Aktuelles, Gastbeiträge - geschrieben von am Montag, August 1, 2022 14:34 - noch keine Kommentare

Datensicherung: Steigende IT-Ausgaben und Zunahme von Plattformvielfalt

Die „Corona“-Pandemie wurde zu einer enormen Bewährungsprobe für Unternehmen

Von unserem Gastautor Dave Russell, VP, Unternehmensstrategie bei Veeam

[datensicherheit.de, 01.08.2022] Die Reaktion der Unternehmen auf die „Corona“-Pandemie wurde zu einer enormen Bewährungsprobe für die Technologie – mit Organisationen, die gezwungen waren, unverzüglich in digitale Projekte zu investieren, die normalerweise über mehrere Jahre hinweg gestreckt worden wären. Diese Erhöhung der Technologiebudgets ist jedoch eher ein langfristiger Trend als eine kurzfristige Lösung. Unternehmen sind derzeit dabei, widerstandsfähigere IT-Ökosysteme und Online-Marktplätze aufzubauen. Außerdem werden ihre Geschäftsmodelle agiler und besser gegen digitale Störungen abgesichert sein.

Der Veeam Data Protection Trends Report 2022 zeigt derweil, dass Unternehmen mit einem Notstand in der Datensicherung konfrontiert sind. Die Zahl derer, denen es nicht gelingt, ihre Daten zuverlässig zu schützen, steigt. Dies erklärt zwar in gewisser Weise, warum die Budgets für die Datensicherung stärker steigen als die allgemeinen IT-Ausgaben, aber reichen sie aus, um die Geschäftskontinuität vollständig zu schützen?

IT-Ausgaben steigen und Plattformvielfalt nimmt zu

Laut unserer Studie erwarten IT-Führungskräfte, dass ihr Budget für Datenschutz im Durchschnitt um etwa 6 Prozent steigen wird. Die jüngste globale IT-Ausgabenprognose der Analysten von Gartner schätzt das allgemeine Ausgabenwachstum im Jahr 2022 im Vergleich zu 2021 mit 5 Prozent ein – unter Berücksichtigung der hohen Erwartungen des digitalen Marktes an den Wohlstand. Daraus können mindestens zwei Schlüsse gezogen werden: Erstens reitet das Wachstum im Bereich des Datenschutzes weiterhin auf der Welle der Massendigitalisierung und der Cloud-Beschleunigung. Wenn das eine steigt, muss das andere mitziehen. Zweitens haben die Unternehmen hier Nachholbedarf. Zwar fühlen sich 6 Prozent gegenüber 5 Prozent nicht wie ein signifikanter Anstieg an, doch entspricht jedes Prozent in Wirklichkeit Milliarden von Euro.

Dave Russell, VP, Unternehmensstrategie bei Veeam

Dave Russell, VP, Unternehmensstrategie bei Veeam, Bild: Veeam

Viele fragen sich nun, warum die Budgets für die Datensicherung stärker steigen als die allgemeinen IT-Ausgaben. Darauf gibt es zwei Antworten: Die erste lautet, dass die Unternehmen nicht alle Daten schützen können, die sie schützen müssen. Unseren Untersuchungen zufolge haben 86 Prozent der Unternehmen in der EMEA-Region eine „Schutzlücke“ zu überwinden zwischen der Menge der Daten, die sie sich bei einem Ausfall leisten können zu verlieren und der Häufigkeit der Datensicherung. Die zweite Antwort ist komplizierter, da sie die Frage nach der Ursache einschließt und lautet: Es gibt eigentlich keinen Grund, warum es für Unternehmen heutzutage schwieriger ist, ihre Daten zu schützen, als jemals zuvor.

Es gibt mehrere Gründe für dieses Phänomen. Ein wichtiger davon ist, dass sich die Plattformen, auf denen Unternehmen ihre Daten speichern, verändern, was bedeutet, dass sich auch die notwendigen Datensicherungslösungen, Protokolle und erforderlichen Fähigkeiten anpassen. Was die Plattformvielfalt betrifft, so nähern wir uns in rasantem Tempo einer neuen Normalität für die moderne IT mit einer 50-zu-50-Aufteilung zwischen Servern vor Ort und Servern, die in der Cloud gehostet werden. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass im Rechenzentrum sowohl physische als auch virtuelle Plattformen erwartet werden, während in der Cloud eine gesunde Mischung aus hyper-skalierten und von Managed Service Providern (MSP) aufgesetzten Infrastrukturen zu finden ist. Die beiden wichtigsten Erkenntnisse aus diesen Trends sind, dass das Rechenzentrum weder tot noch sterbend ist. Es gibt immer noch genauso viele gute Gründe, eine Workload vor Ort auszuführen wie in der Cloud. Darüber hinaus müssen Datensicherungsstrategien physische, virtuelle und mehrere in der Cloud gespeicherte Optionen sowie die immer beliebter werdenden Kubernetes-Umgebungen mitberücksichtigen.

