Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Donnerstag, September 22, 2022 19:32 - noch keine Kommentare
Kaspersky identifiziert schädliche Kampagne im Google Play Store
Trojaner Harly imitierte laut Kaspersky über 190 legitime Apps und abonnierte Nutzer für kostenpflichtige Dienste
[datensicherheit.de, 22.09.2022] Cyber-Sicherheitsexperten von Kaspersky haben nach eigenen Angaben eine schädliche Kampagne im „Google Play Store“ mit insgesamt mehr als 4,8 Millionen Downloads infizierter Anwendungen identifiziert. In den vergangenen zwei Jahren haben Cyber-Kriminelle demnach dort mehr als 190 legitime Applikationen imitiert – von Taschenlampen-Apps bis hin zu Minispielen –, um den „Harly“-Trojaner zu verbreiten und Nutzer ohne deren Zustimmung für kostenpflichtige Dienste zu abonnieren.
Kaspersky warnt: Sobald eine entsprechende App gestartet wird, beginnt der Trojaner Informationen zu sammeln
„Sobald ein Anwender eine entsprechende App startet, beginnt der Trojaner, Informationen über das genutzte Gerät und dessen Mobilfunknetz zu sammeln.“ Das Smartphone des Betreffenden wechsele dann zu einem anderen mobilen Netzwerk, „worauf der Trojaner dessen C&C-Server ansteuert, um die Liste der Abonnements zu konfigurieren, für die eine Anmeldung erfolgen muss.“
Anschließend öffne der Trojaner die Adresse des jeweiligen Abonnements in einem unsichtbaren Fenster und gebe die bereits erhaltene Telefonnummer des Nutzers ein, tippe auf die erforderlichen Schaltflächen und füge den Bestätigungscode aus einer Textnachricht ein. Dies führe dazu, „dass der Nutzer Kunde von Bezahl-Abonnements wird, ohne es zu merken“.
Kaspersky-Team hat sich an Google gewandt
Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal dieses Trojaners sei, „dass dieser sich nicht nur anmelden kann, wenn der Vorgang durch einen SMS-Code geschützt ist, sondern auch, wenn jener durch einen Anruf gesichert wurde“, denn der Trojaner rufe eine bestimmte Nummer an und bestätige die Registrierung.
Das Kaspersky-Team habe sich aufgrund dieser Erkenntnisse an Google gewandt und vor bösartigen, in „Google Play“ gespeicherten Apps gewarnt. „Auch wenn offizielle App-Stores sorgfältig überwacht werden, können die die dort tätigen Moderatoren diese schädlichen Apps nicht immer vor ihrer Veröffentlichung identifizieren“, erläutert Tatyana Shishkova, Sicherheitsexpertin bei Kaspersky.
Kaspersky empfiehlt Nutzern dringend, zuverlässige Sicherheitslösung zu installieren
Shishkova führt aus: „Bei Applikationen dieser Art ist es noch schwieriger, eine potenzielle Bedrohung zu erkennen, weil sie alles tun, was vorgeschlagen wird. Das Lesen von Nutzerbewertungen kann helfen, wobei dies auch nicht immer eine Garantie für Sicherheit ist.“
Deshalb empfehle Kaspersky Nutzern dringend, eine zuverlässige Sicherheitslösung zu installieren, um den Download gefährlicher Programme zu verhindern.
Kaspersky-Tipps gibt Tipps zum Schutz vor schädlichen Apps:
Mods von verdächtigen Seiten oder raubkopierte Software niemals herunterladen!
Angreifer wüssten, dass Nutzer auf kostenlose Angebote stets sehr positiv reagierten und nutzten dies durch Malware aus, „die in Cracks, Cheats und Mods versteckt ist“.
Auf Mobiltelefonen leistungsstarke Anti-Viren-Lösung installieren!
Das genutzte Anti-Viren-Programm (z.B. „Kaspersky Premium“) sollte beim Spielen nicht ausgeschaltet werden. Der Spielmodus etwa von „Kaspersky Standard“ verhindere zudem, „dass zu viele Systemressourcen während eines Spiels verbraucht werden“.
Neuinstallation des Browsers oder Änderungen der Einstellungen werden Malware nicht beseitigen!
Zunächst müsse der Nutzer die schädliche Anwendung identifizieren. Das Gerät zeige in den Konfigurationen eine vollständige Liste der Apps an (Einstellungen → Apps und Benachrichtigungen → Alle Apps anzeigen). Aus dieser Liste könne die App samt Malware effektiv gelöscht werden.
Apps vorab überprüfen!
Apps sollten vor ihrer Installation stets auf Seriosität und die entsprechenden Vertriebskonten überprüft werden.
Weitere Informationen zum Thema:
kaspersky daily, Tatyana Shishkova, 22.09.2022
Harly: another Trojan subscriber on Google Play / We explain how the Harly Trojan subscriber targets Android users
CHIP, Pascal Thiele, 22.07.2022
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