu erstellten schädlichen „Large Language Models“ (LLMs), welche unabhängig von öffentlich verfügbaren Modellen seien. Diese Technologien seien per se keine neuen Bedrohungen, könnten die Fähigkeiten von Angreifern aber deutlich erweitern.
- Galov rät: „Cybersicherheitsexperten müssen entsprechend gegenhalten. Vielversprechend ist der Einsatz von KI, um die Produktivität von Sicherheitsteams zu erhöhen und die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen zu verbessern.“
Kaspersky-Empfehlungen zum Umgang mit Deepfakes im Unternehmensumfeld:
- Bewusstsein zum Thema Deepfakes entwickeln
Mitarbeiter regelmäßig schulen, etwa über Mikro-Lerneinheiten (z.B. der „Kaspersky Automated Security Awareness Platform“). - Mitarbeitern die Hauptmerkmale von Deepfakes näherbringen
Dazu zählten unter anderem ruckartige Bewegungen, inkonsistente Beleuchtung zwischen Frames, unnatürliche Hauttöne, ungewöhnliches oder fehlendes Blinzeln, Bildartefakte sowie absichtlich niedrige Videoqualität / Beleuchtung. - Schutz organisatorisch und technisch aufstellen
Neben Schutzlösungen seien qualifizierte IT-Spezialisten erforderlich („Kaspersky Threat Intelligence“ könne z.B. helfen, potenziell relevante Bedrohungen zu identifizieren).
Weitere Informationen zum Thema:
SECURELIST by Kaspersky
Dmitry Galov
kaspersky, 09.05.2023
20k for a one-minute video: Kaspersky explores the Darknet deepfake industry
datensicherheit.de, 13.09.2025
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