Datensicherung trifft auf SaaS

Eine der Triebkräfte für die beschleunigte Nutzung von Cloud-Diensten ist der Trend, dass Unternehmen die Anwendungen als Service nutzen. Die anhaltende Explosion von Software as a Service (SaaS) verändert die Dynamik, mit der Unternehmen ihre Daten schützen. Eine dieser Nuancen ist die Gefahr, dass IT-Administratoren davon ausgehen, dass SaaS-Anwendungen mit nativen Sicherungs- und Wiederherstellungslösungen ausgestattet sind, die den Standards einer modernen Datensicherungsstrategie entsprechen. Ein gutes Beispiel dafür, dass sich eine solche Annahme als kostspielig erweisen kann, ist der Einsatz von Microsoft Office 365. Während die integrierten Datensicherungsfunktionen vielen Unternehmen eine gewisse Sicherheit geben können, sodass die meisten Office 365-Daten gesichert und geschützt sind, ist die einzige Möglichkeit, sich wirklich sicher zu fühlen, die Backup-Lösung eines Drittanbieters. Der Schutz von SaaS-Daten über die integrierten Sicherungs- und Wiederherstellungsfunktionen hinaus ist unerlässlich, da 48 Prozent der Unternehmen in der EMEA-Region versehentliches Löschen, Überschreiben von Daten oder Datenbeschädigung als Hauptursache für IT-Ausfälle angeben.

Die zweite Auswirkung, die der Übergang zu SaaS auf die Datensicherung hat, ist die schiere Zunahme der zu schützenden Daten. Die Datenmengen nehmen ständig zu und die rasante Cloud-Ausweitung fördert diesen Trend. Dies erklärt zum Teil, warum die Zahl der Unternehmen, die in den letzten 12 Monaten eine Schutzlücke in ihrer Datensicherung festgestellt haben, um 14 Prozent gestiegen ist. Damit sich die Lücke nicht vergrößert, benötigen Unternehmen skalierbare Datensicherungslösungen, die mit den steigenden Datenmengen und Anwendungen Schritt halten können. Die Antwort darauf sind Cloud-basierte Backup- und Datensicherungslösungen und wirklich: Zwei Drittel der Unternehmen in der EMEA-Region nutzen derzeit Cloud-Dienste als Teil ihrer Datensicherungsstrategie und diese Zahl wird in den nächsten 12 Monaten steigen. Darüber hinaus wird die Fähigkeit, in der Cloud gehostete Workloads zu schützen, seitens IT-Leitung und Unternehmensführung als wichtigstes Kaufkriterium für den Schutz von Unternehmensdaten im Jahr 2022 angesehen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Unternehmen immer mehr die Cloud nutzen und verstehen, dass Cloud-Daten gesichert werden müssen. Ebenso planen sie, Cloud-basierte Datensicherungsmaßnahmen wie Backup as a Service (BaaS) und Disaster Recovery as a Service (DRaaS) einzusetzen, um Daten zu schützen.

Um auf die zentrale Frage zurückzukommen: Steigen die Budgets für Datensicherung angemessen? Die diplomatische Antwort lautet, dass es derzeit einen großen Nachholbedarf gibt und die Zunahme tatsächlich hilft, denn: Der exponentielle Anstieg des Datenvolumens bedeutet, dass es mehr Daten zu schützen gibt, während die zunehmende Plattformvielfalt anzeigt, dass die Datensicherungsstrategien immer komplexer werden. Es ist davon auszugehen, dass die Budgets für die Datensicherung weiterhin schneller steigen werden als die allgemeinen IT-Ausgaben, da die Unternehmen allmählich versuchen, die Lücke zwischen den Daten, deren Verlust sie sich leisten können und den Daten, die sie angemessen schützen müssen, zu schließen. Natürlich sind höhere Ausgaben nicht die einzige Lösung. Moderne Backup-Lösungen, die Cloud-basiertes Backup und Cloud-basierte Wiederherstellung bieten, verbessern die Wirtschaftlichkeit des Datenschutzes im großen Maßstab – das heißt auch, dass Unternehmen mehr Daten für weniger Geld sichern können. Daher sollten sie am besten mit einem fachkundigen Partner zusammenarbeiten, um eine moderne Datensicherungsstrategie zu entwickeln, die eine Business Continuity-Lösung im Rahmen eines angemessenen Budgets bietet.



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