Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Mittwoch, Juni 29, 2022 12:45 - noch keine Kommentare
Khuzestan Steel Company: Iranischer Stahlkonzern von Hackern lahmgelegt
Vorfall reiht sich in eine Flut von Attacken durch Hacker-Gruppen ein
[datensicherheit.de, 29.06.2022] Der iranische Stahlkonzern Khuzestan Steel Company (KSC) soll laut Medienberichten am 28. Juni 2022 lahmgelegt worden sein. Itay Cohen, „Head of Cyber Research“ bei Check Point Software Technologies, kommentiert diesen Vorfall, welcher sich in eine „Flut von Attacken“ durch Hacker-Gruppen einreihe.

Foto: Check Point
Itay Cohen: Anzahl der Angriffe, ihr Erfolg und ihre Qualität deuten darauf, dass sie von einem oder mehreren fortgeschrittenen Angreifern durchgeführt wurden…
Hacker-Gruppen gäben sich als sogenannte Hacktivisten gegen die Regierung des Iran aus
Diese Hacker-Gruppen gäben sich als „Hacktivisten“ gegen die Regierung des Iran aus. „Die Anzahl der Angriffe, ihr Erfolg und ihre Qualität deuten darauf, dass sie von einem oder mehreren fortgeschrittenen Angreifern durchgeführt wurden – vielleicht von einem Nationalstaat, der ein Interesse daran hat, die Kritische Infrastruktur (KRITIS) des Iran zu sabotieren und Panik unter der iranischen Bevölkerung sowie den Beamten zu verbreiten“, kommentiert Cohen.
Eine Gruppe mit dem Namen „Predatory Sparrow“ hat demnach die Verantwortung für diesen Angriff übernommen und sei dieselbe, „welche den Angriff auf die iranische Eisenbahn, den iranischen Rundfunk und die iranischen Tankstellen durchgeführt hatte“.
Check Point Research hat im Zusammenhang mit den jüngsten Hacker-Angriffen auf das Stahlwerk im Iran Dateien gefunden
Cohen berichtet: „Wir bei Check Point Research haben bereits im vergangenen Jahr einige dieser Angriffe gegen den Iran und seine KRITIS untersucht. Im Februar 2022 dekonstruierten wir die Programme, welche bei einem Cyber-Angriff auf das staatliche iranische Medienunternehmen Rundfunk der Islamischen Republik des Iran verwendet wurden.“
Im August 2021 hätten sie IT-Attacken auf iranische Bahnhöfe zu einer Gruppe zurückverfolgt, welche sich selbst als „Indra“ bezeichnet habe. Check Point Research habe nun Dateien gefunden, „die im Zusammenhang mit den jüngsten Angriffen auf das Stahlwerk im Iran stehen“. Eine erste Analyse der Malware, von den Angreifern als „Chaplin“ bezeichnet, habe ergeben, „dass sie auf einer Wiper-Malware namens ,Meteor‘ basiert, die bereits bei den Angriffen auf das iranische Eisenbahnsystem und auf das Ministerium für Straßen und Stadtentwicklung im vergangenen Jahr verwendet wurde“.
Hacker verhindern korrekten Rechner-Start
„Obwohl ,Chaplin‘ auf diesen Tools aus früheren Angriffen basiert, enthält es nicht deren Löschfunktion – im Englischen als ,Wipe‘ bezeichnet – und beschädigt nicht das Dateisystem des Opfers“, erläutert Cohen und führt aus: „Die Malware verhindert jedoch, dass der Benutzer mit dem Rechner interagieren kann, meldet ihn ab und zeigt auf dem Bildschirm ein Einzelbild-Video an, welches den Cyber-Angriff ankündigt.“ Somit beschädige diese Malware in dem Sinne, dass sie ihn daran hindere, korrekt zu starten.
Das auf dem Computer des Nutzers dann abgespielte Video zeige die Logos der jüngsten Opfer von „Predatory Sparrow“:
- Khouzestan Steel Company (KSC)
- Iranische Offshore-Ölgesellschaft
- Ministerium für Straßenbau und Stadtentwicklung
- Eisenbahngesellschaft der Islamischen Republik Iran
Indra und Predatory Sparrow möglicherweise dieselbe Hacker-Gruppe
Es könnte laut Cohen sein, dass die damals erbeuteten Dateien für den Angriff auf KSC verwendet wurden, da das Unternehmen mittlerweile bestätigte, dass es angegriffen wurde. „Wie bei früheren Angriffen trieb die Gruppe ihren alten Scherz mit den Opfern und leitete sie über die Nummer 64411 an das Büro des Obersten Führers des Iran.“
„Predatory Sparrow“, die Verantwortung für den Angriff auf die iranische Stahlindustrie übernehmend, sei ja auch für die Angriffe auf die iranischen Eisenbahnsysteme und das iranische Ministerium für Straßen und Stadtentwicklung verantwortlich – angesichts der Verwendung derselben Werkzeuge, Methoden und Techniken sei es nicht unwahrscheinlich, „dass es sich bei ,Indra‘ und ,Predatory Sparrow‘ um dieselbe Gruppe handelt“, so Cohen.
Weitere Informationen zum Thema:
Check Point Research auf twitter, 28.06.2022, 14.02
#BREAKING We found files related to the attack against the Steel Industry in Iran
cp<r> CHECK POINT RESEARCH, 18.02.2022
EvilPlayout: Attack Against Iran’s State Broadcaster
cp<r> CHECK POINT RESEARCH, 14.08.2021
Indra — Hackers Behind Recent Attacks on Iran
Aktuelles, Experten, Studien - Feb. 6, 2026 0:58 - noch keine Kommentare
Digitalisierung im Gesundheitswesen: 92 Prozent der Senioren erkennen Chancen
weitere Beiträge in Experten
- KI-basierte Disruption der Arbeitswelt: 80 Prozent der Menschen werden ihren Job verlieren
- Cybercrime mittels Prävention zurückdrängen: Ausführungen zur Zusammenarbeit von Ermittlern und Staatsanwaltschaft auf der „IT-DEFENSE 2026“
- IT-DEFENSE: Ausgebuchte 20. Auflage in Würzburg gestartet
- Benutzerkonten: Pauschaler Passwortwechsel laut BSI keine zeitgemäße Schutzmaßnahme mehr
- KRITIS-Dachgesetz verabschiedet: Deutschland muss dringend seine Kritischen Infrastrukturen besser schützen
Aktuelles, Branche, Produkte, Studien - Feb. 6, 2026 0:56 - noch keine Kommentare
ChatGPT-Verbesserung durch Malewarebytes: Erkennung von Scams, Malware und Online-Risiken
weitere Beiträge in Branche
- Hilfreiche Analogie: Das Ziel der Cybersicherheit gleicht einem Fußballtor
- Red Team Malware à la carte: Allpacka zur Simulation höchst befähigter Hacker-Angriffe
- Moderner OT-Resilienz: Digitale Zwillinge als wichtige Bausteine
- IT-DEFENSE: Ausgebuchte 20. Auflage in Würzburg gestartet
- Digitale Souveränität als Standortvorteil: Europa im Spannungsfeld Ethik vs. Innovation
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen



Kommentieren